Fandom

VroniPlag Wiki

Analyse:Bs/Fragment 020 01

31.354Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 20, Zeilen: 1-38
Quelle: Schlag et al 1986
Seite(n): 11, Zeilen: -
[Eine dieser Urteilserleichterungen verführt

dazu, den im Straßenverkehr bestehenden Appetenz (Fahren,] Schnellfahren, besondere Fahrmotive) - Aversions (erwischt werden, Unfall) - Konflikt dadurch zu lösen, daß die persönliche Aversions-Komponente (soweit sie noch probabilistisch aufgefaßt wird) sehr niedrig bewertet oder sogar deterministisch auf Null gesetzt wird. Das subjektive Risiko ungünstiger Folgen wird damit als Hinderungskomponente niedrig. Auf der kognitiven Ebene hilft dabei die allgemeine Tendenz zur Verzerrung bei der Bewertung konjunktiver Ereignisfolgen: Die Wahrscheinlichkeit konjunktiver Ereignisse, bspw. bei vielen Fahrten immer gut durchzukommen, wird in aller Regel überschätzt; die Wahrscheinlichkeit disjunktiver Ereignisse, zum Beispiel ein seltenes Ereignis wie einen Unfall bei einer Vielzahl durchgeführter Fahrten anzutreffen, wird dagegen unterschätzt (vgl. Tversky und Kahnemann, 1 974 ) . Zudem werden erwünschte Geschehnisse ebenso im Vergleich zu statistischen Wahrscheinlichkeiten über-,unerwünschte hingegen unterschätzt. Ist desweiteren die Basiswahrscheinlichkeit für ein Ereignis (z.B. das statistisch seltene Ereignis eines Unfalls) ohnehin sehr niedrig, so daß seine Wahrscheinlichkeit bei jeder einzelnen Fahrt statistisch gegen Null geht, so wird sie subjektiv oft auch auf Null gesetzt.

Eine solch hohe subjektive Erfolgszuversicht - trotz unsicherer Einschätzungsgrundlagen - kann in der Folge die Wahl erhöhter Schwierigkeitsgrade bedingen. Wenn zudem (selten erlebte) Mißerfolge eher extern attribuiert werden und bevorzugt veränderlichen Zufallseinflüssen, weniger hingegen einer zu hohen Schwierigkeit der Aufgabe, angelastet werden, während der (häufigere) Erfolg auf die eigene (invariable) Befähigung (mehr noch als auf momentane Anstrengung) zurückgeführt wird, so scheint es nicht verwunderlich, daß die Straße ein Reich ist, auf dem sich Könige tummeln. Lerntheoretisch wird das eigene, sich zumeist expansionistisch immer weitere Bereiche erschließende Verkehrsverhalten durch eine sehr subjektive Art operanten Konditionierens bestätigt: Mißerfolge/Strafen werden nicht dem eigenen Handeln angekreidet, wohl aber die Belohnungen. Die subjektive Kontrollüberzeuaung wird deshalb selbst durch eingetretene negative Handlungsfolgen oft wenig tangiert (vgl. Schlag, 1985).

Eine dieser Urteilserleichterungen verführt dazu, den im Straßenverkehr bestehenden Appetenz-Aversions-Konflikt [FN 1] dadurch zu lösen, daß die persönliche Aversions-Komponente sehr niedrig bewertet oder sogar deterministisch auf Null gesetzt wird. Das subjektive Risiko ungünstiger Folgen wird damit als Hinderungskomponente niedrig. Auf der kognitiven Ebene hilft dabei die allgemeine Tendenz zur Verzerrung bei der Bewertung konjunktiver Ereignisfolgen: Die Wahrscheinlichkeit konjunktiver Ereignisse, z. B. bei vielen Fahrten immer gut durchzukommen, wird in aller Regel überschätzt; die Wahrscheinlichkeit disjunktiver Ereignisse, zum Beispiel ein seltenes Ereignis wie einen Unfall bei einer Vielzahl durchgeführter Fahrten anzutreffen, wird dagegen unterschätzt (vgl. TVERSKY und KAHNEMAN, 1974). Ist desweiteren die Basiswahrscheinlichkeit für ein Ereignis (z. B. das statistisch seltene Ereignis eines Unfalls) ohnehin sehr niedrig, so daß seine Wahrscheinlichkeit bei jeder einzelnen Fahrt statistisch gegen Null geht, so wird sie subjektiv meist auf Null gesetzt.

Eine solch hohe subjektive Erfolgszuversicht - trotz unsicherer Einschätzungsgrundlagen - kann in der Folge die Wahl erhöhter Schwierigkeitsgrade bedingen. Wenn zudem (selten erlebte) Mißerfolge eher extern attribuiert werden und bevorzugt veränderlichen Zufallseinflüssen, weniger hingegen einer zu hohen Schwierigkeit der Aufgabe angelastet werden, während der (häufigere) Erfolg auf die eigene (invariable) Befähigung (mehr noch als auf momentane Anstrengung) zurückgeführt wird, so scheint es nicht verwunderlich, daß die Straße ein Reich ist, auf dem sich Könige tummeln. Lerntheoretisch wird das eigene, sich zumeist expansionistisch immer weitere Bereiche erschließende Verkehrsverhalten durch eine sehr subjektive Art operanten Konditionierens bestätigt: Mißerfolge/Strafen werden nicht dem eigenen Handeln angekreidet, wohl aber die Belohnungen. Die subjektive Kontrollüberzeugung wird deshalb selbst durch eingetretene negative Handlungsfolgen oft wenig tangiert (vgl. SCHLAG, 1985a).

[FN 1] Appetenz (z. B. Fahren, Schnellfahren, positive Fahrmotive) - Aversion (z. B. erwischt werden, Unfall)

Anmerkungen

Weitgehend wörtliche Übernahme ohne Quellenverweis. Die FN wird in den Text uebernommen. Zur Einordnung des hier dokumentierten Fragments ziehe man auch die unter Befunde zu findenden Beobachtungen heran.

Sichter
(Hindemith)

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki