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36 gesichtete, ungeschützte Fragmente: Plagiat

[1.] Analyse:As/Fragment 045 05 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 17:13 (Hotznplotz)
Erstellt: 31. December 2011, 15:50 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fend 1976, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 045, Zeilen: 05-18, 20-22
Quelle: Fend 1976
Seite(n): 028; 029; 030, Zeilen: 25-26; 03-08, 12-17, 27-31; 01-02
Nach Durkheim lebt der Mensch durch Triebe ständig bedrängt von Natur aus in einem instabilen Zustand. Erst durch soziale Normen und Werte erfährt sein Streben Begrenzung und Zielsetzung und werden die Triebe und Wünsche der Mitglieder einer Gesellschaft in realisierbare Bahnen gelenkt. Die Reichweite möglicher Verhaltensweisen wird durch die moralische Ordnung als dem umfassenden System von Verboten und Geboten bestimmt. Die Gesamtheit der moralischen Regeln bildet eine Mauer, "an die viele Leidenschaften, Triebe und Bedürfnisse branden" [FN 2] und absterben. Bedürfnisbefriedigung wird dadurch nicht verhindert, sondern erfährt nach Durkheim erst in der Begrenzung des Strebens die Bedingung für die Möglichkeit der Befriedigung. Das zentrale Wertsystem [...] muß von den Gesellschaftsmitgliedern erlernt werden. Als "kollektives Gewissen" reguliert es dann das Verhalten des einzelnen.

[ [FN 2] Fend, Helmut: a.a.O., S. 29]

Der Mensch lebt nach Durkheim von Natur aus in einem unstabilen Zustand, in dem er von Trieben bedrängt wird. [...] [Seite 29]

Eine Begrenzung und Zielsetzung erfolgt aber durch soziale Normen und Werte. Durch sie werden die Triebe und Wünsche der Mitglieder einer Gesellschaft in realisierbare Bahnen gelenkt.

Eine moralische Ordnung ist für Durkheim ein umfassendes System von Verboten und Geboten. Ihr Ziel ist es, die Reichweite der möglichen Verhaltensweisen zu begrenzen. [...] Die Gesamtheit der moralischen Regeln bildet eine Mauer, an die viele Leidenschaften, Triebe und Bedürfnisse branden. An der Mauer sterben diese jedoch ab[FN 26]. Eine Befriedigung von Bedürfnissen und Wünschen wird dadurch aber nicht verhindert. Im Gegenteil: die Begrenzung des Strebens ist die Bedingung für die Möglichkeit der Befriedigung. [...]

Das zentrale Wertsystem einer Gesellschaft muß von ihren Mitgliedern gelernt werden. [...] Die Umwandlung des Individuums [...] erfolgt also nach Durk- [Seite 30] heim dadurch, daß ein Wertsystem gelernt wird, das in der Form eines "kollektiven Gewissens" das Verhalten der Einzelnen reguliert.

[ [FN 25] Vgl. u. a. Emile Durkheim: Moral Education. Translated by Everett K. Wilson and Herman Schnurer. Glencoe (Illinois) 1961, S. 42.

[FN 26] Vgl. ebenda, S. 42.]

Anmerkungen

Die Ausführungen zu Durkheim in diesem Fragment stammen fast vollständig aus Fend, obwohl nur ein Halbsatz als Zitat gekennzeichnet ist.

Sichter
Hindemith, PlagProf:-)

[2.] Analyse:As/Fragment 047 05 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 17:18 (Hotznplotz)
Erstellt: 31. December 2011, 18:14 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fend 1976, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 047, Zeilen: 01-25
Quelle: Fend 1976
Seite(n): 030; 031; 032, Zeilen: 26-29; 01-20, 27-29; 01-04, 10-11
George Herbert Mead [FN 1] hat in seiner kognitiven Theorie [...] im Zusammenhang mit dem Werden des Menschen im sozialen Kontext die Frage nach der Entstehung von Selbstbewußtsein gestellt. Wesentliches Element menschlicher Sozialwerdung ist für ihn das Erlernen der Sprache, durch die Menschen in Interaktion treten können. Beim Sprechen sendet der Mensch Botschaften, die für Sender und Empfänger gleiche Bedeutung haben. Dadurch kann der Einzelne auf Aussagen anderer wie auf eigene gleichermaßen reagieren. Er kann sowohl Subjekt als auch Objekt von Aussagen sein. Diese Fähigkeit zur Reflexion ist nach Mead das kennzeichnende Merkmal des menschlichen "Selbst". Zu diesem Selbst gehört weiterhin ein "kognitives System von Regeln und Normen über erwünschte Verhaltensweisen in einer Gruppe" [FN 2], das zu erlernen ist. Bei diesem Lernprozeß spielt der "generalized other" eine entscheidende Rolle: Mead meint damit das System von Regeln und Normen, das das organisierte soziale Leben reguliert, den verallgemeinerten Standpunkt der Gruppe, von dem aus jedes Gruppenmitglied sich selbst und die Erwartungen der anderen sehen muß. Sozialisation wäre nach Meads Theorie also die Übernahme der im "generalized other" verankerten Erwartungen, wodurch das Selbst als Grundlage zur Beurteilung seines Verhaltens ein kognitives System von Verhaltensstandards erlernt. [FN 3]

[ [FN 1] Mead,George Herbert: Geist,Identität und Gesellschaft. Zürich und Stuttgart 21971.

[FN 2] Fend,Helmut: a.a.O. S. 31.

[FN 3] Als Forschungsgebiet taucht der Begriff Sozialisation fast gleichzeitig in Soziologie, Anthropologie und Psychologie auf. Vgl. dazu u.a.:
Danziger,Kurt: Sozialisation. Düsseldorf 1974.
Nunner-Winkler,Gertrud und Rolff,HansG.: Theorie der Sozialisation. In: Erziehungswissenschaftliches Handbuch. 3.Band. Teil 2. Hrsg.: Th. Ellwein und H.-H. Groothoff u.a. Berlin 1971. S. 177-201.
Walter,Hein (Hrsg): Sozialisationsforschung. 3 Bände. Stuttgart 1973-1975.
Wurzbacher,Gerhard (Hrsg.): Sozialisation und Personalisation. Stuttgart 31974.

Eine Einführung neueren Datums ist zu finden bei:
Helbig,Ludwig: Sozialisation. Frankfurt,Berlin,München 1979.]

G. H. Mead [...] hat [Seite 31] eine kognitive Theorie über das Werden des Menschen im sozialen Kontext aufgestellt. Er will die Frage beantworten, wie Selbstbewußtsein [...] entsteht.

Der Mensch wird zum sozialen Wesen durch das Lernen einer Sprache und eine Sprache lernt der Mensch in Interaktion mit anderen Menschen. Wenn der Mensch spricht, sendet er Botschaften aus, die für den Empfänger die gleiche Bedeutung haben wie für den Sender. Dadurch kann der Mensch auf die eigenen Aussagen auf die gleiche Weise reagieren, wie auf Aussagen anderer Menschen. [...] er kann sowohl Subjekt als auch Objekt von Aussagen sein. Diese Reflexivität ist das kennzeichnende Merkmal des menschlichen "Selbst". [...] Diese Selbst enthält unter anderem ein kognitives System von Regeln und Normen über erwünschte Verhaltensweisen in einer Gruppe.

Ein zentraler Begriff in der Theorie der Entstehung des Selbst ist der "generalized other". Mit diesem Ausdruck wird das System von Regeln und Normen bezeichnet, welches das organisierte soziale Leben reguliert. [...] Er muß sich selber vom verallgemeinerten Standpunkt der Gruppe aus sehen, er muß die Erwartungen aller Spieler kennen. [...]

[Seite 32] Hat sich dieser Prozeß vollzogen, dann enthält das Selbst ein kognitives System von Verhaltensstandards, das die Grundlage für die Beurteilung des eigenen Verhaltens bildet. [...] Die Übernahme des "generalized other" könnte als Prozeß der Sozialisierung bezeichnet werden.

Anmerkungen

Die Ausführungen über Mead werden fast vollständig aus Fend übernommen, obwohl nur eine einzelne Wortgruppe als Zitat kenntlich gemacht ist. Der Wortlaut ist oft identisch. Wo er abweicht, lässt er keine eigenständige Rezeption von Mead erkennen.

Sichter
Hindemith, PlagProf:-)

[3.] Analyse:As/Fragment 316 12 - Diskussion
Bearbeitet: 9. April 2012, 21:02 (Kybot)
Erstellt: 1. January 2012, 00:35 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Hupperschwiller 1970, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Bummelchen, 213.102.93.254, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 316, Zeilen: 01-16, 101-102
Quelle: Hupperschwiller 1970
Seite(n): 060, Zeilen: 04-25
[Es stellt fest, daß die Eltern und sonstigen Erzieher nicht so vollkommen und allmächtig] sind, wie bisher angenommen. "Das Kind erfährt nun, daß sie die Forderungen, die sie stellen, selbst nicht durchweg erfüllen, dies oft nicht einmal versuchen und daß ihre Forderungen zudem oft widersprüchlich sind." [FN 1] Mit zunehmender Selbständigkeit und Sicherheit bewegt es sich ausserhalb der Familie. "Seine Orinetierungsfunktionen [sic] sind so gereift, daß es vom konkreten zum abstrakten Denken gelangt, fähig wird, logische Schlüsse zu ziehen, Situationen damit unter neuen Aspekten erfaßt und anstelle des mechanischen ein sinnvoll-logisches Gedächtnis entwickelt." [FN 2]

Das kindliche, rein heteronome Norm- und Wertverständnis wird erschüttert durch die Erkenntnis, daß die als eindeutig und allgemeingültig betrachteten Normen und erworbenen Wertungen nicht immer die Differenziertheit einer Einzelsituation erfassen.

[FN 1] Roth,Heinrich: Zur pädagogischen Psychologie des Gewissens und der Gewissensbildung. S. 244.

[ [FN 2] Hupperschwiller,Lutz: a.a.O. S. 60.]

Das Kind [...] beginnt sich mehr und mehr auch außerhalb der Familie zu bewegen und infolge zunehmender Selbständigkeit und Sicherheit aus ihr herauszuwachsen. Seine Orientierungsfunktionen sind so gereift, daß es vom konkreten zum abstrakten Denken gelangt, fähig wird, logische Schlüsse zu ziehen, Situationen damit unter neuen Aspekten erfaßt und anstelle des mechanischen ein sinnvoll-logisches Gedächtnis entwickelt. [...] die Feststellung, daß die Eltern wie auch andere Autoritätspersonen nicht so vollkommen und allmächtig sind, wie sie das Kind sich vorstellte [...]. Das Kind erfaßt nun, daß sie die Forderungen, die sie stellen, selbst nicht durchweg erfüllen, dies oft nicht einmal versuchen und daß ihre Forderungen zudem oft widersprüchlich sind (vgl. Roth 1957, 244). Es erkennt, daß das Leben selbst differenzierter [...] ist, als es zunächst angenommen hat, daß es von den erworbenen Wertungen her nicht immer eindeutig erfaßt werden kann [...]. Das kindliche, noch rein heteronome Norm- und Wertgefüge wird dadurch nicht unerheblich erschüttert.
Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 315 29. Übernahme mit Umstellungen in der Reihenfolge der Aussagen. Das wörtliche Zitat, das die Verfasserin Roth zuschreibt, findet sich bei diesem selbst in keiner Weise und ist anscheinend von Hupperschwiller entlehnt, der Roth lediglich zusammenfasst. Bei Roth steht auf Seite 244 zum Thema: "In der Regel scheinen zwei Ereignisse dem jungen Menschen in der Richtung auf ein selbständiges Gewissen zum Durchbruch zu verhelfen, [...]: das eine hat die Erkenntnis und Erfahrung zum Inhalt, daß bei den Autoritäten, denen man seither folgte, Forderungen und Taten einander nicht so entsprechen, wie sie es selbst fordern; das andere ist die Begegnung mit neuen Autoritäten, [...]"

