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Fragmente (Plagiat, gesichtet)

10 Fragmente

[1.] Analyse:Cc/Fragment 055 01 - Diskussion
Bearbeitet: 13. September 2016, 13:37 Schumann
Erstellt: 6. April 2014, 16:07 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 55, Zeilen: 1-27, 29-30
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): Internetquelle, Zeilen: -
[Neben den Entbehrungen und Zermürbungen des Krieges167 kamen kurz vor Ende der Kriegshandlungen noch mehrere Faktoren hinzu, die die zurückgebliebenen Aachener aufatmen] ließen, als sich am 21. Oktober die deutschen Truppen der Anordnung Hitlers widersetzten und unter Hinterlassung eines Trümmerfeldes endgültig kapitulierten. Zum einen war es die Evakuierung, die noch am 10. September von Himmler für ausgeschlossen erklärt worden war und dann doch am 12. September von Hitler angeordnet wurde. 17.995 Aachener verließen während dieser Zeit teils freiwillig, teils gezwungenermaßen die Stadt. Kaum 6.000 gelang es, sich in den Kellern und Trümmern versteckt zu halten, in ständiger Angst vor den Häschern der SS, die – unter Androhung von Strafverfolgung wegen Landesverrat – zur endgültigen Einschließung der Stadt ihre Jagd auf Zivilisten fortsetzten, um diese abzutransportieren. Zum anderen war es nicht zu einer geordneten Übergabe gekommen, d. h. zur Einrichtung einer Übergangsverwaltung, die die Verwaltung von Aachen bei hoffnungsloser militärischer Lage an die Alliierten übergeben sollte. Obwohl mehrere Aachener Bürgerdelegationen darauf gedrängt hatten, war alles, was einer Kapitulation gleich kam, verweigert worden und die Vertreter der Übergangsverwaltung waren gleichfalls zum Verlassen der Stadt aufgefordert worden. Hitler selbst befahl, Aachen bis zum letzten Mann zu verteidigen, auch wenn nur ein Trümmerfeld übrig bliebe. Die Stimmung der zurückgebliebenen Bevölkerung verschlechterte sich drastisch; man fühlte sich von den Behörden im Stich gelassen.168

Die Sieger wurden als echte Befreier begrüßt,169 wie einige von ihnen gegenüber amerikanischen Nachrichtenoffizieren erklärten. 170 „Als die Amerikaner schließlich vor uns standen, war der erste Gedanke: ‚Wir haben es geschafft’.“171

Diese Einstellung hatte zur Folge, dass sich die Aachener Bevölkerung, solange sie nicht befürchten musste, dass ihr Ver-[halten Repressalien des NS-Regimes an ihren Verwandten im Reich bewirken könnte, der neuen Regierung gegenüber „fügsam“ und kooperativ verhielt.]


168 Vgl. Poll: Das Schicksal Aachens, a. a. O., S. 242f.

169 Vgl. Gasten: Aachen im NS, a. a. O., S. 323/ Posener, Julius: In Deutschland 1945 bis 1946, Berlin 2001, S. 22. (Künftig zitiert: Posener: Deutschland 1945 bis 1946, a. a. O., S.).

170 Vgl.hierzu: Pabst, Klaus: Die Nachkriegszeit begann in Aachen, in: Walter Först (Hrsg.): Beiderseits der Grenzen. Beiträge zur Landesgeschichte des Rheinlandes und Westfalens, Bd. 12, Köln 1987. (Künftig zitiert: Pabst: Nachkriegszeit in Aachen, a. a. O., S.).

171 Die Zeit, a. a. O., S.3.

Das Hitlerregime hatte bei den Aachenern, die bis zur Kapitulation der deutschen Truppen am 21.Oktober 1944 in ihrer Stadt ausgeharrt hatten, einen denkbar ungünstigen Eindruck zurückgelassen. Mit zwei Stichworten läßt sich dies belegen: Das eine lautet Evakuierung. Diese hatte Himmler in Aachen noch am 10. September prahlerisch für ausgeschlossen erklärt. Zwei Tage später wurde sie von Hitler dann doch angeordnet. [...] Am Ende waren es 17.995 Aachener, die teils freiwillig, teils gezwungen, ihre Stadt verließen; kaum 6.000 gelang es, sich in Kellern versteckt zu halten, in ständiger Angst vor den Häschern der SS, die - unter der Androhung von Strafverfolgung wegen Landesverrats - bis zur endgültigen Einschließung der Stadt ihre Jagd auf verbliebene Zivilisten fortsetzten, um sie abzutransportieren. Das zweite Stichwort lautet: Geordnete Übergabe, das heißt die Einrichtung einer Übergangsverwaltung, die die Verwaltung von Aachen bei hoffnungsloser militärischer Lage an die Alliierten übergeben sollte. Obwohl mehrere Aachener Bürgerdelegationen darauf drangen - eine Übergangsverwaltung war unter dem Museumsdirektor Felix Kuetgens noch von dem scheidenden Oberbürgermeister Quirin Jansen eingesetzt worden -, wurde alles, was nach Kapitulation aussah, natürlich verweigert. Die Vertreter der Übergangsverwaltung wurden zum VerlassenVerlassen der Stadt gezwungen. Hitler selbst befahl, Aachen bis zum letzten Mann zu verteidigen, und wenn nur ein Trümmerfeld übrigbliebe. Kein Wunder, dass sich die Stimmung der zurückgebliebenen Aachener drastisch verschlechterte - ein Beobachter sprach geradezu von einer für die staatlichen Vertreter bedrohlichen Einstellung der Bunkerinsassen, die sich von den Behörden im Stich gelassen fühlten. [Anm. 2] Nach alledem kann es nicht überraschen, daß die 6.000 Aachener, die die Schlacht überlebt hatten, tief aufatmeten, als die deutschen Truppen unter Hinterlassung eines Trümmerfeldes am 21. Oktober 1944 schließlich kapitulierten.

Man kann also feststellen, dass zusammen mit ihrem Bischof die Aachener Restbevölkerung, welche die siegreichen Amerikaner vorfanden, in ihrer großen Mehrheit das Hitlerregime gründlich satt hatten und, wie einige von ihnen gegenüber amerikanischen Nachrichtenoffizieren erklärten, die Sieger ehrlich als echte Befreier begrüßt haben.

[...]

Was die Deutschen anlangte, denen die amerikanischen Eroberer begegneten, so beteuerten diese unisono, mit dem Naziregime nichts zu tun gehabt zu haben. Im übrigen erwiesen sie sich als "fügsam" (docile) und kooperativ, solange sie nicht befürchten mussten, dass ihnen ihr Verhalten Repressalien des NS-Regimes an ihren Verwandten im Reich eintragen könnte; [...]

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle, aus der fast die gesamte Seite ihren Inhalt (und teilweise auch ihren Wortlaut) bezieht, ist in Fn. 166 auf S. 54 genannt.

Der Zitatsatz vor der Fn. 171 geht nicht in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Analyse:Cc/Fragment 059 06 - Diskussion
Bearbeitet: 17. September 2016, 20:59 Schumann
Erstellt: 6. April 2014, 16:21 (SleepyHollow02)
Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 6-29, 104-107, 109-111
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): Internetquelle, Zeilen: -
[...] Saul K. Padover183 [...] Die von ihm geführten, wörtlich überlieferten Interviews hatten als Gesamttenor die deutsche Angst vor einem Überhandnehmen des Kommunismus und warben deshalb für ein deutschamerikanisches Zusammengehen. Den „Aachener Skandal“, den diese Interviews auslösten, lag jedoch in der Erkenntnis, dass es Deutsche gab, die keine Konzessionen an die NS-Bewegung gemacht hatten und die nun bereit waren, das ganze Ausmaß der deutschen Schuld anzuerkennen. Padovers Erwartungen entsprechend waren diese Aachener Angehörige der deutschen Linken184.

Es war seine feste Überzeugung, dass „[…] trotz ihrer verheerenden und moralisch kompromittierenden Passivität die links stehenden Arbeiter das einzige nicht-militärische und nichtfaschistische Element im Reich gewesen waren […]. Wenn Deutschland einmal wieder moralisch anständig und gleichzeitig politisch harmlos werden will, dann kann dies nur durch die Linke geschehen.“185

Padover war jedoch schon bei seinem ersten Besuch in Aachen Anfang Dezember 1944 aufgefallen, dass eben diese Linke in der Aachener Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Franz Oppenhoff so gut wie gar nicht vertreten war. Padover veranlasste daraufhin nähere Nachforschungen auf diesem Gebiet und war der Ansicht, der Verschwörung einer unbelehrbaren Rechten mit dem erklärten Ziel, die Linke in Aachen nicht zum Zuge kommen zu lassen, auf die Schliche gekommen zu sein. In seinem Schluss-[bericht, den er Ende Januar 1945 verfasste, berichtete er von einer Elite von Fachleuten – Juristen, Ingenieuren, Rechtsanwälten und Kirchenmännern –, über die er schreibt: „Diese Elite ist gerissen, zielstrebig und angriffslustig […].]


183 Saul K. Padover wurde 1905 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren, wanderte 1920 in die USA aus und studierte in Yale und Chicago. 1938 wurde er persönlicher Referent des Innenministeriums und ging 1943 zur Abteilung für psychologische Kriegsführung nach London. Er veröffentlichte einige populärwissenschaftliche Bücher zur deutschen und amerikanischen Geschichte und verfügte über den im amerikanischen Militär kostbaren Vorzug, die deutsche Sprache zu beherrschen. Vgl. hierzu: Padover: Experiment in Germany, a. a. O.

184 Unter ihnen waren meist ehemalige Sozialdemokraten, wie beispielsweise der spätere Erstherausgeber der AN oder der Gewerkschafter Heinrich Hollands, oder gelegentlich auch Kommunisten.

185 Padover: Experiment in Germany, a. a. O., S. 88.

Jüdischer Herkunft, war er in den frühen zwanziger Jahren mit seiner Mutter aus Wien in die USA ausgewandert, hatte dort einige populärwissenschaftliche Bücher zur deutschen und amerikanischen Geschichte veröffentlicht und verfügte über den im amerikanischen Militär kostbaren Vorzug, die deutsche Sprache zu beherrschen.

