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Analyse:Aw/Fragment 030 11

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 11-38
Quelle: Dorber 2007
Seite(n): 18, 19, 20, Zeilen: 0
Bucci (Bucci, 2005) unterteilt in Anlehnung an Wallerstein in ihrer Überblicksarbeit die Prozessforschung in vier Generationen. Der ersten Generation war es ein Anliegen, anhand von transkribierten Einzelfällen objektive Erhebungsmethoden zu entwickeln, um Psychotherapieprozesse zu beleuchten. Das Interesse galt der allgemeinen psychischen Verfassung des Patienten, seiner Beziehungsmuster und unbewussten Erwartungen, der Interpretation seiner Wahrnehmungen und der psychischen Struktur des Patienten. So wurden beispielsweise Methoden entwickelt, die sich auf spezielle Themen bezogen, und diese operationalisiert zu erfassen versuchten. Auch neue Wege wurden gesucht, um die therapeutischen Interaktionsmuster näher zu beschreiben. So entwickelte Jones das Psychotherapie Prozess Q-Sort Verfahren (Jones, 2000) (siehe auch Abschnitt 1.5.4). Die zweite Generation zeichnet sich durch eine konsequente Kombination verschiedener, bereits validierter und als reliabel deklarierter Erhebungsmethoden der Vorgängergeneration aus (Bucci, 2005). Auch über die Zusammenhänge zwischen Verlauf und Ergebnis wurden erste Studien durchgeführt und die Konstruktvalidität der Methoden überprüft. Diese Forschergeneration konnte die Einflüsse bewusster und unbewusster mentaler Prozesse auf die Gestaltung und den Verlauf der therapeutischen Interaktionen untersuchen, da ein operationalisierter Übertragungsbegriff bereits zur Verfügung stand. Auch hier hat sich als schwierig erwiesen, die Ergebnisse in einem einheitlich strukturierten Schema darzustellen. Durch die Schlussfolgerungen aus den inneren Arbeitsmodellen des Patienten, welche mit Hilfe unterschiedlicher Methoden aus der narrativen Repräsentanz von unbewussten Erfahrungen, Erwartungen und Beziehungsmustern herausgefiltert wurden, konnte man auch strukturelle Veränderungen im Verlauf der Therapie fassbar machen. Die dritte Forschungsgeneration rückt zunehmend die Persönlichkeit des Analytikers mit seiner subjektiven Erfahrungswelt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Auch die Integration von Forschung und klinischer Arbeit wird erneut versucht, wie es Freud bereits praktiziert hat. Durch Heranziehen des Analytikers als teilnehmenden Forscher wird das Spektrum der Faktoren erweitert, die Veränderungen hervorrufen und etablieren. So wird im Rahmen der ‘Münchener bindungs- und traumorientierten Psychoanalysestudie’ (Mertens, [2004a) die Perspektive des Patienten, des Analytikers und des Forscherteams unter mehreren Aspekten betrachtet.] [Seite 18]

In ihrer Überblicksarbeit zur Prozeßforschung zitiert Bucci (2005, S. 321ff.) unter anderem Wallerstein und seine Unterteilung der Prozeßforschung in vier Generationen. Unter Verwendung von zumeist transkribiertem Stundenmaterial war es das Anliegen der ersten Generation, anhand von Einzelfällen geeignete, d.h. objektive Erhebungsmethoden zur Beleuchtung des Psychotherapieprozesses zu entwickeln. Der Fokus auf bestimmte Aspekte innerhalb des therapeutischen Geschehens war dabei für die Validierung und Reliabilität dieser Erhebungsmethoden unerläßlich. Das Interesse galt hier weniger dem Verhalten bzw. den Symptomen der Patienten als vielmehr ihrer allgemeinen psychischen Verfassung, ihren Beziehungsmustern, ihren (unbewußten) Erwartungen und der Interpretation ihrer Wahrnehmungen – kurz ihrer psychischen Struktur. Um diese einschätzen und damit eine geeignete Therapieform für den Patienten finden zu können, wurden zum einen Methoden entwickelt, die sich auf spezielle (problematische) Themen bezogen und diese operationalisiert zu erfassen suchten (z.B. das „Zentrale Beziehungskonflikt-Thema – ZBKT“ von Luborsky 1977 oder die Methode der Plananalyse von Weiss et al. 1986), zum anderen wurde nach neuen Wegen und Möglichkeiten gesucht, um die therapeutische Dyade mit ihren Interaktionsmustern näher zu beleuchten (z.B. das „Psychotherapie- Prozeß Q-Sort“ von Jones 2000).