Sichter
Bummelchen (Text) Hindemith fiesh

[4.] Analyse:As/Fragment 315 29 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:33 (Hotznplotz)
Erstellt: 1. January 2012, 00:55 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Hupperschwiller 1970, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Bummelchen, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 315, Zeilen: 28-29
Quelle: Hupperschwiller 1970
Seite(n): 060, Zeilen: 15-17
Es stellt fest, daß die Eltern und sonstigen Erzieher nicht so vollkommen und allmächtig [sind, wie bisher angenommen.] [...] die Feststellung, daß die Eltern wie auch andere Autoritätspersonen nicht so vollkommen und allmächtig sind, wie sie das Kind sich vorstellte [...].
Anmerkungen

in Zusammenhang mit der Fortsetzung in Fragment 316 12 zu sehen

Sichter
Bummelchen (Text), Hindemith, fiesh

[5.] Analyse:As/Fragment 312 01 - Diskussion
Bearbeitet: 8. May 2012, 09:34 (Hindemith)
Erstellt: 1. January 2012, 13:41 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Hupperschwiller 1970, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Bummelchen, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 312, Zeilen: 01-25, 101-107, 109-117
Quelle: Hupperschwiller 1970
Seite(n): 054; 055, Zeilen: 09-42; 01-03
[Sie besagt in diesem Zusammenhang, daß die Verlegung äußerer elterlicher Kontrolle in das Über-Ich eine Identifizierung bedeutet, d.h. "eine Angleichung eines Ichs an ein fremdes, in deren Folge dies] erste Ich sich in bestimmten Hinsichten so benimmt wie das andere, es nachahmt, gewissermaßen in sich aufnimmt." [FN 1] Für diesen Identifizierungsvorgang, der als wesentlichster Mechanismus der Übernahme von Werten, Normen und

Orientierungsweisen im Laufe der Entwicklung gesehen werden kann, gibt es unterschiedliche Motive. Nach Freud gehört dazu, daß das Kind bei Überwindung des Ödipus-Komplexes aus Angst vor drohendem Liebesentzug durch den Vater oder die Mutter deren drohende und verbietende Stimme als Über-Ich introjiziert. [FN 2]

Losgelöst vom Ödipuskomplex kann man generell davon ausgehen,daß es zu angstmotivierter Identifikation dann kommt, wenn die Erzieher autoritär in die Persönlichkeit eingreifen. [FN 3]

Neben der Normenintrojektion aus Angst vor den Erziehern ist eine andere Motivgruppe feststellbar, "deren Häufigkeit soweit ersichtlich umgekehrt proportional zu autoritären Erziehungsformen steht" [FN 4]. Gemeint ist die Vielzahl der Fälle, in denen das Kind die Werte und Normen seiner Eltern verinnerlicht, weil es mit ihnen gefühlsmäßig in positiver Weise verbunden ist und den Wunsch hat, in Harmonie mit ihnen zu leben. [FN 5]

Die Eltern sind dem Kind Vorbild und lassen in ihm den Wunsch aufkommen, das zu können und zu dürfen, was sie tun [FN 6], bzw. so zu sein, wie die Eltern. [FN 7]

[FN 1] Freud,Sigmund: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. In: Ges.W. Band XV. London 1949. S. 69.

[FN 2] ders.: Das Ich und das Es. In: Ges.W. Band XIII. London 51967. S. 235-289. hier: S. 260ff.

[FN 3] Freud,Anna: Das Ich und die Abwehrmechanismen. London 1946. S. 125ff.

[ [FN 4] Hupperschwiller,Lutz: a.a.O. S. 54.]

[FN 5] Roth,Heinrich: Zur pädagogischen Psychologie des Gewissens und der Gewissensbildung. S. 291.

Zulliger,Hans: Gespräche über Erziehung. Bern/Stuttgart 1960. S. 72.

Hapke,Eduard: Über die Natur des Gewissens. In Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie. 11 (1962). S. 115.

[FN 6] Caruso,Igor A.: Bios,Psyche,Person. S. 321.

[FN 7] Zulliger,Hans: a.a.O. S. 67.

[...] die Grundlage der Umwandlung der Elternbeziehung in das Über-Ich [...] ist eine Identifizierung, d. h. "eine Angleichung eines Ichs an ein fremdes, in deren Folge dies erste Ich sich in bestimmten Hinsichten so benimmt wie das andere, es nachahmt, gewissermaßen in sich aufnimmt" (Freud 1949, XV; 69). [...] Da die Angleichung eine möglichst vollständige ist, [...] haben wir in dieser [...] den wesentlichsten Mechanismus der Internalisierung, der Übernahme von Werten, Normen und Orientierungsweisen zu sehen [...].

Wie wir heute feststellen können, erfolgt diese Identifizierung aus den unterschiedlichsten Motiven, von denen eines das von Freud genannte ist: bei der Überwindung des Ödipus-Komplexes wird aus Angst vor dem drohenden Liebesentzug durch Vater und Mutter deren drohende und verbietende Stimme vom Kind als Über-Ich introjiziert (1955, XIII; 260 ff.). Diese Identifizierung aus Angst finden wir aber auch später noch, unabhängig vom Ödipus-Komplex [...], so etwa als Abwehrmechanismus bei der angstmotivierten Identifizierung mit einem autoritär in die Persönlichkeit eingreifenden Erzieher [...] (vgl. A. Freud 1946, 125ff.).

Identifizierung aus Angst repräsentiert jedoch nur die eine Motivgruppe. Daneben steht eine mit ihren Motiven konträr ausgerichtete Gruppe: in einer Vielzahl von Fällen, deren Häufigkeit soweit ersichtlich umgekehrt proportional zu autoritären Erziehungsformen steht, introzipiert das Kind die Normen und Werte der Eltern [...] aus dem positiven angstfreien Antrieb heraus, in Übereinstimmung mit ihnen zu leben

[Seite 55]

(Roth 1957, 241; Zulliger 1960, 72; Hapke 1962, 115f.), um so zu sein wie sie (Zulliger 1960, 67), um all das zu können und zu dürfen, was diese tun (vgl. auch Caruso 1957, 321).

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 311 25. Übernahme der gesamten Seite von Hupperschwiller mitsamt acht Literaturreferenzen. Die Seitenangabe bei Roth wird von der Verfasserin fehlerhaft übertragen (der Aufsatz endet auf S. 248). Der Verweis auf Hupperschwiller in FN 4 bezieht sich nur auf einen (korrekt) als wörtliches Zitat gekennzeichneten Halbsatz.

Sichter
Bummelchen (Text), Hindemith (PlagKat), fiesh

[6.] Analyse:As/Fragment 322 10 - Diskussion
Bearbeitet: 7. May 2012, 09:27 (Hindemith)
Erstellt: 2. January 2012, 11:03 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Hupperschwiller 1970, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Bummelchen, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 322, Zeilen: 10-17
Quelle: Hupperschwiller 1970
Seite(n): 064, Zeilen: 09-13
Zusammenfassend kann man feststellen, daß in dem Maß, in dem im Jugendalter neben die heteronomen Normen selbstüberprüfte Normen treten, bzw. erstere nach kritischer persönlicher Überprüfung ersetzt oder aber gutgeheißen und als autonome Normen zur Grundlage des Entscheidens und Handelns werden, man von einem autonomen, bzw. personalen Gewissen sprechen kann und damit von einer geglückten Personalisation. In dem Maß, in dem neben die heteronomen Normen selbstüberprüfte Normen treten, erstere ersetzt bzw. [...] nach kritischer persönlicher Überprüfung gutgeheißen und damit nun als autonome Normen beibehalten werden, sprechen wir von einem autonomen Gewissen, einer geglückten Personalisation.
Anmerkungen

keine Quellenangabe

Sichter
Bummelchen (Text), fiesh, Hindemith

[7.] Analyse:As/Fragment 141 01 - Diskussion
Bearbeitet: 9. April 2012, 20:28 (Hindemith)
Erstellt: 6. January 2012, 20:50 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Oser 1976, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Bummelchen, Graf Isolan, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 141, Zeilen: 01-32, 101-102
Quelle: Oser 1976
Seite(n): 323, Zeilen: 05-32, 102
1. Der moralische Realismus entsteht aus dem Zusammentreffen des Zwangs der Eltern mit dem intellektuellen Egozentrismus des kindlichen Denkens. Dieser äußert sich in der Schwierigkeit, die Wahrheit zu sagen; das Kind verändert die Wahrheit aufgrund seiner Bedürfnisse. Das realistische Denken des Kindes hat zur Folge, daß es auf moralischem Gebiet weniger die verborgene Absicht, denn das äußerliche und sichtbare Element einer Handlung betont. Die Verdinglichung abstrakter Gesetzmäßigkeiten führt zudem zu einer einseitig materiellen Sichtweise.

2. Der Egozentrismus des Kindes und damit auch die objektive Verantwortung werden verstärkt durch eine betont autoritär ausgerichtete Erziehung. In ihr kann das Kind keine innere Beziehung zur Regel ausbilden, da sie immer als äußerer Zwang und darin meist unverständlich auftritt.

3. Aus der Erkenntnis, "daß die Wahrhaftigkeit für die Beziehungen gegenseitiger Sympathie und Achtung notwendig ist" [FN 1], erwirbt das Kind mit zunehmendem Alter ein autonomes Regelverhalten. "Wenn das Bewußtsein ein Ideal als notwendig erachtet, das von jedem äußeren Druck unabhängig ist" [FN 2], dann scheint nach Piaget eine moralische Autonomie erreicht zu sein.

4. Die subjektive Verantwortung ist das Ergebnis einer Erziehung, in der Regeln dem Kind nicht kategorisch aufgezwungen werden, sondern im Sinne von Zusammenarbeit und gegenseitiger Achtung erklärt werden. [FN 3]

Von diesen Untersuchungen her unterscheidet Piaget eine zweifache Moral, die er auf zwei Bildungsprozesse zurückführt: "Der erste dieser Prozesse ist der moralische Zwang des Erwachsenen, welcher zur Heteronomie und folglich zum moralischen Realismus führt. Der zweite ist [die Zusammenarbeit, welche zur Autonomie führt." [FN 1]]

[ [FN 4, Seite 140] vgl. zu den Geschichten: Piaget,Jean: a.a.O. S. 134/135.]

[FN 1] ebd. S. 222.

[FN 2] ebd. S. 222.

[ [FN 3] vgl. zum Vorangegangenen: Oser,Fritz: a.a.O. S. 323.

[FN 1, Seite 142] ebd. S. 220/221.]

[Seite 323]

‒ Der "Moralische Realismus" entstehe aus dem Zusammentreffen des Zwangs der Eltern mit dem intellektuellen Egozentrismus des kindlichen Denkens. Dieser Egozentrismus äussere sich in der Schwierigkeit, die Wahrheit zu sagen (Pseudolüge: das Kind verändert die Wahrheit aufgrund seiner Bedürfnisse). Da das Kind auf allen Gebieten sehr realistisch denke, sei es natürlich, dass es auch auf moralischem Gebiet mehr das äusserliche und sichtbare Element als die verborgene Absicht betone. Zudem neige es zur Verdinglichung abstrakter Gesetzmässigkeiten, also auch der moralischen Gesetze, woraus eine einseitig materielle Sichtweise resultiere.

‒ Eine betont zwangs- und autoritär-ausgerichtete Erziehung verstärke den Egozentrismus des Kindes und damit die objektive Verantwortung, da die Regel dem Kind so immer unverständlich und äusserlich bleiben müsse, d.h. es könne sich keine innere Beziehung zu ihr herausbilden.

‒ Mit dem zunehmenden Alter erwerbe sich das Kind ein autonomes Regelverhalten, das in der Entdeckung gründe, "dass die Wahrhaftigkeit für die Beziehungen gegenseitiger Sympathie und Achtung notwendig ist". Eine moralische Autonomie scheine dann erreicht zu sein, "wenn das Bewusstsein ein Ideal als notwendig erachtet, das von jedem äusseren Druck unabhängig ist".[FN 2]

‒ Die subjektive Verantwortung sei das direkte Ergebnis einer aufgeklärten Erziehung, die dem Kind die Regeln nicht in kategorischer Weise aufzwingen wolle, sondern sie im Sinne der Zusammenarbeit und gegenseitiger Achtung zu erklären [...] suche.

Es gibt also grundsätzlich eine zweifache Moral, welche nach Piaget auf zwei Bildungsprozesse zurückgeht [...]. "Der erste dieser Prozesse ist der moralische Zwang des Erwachsenen, welcher zur Heteronomie und folglich zum moralischen Realismus führt. Der zweite ist die Zusammenarbeit, welche zur Autonomie führt. [...]

[Seite 324]

[...]"[FN 1]

[ [FN 1] J. Piaget: a.a.O., S.134/135.]

[FN 2] ebd. S.222.

[ [FN 1] J. Piaget: a.a.O., S.283.]

Anmerkungen

Die Verfasserin verweist in [FN 3] zwar auf Oser, aber neben der Gliederung stammt auch der ‒ mit nur leichten Umformulierungen ‒ sukzessiv übernommene paraphrasierende Text mitsamt Piaget-Zitaten vollständig von diesem. Insbesondere wird auch nach dem Verweis noch weiter übernommen. Fortsetzung in Fragment 142 01.