Die Interviews, die er mit bekannten Aachenern durchführte, sind uns zum größten Teil wörtlich und namentlich überliefert. Was ihm bei den meisten seiner deutschen Informanten erstaunte, war ihre geringe Neigung, die moralische Zerknirschtheit an den Tag zu legen, die er eigentlich von ihnen erwartete. Einig waren sie sich in der Furcht vor einem Überhandnehmen des Kommunismus. Bisweilen warben sie für ein deutsch-amerikanisches Zusammengehen gegen diese Gefahr. Doch gab es für ihn eine wichtige Ausnahme, die festgehalten werden muss, war sie es doch, die dann den "Aachener Skandal" auslöste: Es gab Deutsche, auf die er traf, die keine Konzessionen an die NS-Bewegung gemacht hatten und die bereit waren, das ganze Ausmaß der deutschen Schuld anzuerkennen. Das waren die Angehörigen der deutschen Linken (zum Beispiel der spätere Erstherausgeber der „Aachener Nachrichten“, der Gewerkschaftler Heinrich Hollands), die er interviewte, meist ehemalige Sozialdemokraten, gelegentlich auch Kommunisten.

Dieses Ergebnis entsprach den Erwartungen, mit denen Padover sich an seine Befragungsaktion in Aachen gemacht hatte. Es war seine Überzeugung, dass trotz ihrer verheerenden und moralisch kompromittierenden Passivität die links stehenden Arbeiter das einzige nicht-militaristische und nicht-faschistische Element im Reich gewesen waren... Wenn Deutschland einmal wieder moralisch anständig und gleichzeitig politisch harmlos werden wollte, dann kann dies nur durch die Linke geschehen. [Anm. 7] Es war nun Padover schon bei seinem ersten Aachen-Besuch Anfang Dezember 1944 aufgefallen - einige seiner zur Linken gehörenden deutschen Gesprächspartner hatten ihn darauf hingewiesen -, dass eben diese Linke in der Aachener Stadtverwaltung unter Franz Oppenhoff so gut wie gar nicht vertreten war, weder Gewerkschaftler noch Sozialdemokraten, geschweige denn Kommunisten. [...]

Während die Aachener in den letzten Dezembertagen 1944 noch vor der Rückkehr deutscher Truppen bangten, begann Padover mit seinen Zeugenvernehmungen. Das Ergebnis war alarmierend! Nichts weniger als eine politische Verschwörung meinte er in Aachen aufgedeckt zu haben - die Verschwörung einer unbelehrbaren Rechten mit dem erklärten Ziel, die Linke in Aachen nicht zum Zuge kommen zu lassen. Im Mittelpunkt dieser Konspiration aber stand kein anderer als der Aachener Oberbürgermeister Oppenhoff.

Ende Januar 1945 gab Padover seine Emittlungsergebnisse nach oben weiter. Er berichtete von einer Elite von Fachleuten - Juristen, Ingenieuren, Rechtsanwälten, Geschäftsleuten und Kirchenmännern: Diese Elite ist gerissen, zielstrebig und angriffslustig... [...] [Anm. 8]


7. Saul Padover, Experiment in Germany. The Story of an American Intelligence Officer, New York 1946, S. 88.

8. Padovers Bericht ist abgedruckt in: Saul Padover u.a., The Political Situation in Aachen, in: Daniel Lerner (Hg.), Propaganda in War and Crisis, New York 1972 (Wiederabdruck), S. 434 ff.

Anmerkungen

Umformulierungen sind erkennbar. Gleichwohl wäre hier ein Verweis auf die eigentliche Quelle nötig gewesen (der sich erst auf S. 61 in Fn. 189, für ein kurzes wörtliches Zitat findet).

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[3.] Analyse:Cc/Fragment 060 01 - Diskussion
Bearbeitet: 17. September 2016, 21:15 Schumann
Erstellt: 12. September 2013, 12:22 (Sotho Tal Ker)
Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
[In seinem Schluss-]bericht, den er Ende Januar 1945 verfasste, berichtete er von einer Elite von Fachleuten – Juristen, Ingenieuren, Rechtsanwälten und Kirchenmännern –, über die er schreibt: „Diese Elite ist gerissen, zielstrebig und angriffslustig […]. Hinter ihr wirkte der Bischof von Aachen, eine machtvolle Persönlichkeit mit einer charakteristischen Behutsamkeit und Finesse. Die meisten Mitglieder dieser Clique sind antiliberal, antidemokratisch und arbeiten auf einen christlichen Ständestaat hin.“186

Zu allem Übel hatte diese klerikal-faschistische Stadtverwaltung auch noch mehrere NSDAP-Mitglieder in ihren Reihen geduldet. Sollte dies das Modell für das künftige Deutschland werden? Wurden die Deutschen damit nicht um die politischen Chancen betrogen, die Roosevelt und Churchill ihnen in Aussicht gestellt hatten? Oppenhoff und seinen Mitarbeitern, die ihr Leben dafür riskierten, dass im besetzten Aachen wieder einigermaßen geordnete Zustände einkehrten, wurde hier moralisch Unrecht getan. Dennoch hatte Padover partiell richtig geurteilt, denn die politische Linke in Oppenhoffs Stadtverwaltung war in der Tat unterrepräsentiert. Wie auch immer der Wahrheitsgehalt von Padovers Bericht zu beurteilen ist – wichtig ist vor allem, dass er seine Version der Aachener Vorgänge an höherer Stelle der amerikanischen Seite im Februar des Jahres 1945 erst einmal durchsetzte. Am 7. Februar wurde in den „Aachener Nachrichten“ die Entlassung von 27 Angestellten der Aachener Stadtverwaltung namentlich bekannt gegeben.187 Diese seien, wie es hieß, „in mehr oder minderem Grade aktive Mitglieder der Nazipartei“ gewesen. Durch die Säuberungen, die in den folgenden Wochen in Oppenhoffs unmittelbarer Umgebung durchgeführt wurden, bekam auch er deutlich zu spüren, dass die amerikanische Besatzungsmacht ihm zunehmend misstraute. Padover hatte in seinem Bericht unter dem Punkt Personalsäuberung auch [die Absetzung Oppenhoffs gefordert.188]


186 Padover, Saul: The Political Situation in Aachen, in: Daniel Lerner (Hrsg.): Propaganda in War and Crisis, New York 1972 (Wiederabdruck), S. 434ff (Künftig zitiert: Padover: The Political Situation in Aachen, a. a. O., S.).

187 Vgl. AN vom 07.02.1945, 1. Jg., Nr. 3, S. 1:

[188 Vgl. Padover: The Political Situation in Aachen, a. a. O., S. 444.]

Am 7. Februar 1945 meldete dann die Nummer 3 der (seit dem 24. Januar 1945 erscheinenden) "Aachener Nachrichten" auf ihrer ersten Seite die Entlassung von 27 namentlich aufgezählten Angestellten der neuen Stadtverwaltung, weil alle, wie es hieß, in mehr oder minderem Grade aktive Mitglieder der Nazipartei waren. In den Folgewochen ging es mit dieser Säuberung Schlag auf Schlag weiter - auch Oppenhoffs unmittelbare Umgebung wurde gereinigt. Der Oberbürgermeister, verständlicherweise amtsmüde und von bösen Vorahnungen verfolgt, bekam zu spüren, dass die amerikanische Besatzungsbehörde ihm zunehmend misstraute.

[...]

Ende Januar 1945 gab Padover seine Emittlungsergebnisse nach oben weiter. Er berichtete von einer Elite von Fachleuten - Juristen, Ingenieuren, Rechtsanwälten, Geschäftsleuten und Kirchenmännern: Diese Elite ist gerissen, zielstrebig und angriffslustig... Hinter ihr wirke der Bischof von Aachen, eine machtvolle Persönlichkeit mit einer für ihn charakteristischen Behutsamkeit und Finesse. Die meisten Mitglieder dieser Clique hätten im Dienst der in Aachen gelegenen Hauptrüstungswerke Veltrup und Talbot gestanden. Antiliberal, antidemokratisch, arbeiteten sie auf einen autoritären christlichen Ständestaat hin. [Anm. 8]

Und zu allem Übel hatte diese klerikal-faschistische Stadtverwaltung auch noch mehrere Exmitglieder der NSDAP in ihren Reihen geduldet. Sollte dies das Modell für das künftige Deutschland werden? Wurden die Deutschen damit nicht um die politischen Chancen betrogen, die Roosevelt und Churchill ihnen in Aussicht gestellt hatten?

An dieser Stelle muss der Historiker intervenieren. Denn Oppenhoff und seinen Mitarbeitern, die ihr Leben dafür riskierten, dass im besetzten Aachen wieder einigermaßen geordnete Zustände zurückkehrten, wurde mit diesen Auslassungen moralisch gewiss bitter Unrecht getan. Dennoch: Politisch hatte Padover richtig geurteilt, war doch die Linke in Oppenhoffs Stadtverwaltung in der Tat, gelinde gesagt, unterrepräsentiert. Was immer der Wahrheitsgehalt von Padovers Bericht gewesen sein mag, historisch wichtig ist, daß sich seine Version der Aachener Vorgänge an höherer Stelle auf der amerikanischen Seite im Februar/März 1945 zunächst einmal durchsetzte.

[...]

Padover hatte ausdrücklich auch dessen Absetzung gefordert. [Anm. 11]


8. Padovers Bericht ist abgedruckt in: Saul Padover u.a., The Political Situation in Aachen, in: Daniel Lerner (Hg.), Propaganda in War and Crisis, New York 1972 (Wiederabdruck), S. 434 ff.

11. Padover, The Political Situation in Aachen, S. 444.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die erkennbar eigentliche Quelle für die Ausführungen auf dieser Seite.

