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Analyse:Bs/Fragment 070 01

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Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 1-32
Quelle: Schlag et al 1986
Seite(n): 25-26, Zeilen: -
[Die begrenzte Gültigkeit] allein Kosten/Nutzen-theoretischer Überlegungen im psychologischen Bereich zeigt sich besonders in dem Fall, in dem die

Wahrscheinlichkeit eines der Bezugsereignisse, hier: die Eintrittswahrscheinlichkeit negativer Folgen, subjektiv gegen Null tendiert; sie wird dann häufig deterministisch umgedeutet: Dem persönlichen Risiko wird eine so geringe Eintrittswahrscheinlichkeit beigemessen, daß es als inhibitorische Komponente für das Handeln weitgehend außer acht gelassen wird. Bei Wahrscheinlichkeitsschätzungen, die eine Ereignisseite hoch wahrscheinlich, die andere hingegen sehr unwahrscheinlich (und zudem unerwünscht) erscheinen lassen, scheint so etwas wie ein "Alles-oder-Nichts"-Gesetz zu gelten (vgl. z.B. Svenson, 1978). In dieser Richtung dürfte auch der Befund von Slovic et al. (1978) interpretierbar sein, nach dem in einem Planspiel - entgegen den klassischen Versicherungsüberlegungen - Farmer eher bereit waren, sich gegen wahrscheinliche aber geringfügige Schäden zu versichern und nicht gegen seltene und schwere.

Wird jede Fahrt als ein Spiel mit dem Schicksal aufgefaßt, dessen Attraktivität - wie bei anderen Spielen - von der Wahrscheinlichkeit und der Höhe der möglichen Gewinne und Verluste abhängt, so kann der "Wert" durch höheren Einsatz, z.B. schneller fahren, gesteigert werden. Zweifelhaft muß allerdings gerade in diesem niedrigen Wahrscheinlichkeitsbereich bleiben, ob sich die subjektive Eintrittswahrscheinlichkeit für einen negativen Ausgang in gleicher Weise (oder unter Umständen sogar in etwa exponentieller Form) verändert. Denn einmal bleiben Konsequenzenwert und subjektive Eintrittswahrscheinlichkeit nicht unabhängig voneinander^: Die Wahrscheinlichkeit des erwünschten Ergebnisses wird überschätzt, zumal dann, wenn man es selbst in der Hand zu haben glaubt. Und zum anderen gibt es vielfältige Wege, Angst zu reduzieren,die durch eventuell aufkommende Unsicherheit entsteht [...]

[FN 1] Aus feldtheoretischen Überlegungen ergibt sich - im Gegensatz zu Annahmen des SEU-Modells - eine Wechselbeziehung zwischen subjektivem Nutzen und subjektiver Wahrscheinlichkeit, die durch Irwin (1953) und van der Meer (1963) bestätigt wurde.

Eine beachtenswerte Quintessenz aus einem solchen Kalkül ergibt sich allerdings für den Fall, in dem die Eintrittswahrscheinlichkeit für das negative Ereignis (z. B. Unfall) subjektiv gegen Null tendiert und dann häufig deterministisch umgedeutet wird: Dem persönlichen Risiko wird eine so geringe Eintrittswahrscheinlichkeit beigemessen, daß sie für das Handeln weitgehend außer acht gelassen wird. Bei Wahrscheinlichkeitsschätzungen, die eine Ereignisseite hochwahrscheinlich, die andere hingegen sehr unwahrscheinlich (und zudem unerwünscht) erscheinen lassen, scheint so etwas wie ein »Alles-oder-Nichts«-Gesetz zu gelten (vgl. z. B. SVENSON, 1978). In diese Richtung scheint auch der Befund von SLOVIC et al. (1978) interpretierbar zu sein, nach dem in einem Planspiel - entgegen den klassischen Versicherungsüberlegungen - Farmer eher bereit waren, sich gegen wahrscheinliche, aber geringfügige Schäden zu versichern und nicht gegen seltene und schwere.

Wird jede Fahrt als ein Spiel mit dem Schicksal aufgefaßt, dessen Attraktivität - wie bei anderen Spielen - von der Wahrscheinlichkeit und der Höhe der möglichen Gewinne und Verluste abhängt, so kann der »Wert« durch höheren Einsatz, z. B. schnellerfahren, gesteigert werden. Zweifelhaft muß allerdings gerade in diesem niedrigen Wahrscheinlich- [Seite 26] keitsbereich bleiben, ob sich die subjektive Eintrittswahrscheinlichkeit für einen negativen Ausgang in gleicher Weise (oder unter Umständen sogar in etwa exponentieller Form) verändert. Denn einmal bleiben Konsequenzenwert und subjektive Eintrittswahrscheinlichkeit nicht unabhängig voneinander [FN 1]: die Wahrscheinlichkeit des erwünschten Ergebnisses wird regelmäßig überschätzt, zumal dann, wenn man es selbst in der Hand zu haben glaubt. Und zum anderen gibt es vielfältige Wege, Angst zu reduzieren, die durch eventuell aufkommende Unsicherheit entsteht.

[FN 1] Aus feldtheoretischen Überlegungen ergibt sich - im Gegensatz zu Annahmen des SEU-Modells - eine Wechselbeziehung zwischen subjektivem Nutzen und subjektiver Wahrscheinlichkeit, die durch IRWIN (1953) und VAN DEN MEER (1953) bestätigt wurde

Anmerkungen

Weitgehend wörtliche Übernahme ohne Quellenverweis. Es gibt gewisse Anpassungen zu Beginn des Fragments. Die letzte Zeile auf der Seite findet sich nicht in der Quelle. Zur Einordnung des hier dokumentierten Fragments ziehe man auch die unter Befunde zu findenden Beobachtungen heran.

Sichter
(Hindemith)

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