Sichter
Bummelchen (Text) Graf Isolan Hindemith (PlagKat)

[8.] Analyse:As/Fragment 142 07 - Diskussion
Bearbeitet: 7. April 2012, 08:56 (Kybot)
Erstellt: 6. January 2012, 21:27 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Oser 1976, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Bummelchen, Graf Isolan, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 142, Zeilen: 7-10
Quelle: Oser 1976
Seite(n): 324, Zeilen: 1-4
Die Autonomie des Gewissens ist solange nicht erreicht, wie eine Regel besteht, die sich von aussen aufzwingt, ohne "notwendiges Ergebnis des Bewußtseins selbst" zu sein.

4.4. Untersuchungen zum Gerechtigkeitsbegriff

Solange noch eine Regel besteht, die sich von aussen aufzwingt ohne "notwendiges Ergebnis des Bewusstseins selbst", ist die Autonomie des Gewissens nicht erreicht.

<u>d) Untersuchungen zum Gerechtigkeitsbegriff</u>

Anmerkungen

keine Quellenangabe

Sichter
Bummelchen(Text) Graf Isolan fiesh

[9.] Analyse:As/Fragment 143 03 - Diskussion
Bearbeitet: 20. February 2013, 09:35 (Sotho Tal Ker)
Erstellt: 6. January 2012, 23:30 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Oser 1976, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Bummelchen, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 143, Zeilen: 03-20
Quelle: Oser 1976
Seite(n): 324, Zeilen: 07-22
Zur vergeltenden Gerechtigkeit lassen sich zwei Typen von Strafen unterscheiden:

‒ Bei auf Zwang beruhenden Beziehungen im Rahmen einer heteronomen Moral und reinen Pflicht entscheiden sich die Kinder für Sühne-Strafen. Zwischen dem Inhalt der Strafe und der bestraften Handlung selbst gibt es keine Beziehung. Die Sühne wird als moralisch notwendig und als pädagogisch nützliche Vorbeugungsmaßnahme gegen Rückfälle angesehen. Einfluß auf die Verteidigung der Sühne-Strafen nehmen dabei vor allem das individuelle Rachebedürfnis und die einseitige Achtung vor der Autorität der Erwachsenen.

‒ Auf Gegenseitigkeit beruhende Strafen entsprechen der Moral der Autonomie und Zusammenarbeit. Sie erscheinen insofern als begründet, als zwischen dem jeweiligen Schweregrad von Vergehen und Strafe eine inhaltliche Beziehung besteht. Solche Strafformen entstehen als Folge der Anerkennung der Gleichheits- und Gerechtigkeitsbeziehungen der Kinder untereinander.

Er unterscheidet zwischen zwei Typen von vergeltender Gerechtigkeit:

‒ Die Sühne-Strafen entsprächen den auf Zwang beruhenden Beziehungen, der Heteronomie-Moral und reinen Pflicht. Es bestehe keine Beziehung zwischen dem Inhalt der Strafe und der Natur der bestraften Handlung. Die Sühne wird als moralisch absolut notwendig und als pädagogisch nützliche Vorbeugungsmassnahme gegen Rückfälle angesehen. Der Begriff der Sühne ergebe sich aus der Verbindung zweier Einflüsse: dem individuellen Rachebedürfnis und der einseitigen Achtung vor der Autorität der Erwachsenen.

‒ Die auf Gegenseitigkeit beruhenden Strafen entsprächen der Moral der Autonomie und Zusammenarbeit. Sie erscheinen "begründet", d.h. es bestehe ausser dem Verhältnis zwischen dem jeweiligen Schweregrad von Vergehen und Strafe noch eine inhaltliche Beziehung. Diese Strafformen entständen als Folge des [...] Zurücktretens der einseitigen Achtung vor dem Erwachsenen zugunsten der Gleichheits- und Gegenseitigkeitsbeziehungen der Kinder untereinander.

Anmerkungen

keine Quellenangabe

Sichter
Bummelchen(Text) Hindemith fiesh

[10.] Analyse:As/Fragment 139 01 - Diskussion
Bearbeitet: 9. April 2012, 20:59 (Kybot)
Erstellt: 7. January 2012, 19:55 Graf Isolan
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Oser 1976, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Bummelchen, Hotznplotz, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 139, Zeilen: 01-05
Quelle: Oser 1976
Seite(n): 319, Zeilen: 35-38, 42-43
["Die Regel ist wie geheiligt, als ob eine göttliche Autorität dahinterstünde." [FN 1]] Das Regelbewußtsein des Kindes ist heteronom, es denkt in dieser Phase synkretisch und ist ganz auf sich bezogen.

3. Die rationale Regel, die von autonomem Regelbewußtsein zeugt.

[ [FN 1] Oser,Fritz: a.a.O. S. 319.]

[Die Regel ist wie geheiligt, als ob eine göttliche Autorität dahinterstünde.] Das Regelbewusstsein ist deshalb heteronom. Das Kind denkt synkretisch und ist [...] absolut auf sich bezogen.

- Die rationale Regel: [...] Das Regelbewusstsein ist autonom geworden.

Anmerkungen

Nach dem Zitat geht es ohne Kennzeichnung weiter wie im Originaltext.

Sichter
Bummelchen (Text) Hotznplotz fiesh

[11.] Analyse:As/Fragment 106 02 - Diskussion
Bearbeitet: 6. April 2012, 20:19 (Kybot)
Erstellt: 10. January 2012, 00:22 Graf Isolan
As, Fragment, Gesichtet, Oser 1976, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Hotznplotz, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 106, Zeilen: 02-07
Quelle: Oser 1976
Seite(n): 281; 282, Zeilen: 32-33; 01-05
Jung nennt diese Archetypen von jeher vorhandene "pattern of behavior". Er meint damit Motive, die in Mythen und Märchen, Träumen und Delirien mit besonders bildhaftem Gefühlston immer wieder erscheinen. Es sind schwer interpretierbare Zeichen, die die Herkunft und psychische Mächtigkeit des kollektiven Unbewußten manifestieren. Was aber bedeutet nun Archetypus in diesem Zusammenhang? Jung bezeichnet ihn als ein von jeher vorhandenes "pattern of behaviour" [...] [Seite 282] [...]. Es sind Motive gemeint, die in Mythen und Märchen, Träumen und Delirien mit besonders bildhaftem Gefühlston immer wieder aufscheinen. [...] Sie sind schwer interpretierbare Zeichen, welche die Herkunft und psychische Mächtigkeit des kollektiven Unbewussten manifestieren.
Anmerkungen

Die Verfasserin gibt hier keine Quelle an. Wenn man allerdings Oser (1976) kennt, weiß man auch, warum sie den ersten Satz derart eigentümlich formuliert.

Sichter
Hotznplotz fiesh

[12.] Analyse:As/Fragment 091 16 - Diskussion
Bearbeitet: 9. April 2012, 20:58 (Kybot)
Erstellt: 10. January 2012, 13:19 Hotznplotz
As, Baumhauer 1970, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Klicken, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 091, Zeilen: 15-30
Quelle: Baumhauer 1970
Seite(n): 078; 079, Zeilen: 39-40; 01-02, 23-36
Die Gemeinschaft kommt nach Adler dem, was man eine absolute Wahrheit nennt am nächsten. Sie ist der Maßstab, an dem der einzelne sich messen lassen muß. "Ein Idealbild, nach dem wir den Einzelnen messen, kommt nur unter Berücksichtigung seines Wertes, seines Nutzens für die Allgemeinheit zustande. Womit wir den einzelnen vergleichen, ist das Idealbild eines Gemeinschaftsmenschen ... eines Menschen, der das Gemeinschaftsgefühl so weit in sich entwickelt hat, daß er ... die Spielregeln der menschlichen Gemeinschaft befolgt" [FN 3].

So steht der Mensch immer schon in einem Spannungsverhältnis zwischen Minderwertigkeits- und Gemeinschaftsgefühl: das Gefühl der Schwäche und Minderwertigkeit läßt ihn auf die Gemeinschaft angewiesen sein; gleichzeitig treibt es ihn aber auch durch das entstehende Überlegenheitsstreben wieder aus der Gemeinschaft heraus.

[ [FN 1] Adler,Alfred: Menschenkenntnis. S. 21.

[...]

[FN 3] Adler,Alfred: a.a.O. S. 23/24.]

"Es gibt keine absolute Wahrheit, was aber einer solchen noch am nächsten kommt, ist die Gemeinschaft." [Seite 79] Die Gemeinschaft ist also der Maßstab, mit dem — nach Adler — sich der einzelne messen lassen muß: "[...] Ein Idealbild, nach dem wir den einzelnen messen, kommt nur unter Berücksichtigung seines Wertes, seines Nutzens für die Allgemeinheit zustande. Womit wir den einzelnen vergleichen, ist das Idealbild eines Gemeinschaftsmenschen, [...] eines Menschen, der das Gemeinschaftsgefühl so weit in sich entwickelt hat, daß er ... 'die Spielregeln der menschlichen Gesellschaft befolgt'."

So steht der Mensch von Anfang an im Spannungsverhältnis zwischen Minderwertigkeitsgefühl und Gemeinschaftsgefühl: das Minderwertigkeitsgefühl, das den Menschen zur Gemeinschaft zwingt, treibt ihn zugleich aus der Gemeinschaft hinaus, indem es ihn zum Verlangen nach Überlegenheit reizt.

Anmerkungen

Die Verf. ergänzt lediglich die Seitenzahl bei dem Zitat. Auf S. 78 oben gibt Baumhauer an, dass er im Folgenden aus Adlers "Menschenkenntnis" zitiert. Nach dem durch Anführungszeichen gekennzeichneten Zitat folgen umformuliert die gleichen Ausführungen, wie in der Quelle.

Sichter
Klicken (PlagKat) Hindemith

[13.] Analyse:As/Fragment 165 08 - Diskussion
Bearbeitet: 6. April 2012, 20:20 (Kybot)
Erstellt: 13. January 2012, 00:05 Graf Isolan
As, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Schwartländer 1968, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Bummelchen, Hotznplotz, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 165, Zeilen: 08-12
Quelle: Schwartländer 1968
Seite(n): 122, Zeilen: 04-08
Die natürliche Lebenserfahrung führt an Grenzen, die deutlich machen, daß die eigentliche Bestimmung des Menschen nicht in seinem natürlichen Dasein und dessen Zielen liegen kann. Die überall sich meldende Frage: Was soll ich tun? gründet in der Würde des Menschen. Die nur natürliche Lebenserfahrung führt an Grenzen, die deutlich machen, daß die eigentliche Bestimmung des Menschen nicht in seinem natürlichen Dasein und dessen Zielsetzungen allein liegen kann. Die sich in allem natürlichen Verhalten meldende Frage: was soll ich tun? gründet in einem tieferen Wesen des Menschen.
Anmerkungen

keine Kennzeichnung als Zitat – kein Hinweis auf die Quelle

Sichter
Hotznplotz Hindemith

[14.] Analyse:As/Fragment 115 18 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 17:38 (Hotznplotz)
Erstellt: 14. January 2012, 19:41 Bummelchen
As, Fragment, Gesichtet, Nowak 1978, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Bummelchen, Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 08-23, 105-108
Quelle: Nowak 1978
Seite(n): 051; 069; 070, Zeilen: 39-42; 33-37, 103; 12-13, 16-21
Ihr Ziel ist es, das Über-Ich zu überwinden und zur Selbstbestimmung zu finden. Der existenzielle Drang des Menschen zu Freiheit und Selbstbestimmung zu kommen und über das eigene Leben und seine Gestaltung bestimmen zu können, entspricht einer Stufe zum personalen Gewissen. "Eine normale, gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist dadurch gekennzeichnet, daß allmählich an die Stelle des in der Kindheit anerzogenen Über-Ichs das tritt, was wir mit Caruso als "personales Gewissen" bezeichnen. [FN 2]

Dieses personale Gewissen ist nicht statisch, sondern dynamisch in der Weise, als es ermöglicht, gegebene Möglichkeiten zu prüfen, sich auseinanderzusetzen, ohne Zwang und Ängstlichkeit Verantwortung auf sich zu nehmen, "denn Moral im Werden ist doppeldeutig, ambivalent; verwirklichte Moral ist höchste Ordnung in Freiheit." [FN 3]

[ [FN 2] Nowak,Antoni J.: a.a.O. S. 51.]

[FN 3] Caruso,Igor A.: Schema,Gewissen und Neurose. In: Frankl,Viktor u.a. (Hrsg.): Handbuch der Neurosen­lehre und Psychotherapie. München 1959. Band II. S. 727-732. hier: S. 730.