Sichter
(Sotho Tal Ker) Schumann

[4.] Analyse:Cc/Fragment 122 07 - Diskussion
Bearbeitet: 13. September 2016, 14:10 Schumann
Erstellt: 6. April 2014, 17:24 (SleepyHollow02)
Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, Wikipedia KPD 2006

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 122, Zeilen: 7-23, 27-37
Quelle: Wikipedia KPD 2006
Seite(n): Internetquelle, Zeilen: -
Die KPD hatte sich – aufgrund der Erfahrungen der Auseinandersetzungen der SPD-Führung gegen die nach Ansicht der KPD revolutionsbereite Bevölkerung – von Beginn ihres Bestehens an als Gegensatz und Gegengewicht zur SPD verstanden. Sie wollte deren ursprüngliches Ziel, den Sozialismus, weiterverfolgen und damit den deutschen Arbeitern eine revolutionäre Alternative zum dem Bürgertum angepassten Reformismus anbieten. Die KPD verstand sich als Massenpartei und wollte die sozialistische Rätedemokratie von der Betriebsebene aus verwirklichen, die durch – so der Vorwurf der KPD – die SPD- und Gewerkschaftsführung verhindert und durch die USPD nicht energisch genug angestrebt worden sei. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten und im Besonderen nach dem Reichstagsbrand wurde die KPD, die zum reichsweiten Generalstreik aufgerufen hatte, wie die übrigen Parteien zuerst verfolgt und später verboten. Die Nationalsozialisten zählten Kommunisten und Sozialisten zu ihren Hauptfeinden. [...] Mit dem Prager Manifest der SPD des Jahres 1934 und den Beschlüssen der „Brüsseler Konferenz“ der KPD im Jahr 1935 wurde die Sozialfaschismustheorie als Fehler erkannt und die Grundlagen für ein gemeinsames Vorgehen wurden geschaffen. Diese Einsicht kam zu spät, sodass auch die KPD, wie alle übrigen Parteien, im Kampf gegen die faschistische Diktatur von 1933 bis 1945 große Verluste zu beklagen hatte. Das Zentralkomitee (ZK) der KPD mit Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht an der Spitze entwickelte, unter anderem auf der „Brüsseler“ und „Berner Konferenz“, ein Programm zur Rettung der deutschen Nation. Im sowjetischen Exil gründete die KPD [das „Nationalkomitee Freies Deutschland“ (NKFD), ein Zentrum des Kampfes von Antifaschisten aller Lager, welches in ähnlichen Organisationen auch in Frankreich, den Niederlanden und Mexiko konzipiert wurde.] Die Gründung der KPD war seit etwa Anfang Dezember 1918 geplant und erfolgte dann als direkte Reaktion auf die Ereignisse des 24. Dezember in Berlin. Dabei wurde die Absicht Friedrich Eberts unübersehbar, kaiserliches Militär gegen Revolutionäre einzusetzen und diese zu entmachten. Bald darauf erfuhren die Linken die Gewaltbereitschaft der SPD-Führung: Es kam zum Einsatz der Freikorps gegen Teile der Berliner Bevölkerung, die die Revolution unter Mitwirkung und teilweiser Führung der Spartakisten fortsetzen wollten. [...]

Die KPD verstand sich wegen dieser Erfahrungen von Beginn an als Gegensatz und Gegengewicht zur SPD. Sie wollte deren ursprüngliches Ziel, den Sozialismus, weiterverfolgen und damit den deutschen Arbeitern eine revolutionäre Alternative zum dem Bürgertum angepassten Reformismus anbieten. Sie verstand sich als Massenpartei und wollte die sozialistische Rätedemokratie von der Betriebsebene aus verwirklichen, die durch die SPD und Gewerkschaftsführungen verhindert und durch die USPD nicht energisch genug angestrebt worden war.

Die Nationalsozialisten zählten Kommunisten und Sozialisten zu ihren Hauptfeinden. So wurde die KPD bereits kurz nach dem Reichstagsbrand verboten, viele ihrer Anhänger und die ihrer Splittergruppen verhaftet und bereits 1933, mit als erste in die Konzentrationslager Dachau oder die Lager im Emsland gesperrt. Sie wurden im „Dritten Reich“ systematisch politisch verfolgt, in Konzentrationslager gesperrt und ermordet, einfache Mitglieder, wie leitende Kader wie zum Beispiel Ernst Thälmann oder Werner Scholem. Die KPD hatte im Kampf gegen die faschistische Diktatur von 1933 bis 1945 große Verluste.

Mit dem Prager Manifest der SPD 1934 und den Beschlüssen der Brüsseler Konferenz der KPD 1935 wurde die Sozialfaschismusthese als Fehler erkannt und Grundlagen für ein gemeinsames Vorgehen ermöglicht. Das ZK der KPD mit Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht an der Spitze entwickelte ein Programm zur Rettung der deutschen Nation (zum Beispiel auf der Brüsseler und Berner Parteikonferenz der KPD). Im sowjetischen Exil gründete die KPD das "Nationalkomitee Freies Deutschland" (NKFD), ein Zentrum des Kampfes von Antifaschisten aller Lager. Ähnliche partei- und weltanschauungsübergreifend konzipierte Organisationen wurden auch in Frankreich, Niederlande und sogar Mexiko von Exilanten aufgebaut.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Die Wikipedia ist in der gesamten Arbeit nicht erwähnt. Auf den Seiten 121 und 123 gibt es weitere Übernahmen daraus.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[5.] Analyse:Cc/Fragment 267 01 - Diskussion
Bearbeitet: 19. September 2016, 19:53 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 12:00 (Bummelchen)
BauernOpfer, Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Wielenga 2000

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 267, Zeilen: 1-38
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 25, 30, 33, 36, 38, Zeilen: 25: 2 ff.; 30: 14 ff., 29 ff.; 33: 30 f.;, 36: 25 ff.; 38: 20 ff.
Nach der niederländischen Handelsmentalität ist „Ein Geschäft ein Geschäft, auch wenn der Teufel der Partner ist“, und so hoffte man, einen Rahmen zu schaffen, in dem eine „gesunde Wirtschaft der Deutschen sozusagen ungefährlich blühen konnte“.780 Auf der Grundlage dieser Elemente und vor dem Hintergrund, dass die Niederlande als kleiner alliierter Partner kaum Einfluss auf die Politik der Vereinigten Staaten, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs ausüben konnten, die als Besatzungsmächte die oberste Autorität in Deutschland bildeten, ließ sich kaum eine konsistente Deutschlandpolitik formulieren. Um gegenüber dem Kreis der Großmächte mehr Einfluss ausüben zu können, schlossen sich die Niederlande mit Belgien und Luxemburg zum Benelux-Verbund zusammen und stellten mit dem Blick auf Deutschland wiederholt finanzielle und ökonomische Forderungen. Zudem sollte die Wiederherstellung der Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland zu einem Eckpfeiler der Nachkriegspolitik werden, und mit dem Eintreten für den deutschen Wiederaufbau in diesem Gebiet steuerte man in dieselbe Richtung wie die Amerikaner und Briten. Neben den wirtschaftlichen Plänen existierten zum Teil inhumane politische Vorhaben, wie der Plan, alle in den Niederlanden wohnenden Deutschen des Landes zu verweisen. Die Deutschen, die den Besatzungsbehörden angehört hatten, waren größtenteils weggegangen, interniert oder warteten auf ihren Prozess. Nun sollte jedoch auch die pauschale Ausweisung der schätzungsweise 25.000 Deutschen erfolgen, die seit Langem in den Niederlanden wohnten und nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun gehabt hatten oder sogar in den dreißiger Jahren vor den Nationalsozialisten hierher geflüchtet waren. In dieser Phase, in der man die Deutschen vom niederländischen Grund und Boden entfernen wollte, plädierte man auch für eine starke Reduzierung bzw. Abschaffung des [Deutschunterrichts.781]

780 Wielenga, Friso: Vom Feind zum Partner. Die Niederlande und Deutschland seit 1945, Münster 2000, S. 25 (Künftig zitiert: Wielenga: Vom Feind zum Partner, a. a. O., S.).

[781 Die Bestrebungen des Kultusministers G. Bolkestein bestanden darin, Deutsch als Pflichtfach abzuschaffen und es nur als freiwilliges Wahlfach fortbestehen zu lassen. Dadurch sollte es in der Praxis zu einem Verlust des Deutschunterrichts um 20-30% im Vergleich zur Vorkriegszeit kommen.]

[Seite 25, Z. 2 ff.]

Selbstverständlich bedeutete diese Stimmung keinen 'Blankoscheck' für den deutschen Wiederaufbau. Man hoffte, einen Rahmen zu schaffen, in dem „eine gesunde Wirtschaft der Deutschen sozusagen ungefährlich blühen konnte".6 [...] „Ein Geschäft ist ein Geschäft, auch wenn der Teufel der Partner ist", hat Hermann von der Dunk einmal mit Blick auf die niederländische Handelsmentalität festgestellt.7 Für die ersten Jahre nach 1945 charakterisiert dies zutreffend die Einstellung gegenüber Deutschland.

Starke antideutsche Gefühle, der Wunsch nach Bestrafung und Schadenersatz, die Verhinderung einer neuen deutschen Gefahr, aber auch das Zusteuern auf eine ökonomische Erholung Deutschlands und das Bewußtsein, daß harte Friedensbedingungen nicht im niederländischen Interesse lagen - eine konsistente Deutschlandpolitik ließ sich auf der Grundlage dieser Elemente kaum formulieren. Außerdem konnten die Niederlande als kleiner alliierter Partner auch kaum Einfluß auf die Politik der Vereinigten Staaten, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs ausüben, die als Besatzungsmächte die oberste Autorität in Deutschland bildeten.

[Seite 30, Z. 14 ff., 29 ff.]

Ein westeuropäischer Sicherheitspakt bot den Niederlanden nicht nur die Möglichkeit, im Benelux-Verbund mehr Einfluß im Kreis der Großmächte auszuüben, sondern er konnte darüber hinaus das amerikanische Vertrauen in die Stärke Europas vergrößern.

[...]

[...] Die drohende Entkolonialisierung Indonesiens forderte ein aktives Handeln, und mit Blick auf Deutschland legte Den Haag 1946 und 1947 wiederholt finanzielle und ökonomische Forderungen auf den Tisch. Ganz auf der Linie des oben zitierten Sozialdemokraten Drees hatte die niederländische Exilregierung in London bereits während des Krieges die Wiederherstellung der Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland zu einem Eckpfeiler der Nachkriegspolitik gemacht.

[Seite 33, Z. 30 f.]

Mit dem Eintreten für einen deutschen Wiederaufbau steuerte Den Haag in dieselbe Richtung wie die Amerikaner und Briten.

[Seite 36, Z. 25 ff.]