[...]

[Seite 19]

Die zweite Generation der Prozeßforschung zeichnete sich nach Bucci (2005) durch eine konsequente Kombination verschiedener, auf ihre Validität und Reliabilität hin bereits genügend geprüfter Erhebungsmethoden der ersten Generation aus. In Ansätzen wurden hier auch erste Untersuchungen über die Zusammenhänge zwischen Prozeß und Outcome durchgeführt. In mehreren großen Studien wurde die Konstruktvalidität dieser Methoden untersucht.

[...]

Da die Methoden der ersten Generation eine weitgehende Operationalisierung des Übertragungsbegriffs ermöglicht hatten, konnten nun die Einflüsse bewußter und unbewußter mentaler (Übertragungs-)Prozesse auf Gestaltung und Verlauf der therapeutischen Interaktionen untersucht werden.

[...]

Wie auch in der vorliegenden Arbeit bestand die Schwierigkeit vor allem darin, die Ergebnisse der heterogenen Herangehensweisen mit ihren unterschiedlichen Foki in Bezug auf das zu untersuchende Stundenmaterial und der daraus resultierenden Fülle an Informationen miteinander zu vergleichen und in einem einheitlich strukturierten Schema darzustellen. Eine systematische Kreuzvalidierung war also zunächst nicht möglich. Die Lösung dieses Problems erschloß sich aus dem Rating von vorwiegend jenen Therapiesequenzen, die Berichte über Interaktionen mit anderen Menschen zum Inhalt hatten. Im analytischen Verständnis beinhalten solche Narrative Repräsentanzen von unbewußten Erfahrungen bzw. Erwartungen und Beziehungsmustern, die so mit Hilfe unterschiedlicher Methoden herausgefiltert, analysiert und aus denen Schlußfolgerungen über die inneren Arbeitsmodelle des Patienten hergeleitet werden können. Auf diese Weise wurden auch strukturelle Veränderungen im Verlauf einer Therapie faß- und meßbar. In aktuellen Studiendesigns der dritten Forschungsgeneration rückt nach Bucci (2005) nun zunehmend auch die Persönlichkeit des Psychoanalytikers mit seiner subjektiven

[Seite 20]

Erfahrungswelt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Außerdem ist eine partielle Rückkehr zur Freudschen Junktimforderung zu beobachten, die Forschung und klinische Arbeit verstärkt zu integrieren versucht. Hatte die zweite Generation ihr Interesse noch ausschließlich auf „objektive“, d.h. meßbare Indikatoren des therapeutischen Geschehens gelenkt, so wird durch die Hinzuziehung der Analytiker als teilhabender Forscher das Spektrum derjenigen Faktoren, die Veränderungen hervorrufen und etablieren, um einen wesentlichen erweitert. Die „Münchner bindungs- und traumorientierte Psychoanalysestudie“ ist in ihrem Design im großen und ganzen an diesen elementaren Überlegungen ausgerichtet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Übergang in eine vierte Generation von Psychotherapieprozeßforschung zu bereiten und Erkenntnisse über das Wie von Veränderungen durch therapeutische Interventionen innerhalb der Beziehung zu erbringen.

Anmerkungen

Der Inhalt der Quelle ist stark komprimiert mit Umformulierungen wiedergegeben.

Fortsetzung auf der Folgeseite

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