[Seite 70, Z. 12-13]

In der Entwicklungsphase der Jugend versucht der Mensch das Über-Ich zu überwinden, seine Selbstbestimmung zu finden.

[Seite 70, Z. 16-21]

Es ist doch ein existentieller Wunsch des Menschen, frei zu sein [...] und [...] über das eigene Leben und seine Gestaltung bestimmen zu können. Dast [sic] ist der existentielle Drang zur Selbstbestimmung, die zugleich eine Stufe zum personalen Gewissen darstellt.

[Seite 51, Z. 39-42]

Eine normale, gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist dadurch gekennzeichnet, daß allmählich an die Stelle des in der Kindheit anerzogenen Über-Ichs das tritt, was wir mit Caruso als "personales Gewissen" bezeichnen.

[Seite 69, Z. 33-37]

Das personale Gewissen ist nicht starr, es ist elastisch im Sinne einer gegebenen Möglichkeit, zu prüfen, sich auseinanderzusetzen, hat nichts mit einem Zwang zu tun, ist nicht ängstlich, ist reif geworden, die Ver­antwortung auf sich zu nehmen, denn "Moral im Werden ist doppeldeu­tig, ambivalent, verwirklichte Moral ist höchste Ordnung in Freiheit"[FN 55].

[Seite 69, Z. 103]

[ [FN 53] I. A. Caruso, Schema Gewissen und Neurose, a. a. O., S. 727.
[...]]
[FN 55] A. a. O., S. 730.

Anmerkungen

Die Verfasserin übernimmt vor dem Zitat auf S. 51 ebenfalls von S. 70 und danach von S. 69 – mitsamt einer Referenz auf Caruso – von Nowak, ohne dies kenntlich zu machen. Die dem wörtlichen Caruso-Zitat vorangehende Einleitung kommt bei diesem selbst nicht vor, was die Übernahme manifest macht. Außerdem findet sich das "denn" am Anfang des Caruso-Zitats nur bei Nowak (dort allerdings nicht als Teil des Zitats), nicht aber bei Caruso selbst.

Sichter
Hindemith, fiesh

[15.] Analyse:As/Fragment 116 02 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 17:43 (Hotznplotz)
Erstellt: 14. January 2012, 19:53 Bummelchen
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Nowak 1978, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Bummelchen, Hotznplotz, Graf Isolan, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 02-11, 101-105
Quelle: Nowak 1978
Seite(n): 12, Zeilen: 09-13, 14-17, 103-105
Der Name "Tiefenpsychologie" wurde von Freud geschaffen [FN 1], um den Unterschied zwischen der damals herrschenden akademischen Bewußtseinspsychologie und seiner Psychologie herauszustellen. Während Freud diesen Begriff als Synonym für "Psychoanalyse" benutzt, wird im allgemeinen Sprach­gebrauch – ausgehend von der Begriffsverwendung der Bewußtseinspsychologen – unter "Tiefenpsychologie" das Gesamt aller psychologischen Schulen inklusive der Psycho­analyse verstanden, die mit dem Begriff des Unbewußten [FN 2] operieren.

[FN 1] vgl. dazu: Freud,Sigmund: Das Interesse an der Psycho­analyse. G.W. VIII. S. 398: "Man darf es wohl aussprechen, daß das psychoanalytische Studium der Träume den ersten Einblick in eine bisher nicht geahnte Tiefenpsycholo­gie eröffnet hat."

[ [FN 2] Den Unterschied zwischen Psychoanalyse und Tiefenpsycho­logie beschreibt Nowak wie folgt: Mit Psychoanalyse sei "in erster Linie eine Methode der seelischen Heilbe­handlung dargestellt, eine Analyse der Tiefenseele nach verdrängten unbewußten Inhalten, die das bewußte Denken und Handeln stören. ... Das Wort 'Tiefenpsychologie' unterstreicht mehr den allgemein theoretischen und systematischen Aspekt der Disziplin" (Nowak,Antoni J.: a.a.O. S. 14).]

Der Name "Tiefenpsychologie" wurde zuerst von Freud geschaffen[FN 3], um den Unterschied zwischen seiner Psychologie und der herrschenden akademischen Bewußtseinspsychologie zu begründen. Er gebrauchte das Wort strikt als Synonym von "Psychoanalyse"[FN 4].

Im Sprachgebrauch der Bewußtseinspsychologen [...] be­deutet das Wort "Tiefenpsychologie" das Gesamt aller psychologischen Schulen, inklusive der Psychoanalyse, die mit dem Begriff des Unbe­wußten operiert.

[FN 3] "Man darf es wohl aussprechen, daß das psychoanalytische Studium der Träume den ersten Einblick in eine bisher nicht geahnte Tiefenpsychologie eröffnet hat", S. Freud, Das Interesse an der Psychoanalyse, G. W. VIII, S. 398.

Anmerkungen

Die Verfasserin verweist für ein Zitat in [FN 2] auf S. 14 bei Nowak, übernimmt aber ebenfalls Text (inklusive eines Freud-Zitats) von S. 12 von diesem, ohne dies kenntlich zu machen.

Sichter
Hotznplotz, Graf Isolan, Hindemith (PlagKat)

[16.] Analyse:As/Fragment 092 07 - Diskussion
Bearbeitet: 7. April 2012, 08:55 (Kybot)
Erstellt: 15. January 2012, 14:51 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Nowak 1978, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, 213.102.93.254, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 092, Zeilen: 07-13, 101-108
Quelle: Nowak 1978
Seite(n): 031; 032, Zeilen: 30-33; 01-10, 101
Bestimmend für die Genese eines Menschen sind nach Adler nicht Erbanalgen [sic], sondern Milieufaktoren. Aus den Erfahrungen persönlicher Erlebnisse nimmt das Geltungsstreben eine persönliche Fassung an, die als individueller Lebensstil bezeichnet wird. Er umfaßt neben dem Lebensziel auch die Meinung des Individuums über sich und die Welt und seinen persönlichen Weg, in seiner besonderen Situation zu seinem Ziel zu streben. [FN 1]

[FN 1] "Der Lebensstil wird verschiedentlich gleichgesetzt mit dem Ich, der einem Menschen eigenen Persönlichkeit, der Einheit der Persönlichkeit, der individuellen Form der schöpferischen Aktivität, der Methode, Problemen ins Auge zu sehen, der Meinung von sich selbst und den Lebensproblemen, der ganzen Einstellung zum Leben und anderen" (Ansbacher,Heinz L. (Hrsg.): Alfred Adlers Individualpsychologie. München 1972. S.175)

Die wichtigsten Faktoren, die die Geschichte eines Menschen realisieren, liegen nicht in der Erbanlage, sondern sind die Milieufaktoren [...]. Im Rahmen der persönlichen Erlebnisse nimmt das Geltungsstreben eine strenge persönliche Fassung an. [Seite 32] Sie besteht im individuellen [...] Lebensstil. Der Lebensstil umfaßt außer dem Ziel auch die Meinung des Individuums von sich und der Welt, wie auch seinen einzigartigen Weg, in seiner besonderen Situation nach seinem Ziel zu streben. [...] "Der Lebensstil wird verschiedentlich gleichgesetzt mit dem Ich, der einem Menschen eigenen Persönlichkeit, der Einheit der Persönlichkeit, der individuellen Form der schöpferischen Aktivität, der Methode, Problemen ins Auge zu sehen, der Meinung von sich selbst und den Lebensproblemen, der ganzen Einstellung zum Leben, und anderen"[FN 52].

[FN 52] H. L. u. R. R. Ansbacher, Alfred Adlers Individualpsychologie, München 1972, S. 175.

Anmerkungen

Bei Ansbacher finden sich hinter den Elementen der Aufzählung noch Literaturreferenzen in Klammern (sodass es bei ihm z.B. heißt: der einem Menschen eigenen Persönlichkeit (1931a, S. 200)), die sowohl bei Nowak als auch bei der Verfasserin ohne Kenntlichmachung ausgelassen werden. Der vor [FN 1] stehende Fließtext findet sich zudem bei Ansbacher in keiner Weise.

Sichter
Hindemith fiesh

[17.] Analyse:As/Fragment 308 19 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:28 (Hotznplotz)
Erstellt: 15. January 2012, 15:40 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Nowak 1978, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 308, Zeilen: 18-26
Quelle: Nowak 1978
Seite(n): 057, Zeilen: 08-18
Die Mutter wird so zur ersten "personal-ethischen Norm" für das Kind. In seiner physiologisch bedingten Schwäche empfindet es die Mutter als das schlechthin Gute. Es wird innerlich unsicher, wenn es etwas tut, womit es eine Störung der Harmonie hervorruft.

Griesl spricht von einem vormoralischen Prinzip, an das sich das Kind unbewußt hält. Danach ist böse das, was die Mutter dem Kind abgeneigt erscheinen läßt, gut ist, was sie zugeneigt werden läßt.

In seiner physiologisch bedingten Schwäche empfindet das kleine Kind die Mutter in seiner Phantasie als die beste. [...] Die Mutter ist hier schlechthin die erste "personal-ethische" Norm. Tut das Kind nun irgendetwas, mit dem es eine Störung der Har­monie mit der Mutter verbindet, so wird es dabei innerlich unsicher. [...] G. Griesl spricht hier von einem vormoralischen Prinzip, an das sich das Kind unbewußt hält: "Böse ist, was die Mutter böse (= feindlich) macht; gut ist, was sie gütig (= ge­neigt) macht"[FN 20].

[ [FN 20] G. Griesl, Gewissen, Ursprung — Entfaltung — Bildung, Augsburg 1970, S. 85.]

Anmerkungen

keine Quellenangabe – trotz Übernahme des Gedankens und einiger Formulierungen

Sichter
Hotznplotz, Hindemith

[18.] Analyse:As/Fragment 113 10 - Diskussion
Bearbeitet: 7. April 2012, 08:55 (Kybot)
Erstellt: 15. January 2012, 15:48 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Nowak 1978, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 113, Zeilen: 09-30, 102-109
Quelle: Nowak 1978
Seite(n): 047; 048, Zeilen: 19-20, 119-120; 03-19, 101-104
Entwicklung meint, "durch Widerspruch und unzählige Versuche überzugehen zu höheren, differenzierteren Formen."[FN 2] Der ontogenetische Prozeß der Personalisation zielt darauf, daß die Person im Laufe ihrer Entwicklung weniger determiniert und weniger heteronom wird. Man muß den Menschen auf jeder Stufe der Entwicklung als Person verstehen, gleichzeitig besteht aber die Aufgabe des Menschen darin, immer mehr Person zu werden, denn "die Person ist nicht die Summe eines abstrakten Individuums und einer ebenso abstrakten statischen Umwelt, sondern die Person ist ein sich wahrscheinlich quantenhaft ausdehnendes einheitliches Wirkfeld." [FN 3]

Caruso bezeichnet die Person schließlich als "ein inkommunikables Gestaltungsprinzip, das sowohl ein Optimum an Individuation innerhalb der Spezies als auch an Beziehungen zum Du, zu sich selbst, zur Welt darstellt." [FN 4] Ein stets Bewußtwerden der Entfremdung von Natur und Welt bildet den Weg der Befreiung, der Personalisation.

Insofern ist dieser Prozeß ein dialektischer: "Die Person steht im Brennpunkt dieser zwei Polarisierungen, die Gleichgewicht suchen, indem sie sich widersprechen und dadurch die Dialektik der Personalisation ermöglichen." [FN 5]

[FN 2] Caruso,Igor A.: Der Vorstoß ins Weltall als psycholo­gisches Problem. In: Der Psychologe. 11 (1960). Heft 12. S. 466.

[FN 3] ders.: Person und Symbol. In: Jahrbuch für Psychologie und Psychotherapie. 2/3 (1955). S. 124.

[FN 4] ders.(und Mitarbeiter): Bios,Psyche und Person. S. 420.

[FN 5] ders.: Soziale Aspekte der Psychoanalyse. Stuttgart 1962. S. 56.

Die Entwicklung bedeutet "durch Widerspruch und unzäh­lige Versuche überzugehen zu höheren, differenzierteren Formen"[FN 129]. [...] [Seite 48] [...]