Das galt z.B. für den Beschluß von Justizminister Kolfschoten (Katholische Volkspartei, KVP) vom August 1945, alle in den Niederlanden wohnenden Deutschen des Landes zu verweisen.25 Daß es das Bedürfnis gab, alle diejenigen zu entfernen, die den deutschen Besatzungsbehörden angehört hatten, war selbstverständlich, aber diese Deutschen (und Österreicher) waren größtenteils bereits weggegangen, interniert oder warteten in einer Reihe von Fällen auf ihren Prozeß. Der Plan Kolfschotens mit dem Decknamen „Black Tulip" ging darüber hinaus und beinhaltete die Ausweisung ohne Ansehen der Person. Dies hätte zur Folge gehabt, daß auch Deutsche, die seit langem in den Niederlanden wohnten und nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun gehabt hatten oder sogar in den dreißiger Jahren vor den National-

[Seite 37, Z. 1 ff.]

Sozialisten geflüchtet waren, das Land verlassen mußten. Obwohl Kolfschoten auf große öffentliche und politische Unterstützung rechnen konnte, formierte sich auch Widerstand gegen diese Pläne, die zur Ausweisung von schätzungsweise 25.000 Deutschen geführt hätten.

[Seite 38, Z. 20 ff.]

In derselben Phase, als man die Deutschen von niederländischem Grund und Boden entfernen wollte, plädierte man auch für eine starke Reduzierung oder sogar Abschaffung des Deutschunterrichts.


6. H. LADEMACHER, Die wirtschaftlichen Beziehungen in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts, in: HESS/SCHISSLER (Hrsg.), Nachbarn, S. 65.

7. H.W. VON DER DUNK, Die Niederlande und Deutschland. Randvermerke zu einer Nachbarschaft, in: Die Niederlande. Korrespondenten berichten, Zürich 1980, S. 132.

25. Die folgende Darstellung nach BOGAARTS, Parlementaire geschiedenis, Bd. C, S. 1716-1739; vgl. auch DERS., Ressentimenten en realiteitszin in Nederland 1945-1950, in: WlELENGA (Hrsg.), Duitse buur, S. 12ff.

Anmerkungen

Fortsetzung von Seite 266.

Klassisches Bauernopfer: Lediglich für das übernommene wörtliche Zitat zu Beginn wird die Quelle angegeben, dass auch die anderen Ausführungen auf der Seite daraus stammen und aus einzelen Textfragmenten - mit hohem wörtlichen Anteil - kompiliert wurden, bleibt unausgewiesen.

Sichter
(Bummelchen) Schumann

[6.] Analyse:Cc/Fragment 268 01 - Diskussion
Bearbeitet: 19. September 2016, 21:21 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 17:12 (Bummelchen)
Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, Wielenga 2000

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 268, Zeilen: 1 ff. (kpl.), 101-125
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 38, 39, 41, 42, 43, 46, Zeilen: 38: 4 ff.; 39: 31 ff.; 41: 6 ff.; 42: 23 ff.; 43: 15 ff.; 45: 2 ff.; 46: 9 ff.
[In dieser Phase, in der man die Deutschen vom niederländischen Grund und Boden entfernen wollte, plädierte man auch für eine starke Reduzierung bzw. Abschaffung des] Deutschunterrichts.781 Diesen Plänen stand die niederländische Annexionspolitik kontrovers gegenüber. Während man einerseits die Ausweisung tausender Deutscher forderte, hätte andererseits die Umsetzung der niederländischen Annexionswünsche782 zur Einbürgerung von ca. 119.000 „neuen Deutschen“ in die Niederlande geführt. Diese verschiedenartigen Bestrebungen in Bezug auf Deutschland führten auch innerhalb des niederländischen Parlaments zu Meinungsverschiedenheiten. Während die sozialdemokratische Partei der Arbeit (PdA) es als wichtiger erachtete, die niederländische Deutschlandpolitik auf den Aufbau eines demokratischen und wirtschaftlichen gesunden Deutschlands und die Einbindung in den Wiederaufbau Europas zu richten und die Fragen der Grenzkorrekturen an der Ostgrenze hinten anzustellen, plädierte die KVP für sofortige Grenzkorrekturen und brachte ihre Verärgerung über die deutschen Versuche, die Grenzkorrekturen zu verhindern783, zum Ausdruck. Auf politischer Ebene war das niederländisch-deutsche Verhältnis der ersten Nachkriegsjahre bis Anfang 1947784 durch eine Kombination von Zielen und Interessen in einer unzusammenhängenden Liste von Wünschen und Absichten gekennzeichnet, die eine kohärente [Deutschlandpolitik unmöglich machten.785]

781 Die Bestrebungen des Kultusministers G. Bolkestein bestanden darin, Deutsch als Pflichtfach abzuschaffen und es nur als freiwilliges Wahlfach fortbestehen zu lassen. Dadurch sollte es in der Praxis zu einem Verlust des Deutschunterrichts um 20-30% im Vergleich zur Vorkriegszeit kommen.

782 Im September 1945 gab es Bestrebungen des Außenministers van Kleffens, die Niederlande um ein Drittel zu vergrößern, was auf rund 10.000 km² mit anderthalb Millionen deutschen Einwohnern hinausgelaufen wäre. Im Sommer 1946 war davon in der ersten offiziellen Regierungsverlautbarung ungefähr die Hälfte übrig geblieben (4980 km², ca. 550.000 Deutsche). Anschließend wurde im Herbst 1946 dem Kreis der Großen Vier eine Forderung von 1750 km² mit ca. 119.000 deutschen Bewohnern präsentiert. An dieser Forderung hielten die Niederlande in den folgenden Jahren fest. 1949, mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, gingen 135 km² mit ca. 13.500 Deutschen an die Benelux-Staaten. Die Niederlande erhielten mit 69 km² und 10.000 Deutschen den Löwenanteil.

783 Hierbei ist vor allem der Besuch des ersten nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Karl Arnold gemeint, der am Vorabend der Debatte über die Grenzkorrektur in der Ersten Kammer des niederländischen Parlaments erschienen war, um Parlament und Regierung von der Ungerechtigkeit des niederländischen Vorhabens zu überzeugen. Dieser Versuch, der auf deutscher Seite als „Verständigungswillen“ gewertet worden war, war nach niederländischer Ansicht ein Zeichen für die „Unbußfertigkeit“ der Deutschen.

784 Erst mit dem Bruch zwischen Ost und West über das Europäische Wiederaufbauprogramm begann für die Niederlande ein neuer außenpolitischer Kurs, der von wirtschaftlichem Wiederaufbau, Sicherheit und politischer Zusammenarbeit im westeuropäischen und atlantischen Rahmen gekennzeichnet war.

[785 Schönwald, Matthias: New Friends - Difficult Friendships: Germany and its Western Neighbours in Postwar Era, in: Contemporary European History, II 2 (2002), S. 317-332, hier: S. 323f.]

[Seite 38, ab Z. 4]

Daß letztendlich nur 3691 Personen tatsächlich ausgewiesen wurden, ändert daran nichts, denn noch im Sommer 1947 standen 10.000 Deutsche auf der Abzugsliste. Diese Politik war nicht nur hart, sondern auch inkonsequent: Während man einerseits auf den Abzug Tausender Deutscher zusteuerte, hätte andererseits die Umsetzung der Annexionswünsche zu ca. 119.000 ,neuen' Deutschen innerhalb der niederländischen Grenzen geführt. Außerdem wollte die Regierung 1947-48 technische und wissenschaftliche Experten in Deutschland anwerben, um bestimmte Industriezweige in den Niederlanden weiterzuentwickeln.

[...]

In derselben Phase, als man die Deutschen von niederländischem Grund und Boden entfernen wollte, plädierte man auch für eine starke Reduzierung oder sogar Abschaffung des Deutschunterrichts. Einer derjenigen, die dafür eintraten, war der Kultusminister der Londoner Jahre, G. Bolkestein. In einem nach ihm benannten Bericht von 1947 über eine allgemeine Unterrichtsreform wurde gefordert, Deutsch als Pflichtfach abzuschaffen und es nur als freiwilliges Wahlfach fortbestehen zu lassen.27 [...] Die weitgehende Ansicht Bolkesteins sollte nicht in die Praxis umgesetzt werden, aber im Vergleich zu der Vorkriegszeit verloren die weiterführenden Schulen in Deutsch doch 20-30% der Unterrichtsstunden.

[Seite 39, ab Z. 31]

Auch das Kabinett selbst nahm regen Anteil am Pläneschmieden, wenn sich auch der geforderte Umfang von 1945 bis 1947 rasch verringerte. Im September 1945 wollte Außenminister van Kleffens die Niederlande um ein Drittel vergrößern, was auf rund 10.000 km² mit anderthalb Millionen deutschen Einwohnern hinauslief. Im Sommer 1946 war davon in der ersten offiziellen Regierungsverlautbarung ungefähr die Hälfte übriggeblieben (4980 km², ca. 550.000 Deutsche). Anschließend wurde im Herbst 1946 den Großen Vier eine Forderung von 1750 km² mit ca. 119.000 deutschen Bewohnern präsentiert. Daran sollten die Niederlande in den folgenden Jahren festhalten.

[Seite 41, Z. 6-8]

Insgesamt ging es dabei um 135 km2 mit ca. 13.500 deutschen Bewohnern, von denen die Niederlande den Löwenanteil erhielten.

[Seite 42, ab Z. 23]

Im Parlament gingen die Meinungen weit auseinander. Im Namen der Mehrheitsfraktion der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA) erklärte G. Ruygers, daß die Annexions- und Grenzkorrekturfrage „in die Atmosphäre des ersten Nachkriegsjahres" passe, während die niederländische Deutschlandpolitik sich nun auf „den Aufbau eines demokratischen und wirtschaftlich gesunden Deutschlands und die Einschaltung Deutschlands in den Wiederaufbau Europas" richten müsse.

