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Analyse:Bs/Fragment 030 01

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Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 1-35
Quelle: Schlag et al 1986
Seite(n): 14, Zeilen: -
3.1.5 Fahr-Motive

Schnell und bequem von A nach B zu gelangen, ist sicherlich auch für junge Fahrer einer der zentralen Beweggründe, ein Kraftfahrzeug zu benutzen. Mehr als durch dieses Mobilitäts oder Transportbedürfnis wird das konkrete Fahrverhalten jedoch häufig durch besondere Fahr-Motive (extra motives) bestimmt. Diente das Auto nur der Beförderung und nicht dem Vergnügen, hätten wir stabilere, billigere, langsamere - und vor allem viel weniger Autos. Gerade bei Jugendlichen ist die instrumentelle Funktion des Kraftfahrzeugs häufig durch expressive Elemente im Fahrerleben und -verhalten überlagert (z.B.: Schuman et al., 1967). Für sie ist das Auto noch in stärkerem Maße Vehikel zum Ausleben einer Vielzahl von Motiven, für sie hat aber auch noch die kulturelle "Bedeutungshaut" des Autos (Sachs, 1984,39) in ungebrochenerer Weise Geltung:

- Das Erlebnis ungebundener Beweglichkeit, fahrplanunabhängig Herr über Raum und Zeit zu sein,

- die (vermeintliche) Distanz zu reglementierten Lebensumständen,

- ein Vielfaches der eigenen Körperkräfte unter Kontrolle zu halten und durch minimalen Aufwand große Wirkung zu erzielen: Motorenkräfte bringen auch Ich-Gefühle auf Touren (Sachs, 1984),

- durch die Nacht zu jagen, aber ein gelullt in wohlige Wärme und rhythmische Musik, Regressions- und Omnipotenzgefühle gleichzeitig auskostend,

- die narzistische Überinstrumentalisierung, die ein vorteilhaftes Licht auf den Besitzer wirft,

- das Erlebnis der Macht, da man sich gleichermaßen über die Natur ("Schwerelosigkeit"), das Fahrzeug ("volles Rohr") und die anderen Menschen ("abhängen") erheben kann - und eventuell über seine eigenen bisher vermuteten Grenzen,

- die Balance auf der Grenze zwischen Macht und Ohnmacht, besonders beim Schnellfahren,

- die Identifikation mit dem Idol, die die eigene Wirklichkeit transzendiert: tausend kleine Röhrl.

Für solche nicht nur tiefenpsychologisch plausiblen Wünsche und [Lustgefühle, die beim Autofahren im Spiel sind, sind junge Fahranfänger in besonderem Maße anfällig.]

Fahr-Motive

Schnell und bequem von A nach B zu gelangen, ist sicherlich auch für junge Fahrer einer der zentralen Beweggründe, ein Kraftfahrzeug zu benutzen. Mehr als durch dieses Mobilitätsoder Transportbedürfnis wird das konkrete Fahrverhalten jedoch häufig durch besondere Fahrmotive (extra motives) bestimmt. Diente das Auto nur der Beförderung und nicht dem Vergnügen, gäbe es stabilere, billigere, langsamere - und vor allem viel weniger Autos. Gerade bei Jugendlichen ist die instrumenteile Funktion des Kraftfahrzeugs häufig durch expressive Elemente im Fahrerleben und -verhalten überlagert (z. B. SCHUMAN et al., 1967). Für sie ist das Auto in starkem Maße Vehikel zum Ausleben einer Vielzahl von Motiven, für sie hat aber auch noch die kulturelle »Bedeutungshaut« des Autos (SACHS, 1984, 39) in ungebrochener Weise Geltung:

- das Erlebnis ungebundener Beweglichkeit, fahrplanunabhängiger Herr über Raum und Zeit zu sein,

- die (vermeintliche) Distanz zu reglementierten Lebensumständen,

- ein Vielfaches der eigenen Körperkräfte unter Kontrolle zu halten und durch minimalen Aufwand große Wirkung zu erzielen: Motorenkräfte bringen auch Ich-Gefühle auf Touren (SACHS, 1984),

- durch die Nacht zu jagen, aber eingelullt in wohlige Wärme und rhythmische Musik, Regressions- und Omnipotenzge- fühle gleichzeitig auskostend,

- die narzistische Überinstrumentalisierung, die ein vorteilhaftes Licht auf den Besitzer wirft,

- das Erlebnis der Macht, da man sich gleichermaßen über die Natur (»Schwerelosigkeit«), das Fahrzeug (»volles Rohr«) und die Menschen (»abhängen«) erheben kann - eventuell über seine eigenen bisher vermuteten Grenzen,

- die Balance auf der Grenze zwischen Macht und Ohnmacht, besonders beim Schnellfahren,

- die Identifikation mit dem Idol, die die eigene Wirklichkeit transzendiert: tausend kleine Röhrl.

Für solche nicht nur tiefenpsychologisch plausiblen Wünsche und Lustgefühle, die beim Autofahren im Spiel sind, sind junge Fahranfänger in besonderem Maße anfällig.

Anmerkungen

Weitgehend wörtliche Übernahme ohne Quellenverweis. Zur Einordnung des hier dokumentierten Fragments ziehe man auch die unter Befunde zu findenden Beobachtungen heran.

Sichter
(Hindemith)

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