Der ontogenetische Prozeß beruht darauf, daß die Person mit der Zeit weniger determiniert und weniger heteronom ist. Den Menschen muß man auf jeder Stufe der Evo­lution als Person verstehen, aber seine Aufgabe ist, immer mehr Person zu werden, denn "die Person ist nicht die Summe eines abstrakten Indi­viduums und einer ebenso abstrakten statischen Umwelt, sondern die Person ist ein sich wahrscheinlich quantenhaft ausdehnendes einheitliches Wirkfeld"[FN 131]. Schließlich bezeichnet Caruso die Person als "ein inkommunikables Gestaltungsprinzip, das sowohl ein Optimum an Individuation innerhalb der Spezies als auch an Beziehungen zum Du, zu sich selbst, zur Welt darstellt"[FN 132]. Der Mensch [...] ist von der Natur und von der Welt [...] ent­fremdet; er hat ein stetes Bewußtwerden der Entfremdung, die zugleich ein Weg der Befreiung, der Personalisation, ist. "Die Person steht im Brennpunkt dieser zwei Polarisierungen, die Gleichgewicht suchen, indem sie sich widersprechen und dadurch die Dialektik der Personalisation ermöglichen"[FN 133].

[FN 129] I. A. Caruso, Der Vorstoß ins Weltall als psychologisches Problem, in: "Der Psycho­loge" 12, 11 (1960), S. 466. [...]

[FN 131] I. A. Caruso, Person und Symbol, in: "Jahrbuch für Psychologie und Psychothera­pie", 2/3 (1955), S. 124.

[FN 132] I. A. Caruso, Bios, Psyche, Person. S. 420.

[FN 133] I. A. Caruso, Soziale Aspekte der Psychoanalyse, S. 56. [...]

Anmerkungen

Die Verfasserin übernimmt gut zwei Drittel der Seite mitsamt vier Literaturreferenzen.

Sichter
Hotznplotz Hindemith

[19.] Analyse:As/Fragment 107 08 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 17:32 (Hotznplotz)
Erstellt: 16. January 2012, 07:57 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Nowak 1978, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 107, Zeilen: 07-15
Quelle: Nowak 1978
Seite(n): 039, Zeilen: 17-23
Von daher unterscheidet Jung das moralische vom ethischen Gewissen. Während im moralischen Gewissen Forderungen des Sittenkodex' zum Ausdruck kommen, er somit dem Freudschen Über-Ich enspricht, bezeichnet das ethische Gewissen eine unmittelbare Funktion des Selbst. Darin wird der Mensch gegenüber archetypischen Konstellationen aufgefordert, aus freier Entscheidung Stellung zu nehmen und so seine Individuation zu vollziehen, bzw. seiner unvertretbaren Bestimmung zu entsprechen. Jung unterscheidet zwischen einer "moralischen" und "ethischen" Form des Gewissens. Erstere entspricht dem Freudschen Über-Ich, es ist ein "moralischer" Gewissensspruch. Die "ethische" Form des Gewissens ist eine unmittelbare Funktion des Selbst, das den Menschen gegenüber bestimmten archetypischen Konstellationen auffordert, aus freier Entscheidung Stellung zu nehmen und so seine Individuation zu vollziehen, seiner unvertretbaren Bestimmung zu entsprechen[FN 88].

[ [FN 88] Vgl. R. Bock, Individuation als Integration des Bösen (Eine Untersuchung in der Sicht der Grundhypothesen von C. G. Jungs Komplexer Psychologie), Dissertation Salzburg 1970, S. 123—124 (hektographiert).]

Anmerkungen

Keine Quellenangabe – trotzdem werden Inhalt und einige Formulierungen übernommen.

Sichter
Hindemith, fiesh

[20.] Analyse:As/Fragment 215 09 - Diskussion
Bearbeitet: 9. April 2012, 16:45 (Hotznplotz)
Erstellt: 20. January 2012, 14:31 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Böckle 1977b, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 215, Zeilen: 09-27
Quelle: Böckle 1977b
Seite(n): 067; 068, Zeilen: 30-32; 01-05, 08-17
Ein Blick auf die Heilige Schrift zeigt, daß im Alten Testament und in den Evangelien -obgleich dort kein terminus technicus dafür vorhanden ist- häufig Gewissenserlebnisse dargestellt werden: das schlechte Gewissen der Stammeltern nach dem Sündenfall (Gen 3,7ff), Kains böses Gewissen (Gen 4,13), Beltschazzar gewahrt die schreibende Hand (Dan 5,6), der Prophet Nathan weckt das Gewissen Davids (2 Sam 12), die Verzweiflung des Verräters (Mt 27,3), die Verleugnung des Petrus (Mk 14,66ff).

In den Briefen des Apostels Paulus wird der stoische Begriff Syneidesis mehrfach verwendet. Das damit gemeinte Gewissen bindet die Heiden an das Gesetz Gottes, indem es sie anklagt, wenn sie gegen die Vernunft handeln (Röm 2,14). Für den Gläubigen bedeutet nach dem Gewissen zu handeln, dem Glauben gemäß zu handeln (Röm 14,23). Der Glaube erleuchtet das Gewissen, und das gute Gewissen schützt den Glauben (1 Tim 3,9). Schließlich erscheint bei 2 Kor 1,12 und 1 Tim 1,5 das vollkommene Gewissen als das vom Glauben erleuchtete und von der Liebe beseelte Gewissen. [FN 1]

[ [FN 1] vgl. dazu:
Böckle,Franz: Grundbegriffe der Moral. Aschaffenburg 81977. S. 68.
Stelzenberger,Johannes: Lehrbuch der Moraltheologie. Paderborn 1953. S. 90f.]

Wenn wir zunächst die Hl. Schrift über das Gewissen befragen, so finden wir im Alten Testament und in den Evangelien zwar keinen eigenen Ausdruck dafür, Gewissenserlebnisse aber werden häufig dar- [Seite 68] gestellt: das schlechte Gewissen der Stammeltern nach dem Sündenfall (Gen 3,7 ff); Kains böses Gewissen (Gen 4,10); Beltschazzar gewahrt die schreibende Hand (Dan 5,6); Nathan und David (2 Sam 12); Verzweiflung des Verräters (Mt 27,3); Verleugnung des Petrus (Mk 14,66ff). [...]

In den Apostelbriefen [...] erscheint der stoische Fachausdruck "Syneidesis". Das Gewissen ist der Lehrmeister der Heiden, indem es sie an Gottes Gesetz bindet, wie es in der Schöpfung sichtbar wird, indem es sie anklagt, wenn sie gegen die Vernunft handeln (Röm 2,14). Für den Gläubigen aber heißt nach dem Gewissen gleich viel wie aus dem Glauben handeln (Röm 14,23). Der Glaube erleuchtet das Gewissen, und das gute Gewissen schützt den Glauben (1 Tim 3,9). Das vollkommene Gewissen ist das vom Glauben erleuchtete und von der Liebe beseelte Gewissen (2 Kor 1,12; 1 Tim 1,5).

Anmerkungen

Die Verfasserin verweist in [FN 1] lediglich zum Vergleich auf Böckle (1977) und Stelzenberger (1953). Tatsächlich übernimmt sie aber den gesamten Text sukzessive von Ersterem, ohne dass ein substanzieller eigener Beitrag erkennbar wäre; allein die nicht ganz präzise Quellenangabe Gen 4,10 wird korrigiert. Teilweise sind die Übernahmen auch wörtlich. Der einleitende Satz beginnt zudem bei Böckle (1977) bereits auf S. 67, sodass dieser auch durch dessen spätere Referenzierung nicht abgedeckt würde.

Sichter
Hindemith fiesh

[21.] Analyse:As/Fragment 296 32 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:23 (Hotznplotz)
Erstellt: 20. January 2012, 17:21 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Stachel Mieth 1978, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, PlagProf:-), Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 296, Zeilen: 31-33
Quelle: Stachel Mieth 1978
Seite(n): 200, Zeilen: 14-15
Johannes Schwartländer nennt fünf Grundbereiche, auf die sich die erklärten Menschenrechte zurückbinden lassen: J. Schwartländer nennt fünf Grundbereiche, auf die sich die erklärten Menschenrechte zurückbinden lassen [...]:
Anmerkungen

zu bewerten in Zusammenhang mit der Fortsetzung in Fragment 297 01 (siehe Anm. dort)

Sichter
PlagProf:-), Hindemith

[22.] Analyse:As/Fragment 297 01 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:26 (Hotznplotz)
Erstellt: 20. January 2012, 17:40 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Stachel Mieth 1978, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, PlagProf:-), Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 297, Zeilen: 01-16, 101-105
Quelle: Stachel Mieth 1978
Seite(n): 199; 200, Zeilen: 106-108; 16-26, 102
- den Bereich der Lebenserhaltung, eingeschlossen das Grundverhältnis des Menschen zur Natur, in den Rechten auf Leben, Selbstverwirklichung, eigene Arbeit, soziale Sicherheit, Erholung u.s.w.;

- den Bereich der Kultur und Zivilisation in den Rechten auf Bildung, Hygiene, Lebensqualität, soziale Anerkennung, eigene Sprache u.s.w.;
- den Bereich der eigentlich politischen Menschenrechte in den Rechten auf freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Diskriminierungsverbot u.s.w.;
- den Bereich der personalen Lebensgemeinschaften Ehe und Familie im Elternrecht, Kindesrecht, Altersrecht, Krankenrecht;
- schließlich den Bereich des Glaubens und der Weltanschauung in den Rechten auf Glaubensfreiheit, Bekenntnisfreiheit, Religionsausübung und religiöser Unterweisung. [FN 1]

[FN 1] Schwartländer,Johannes: Die Menschenrechte und die Notwendigkeit einer praktischen Weltorientierung. In: Kohlenberger,H./Lütterfels,W. (Hrsg.): Von der Notwendigkeit der Philosophie in der Gegenwart. München 1976. S. 166-189. S. 182ff.

[Seite 200, Z. 16-26]

den Bereich der Lebenserhaltung, eingeschlossen das Grundverhältnis des Menschen zur Natur, z.B.: Recht auf Leben, Selbstverwirklichung, eigene Arbeit, soziale Sicherheit, Erholung usw.; den Bereich der Kultur und Zivilisation, z. B. Recht auf Bildung, Hygiene, Lebensqualität, soziale Anerkennung, eigene Sprache usw.; den Bereich der eigentlich politischen Mitwirkungsrechte, z.B. freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Diskriminierungsverbot usw.; den Bereich der personalen Lebensgemeinschaften: vor allem Ehe und Familie,z.B. Elternrecht, Kindesrecht, Altersrecht, Krankenrecht usw.; den Bereich des Glaubens und der Weltanschauung, z. B. das Recht auf Glaubensfreiheit, Bekenntnisfreiheit, Religionsausübung, religiöse Unterweisung usw..[FN 23]

[Seite 199, Z. 106-108]

[FN 21] J. Schwartländer, Die Menschenrechte und die Notwendigkeit einer praktischen Weltorientierung, in: Von der Notwendigkeit der Philosophie in der Gegenwart (Festschrift K. Ulmer), hg.v. H. Kohlenberger und W. Lütterfelds, München 1976, 166-189 [...]

[Seite 200, Z. 102]

[FN 23] Vgl. a.a.O. 182ff.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 296 32. Die Begriffe Selbstverwirklichung, Hygiene, Lebensqualität, Elternrecht, Kindesrecht, Altersrecht und Krankenrecht kommen nur bei Stachel/Mieth vor, nicht jedoch bei Schwartländer auf S. 182 ff.

Sichter
PlagProf:-), Hindemith

[23.] Analyse:As/Fragment 252 120 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:11 (Hotznplotz)
Erstellt: 21. January 2012, 17:21 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Böckle 1977a, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 252, Zeilen: 120-123
Quelle: Böckle 1977a
Seite(n): 329, Zeilen: 15-18
Nach der übereinstimmenden Auffassung beider vatikanischer Konzilien bezieht sich die spezifische Lehrkompetenz der Kirche im Bereich der Moral auf die Anwendung des Glaubens auf das sittliche Leben. Nach der übereinstimmenden Lehre beider vatikanischen Konzilien[FN 19] bezieht sich die spezifische Lehrkompetenz der Kirche im Bereich der Moral auf die Anwendung des Glaubens auf das sittliche Leben.
Anmerkungen

Im nächsten Satz folgt ein wörtliches Zitat aus Böckle, S. 329, das korrekt referenziert wird. Hier hätten die 21 aufeinanderfolgenden übernommenen Wörter jedoch ebenfalls kenntlich gemacht werden müssen; dem Leser ist nicht ersichtlich, dass dieser Satz nicht von der Verfasserin stammt.