[Seite 43, ab Z. 15]

Bei einem Aspekt war man sich im Parlament allerdings einig: Viele Redner brachten ihre Verärgerung über die deutschen Versuche, die Umsetzung der Grenzkorrekturen zu verhindern, zum Ausdruck. Darin sah man den Beweis für die „erschreckende Unbußfertigkeit" der Deutschen, die offenbar „nicht die leiseste Ahnung"38 von den im Krieg begangenen Verbrechen hätten. Vor allem das Verhalten von Karl Arnold (CDU), dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, rief große Irritationen hervor. Arnold, der Politiker, der sich auf deutscher Seite am aktivsten gegen die Grenzkorrekturpolitik wandte, erschien am Vorabend der Debatte in der Ersten Kammer plötzlich in Den Haag, um in letzter Minute Parlament und Regierung von der Ungerechtigkeit des niederländischen Vorhabens zu überzeugen. Arnold erreichte mit seiner Intervention nur das genaue Gegenteil von dem, was er beabsichtigte und stärkte die Position der Befürworter der Grenzkorrekturen.

[Seite 45, ab Z. 2]

In der Zeit zwischen 1945 und 1949 wurde die niederländische Politik gegenüber Deutschland durch eine Kombination von Zielen, Interessen und Gefühlen gekennzeichnet, die eine konsistente Politik beinahe unmöglich machte. [...] So konnte bis Anfang 1947 von einer kohärenten Deutschlandpolitik keine Rede sein, sondern nur von einer unzusammenhängenden Liste von Wünschen und Absichten.

[Seite 46, ab Z. 9]

Der Bruch zwischen Ost und West über das Europäische Wiederaufbau-Programm im Sommer 1947 bedeutete für die Niederlande den Beginn eines neuen Kurses in der Außenpolitik. Wirtschaftlicher Wiederaufbau, Sicherheit und politische Zusammenarbeit konnten offensichtlich nur in einem westeuropäischen und atlantischen Rahmen stattfinden, und Den Haag hatte keine andere Wahl als sich auf die beginnende Blockbildung in Europa einzustellen.


27. Vgl. D. KOLDIJK, Duits, een politiek belast vak? Over de positie van Duits binnen het VWO, in: M. PRANGEL/H. WESTHEIDE (Hrsg.), Duitsßand) in Nederland. Waar ligt de toekomst van de Nederlandse germanistiek?, Groningen 1988, S. 41ff.

38. Handelingen Tweede Kamer 1948-1949, Maenen (KVP), 6.4.1949, S. 1404 (erstes Zitat), und Bruins Slot (ARP), S. 1406 (zweites Zitat); vgl. auch Oud (WD), S. 1408.

Anmerkungen

Fortsetzung von Seite 267.

Trotz aller Textumstellungen und -umformulierungen bleibt in der Gegenüberstellung erkennbar, aus welcher Quelle der Seiteninhalt inkl. der Fußnotentexte kompiliert wurde - ein Hinweis darauf fehlt.

Sichter
(Bummelchen) Schumann

[7.] Analyse:Cc/Fragment 269 09 - Diskussion
Bearbeitet: 19. September 2016, 22:25 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 01:10 (Bummelchen)
BauernOpfer, Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Wielenga 2000

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 269, Zeilen: 7-14 (14-22) 22-31
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 302, 303, 304, 305, Zeilen: 302: 4-6; 303: 17-33; 304: 11-17; 305: 7-17
Vielfach wird die deutsch-niederländische Grenze auch als historisch gewachsene politisch-kulturelle Trennlinie gesehen. In den späten vierziger Jahren ließen die Aussagen über die Deutschen und Deutschland wenig Raum für Nuancen. Es wurden Pauschalurteile gefällt, die sich aus dem Erlebten der Betroffenen ergaben, wie folgende Berichterstattung eines niederländischen Diplomaten zeigt: „Der Deutsche ist folgsam; Gehorchen hat er seit Jahrhunderten im Blut. […] Verstand existiert in dem Land in großem Ausmaß, gesunder Menschenverstand ist dagegen noch immer in short supply. Außerdem ist der durchschnittliche Deutsche weder ausgeglichen noch mäßig. Das Ergebnis ist ein labiler Mensch, gefügig und ehrerbietig, wenn die Machtverhältnisse dazu einen Anlaß geben, aber anderseits leicht zum Hochmut geneigt und mit der unangenehmen Veranlagung, sich selbst aufzuspielen.“787 Der Schatten der Besatzungszeit und der deutsche Charakter, den die Niederlande zwischen 1940 und 1945 kennen gelernt hatten, war ständig präsent. Zudem wurde die niederländische Erwartungshaltung „Wer gesündigt hat, muss öffentlich bereuen.788 Erst dann ist Vergebung möglich“, aufgrund des geringen deutschen Schuldbewusstseins enttäuscht. Eine solche Erwartungshaltung war in den Niederlanden, die seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts keine fremden Truppen mehr auf ihrem Territorium erlebt hatten, stärker ausgeprägt als etwa in Belgien. Zudem schenkte die niederländische Presse Deutschland [wenig Aufmerksamkeit, abgesehen von Ereignissen, die dazu geeignet waren, alte Wunden aufzureißen und die gerne als Sensation im Verbund mit Hassausbrüchen gebracht wurden.]

787 Botschafter van Vredenbusch [sic] zitiert nach: Wielenga: Vom Feind zum Partner,a. a. O., S. 303.

788 Niederländischer Historiker von der Dunk zitiert nach: Wielenga: Vom Feind vom Partner, a. a. O., S. 309.

[Seite 302]

Für Deutschland gelte dies nicht, und so betrachtete Huizinga die deutsch-niederländische Grenze auch als eine historisch gewachsene politisch-kulturelle Trennlinie.

[Seite 303]

Die diplomatische Berichterstattung von Botschafter van Vredenburch (1959-1962) war ebenso durchsetzt mit solchen Klischees: „Der Deutsche ist folgsam; Gehorchen hat er seit Jahrhunderten im Blut. ... Verstand existiert in dem Land in großem Ausmaß, gesunder Menschenverstand ist dagegen noch immer in short supply. Außerdem ist der durchschnittliche Deutsche weder ausgeglichen noch mäßig. Das Ergebnis ist ein labiler Mensch, gefügig und ehrerbietig, wenn die Machtverhältnisse dazu einen Anlaß geben, aber andererseits leicht zum Hochmut geneigt und mit der unangenehmen Veranlagung behaftet, sich selbst aufzuspielen."16

In den Aussagen der späten vierziger und frühen fünfziger Jahre über die Deutschen und Deutschland war wenig Raum für Nuancen. Auch wenn man nicht ausdrücklich auf die Besatzungszeit verwies, war der Schatten des Krieges stets spürbar. Viele den Deutschen zugeschriebene kollektive Eigenschaften paßten genau zu dem deutschen Charakter, den die Niederlande zwischen 1940 und 1945 kennengelernt hatten. [...] „Wer gesündigt hat, muß öffentlich bereuen. Erst dann ist Vergebung möglich", so hat von der Dunk die niederländische Erwartungshaltung beschrieben.17

[Seite 304]

Eine solche Erwartungshaltung war in den Niederlanden stärker ausgeprägt als z.B. in Belgien, Dänemark und Frankreich, was die vergleichsweise mühsame politisch-psychologische Normalisierung zwischen Deutschland und den Niederlanden mit erklären kann.19 Im Gegensatz zu diesen Ländern hatten die Niederlande seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts keine fremden Truppen mehr auf ihrem Territorium erlebt.

[Seite 305]

Das gelte auch für die niederländische Presse, die zu den „schwierigsten Organen der öffentlichen Meinungsbildung im Ausland" gerechnet wurde. Im Gegensatz z.B. zu der belgischen oder der Schweizer Presse schenke die niederländische Presse Deutschland bewußt wenig Aufmerksamkeit, abgesehen von Ereignissen, „die geeignet sind, alte Wunden aufzureißen und die dann gern als Sensationen, verbunden mit Haßausbrüchen, gebracht werden".20


16. BuZa, Code 9, W. Dld., Buitenlandse politiek, Dl. IV, Inv.nr. 4249, van Vredenburch an BuZa, 18.1.1960; vgl. auch seine Memoiren, Nachbarn, S. 515. Vgl. zur niederländischen Bildformung in diesen Jahren auch P. GROENEWOLD, Land in Sicht. Landeskunde als Dialog der Identitäten, Teil 2: Gebrochene Spiegel - Gebroken Spiegels. Rekonstruktion des deutsch-niederländischen Begegnungsdiskurses, Phil. Diss. Groningen, 1997, S. 183ff.

19. Vgl. zu Belgien bzw. Dänemark G. VERBEECK, Gelaten nabuurschap. Belgieen Duitslandsinds 1945, sowie S.B. FRANDSEN, Dilemma's in het Noorden: Deense visies op de grote buur, beide in: WiELENGA (Hrsg.), De Duitse buur, S. lOOff.

20. PA, NA Abt. III, 210-02/53, Deutsche diplomatische und konsularische Vertretungen in den Niederlanden, Bd.l, Instruktion, 12.3.1953.

Anmerkungen

Die Quelle wird für zwei wörtliche Zitate angegeben, doch stammt daraus auch der Inhalt davor, dazwischen und danach, was dem Leser jedoch verborgen bleibt.

Die als nach Wielenga zitiert angegebene wörtliche Übernahme (die nicht in die Zeilenzählung eingeht) vor Fn. 787 weist zwei Übertragungsfehler auf, der Name des Botschafters wird in der Fn. falsch wiedergegeben.

Das kurze von der Dunk-Zitat findet sich ebenfalls auf Seite 303 und nicht wie angegeben auf Seite 309.

Sichter
(Bummelchen) Schumann

[8.] Analyse:Cc/Fragment 270 03 - Diskussion
Bearbeitet: 8. November 2016, 16:55 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 19:58 (Bummelchen)
BauernOpfer, Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Wielenga 2000

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 270, Zeilen: 3-34
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 306, 307, 313, 314, Zeilen: 306: 18 ff.; 307: 3 ff., 23 ff.; 313: 2 ff., letzte 2 Zeilen; 314: 1, 14 f.
Auf deutscher Seite standen für die Mehrheit der Bevölkerung die eigenen Erinnerungen an den Krieg im Vordergrund. Bombardierungen, Fronterfahrungen, Niederlage, Besatzungen sowie Flucht und Vertreibung. Nur eine kleine Minderheit sprach über Schuld und Verantwortung; das Interesse für die Folgen des Zweiten Weltkriegs in den anderen Ländern war gering. Auch auf deutscher Seite herrschten Pauschalurteile vor: Man sah in den Niederländern Bauern – „langsam in ihren Reaktionen und verhalten in ihren Emotionen. Sie vergessen ebenso langsam wie sie denken“, wie Karl Du Mont, der damalige Generalkonsul der Niederlande, später einmal schrieb.789 Somit blickten hier zwei Völker aus wenig differenzierten Perspektiven aufeinander, von denen das eine (das niederländische) nicht vergessen konnte, was das andere ihm angetan hatte und die Anerkennung des erlittenen Unrechts erwartete. Das andere (also das deutsche) Volk sah darin antideutsche Starrheit und war nur geringfügig in der Lage, das niederländische Kriegstrauma790 zu verstehen. Dennoch muss beachtet werden, dass es auch abweichende Deutschlandbilder gab und dass diese vielfach von jenen Menschen vertreten wurden, die selbst Opfer des Nationalsozialismus gewesen waren und in Gefängnissen und Konzentrationslagern Deutsche getroffen hatten, die bereits jahrelang einsaßen. Deshalb konnte für diese Menschen nach 1945 von Kollektivschuld keine Rede sein und sie nahmen relativ schnell Kontakt zu den deutschen Gegnern des Nationalsozialismus auf. Neben diesen Kontakten entstanden auch Verbindungen über ehemalige deutsche Flüchtlinge, die in den 30er Jahren in die Niederlande gekommen waren, sowie über die katholische und protestantische Kirche und zum Teil über Parteien, die ihre Verbindungen aus der Vorkriegszeit wieder aufleben ließen. Man kann also behaupten, dass die ersten Nachkriegskontakte entlang „versäulter Linien“ zustande [kamen.]

789 Vgl. Wielenga: Vom Feind zum Partner, a. a. O., S. 306. Vgl. Mensing: Adenauer die Benelux-Staaten, a. a. O., S. 57.

790 Vgl. hierzu: Withuis, Jolande: Das Kriegstrauma in den Niederlanden, in: Jahrbuch des Zentrums für Niederlande-Studien, Bd. 15, 2004, S. 153-161.

[Seite 306]

„Ob sie Journalisten, Beamte oder Kaufleute sind", berichtete er [Botschaftsrat Werner von Holleben] 1953 nach Bonn, „im Grunde bleiben die Niederländer Bauern, langsam in ihren Reaktionen und verhalten in ihren Emotionen. Sie vergessen ebenso langsam wie sie denken."24 Ein derart stereotypes Bild war zwar nicht repräsentativ für die deutsche Meinungsbildung über die Niederlande, aber es macht deutlich, daß auch auf deutscher Seite Klischees die Wahrnehmung trüben konnten.

[Seite 307]

Für eine Mehrheit der Deutschen stand die eigene Erinnerung an den Krieg im Vordergrund: Bombardierungen, Fronterfahrung, Niederlage, Besatzung und für Millionen auch Flucht oder Vertreibung. Nur eine kleine Minderheit sprach über Schuld und Verantwortung, und das Interesse für die Folgen des Zweiten Weltkriegs in anderen Ländern war gering. [...] Man kann das politisch-psychologische Klima der gegenseitigen Wahrnehmung von Deutschen und Niederländern in den fünfziger Jahren vereinfacht so zusammenfassen: Hier blickten zwei Völker aufeinander, von denen das eine Volk nicht vergessen konnte, was das andere ihm angetan hatte und die Anerkennung erlittenen Unrechts erwartete. Das andere Volk sah darin eine antideutsche Starrheit und war nur unvollkommen in der Lage, das niederländische Kriegstrauma zu verstehen.

[Seite 313]

So ist es bemerkenswert, daß gerade Menschen, die selbst Opfer der Nationalsozialisten waren, für ein differenziertes Deutschlandbild eintraten. So groß bei vielen von ihnen unmittelbar nach 1945 auch der Haß gewesen sein mag, so wurde sich der eine schneller, der andere langsamer bewußt, daß in dem Augenblick, als sie in die deutschen Konzentrationslager geführt wurden, viele Deutsche dort bereits jahrelang eingesessen hatten, und daß deshalb von Kollektivschuld keine Rede sein konnte.33 Gerade sie wurden nach 1945 rasch aktiv und nahmen Kontakt mit deutschen Gegnern des Nationalsozialismus auf.

Kennzeichnend für diese Aktivitäten war - und hier wird ein ideologischer Faktor sichtbar -, daß es dabei um Kontakte zwischen Parteifreunden und Glaubensgenossen beiderseits der Grenze ging. Ein gutes Beispiel dafür bietet das Verhältnis zwischen der SPD und der PvdA in den ersten Nachkriegsjahren. Der gemeinsame ideologische Hintergrund, persönliche Freundschaften aus der Vorkriegszeit und das Bewußtsein, daß die SPD selbst zu den ersten Opfern der NS-Diktatur gehört hatte, führten schon kurz nach dem Krieg zur Wiederaufnahme von Kontakten.34 In protestantischen Kreisen begegneten sich deutsche und niederländische Calvinisten in der Studiengemeinschaft 'Johannes Calvijn'. [...]

Eine bemerkenswerte Rolle bei solchen Kontakten spielten ehemalige deutsche Flüchtlinge, die in den dreißiger Jahren in die

[Seite 314]

Niederlande gekommen waren. [...]

Man kann also behaupten, daß die ersten Nachkriegskontakte entlang ,versäulter' Linien zustandekamen.


24. Vgl. H.-P. SCHWARZ, Die Ära Adenauer 1949-1957, in: K.D. BRACHER u.a. (Hrsg.), Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 2, Stuttgart 1981, S. 299ff.

33. ARA, Protokolle MR, 19.6.1964.

34. Den Haag antwoordt niet. Herinneringen van Jhr. Mr. H.F.L.K van Vredenburch, Leiden 1985, S. 515.

Anmerkungen

In Fn. 789 wird die Quelle nur für ein kurzes wörtliches Zitat genannt (das der falschen Person zugeschrieben wird: Nicht der deutsche Generalkonsul Karl du Mont äußerte sich lt. Wielenga so, sondern der Botschaftsrat Werner von Holleben).

Der Textvergleich offenbart jedoch, dass der Inhalt der gesamten Seite aus mehreren Seiten dieser Quelle unausgewiesen übernommen wird. In der unteren Hälfte des Fragments fällt die Übernahme stärker gerafft aus.

Sichter
(Bummelchen) Schumann

[9.] Analyse:Cc/Fragment 271 01 - Diskussion
Bearbeitet: 5. November 2016, 20:27 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 00:36 (Bummelchen)
BauernOpfer, Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Wielenga 2000

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 271, Zeilen: 1-6, (10-13), 13-16, 18-25
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 314, 315, 317, Zeilen: 314: 15-20; 315: 20-31; 317: 3-10
Das schloss Kritik an den Deutschen oder Spannungen im Umgang mit den Deutschen keineswegs aus. Wichtig jedoch war, dass es durch solche Kontakte zu religiös oder politisch Gleichgesinnten zu einer ersten Differenzierung der antideutschen Gefühle und zu mehr Verständnis für die niederländische Situation auf deutscher Seite kommen konnte. In Bezug auf die politischen Verbindungen muss jedoch erwähnt werden, dass die Ergebnisse der ersten Nachkriegswahlen nur wenig Einfluss auf das vorherrschende Bild von den Deutschen hatte. Man sah in den Ergebnissen höchstens ein gutes Omen und „Es beweist uns […], daß die unmittelbar nach dem Krieg unternommenen Versuche zur Umerziehung des deutschen Volkes nicht vergeblich gewesen sind“, wie eine niederländische Zeitung schrieb.791 Von einem wirklich tief in der niederländischen Gesellschaft verankerten Vertrauen in die deutsche Demokratie konnte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede sein. Zudem muss bei der Betrachtung der niederländisch-deutschen Beziehungen der Nachkriegszeit der regionale Gesichtspunkt beachtet werden. Während es in Städten wie Amsterdam, das eine hohe Zahl an deportierten Juden zu beklagen hatte, in intellektuellen und kunstsinnigen Kreisen noch lange Jahre ein starkes „anti-deutsches“ Gefühl gab, entspannte sich in Grenzregionen, in denen kulturelle, landschaftliche und sprachliche Unterschiede geringer waren und Kontakte in der Vergangenheit selbstverständlich gewesen waren, das Verhältnis schneller.

791 De Volkskrant zitiert nach Wielenga: Vom Feind zum Partner, a. a. O., S. 317.

[Seite 314]

Das schloß Kritik am oder Spannungen im Umgang mit den deutschen Gesprächspartnern keineswegs aus, aber wichtiger war, daß es durch solche Kontakte zwischen religiös und politisch Gleichgesinnten zu einer ersten Differenzierung der antideutschen Gefühle kommen konnte.

[Seite 317]

Die Volkskrant äußerte sich ähnlich, und der NRC meinte, daß das Ausland mit diesem Ergebnis „sehr zufrieden" sein könne: „Es beweist uns - und ist dies nicht sehr erfreulich? -, daß die unmittelbar nach dem Krieg unternommenen Versuche zur Umerziehung des deutschen Volkes nicht vergeblich gewesen sind."46

Von einem wirklich gewachsenen Vertrauen in die westdeutsche Demokratie konnte aber noch keine Rede sein.

[Seite 315]

Mühlenfeld verwies hier auf ein auch in späteren Jahren häufiger beobachtetes Phänomen: auf die Unterschiede zwischen Amsterdam und Rotterdam. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Zahl der aus Amsterdam deportierten Juden gehörte es in den intellektuellen und kunstsinnigen Kreisen der Hauptstadt lange Jahre zum guten Ton, »antideutsch* zu sein. In der Hafenstadt Rotterdam, für die das Ruhrgebiet eine Art Lebensader war, ließ man sich dagegen schon kurz nach 1945 von einem nüchternen Handelsgeist leiten. Auch in der Grenzregion, in der kulturelle, landschaftliche und sprachliche Unterschiede geringer waren als anderswo und Kontakte in der Vergangenheit selbstverständlich gewesen waren, entspannte sich das Verhältnis schneller.