Sichter
Hindemith, fiesh

[24.] Analyse:As/Fragment 241 13 - Diskussion
Bearbeitet: 7. April 2012, 08:57 (Kybot)
Erstellt: 28. January 2012, 21:34 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Korff 1979, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 241, Zeilen: 13-20, 104-106
Quelle: Korff 1979
Seite(n): 019; 098, Zeilen: 09-18; 34-35
Die Bedingtheit jeglicher Güter wiederum hat zur Folge, daß sie sich unter bestimmten Umständen einander ausschließen und dann in einer konkreten Situation dem jeweils ethisch geboteneren die Verwirklichungspriorität zu geben ist, entsprechend der allgemeinen Vorzugsregel: "Vor zwei miteinander konkurrierende, einander ausschließende Werte gestellt, hat der Mensch zu prüfen, welcher von beiden den Vorzug verdient und den handelnd zu verwirklichen." [FN 3]

[FN 3] Schüller,Bruno: Zur Problematik allgemein verbindlicher ethischer Grundsätze. In: Theologie und Philosophie. 45 (1970). S. 1-23. hier: S. 4.

[Seite 19, Z. 9-18]

Gerade weil nun aber diese "bona" [...] bedingte Güter sind, kommt es immer wieder dazu, daß sie unter bestimmten gegebenen Umständen einander ausschließen, so daß sie sich nicht gleichzeitig verwirklichen lassen. Die Lösung liegt dann darin, daß dem unter diesen Umständen jeweils ethisch geboteneren der Vorzug zu geben und Handlungspriorität einzuräumen ist: "Vor zwei miteinander konkurrierende, einander ausschließende Werte gestellt, hat der Mensch zu prüfen, welcher von beiden den Vorzug verdient und den handelnd zu verwirklichen."[EN 7]

[Seite 98, Z. 34-35]

[EN 7] B.Schüller, Zur Problematik allgemein verbindlicher ethischer Grundsätze, in: Theologie und Philosophie 45 (1970) 1-23, 4

Anmerkungen

Übernahme mitsamt Zitat und Quellenreferenz. Hervorzuheben ist hierbei, dass sich das Zitat bei Schüller nicht auf S. 4, sondern auf S. 3 findet.

Sichter
Hindemith fiesh

[25.] Analyse:As/Fragment 217 18 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:04 (Hotznplotz)
Erstellt: 1. February 2012, 20:48 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mokrosch 1979, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 217, Zeilen: 18-28
Quelle: Mokrosch 1979
Seite(n): 016; 017, Zeilen: 40-43; 01-14
Die IV. Lateransynode von 1215 demonstriert die kirchliche Gewissensautorität, indem sie genaue Beichtregeln; alphabetisch geordnete Gewissenslexika, umfangreiche Fegfeuerstrafregister und Eheprüfungsspiegel erläßt als Auflagen zur jährlichen Beichtpflicht, zum regelmäßigen Ablaß und zur kirchlichen Eheschließung. In den seit 1232 von der Kurie vorgenommenen inquisitorischen Maßnahmen gegen Gewissenabtrünnige beansprucht die katholische Kirche einerseits das Weisungsmonopol auf Wahrheit und gesteht den Gläubigen andererseits ein unfehlbares Gewissen zu, an das sie mit einer Fülle von Maßnahmen zur Gewissensselbstprüfung und Gewissenspflege appelliert. Die IV. Lateransynode von 1215 demonstrierte ihre Macht mit ihren Auflagen zur jährlichen Beichtpflicht, zum regelmäßigen Ablaß und zur kirchlichen Eheschließung nach genauesten Beichtregeln, alphabetisch ge- [Seite 16] ordneten Gewissenslexika, umfangreichen Fegfeuerstrafregistern und Eheprüfungsspiegeln. Den überall aufkeimenden asketischen Sektenbewegungen [...] begegnete die Kurie ab 1232 mit der Inquisition. [...] In allen Fällen reagierte die Kirche auf die Gewissensabtrünnigen mit einer Art Doppelstrategie: Einerseits beanspruchte sie das Gewissensmonopol auf Wahrheit. Andererseits gestand sie jedem Gläubigen ein unfehlbares Gewissen zu, an das sie mit einem reichhaltigen Angebot an Gewissensselbstprüfung und Gewissenspflege appellieren konnte.[EN 9]
Anmerkungen

Die Verfasserin verweist vor dem Fragment und auf der folgenden Seite jeweils für wörtliche Zitate auf Mokrosch, aber dass diese Passage ebenfalls sinngemäß übernommen wird, wird nicht kenntlich gemacht.

Sichter
Hindemith, fiesh

[26.] Analyse:As/Fragment 216 05 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:01 (Hotznplotz)
Erstellt: 2. February 2012, 10:09 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mokrosch 1979, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 216, Zeilen: 05-23
Quelle: Mokrosch 1979
Seite(n): 015, Zeilen: 01-27
Für diese Unterscheidung sind zwei Wendepunkte im mittelalterlichen Gewissensverständnis entscheidend: die vor der offiziellen Ketzerverfolgung von P.Abälard verfaßte Gewissenskonzeption und das nach dem Auftrag der Ketzerinquisition konzipierte Gewissensverständnis Alexander von Hales.

Die erste Wende bahnt sich in der Frühscholastik, d.h. im späten 11. und 12. Jahrhundert an. Während die Theologen seit der Karolingerzeit das Gewissen als objektive, gesetzgebende Normeninstanz verstanden hatten und es in der Konsequenz zur Erstellung von Bußbüchern und Beichtspiegeln kam, interpretiert der Pariser Frühscholastiker P. Abälard (1079-1142) das Gewissen als subjektive Gesinnung und persönliche Überzeugung. Er nimmt an, daß das "natürliche Gesetz", worunter er das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe versteht, als objektives, allgemeinverpflichtendes im Gewissen eines jeden Menschen individuell spreche. Damit verlagert er die objektiven Normen und Gesetze, die bisher außerhalb des Menschen von einem überindividuellen Gewissen diktiert worden waren, in das individuelle Gewissen jedes Menschen.

Zwei Wendepunkte im mittelalterlichen Gewissensverständnis sind dafür verantwortlich zu machen: die noch vor der offiziellen Ketzerverfolgung verfaßte Gewissenskonzeption P. Abälards und das nach dem Auftrag zur Ketzerinquisition konzipierte Gewissensverständnis Alexander von Hales. [...]

Der erste bahnte sich in der Frühscholastik, d. h. im späten 11. und im 12. Jahrhundert an: Hatten die Theologen seit der Karolingerzeit [...] das Gewissen als objektive, gesetzgebende Normeninstanz verstanden und für die Erstellung von Bußbüchern und Beichtspiegeln gleichermaßen wie für deren Einhaltung in Anspruch genommen,[EN 5] so erinnerten sich die Frühscholastiker jetzt ihres augustinischen Erbes [...].

Vorreiter dieser Entdeckung war der [...] Pariser Frühscholastiker P. Abälard (1079-1142). Er interpretierte bzw. beschrieb das Gewissen als subjektive Gesinnung und persönliche Überzeugung.[EN 6] [...] Vielmehr meinte er, daß das "natürliche Gesetz" (Gebot der Gottes- und Nächstenliebe),[EN 7] welches [...] objektiv und allgemein-verpflichtend sei, im Gewissen jedes einzelnen Menschen individuell [...] spreche. Er verlegte also die objektiven Normen und Gesetze, die bisher außerhalb des Menschen von einem überindividuellen Gewissen diktiert worden waren, in den Menschen und dessen je individuelles Gewissen.

Anmerkungen

Teils wörtliche Übereinstimmungen – z.B. werden im letzten Satz 18 aufeinanderfolgende Wörter ohne Kenntlichmachung übernommen. Ein Verweis auf Mokrosch (1979), S. 15, erfolgt erst am Ende des an das Fragment anschließenden Absatzes für ein wörtliches Zitat. Dem Leser wird mithin nicht ersichtlich, dass die vorliegenden Ausführungen ebenfalls in leicht veränderter Form von Mokrosch stammen.

Sichter
Hindemith fiesh

[27.] Analyse:As/Fragment 259 11 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:14 (Hotznplotz)
Erstellt: 2. February 2012, 18:32 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Nosbüsch 1965, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 259, Zeilen: 10-22, 106-110
Quelle: Nosbüsch 1965
Seite(n): 083; 084, Zeilen: 13-24, 106, 110, 112; 01-03, 101
Der Mensch kann der Welt gegenübertreten; dann erscheint sie ihm als das Objekt, von dem er sich als Subjekt des Erfahrens und Gebrauchens unterscheidet. [FN 2] Er ist dann ein Einzelwesen, das das Grundwort Ich-Es spricht. Diese geläufige Haltung ist aber nach Buber nicht die wesenhaft menschliche. Sie kommt erst da zum Ausdruck, wo er das Grundwort Ich-Du ausspricht, jenes Grundwort, das die Welt der Beziehung stiftet. [FN 3] Im Ereignis der Begegnung, in der "Gegenseitigkeit" [FN 4], im Dialog erscheint des Menschen Menschlichkeit. Buber setzt diese Menschlichkeit gleich mit Personalität: "Das Ich des Grundwortes Ich-Du erscheint als Person. ... Person erscheint, indem sie zu anderen in Beziehung tritt." [FN 5]

[FN 2] Buber,Martin: Ich und Du. In: ders.: Das dialogische Prinzip. Heidelberg 31973. S. 7-136. hier: S. 65.

[FN 3] ebd. S. 1O.

[FN 4] ebd. S. 19.

[FN 5] ebd. S. 65.

Der Mensch kann sich der Welt gegenüberstellen, dann hat er sie als Objekt, von dem er selbst als Subjekt "des Erfahrens und Gebrauchens" [FN 261] geschieden ist. Er erscheint der Welt gegenüber als "monologisches Eigenwesen"[FN 262], welches das "Grundwort ... Ich-Es"[FN 263] spricht. Aber so geläufig dem Menschen diese Haltung ist und so häufig er sie einnehmen mag, sie ist nicht die wesenhaft menschliche Haltung. Diese tritt erst dann zutage, wenn er das "Grundwort ... Ich-Du"[FN 264] spricht, jenes Grundwort, das die "Welt der Beziehung stiftet"[FN 265]. Der Mensch ist menschlich erst im "Begegnungsereignis"[FN 266], in der "Gegenseitigkeit"[FN 267], im "Dialog", welche Menschlichkeit dann auch von BUBER ausdrücklich mit der Personalität des [Seite 84] Menschen ineinsgesetzt wird: "Das Ich des Grundwortes Ich-Du erscheint als Person ... Person erscheint, indem sie zu anderen Personen in Beziehung tritt"[FN 268].

[ [FN 260] Martin Buber: Ich und Du, um ein Nachwort erweiterte Neuausgabe, Heidelberg 1958, S. 9.]

[FN 261] Ebd. S. 57.

[ [FN 262] Ebd.

[FN 263] Ebd. S. 9.

[FN 264] Ebd.]

[FN 265] Ebd. S. 11.

[ [FN 266] Ebd. S. 50, 51.]

[FN 267] Ebd. S. 19.

[FN 268] Ebd. S. 57.

Anmerkungen

Die Verfasserin übernimmt die von Nosbüsch kompilierten Ausführungen zu Bubers Aufsatz "Ich und Du" und passt lediglich die Seitenzahlen der Referenzen an, da sie eine später erschienene Monografie verwendet. Allein der Ausdruck "monologisches Eigenwesen" wird durch "Einzelwesen" ersetzt.

Sichter
Hindemith, fiesh

[28.] Analyse:As/Fragment 280 25 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 18:21 (Hotznplotz)
Erstellt: 5. February 2012, 15:21 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Šiškin 1976

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, PlagProf:-), Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 280, Zeilen: 07-25
Quelle: Šiškin 1976
Seite(n): 346, Zeilen: 06-35, 101-102
[Die im täglichen Leben gemachte Erfahrung, daß sich ein schlechtes Gewissen stärker und über längere Zeiträume hinweg bemerkbar macht als ein gutes] und Gewissensqualen das Leben eines Menschen entscheidend prägen können, hat in Gestalten wie der Lady Macbeth bei Shakespeare, Boris Gudonows bei Puschkin und Raskolnikoffs bei Dostojewski Eingang in die Weltliteratur gefunden. Die tragische Titelfigur aus "Schuld und Sühne" erträgt nach dem Mord an der alten Wucherin seine Gewissensqualen nicht und bekennt seine Schuld. Raskolnikoff versucht, das Verbrechen durch schwierige Umstände in seinem Leben oder im Leben seiner Angehörigen, durch die Theorie, daß der Starke das Recht auf Verbrechen hat und durch Überlegungen von der niedrigen und schädlichen Tätigkeit der Alten zu rechtfertigen. [...] Schon sein Nachdenken über das "Recht", einen Anschlag auf das Leben eines Menschen zu machen, sein ständiges Schwanken, zeugen von dem qualvollen Kampf mit dem eigenen Gewissen [...]. Ausdruck schwerster Gewissensqualen ist auch der Monolog Boris Godunows. [FN 2]

[ [FN 2] "Ich fühl es, ach: nichts mag beruhigen uns
Inmitten vieler Kümmernis der Erde;
Nichts, gar nichts ... wenn nicht einzig das Gewissen —
Denn ist es rein, so wird es triumphieren.
Ob auch Verleumdung oder Bosheit drohe;
Doch wenn auf ihm auch nur ein Flecken ist.
Ein einziger, und sei es rein zufällig.
Dann steht es schlimm: wie eine Pestilenz
Verzehrt's die Seele, Gift durchströmt den Busen,
Der Vorwurf pocht im Ohr mit Hammerschlägen,
Ein Übelsein bedrängt, im Kopfe schwindelt's
Und vor den Augen Knaben blutbeströmt ...
Man möchte fliehn ... weiß nicht wohin ... entsetzlich!...
Unselig ist, wen das Gewissen quält."
(Puschkin,Alexander: Boris Godunow. In: Ausgewählte Werke Bd. 3. S. 30/31. zitiert nach: Schischkin,A.F.: Das Gewissen. In: Blühdorn,Jürgen(Hrsg.): Das Gewissen in der Diskussion. S. 343-352. hier: S. 346.]