46. Geen avontuur, in: NRC, 7.9.1953; vgl. für de Volkskrant, Zegepraal voor Europa, 8.9.1953.

Anmerkungen

Die Quelle wird in Fn. 791 lediglich für ein wörtlich übernommenes Zitat genannt - jedoch stammt auch der Inhalt der Ausführungen davor und danach unausgewiesen daraus.

Das Zitat selbst sowie zwei freier formulierte Sätze gehen nicht in die Zeilenzählung mit ein.

Sichter
(Bummelchen) Schumann

[10.] Analyse:Cc/Fragment 272 107 - Diskussion
Bearbeitet: 17. September 2016, 21:29 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 21:31 (Bummelchen)
Cc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, Weis 2001

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 272, Zeilen: 107-125
Quelle: Weis 2001
Seite(n): Onlinequelle, Zeilen: -
[...]

795 Ein wichtiger Impuls zur Parteienbildung in den Niederlanden war 1878/79 die Gründung der antirevolutionaire partij (ARP) des geformeerden Predigers Abraham Kuyper, der nicht mehr glaubte, dass der Calvinismus weiterhin der ganzen Gesellschaft den Stempel aufdrücken könne. Seine Lösung war eine Abschottung der Rechtgläubigen, um im eigenen Milieu den eigenen Ideen treu zu bleiben. Hiermit fanden sie Zustimmung bei den Katholiken, die sich für sich selbst etwas Ähnliches wünschten.

796 In der christelijk-historische unie (CHU) sammelten sich später diejenigen, die weiterhin versuchten, dem ganzen Staat ein calvinistisches Gesicht zu geben. Es ist schwierig, die ARP und CHU genau voneinander abzugrenzen. Antirevolutionär und christlich-historisch waren lange Zeit Synonyme. Auch persönliche Konflikte zwischen den politischen Führern spielten eine Rolle, und da der autoritäre Kuyper viele Intellektuelle und Honoratoren abschreckte, wurde Kuyper schließlich zum Fürsprecher der „kleinen Leute“, gereformeerden Handwerker und Kaufleute.

797 Wie die Protestanten und Arbeiter bildeten auch die Katholiken früher eine „Säule“ der Gesellschaft. Ihre Partei nannte sich vor dem Zweiten Weltkrieg Rooms-katholieke Staatspartij (RKSP) und danach Katholieke Volkspartij (KVP).

KVP: Katholieke Volkspartij. Wie die Protestanten und Arbeiter bildeten auch die Katholiken früher eine "Säule" der Gesellschaft (siehe unter verzuiling). Ihre Partei firmierte vor dem Zweiten Weltkrieg als Rooms-katholieke Staatspartij (RKSP) und danach als Katholieke Volkspartij (KVP); katholische Splitterparteien erhielten nicht die Gunst des Klerus und gingen relativ schnell wieder unter. Siehe CDA.

[...]

Ein wichtiger Impuls zur Parteienbildung in den Niederlanden war 1878/79 die Gründung der antirevolutionaire partij (ARP) des geformeerden Predigers Abraham Kuyper, der nicht mehr glaubte, dass der Calvinismus weiterhin der ganzen Gesellschaft den Stempel aufdrücken könnte. Seine Lösung war eine Abschottung der Rechtgläubigen, um im eigenen Milieu den eigenen Ideen treu zu bleiben. Hiermit fanden sie Zustimmung bei den Katholiken, die sich für sich selbst etwas Ähnliches wünschten. [...]

In der christelijk-historische unie (CHU) sammelten sich später diejenigen, die weiterhin versuchten, dem ganzen Staat ein calvinistisches Gesicht zu geben. Es ist schwierig, die beiden Parteien genau von einander abzugrenzen. Antirevolutionär und christlich-historisch waren lange Zeit Sinonyme. Auch persönliche Konflikte zwischen den politischen Führern spielten eine Rolle, und da der autoritäre Kuyper viele Intellektuelle und Honoratioren abschreckte, wurde Kuyper schließlich zum Fürsprecher der "kleinen Leute", gereformeerden Handwerkern und Kaufleuten.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Bummelchen) Schumann


Fragmente (Plagiat, ungesichtet)

28 Fragmente

[1.] Analyse:Cc/Fragment 001 29 - Diskussion
Bearbeitet: 16. August 2016, 12:09 Schumann
Erstellt: 16. August 2016, 12:07 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, Wielenga 2000, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 1, Zeilen: 29-33
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 18, Zeilen: 2 ff.
[Für die Verordnungen der britischen Militärregierung sowie weitere Dokumente über die letzten Kriegstage und den Wiederaufbau der Stadt erwies sich die gute Zugänglichkeit der Bestände des Stadtarchivs Aachen, wo ohne nennenswerte Einschränkung alle gewünschten Akten aus der gesam-]ten Nachkriegzeit eingesehen werden konnten, als besonders günstig. Für die Analyse der Politik wurden

[Seite 18]

vor allem das Archiv des [niederländischen] Außenministeriums, Kabinettsprotokolle sowie Parlamentsakten verwendet. Als besonders günstig erwies sich dabei die gute Zugänglichkeit des Archivs des Außenministeriums, wo ohne nennenswerte Einschränkungen alle gewünschten Akten aus der gesamten Nachkriegszeit eingesehen werden konnten.

Anmerkungen

Der Bericht zur Quellenlage bezieht seinen Inhalt an dieser Stelle (trotz Umstellungen der Satzbausteine und veränderter Bezüge) erkennbar aus Wielenga 2000; das Archiv des niederländischen Außenministeriums wird dabei kurzerhand durch das Stadtarchiv Aachen ersetzt.

Fortsetzung auf der Folgeseite, dort stärker variiert.

[Aufgrund der Kürze auch kW möglich.]

Sichter
(Schumann)

[2.] Analyse:Cc/Fragment 011 116 - Diskussion
Bearbeitet: 25. August 2016, 14:10 Schumann
Erstellt: 25. August 2016, 13:42 (Schumann)
BauernOpfer, Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 11, Zeilen: 116-120
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 273, Zeilen: 26 ff.
[...]

9 Da die NS-Stadt [sic] in der ehemaligen Zentrumshochburg nicht die gewünschte Akzeptanz fand, ist die wirtschaftliche Vernachlässigung erstaunlich. Die gegebenen wirtschaftlichen Umstände, die in der Bevölkerung zu teilweise existenzbedrohenden Situationen führten, verhinderten größere Erfolge der nationalsozialistischen Weltanschauung und Staatsführung in Aachen, auf die noch einzugehen sein wird; vgl. Gasten: Aachen im NS, a. a. O. S. 273.

Die wirtschaftliche Vernachlässigung ist insofern erstaunlich, da der NS-Staat in der ehemaligen Zentrumshochburg seit jeher nicht die gewünschte Akzeptanz fand. Die gegebenen wirtschaftlichen Umstände, die in der Bevölkerung zu teilweise existenzbedrohenden Situationen führten, verhinderten größere Erfolge der nationalsozialistischen Weltanschauung und Staatsführung.
Anmerkungen

Die Quelle ist genannt, doch die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.

Der erste Satz wird nach Übertragung und sprachlicher Anpassung sinnlos.

Der Fragmentinhalt (sowie der Inhalt von Fn. 8) findet sich auf der folgenden Seite in Fn. 10 als wörtliche Wiederholung; s.a. Fragment 012 103.

Sichter
(Schumann)

[3.] Analyse:Cc/Fragment 012 103 - Diskussion
Bearbeitet: 25. August 2016, 14:19 Schumann
Erstellt: 25. August 2016, 14:19 (Schumann)
BauernOpfer, Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 103-107
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 273, Zeilen: 26 ff.
[...]

10 [...] Da die NS-Stadt [sic] in der ehemaligen Zentrumshochburg nicht die gewünschte Akzeptanz fand, ist die wirtschaftliche Vernachlässigung erstaunlich. Die gegebenen wirtschaftlichen Umstände, die in der Bevölkerung zu teilweise existenzbedrohenden Situationen führten, verhinderten größere Erfolge der nationalsozialistischen Weltanschauung und Staatsführung in Aachen, auf die noch einzugehen sein wird. Die Stadt erlebte ab diesem Zeitpunkt bis zum 12. September 1944 739 Luftalarme mit einer Gesamtdauer von 1064 Stunden; vgl.Luftschutz Kriegstagebuch Aachen 12.09.1944-09.01.1945, S.1 (Künftig zitiert: Luftschutzkriegstagebuch, a. a. O., S.).

Die wirtschaftliche Vernachlässigung ist insofern erstaunlich, da der NS-Staat in der ehemaligen Zentrumshochburg seit jeher nicht die gewünschte Akzeptanz fand. Die gegebenen wirtschaftlichen Umstände, die in der Bevölkerung zu teilweise existenzbedrohenden Situationen führten, verhinderten größere Erfolge der nationalsozialistischen Weltanschauung und Staatsführung.
Anmerkungen

Die eigentlich Quelle bleibt hier zwar ungenannt, aber da das Fragment eine wörtliche Wiederholung von Seite 11, Fn. 9, (s.a. Fragment 011 116, dort mit Quellenangabe) darstellt, wird es als Bauernopfer kategorisiert.

Der erste Satz wird nach Übertragung und sprachlicher Anpassung sinnlos.

Sichter
(Schumann)

[4.] Analyse:Cc/Fragment 016 01 - Diskussion
Bearbeitet: 25. August 2016, 18:35 Schumann
Erstellt: 25. August 2016, 18:34 (Schumann)
Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 1-6, 13-16
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 163, 164, Zeilen: 163: 19 ff., 26 ff., 33 ff.; 164: 18 ff.
[Als der Generalangriff der Amerikaner ausblieb,30 kehrte die Kreisleitung] der NSDAP am 15. September überraschend in die Stadt zurück und nahm die unterbrochene Evakuierung wieder auf. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch ca. 25 bis 30.000 Menschen in der Stadt.31 Als sich der Belagerungsring um Aachen endgültig schloss, waren noch etwa 6.000 Zivilisten in der Stadt32, die sich in den Trümmern und Kellern versteckt hielten.33 [...]