Die Weltliteratur spiegelte solche Gewissensqualen in der Gestalt der Lady Macbeth (Shakespeare), [...] Boris Godunows (Puschkin) und Raskolnikows (Dostojewski) wider. So konnte der Held aus "Schuld und Sühne" nach dem Mord an der alten Wucherin seine Gewissensqualen nicht ertragen und bekannte seine Schuld. Er konnte sein Verbrechen weder durch schwierige Umstände in seinem Leben oder im Leben seiner Angehörigen noch durch die Theorie, daß der Starke das Recht auf Verbrechen habe, oder durch Überlegungen von der niedrigen und schädlichen Tätigkeit der Alten rechtfertigen. Alle Überlegungen Raskolnikows über das "Recht", einen Anschlag auf das Leben eines Menschen zu machen, sein Schwanken, zeugen von dem qualvollen Kampf mit dem eigenen Gewissen [...].

Sehr stark ist der Ausdruck der Gewissenqualen im Monolog Boris Godunows:

"Ich fühl es, ach: nichts mag beruhigen uns
Inmitten vieler Kümmernis der Erde;
Nichts, gar nichts...wenn nicht einzig das Gewissen —
Denn ist es rein, so wird es triumphieren,
Ob auch Verleumdung oder Bosheit drohe;
Doch wenn auf ihm auch nur ein Flecken ist,
Ein einziger, und sei es rein zufällig,
Dann steht es schlimm: wie eine Pestilenz
Verzehrt's die Seele, Gift durchströmt den Busen,
Der Vorwurf pocht im Ohr mit Hammerschlägen,
Ein Übelsein bedrängt, im Kopfe schwindelt's
Und vor den Augen Knaben blutbeströmt...
Man möchte fliehn...weiß nicht wohin...entsetzlich!...
Unselig ist, wen das Gewissen quält."[FN 5]

[FN 5] Alexander Puschkin, Boris Godunow, in: Ausgewählte Werke, Bd. 4, S. 30/31.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 280 05 (der erste Satz wird möglicherweise aus Bruchstücken zweier Quellen zusammengesetzt). Ein typisches Bauernopfer: Die Verfasserin verweist lediglich für die Wiedergabe des Zitats aus Boris Godunow auf Šiškin (wobei sie die Bandangabe falsch überträgt), übernimmt aber gleichzeitig dessen Ausführungen fast vollständig – ohne dies kenntlich zu machen. Auch wenn sich in dieser Passage einzelne gedankliche Einsprengsel der Autorin finden, so wird doch der Diskurs größtenteils aus Šiškin (1976) paraphrasiert.

Sichter
PlagProf:-), Hindemith

[29.] Analyse:As/Fragment 135 08 - Diskussion
Bearbeitet: 13. April 2012, 18:48 (Hotznplotz)
Erstellt: 14. February 2012, 12:20 Hotznplotz
As, Baldwin 1974, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 135, Zeilen: 08-27
Quelle: Baldwin 1974
Seite(n): 211, Zeilen: 19-30, 35-39
Piaget überträgt Eigenarten der biologischen Evolution auf die Entwicklung des Individuums:

- die beständige Anpassung alter Strukturen an neue Funktionen und die Entwicklung neuer Strukturen in alten Funktionen unter veränderten Umständen.
- Während neue Strukturveränderungen eintreten zur Entwicklung neuer Forderungen, bleibt die Kontinuität mit der Vergangenheit gewahrt.
- Die Entwicklung der einzelnen Anpassungsmeachanismen erfolgt nicht in Isolation, sondern ergibt ein kohärentes Muster. "Wenn auch jede Art an ihre Umgebung angepaßt ist, so ist doch die spezifische Natur der Anpassung nicht eine Funktion der Natur allein, sondern des gesamten Systems." [FN 2] Somit bleibt die Totalität des biologischen Lebens an seine Umgebung angepaßt.

Auf menschliches Verhalten angewandt, versucht Piaget die Strukturen jedes Altersniveaus zu identifizieren, um zu zeigen, wie sie sich an Erfordernisse der Umwelt anpassen und aneinander, und wie sie sich den Umweltanforderungen entsprechend verändern.

[ [FN 2] Baldwin,Alfred L.: Theorien primärer Sozialisationsprozesse. Weinheim und Basel 1974. Band 1. S. 211.]

Piaget überträgt drei Eigenarten der biologischen Evolution auf seine Theorie der Entwicklung des Individuums. Das eine ist die beständige Anpassung alter Strukturen an neue Funktionen und die Entwicklung neuer Strukturen in alten Funktionen unter veränderten Umständen. Die Entwicklung wird fest auf dem aufgebaut, was bereits existiert, und zeigt eine Kontinuität mit der Vergangenheit; zur selben Zeit verändern sich die Strukturen, um neue Forderungen zu erfüllen. Zweitens entwickeln sich diese Anpassungsmechanismen nicht in der Isolation. Alle formen ein kohärentes Muster, so daß die Totalität des biologischen Lebens an seine Umgebung angepaßt bleibt. Wenn auch jede Art an ihre Umgebung angepaßt ist, so ist doch die spezifische Natur der Anpassung nicht eine Funktion der Natur allein, sondern des gesamten Systems. [...]

Piaget wendet diesen biologischen Gesichtspunkt auf seine Theorie des menschlichen Verhaltens an. Er versucht, die Strukturen jedes Altersniveaus zu identifizieren, um zu zeigen, wie sie sich an Erfordernisse der Umwelt anpassen und aneinander, und wie sie wiederum verändern, was die Umwelt verlangt.

Anmerkungen

Die Verfasserin übernimmt die gesamte Passage aus Baldwin (1974), verweist aber lediglich für ein wörtliches Zitat auf diesen. Insbesondere wird nach dem Verweis noch weiter übernommen.

Sichter
Hindemith fiesh

[30.] Analyse:As/Fragment 231 08 - Diskussion
Bearbeitet: 13. April 2012, 19:16 (Hotznplotz)
Erstellt: 19. February 2012, 13:50 Hotznplotz
As, Auer 1971, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 231, Zeilen: 01-14
Quelle: Auer 1971
Seite(n): 172; 173, Zeilen: 18-24; 02-07
1O. Christos,Kyrios und Logos - dies sind die drei Würdenamen, mit denen sich das christliche Proprium umschreiben läßt. Die Welt - und dazu gehört auch das Sittliche als freie Schöpfung des menschlichen Geistes - steht in sich selbst. Dieses In-sich-selbst-stehen ist aber nur möglich, wenn sie in Relation zum Christos, dem Kyrios und Logos - und damit zum göttlichen Urgrund aller Wirklichkeit - steht

Die Vertreter einer autonomen Moral im christlichen Kontext bejahen also die Autonomie des Sittlichen, weil sie in der Autonomie der Wirklichkeit impliziert ist. Sie lehnen eine absolute Autonomie ab, weil sie ihren Ermöglichungsgrund in bestimmten transzendentalen Relationen hat, die aber der Eigenwertigkeit und Eigengesetzlichkeit der Welt nicht abträglich sind.

[Seite 172, Z. 18-24]

Wir sehen also, daß sich das christliche Proprium mit den drei Würdenamen Christos, Kyrios und Logos umschreiben läßt. Die Welt — zur Welt gehört auch das Sittliche als eine freie Schöpfung des menschlichen Geistes — steht in sich selbst, aber dieses In-sich-selbst-Stehen der Welt ist nur möglich, weil sie in Relation zum Christos, zum Kyrios und zum Logos und damit zum göttlichen Urgrund aller Wirklichkeit steht.

[Seite 173, Z. 2-7]

Wir bejahen die Autonomie des Sittlichen, weil sie in der Autonomie der Wirklichkeit impliziert ist. Wir bestreiten eine absolute Autonomie der Welt und des Sittlichen, weil diese Autonomie ihren Ermöglichungsgrund in bestimmten transzendenten Relationen hat, die freilich der Eigenwertigkeit und Eigengesetzlichkeit der Welt [...] nicht abträglich sind.

Anmerkungen

keine Quellenangabe

Sichter
Hindemith fiesh

[31.] Analyse:As/Fragment 082 110 - Diskussion
Bearbeitet: 14. April 2012, 17:22 (Hotznplotz)
Erstellt: 24. February 2012, 10:14 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, Häfner 1959, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 082, Zeilen: 110-128
Quelle: Häfner 1959
Seite(n): 701; 702, Zeilen: 37-47; 01-06
[FN 2] Neben der beschriebenen ontogenetischen Gewissenstheorie gibt Freud auch eine phylogenetische Begründung des Gewissens, die allerdings nur historischen Wert hat. Dazu konstruiert er die Geschichte vom Mord am Vater der Urhorde: Der Vater soll ursprünglich den Besitz aller Frauen beansprucht haben. Aus Haß, der durch dauernden Triebverzicht immer wieder neu verstärkt wurde, töteten die Söhne den Vater. Diese Tat hatte nicht den unbewußt erwarteten Erfolg, weil keiner sich an die Stelle des Vaters setzen konnte.

Freud meint nun, nach der Verwirklichung der Haßbestrebungen sei es zum Wiederauftauchen der unbefriedigten Zärtlichkeitsregungen gegenüber dem ermordeten Vater gekommen. Trauer, Reue und Sehnsucht hatten Schuldgefühle als Urform der Gewissensregung zur Folge. So soll aus dem Ambivalenzkonflikt der Söhne das erste sittliche Gebot "Du sollst nicht töten" entstanden sein. Die Entwicklung weiterer Gebote ist nach Freud auf den fortschreitenden Verzicht der Triebbefriedigung unter dem Druck der Realität zu verstehen [(vgl. dazu: Totem und Tabu. In: Ges. Werke. Band IX. London 41968. S. 171ff)].

Von dieser ontogenetischen Gewissenstheorie ausgehend, gab FREUD auch eine phylogenetische Begründung für das Auftreten der Sittlichkeit beim Menschen. Aus einer Ära aktiver ethnologischer Forschung heraus [...] konstruierte FREUD die Geschichte vom Mord am Vater der Urhorde. Ursprünglich soll der Vater den Besitz aller Frauen beansprucht haben. Die Söhne schritten aus ihrem vom Triebverzicht gespeisten Haß zum Vatermord. Doch hatte diese Tat nicht den unbewußt erwarteten Erfolg, denn keiner konnte sich an die Stelle des Vaters setzen. [...] FREUD meint, nach der Verwirklichung der Haßstrebungen sei es zum Wiederauftauchen der unbefriedigten Zärtlichkeitsregungen gegenüber dem ermordeten [Seite 702] Vater gekommen, was Trauer und Reue zur Folge gehabt habe. So soll aus dem Ambivalenzkonflikt der Söhne [...] das erste sittliche Gebot "Du sollst nicht töten" hervorgegangen sein. Die weitere Entwicklung der Sittlichkeit stellt sich FREUD als einen fortschreitenden Verzicht auf Triebbefriedigung unter dem Druck der Realität vor. In der gegenwärtigen Psychoanalyse spielt diese phylogenetische Hypothese eine untergeordnete Rolle [...].
Anmerkungen

Die Verfasserin gibt Freuds berühmte Schrift Totem und Tabu zum Vergleich an. Tatsächlich übernimmt sie den Text aber mit leichten Anpassungen aus Häfner (1959) und ergänzt lediglich die Quelle. Der letzte Satz aus der Quelle wird hierbei sinngemäß im ersten Satz von [FN 2] verwendet. Bei Freud selbst finden sich die zusammenfassenden, kompakten Ausführungen Häfners in dieser Form nicht.

Sichter
Hindemith fiesh

[32.] Analyse:As/Fragment 083 04 - Diskussion
Bearbeitet: 9. April 2012, 20:58 (Kybot)
Erstellt: 24. February 2012, 10:55 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Häfner 1959, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 083, Zeilen: 04-28
Quelle: Häfner 1959
Seite(n): 702, Zeilen: 28-41; 45-47
In jeder Erziehung enstehen nach Freud durch die Versagung von Bedürfnisbefriedigungen ursprünglich gegen die Eltern gerichtete,aggressive Impulse. Durch die Introjektion des Elternimago kommt es zu einer Rückwendung der Aggressionen gegen das eigene Ich. Immer gilt das Prinzip, daß Triebe, denen eine äußere Befriedigung versagt ist, sich innerhalb des

Organismus auswirken.

Wie stark sich nun die Aggression gegen das eigene Ich auswirkt, wie hart und unerbittlich das Über-Ich wird, hängt einmal ab von der Moralität der introjizierten Elterninstanz und zum anderen von der Strenge der äußeren Autorität und der Stärke der libidinösen Objektbeziehung in der Ödipussituation. Je intensiver die libidinöse Bindung war und je schneller sie unter dem Einfluß der elterlichen Autorität verdrängt wird, umso strenger wird das Über-Ich über das Ich walten.

Ein besonders strenges Über-Ich kann nach Freud auch dann entstehen, wenn zwar die Erziehung relativ mild verläuft, die Eltern selbst aber ein übermäßig hartes, unduldsames Über-Ich haben, das vom Kind introjiziert wird.

Ein überstrenges Über-Ich führt zu "einer starren, anpassungsbehinderten Haltung gegenüber der Außenwelt, zu Triebhemmungen, Triebangst, ständigen Schuldgefühlen und zu einer fortwährenden Unterdrückung und Entmutigung des Ich" [FN 1].

[ [FN 1] Häfner,Heinz: Das Gewissen in der Neurose. In: Handbuch der Neurosenlehre und Psychotherapie. Hrsg.: Viktor E. Frankl u.a. Bd. II. München 1959. S. 692 - 726. hier: S. 702.]

In jeder Erziehung entstehen durch die Versagung primitiver Bedürfnisse

ursprünglich gegen die Eltern gerichtete, aggressive Impulse. Mit der Introjektion der Elternimago kommt es aber zu einer Rückwendung der Aggressivität gegen das Ich, denn auch hier gilt das Prinzip, daß Triebe, denen eine äußere Befriedigung versagt ist, sich innerhalb des Organismus auswirken. Verbunden mit der Moralität der introjizierten Elterninstanz tragen sie zur Entstehung eines harten, grausamen Über-Ich bei. Vor allem aber ist die Härte des Über-Ich auf die Strenge der äußeren Autorität und die Stärke der libidinösen Objektbeziehung in der Ödipussituation zurückzuführen [...]. Je intensiver die libidinöse Bindung an die Eltern war und je schneller unter dem Einfluß der elterlichen Autorität ihre Verdrängung erfolgte, um so strenger wird das Über-Ich als Gewissen über das Ich herrschen. Doch kann nach der Meinung FREUDs auch ein strenges Über-Ich zustande kommen, wenn die Erziehung relativ mild verlief, dann nämlich, wenn die Eltern selbst ein übermäßig hartes, unduldsames Über-Ich hatten, das vom Kinde introjiziert wurde.

[...] Grundsätzlich führt ein überstrenges Über-Ich zu einer starren, anpassungsbehinderten Haltung gegenüber der Außenwelt, zu Triebhemmungen, Triebangst, ständigen Schuldgefühlen und zu einer fortwährenden Unterdrückung und Entmutigung des Ich.

Anmerkungen

Die Verfasserin verweist lediglich für ein wörtliches Zitat am Ende der Seite auf Häfner. Tatsächlich übernimmt sie aber an dieser Stelle ihre gesamten Ausführungen von diesem. Insbesondere suggeriert auch die zweimalige Verwendung des Ausdrucks "nach Freud", es habe hier eine eigene Rezeption von Freud stattgefunden.

Sichter
Hindemith fiesh

[33.] Analyse:As/Fragment 056 19 - Diskussion
Bearbeitet: 2. May 2012, 11:10 (Bummelchen)
Erstellt: 29. February 2012, 17:48 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Tröger 1974

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 056, Zeilen: 19-24, 112-113
Quelle: Tröger 1974
Seite(n): 094, Zeilen: 23-27
Samit rückt es in die Nähe der von Karl Jaspers als "Grundwissen" bezeichneten rationalen Grundpositionen der Person, ihrer Stellung zur Welt und zu sich selbst. Entscheidend für den einzelnen ist hierbei "nicht das Wissen, sondern was ihm dieses bedeutet, d.h. die Weise der Aneignung und damit der Wirkung des Wissens". [FN 3]

[FN 3] Jaspers,Karl: Allgemeine Psychopathologie. Berlin, Heidelberg 1948. S. 275.

Damit kommt das Gewissen in die Nähe dessen, was Karl Jaspers das "Grundwissen" eines Menschen nennt. Er meint damit die rationalen Grundpositionen der Person, ihre Stellung zur Welt und zu sich selbst. Entscheidend für den einzelnen ist hier "nicht das Wissen, sondern was ihm dieses bedeutet, d. h. die Weise der Aneignung, und damit der Wirkung des Wissens" (1948, S. 275).
Anmerkungen

Im dem Fragment vorangehenden Satz referenziert die Verfasserin Tröger (1974), S. 93. Dass sie danach noch von S. 94 von diesem übernimmt, macht sie jedoch nicht kenntlich. Bei Jaspers selbst finden sich die Ausdrücke "rationale Grundpositionen" und "Stellung zur Welt" der Person nicht.

Sichter
fiesh, Bummelchen

[34.] Analyse:As/Fragment 095 102 - Diskussion
Bearbeitet: 7. April 2012, 08:55 (Kybot)
Erstellt: 20. March 2012, 07:47 Hotznplotz
As, BauernOpfer, Fragment, Fromm 1978, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, Fiesh
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 095, Zeilen: 102-113
Quelle: Fromm 1978
Seite(n): 021; 022; 023, Zeilen: 25-27; 01-02; 11-23
[FN 3] In der autoritären Ethik stellt eine Autorität Gebote und Normen der Lebensführung auf und bestimmt, was gut und böse ist. In der humanistischen Ethik dagegen ist der Mensch zugleich Normgeber und Adressat der Normen. Autoritäre und humanistische Ethik unterscheiden sich durch ein formales und ein materiales Kriterium: Formal streitet die autoritäre Ethik dem Menschen die Fähigkeit zur Unterscheidung von gut und böse ab. Normgeber ist immer eine Autorität, die das Individuum transzendiert. Inhaltlich wird in der autoritären Ethik die Frage nach gut und böse vom Standpunkt des Nutzens für die Autorität beantwortet [(vgl. dazu: ebd. S. 21-27)]. [Seite 21, Z. 25-27 u. Seite 22, Z. 1-2]

In der autoritären Ethik bestimmt eine Autorität, was für den Menschen gut ist. Sie stellt die Gebote und Normen der Lebensführung auf. In der humanistischen Ethik dagegen [Seite 22] ist der Mensch zugleich Normgeber und Gegenstand der Normen [...].

[Seite 23, Z. 11-23]

Autoritäre Ethik unterscheidet sich von humanistischer Ethik durch zwei Kriterien, ein formales und ein materiales. Formal streitet die autoritäre Ethik dem Menschen die Fähigkeit ab, zu wissen, was gut und was böse ist. Der Normgeber ist stets eine Autorität, die das Individuum transzendiert. [...] Materialiter (oder inhaltlich) beantwortet die autoritäre Ethik die Frage nach Gut und Böse primär vom Standpunkt des Nutzens für die Autorität [...].

Anmerkungen

Die Verfasserin gibt hier zum Vergleich ein Unterkapitel von Fromms Psychoanalyse und Ethik an, übernimmt aber mit nur leichten Veränderungen einige Sätze aus diesem, ohne selbst den Inhalt wiederzugeben. Der Leser muss in diesem Kontext davon ausgehen, dass es sich um eigene Worte handelt.

Sichter
Hindemith fiesh

[35.] Analyse:As/Fragment 075 07 - Diskussion
Bearbeitet: 7. April 2012, 08:54 (Kybot)
Erstellt: 21. March 2012, 22:56 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Stadter 1970, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 075, Zeilen: 06-18
Quelle: Stadter 1970
Seite(n): 049, Zeilen: 09-22
[... der Aggressionstrieb.] Da Freuds Gewissenslehre damit zusammenhängt, bedarf er kurzer Erläuterung: Die Grundthematik des Lebens impliziert den Antagonismus von Schaffen und Zerstören. An sich würde danach menschliches Leben so ablaufen, daß die lebendige Substanz einerseits aufbaut und Bestand haben will, andererseits rückläufig der Auflösung und Selbstzerstörung zustrebt.

Nun wendet der Organismus im Interesse der Selbsterhaltung den schädlichen Trieb nach außen ab, der dann als auf die Mitwelt gerichtete Destruktionsneigung erscheint. Da aber die Welt darauf wiederum mit Rache und Aggression antwortet, ist das Individuum erneut gefährdet und richtet den Triebimpuls wieder nach innen.

Freuds Theorie des Aggressionstriebs bedarf näherer Erläuterung, da seine Gewissenslehre mit ihr verquickt ist. Die Grundthematik des Lebens impliziert den Antagonismus von Schaffen und Zerstören. An sich würde die Bewegung so verlaufen: Die lebendige Substanz baut sich einerseits auf und will Bestand haben, anderseits strebt sie rückläufig der Auflösung und Selbstzerstörung zu. Im Interesse der Selbsterhaltung wendet jedoch der Organismus den schädlichen Trieb nach außen ab. Und so erscheint er [...] als auf die Mitwelt gerichtete Destruktionsneigung. Aber auch diese Manipulation gefährdet das Individuum, denn die Welt reagiert ihrerseits mit Rache und Aggression. Daher bleibt nichts anderes übrig, als den Triebimpuls wieder nach innen zu richten.
Anmerkungen

Die Quelle wird in der ganzen Arbeit nicht erwähnt. Stadters Interpretation von Freud erscheint so als eigene Interpreation der Verfasserin. Auch vom Wortlaut wird viel übernommen.

Sichter
Hindemith PlagProf:-)

[36.] Analyse:As/Fragment 075 01 - Diskussion
Bearbeitet: 7. April 2012, 08:54 (Kybot)
Erstellt: 21. March 2012, 23:33 Hotznplotz
As, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Stadter 1970, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hotznplotz, Hindemith, PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 075, Zeilen: 01-04, 101-106
Quelle: Stadter 1970
Seite(n): 048; 049, Zeilen: 24-29, 33-36; 01-03
Indem Eros und Thanatos in enger Verbindung existieren, gelingt es Eros, den aggressiven Triebanteil zu binden und durch Neutralisierung ihn an der Auswirkung seiner destruktiven Tendenz zumindest partiell zu hindern. [FN 1]

[FN 1] Katastrophale Folgen entstehen, wenn die Legierung der beiden Triebanteile zerfällt und die positive Kraft die negative nicht mehr binden kann. Dieser Sachverhalt wird am Beispiel des Triebmörders deutlich: Die seelischen Komponenten fallen auseinander, Liebesgenuß und Mordimpuls treten gleichermaßen, aber getrennt voneinander auf.

[Seite 48, Z. 24-29]

Die beiden gegeneinander verlaufenden Triebe – Liebe und Aggression – sind normalerweise 'legiert'. Sie existieren in enger Verbindung miteinander. So gelingt es dem Eros, den aggressiven Triebanteil zu 'binden', zu 'neutralisieren' und damit an der Auswirkung seiner negativen Tendenz wenigstens partiell zu hindern.

[Seite 48, Z. 33-36 u. Seite 49, Z. 1-3]

Katastrophale Folgen entstehen, wenn die Legierung der beiden Triebanteile zerfällt, wenn sie sich 'entmischen' und die positive Kraft die negative nicht mehr zu 'binden' vermag. Diesen Sachverhalt demonstriert der Triebmörder. Die seeli- [Seite 49] schen Komponenten fallen auseinander, so daß Liebesgenuß und Mordimpuls gleichermaßen, aber isoliert zum Zuge kommen.

Anmerkungen

Ein Teil der Übernahme wird in [FN 1] ausgegliedert. Die Verfasserin übernimmt von Stadter dessen erläuternde Zusammenfassung einer Lehre von Freud, ohne Stadter in der Arbeit zu erwähnen.

Sichter
Hindemith PlagProf:-)

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