Die Überlegenheit der amerikanischen Verbände, sowohl bei der Zahl der eingesetzten Soldaten als auch bei deren Ausrüstung, machte den auf deutscher Seite praktizierten Kampf um jedes Haus zu einem sinnlosen Unterfangen.35


[30 Die US-Armee hatte ihre ursprünglichen Pläne geändert. Der ursprüngliche Plan von Generalmajor Lawtom Joe Collins, der vom Alliierten Oberkommando für die Eroberung Aachens ausersehen worden war, sah vor, nach dem Angriff auf Roetgens (in der US-Presse wurde der Fall der Nordeifel-Gemeinde als Eroberung der „ersten deutschen Stadt“ besonders gerühmt) die Stadt südlich zu] umgehen und dann nach Osten hin abzuschneiden, während Restbestände der deutschen Wehrmacht selbst auf den direkten Angriff warteten.

31 „Bis zum Abend dieses Tages sollten sich alle Einwohner bereitmachen. Eine ungeheure Aufregung erfaßte die ganze Stadt […].“ Nusselein, Ernst Wilhelm: Bitteres Ende - gesegneter Neubeginn: St. Paul in Aachen 1944 bis 1955, in: Erwin Gatz (Hrsg.): Erinnerungen rheinischer Seelsorger aus den Diözesen Aachen, Köln und Lüttich (1933-1986), Aachen 1988, S. 152-186, hier: S. 159 (Künftig zitiert: Nusselein: Rheinische Seelsorger, a. a. O., S.).

32 Aachen war die erste und einzige deutsche Großstadt, die, fast von der gesamten Zivilbevölkerung geräumt, in die Zone des Endkampfes einbezogen wurde. Bereits unmittelbar nach dem Ausbruch des 2. WK begannen, angesichts der unklaren militärischen Lage, die ersten Maßnahmen für eine eventuelle Räumung der Stadt.

33 Zur Einstellung der zurückbleibenden Bevölkerung: „Ich fahre nicht mehr weiter. Wir haben den Krieg ohnehin verloren. Das Risiko auf der Flucht ist viel zu groß. Hier zu Hause haben wir immer noch die größten Überlebenschancen.“ Vgl. Trees, Wolfgang: Schlachtfeld Rheinland. Das Ende des Krieges zwischen Maas und Rhein, September 1944 bis März 1945 in Bilddokumenten, Aachen 1976, S. 296/297. (Künftig zitiert: Trees: Schlachtfeld Rheinland, a. a. O., S.).

35 Im Lageabschlussbericht hieß es hierzu: „Durch das späte Eintreffen der Masse des Personals, der Waffen und des Gerätes und den hohen Prozentsatz an frontunerfahrenen, jungen Offizieren sowie durch den mangelhaften Ausbildungsstand ist die Division zum befohlenen Termin noch nicht einsatzbereit.“ Trees: Schlachtfeld Rheinland, a. a. O., S. 17.

[Seite 163]

Als der befürchtete Generalangriff der amerikanischen Verbände ausblieb, kehrte auch die Kreisleitung der NSDAP am 15.September überraschend nach Aachen zurück. [...] Die NSDAP nahm unverzüglich die unterbrochene Evakuierung der Stadt wieder auf; von den schätzungsweise noch 25.000 bis 30.000 in Aachen befindlichen Einwohnern wurden 20.000 auf Lastkraftwagen aus der Stadt herausgebracht. [...] Als sich der Belagerungsring um Aachen endgültig geschlossen hatte, waren noch etwa 6.000 Zivilisten in der Stadt, die sich in den Trümmern und Kellern versteckt hatten.

[Seite 164]

Die drückende Überlegenheit der amerikanischen Verbände, sowohl bei der Zahl der eingesetzten Soldaten als auch bei der Ausrüstung, machte den auf deutscher Seite praktizierten Kampf um jedes Haus zu einem sinnlosen Unterfangen.

Anmerkungen

Der gerafft übernommmene Inhalt wird (anscheinend eigenständig) mit weiteren Fußnoteninformationen angereichert - ein Hinweis auf die eigentliche Quelle für den Haupttext fehlt jedoch.

Sichter
(Schumann)

[5.] Analyse:Cc/Fragment 026 07 - Diskussion
Bearbeitet: 18. August 2016, 18:10 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 18:10 (Schumann)
BauernOpfer, Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 7-8, 9-15
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
In den Augen des NS-Regimes waren die [sic] Aachener Verräter – ein „Mob“, wie sie von der Gestapo genannt wurden –, gegen die vorzugehen war. Wer nach dem Abzug der deutschen Truppen eine weiße Fahne – das war oft ein Betttuch oder Ähnliches – hisste, riskierte, von den letzten SS-Leuten standrechtlich erschossen oder erhängt zu werden.71 Hinzu kamen diverse Gerüchte, wie beispielsweise, dass die älteren Jungen (unter 16 Jahren) „über den Rhein müßten, um dort noch zu Soldaten ausgebildet zu werden“ – manche flüchteten daraufhin in Verstecke.72

71 Vgl. Schwedt, Herbert: Alltagsgeschichte der Nachkriegszeit - nach Berichten von Zeitzeugen, in: Kurt Düwel [sic] (Hrsg.): Kriegsende und Neubeginn. Westdeutschland und Luxemburg zwischen 1944 und 1947, Stuttgart 1997, S. 33-67, hier: S. 35f. (Künftig zitiert: Schwedt: Alltagsgeschichte der Nachkriegszeit, a. a. O., S.).

72 Vgl. mündliche Auskünfte Dr. Guido Maas. Interview am Samstag, den 21. September 2003 (Künftig zitiert: Mündliche Auskunft Dr. Guido Maas).

[Schwabe 1997:]

In den Augen des NS-Regimes waren diese Aachener natürlich Verräter - ein "Mob", wie sie von der Gestapo genannt wurden.

[Schwedt 1997:]

Wer nach dem Abzug der deutschen Truppen eine weiße Fahne – das war oft ein Betttuch oder ähnliches – hisste, riskierte, von letzten SS-Leuten standrechtlich erschossen oder aufgehängt zu werden – so geschehen in Hechtsheim und Ingelheim.[Anm. 7]

[...]

[...] Und dazu kamen schließlich Gerüchte wie die, dass die älteren Jungens (unter 16 Jahren) "über den Rhein" müssten, um dort noch zu Soldaten ausgebildet zu werden – manche flüchteten sich daraufhin in Verstecke.


7. Vgl. Heinz Leiwig: Mainz 1933 bis 1948. Von der Machtergreifung bis zur Währungsreform, Mainz 1984, S. 86.

Anmerkungen

Der erste Satz stammt größtenteils aus Schwabe 1997, wird aufgrund seiner Kürze ausnahmsweise aber nicht als einzelnes Fragment dokumentiert.

Die Quelle für den unmittelbar folgenden Text ist zwar in Fn. 71 genannt, doch

  1. bleibt die weitgehende Wörtlichkeit (Wortgruppe mit 20 zusammenhängenden Wörtern) des übernommenen Inhalts ungekennzeichnet,
  2. geht die Übernahme auch nach der Referenzierung erkennbar weiter. Bemerkenswert dabei: Ausführungen der von 1997 stammenden Quelle werden als mündliche Interview-Auskünfte eines Zeitzeugen von 2003 präsentiert.
Sichter
(Schumann)

[6.] Analyse:Cc/Fragment 035 23 - Diskussion
Bearbeitet: 18. August 2016, 19:15 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 19:11 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 23-28.29-31, 106-108
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Hühner wurden zu dieser Zeit auf Balkonen, in Kellern, Dachkammern, unter Betten und sogar in Kleiderschränken gehalten. Neben dem „Trümmerhuhn“ existierte auch die „Speicherziege“, und auf dem Lande, wo Ställe zur Verfügung standen, waren die Schwarzhaltung und später auch die Schwarzschlachtung nicht selten.108 Der Fantasie waren hierbei keine Grenzen gesetzt.109 Daneben musste jeder sammeln, der sich selbst versorgen wollte: Je nach Jahreszeit ging es dabei um Heidelbeeren, Pilze, Haselnüsse, Ähren nach der Getreideernte oder um Kartoffeln [durch Nachharken [sic] nach der Kartoffelernte.]

108 Bis Dezember 1946 wurden 473 Hausschlachtungen genehmigt (277 Schweine, 8 Rinder, 154 Kälber, 32 Schafe, 2 Ziegen).

109 Beispielsweise wurde ein Ferkel, ruhiggestellt durch schwarz gebrannten Schnaps, in einem Sack unter dem Eisenbahnsitz von einer Besatzungszone in die nächste geschmuggelt.

Hühner wurden auf Balkonen, in Kellern, in Dachkammern, unter Betten und sogar in Kleiderschränken gehalten. Neben dem Trümmerhuhn gab es auch die Speichergeiß, und auf dem Lande, wo Ställe zur Verfügung standen, war die Schwarzhaltung (und später Schwarzschlachtung) nicht selten. Die dazu nötigen Ferkel waren selbstverständlich nicht frei erwerbbar. Ein Westerwälder Informant erinnert sich, dass man bis ins Oldenburgische fuhr, um Ferkel zu besorgen; die musste man dann, in Säcke verpackt, unter dem Eisenbahnsitz von einer Besatzungszone zur anderen schmuggeln. Damit sie still blieben, gab man ihnen Schnaps ein. Der war schwarz gebrannt: was sonst?

Daneben musste sammeln, wer sich versorgen wollte: je nach Jahreszeit Heidelbeeren, Pilze, Haselnüsse, Ähren nach der Getreideernte, Kartoffeln durch Nachhacken [sic] nach der Kartoffelernte, Eicheln.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Aus der "Speichergeiß" wird dabei die "Speicherziege", aus dem "Nachhacken" ein "Nachharken".

Sichter
(Schumann)

[7.] Analyse:Cc/Fragment 036 15 - Diskussion
Bearbeitet: 18. August 2016, 20:01 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 20:01 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 15-16.17-19, 21-30
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Diejenigen, die etwas anzubieten hatten – denn für Geld allein, das von Tag zu Tag weniger wert wurde, bekam man nichts mehr –, konnten fündig werden, wenn es beispielsweise darum ging, ein Brautkleid gegen Speck und Eier, Füllfederhalter gegen Brot oder ein Fahrrad gegen eine Schreibmaschine111 zu tauschen. Eine größere Behandlung beim Zahnarzt kostete ein Ferkel, eine kleinere konnte mit Butter entgolten werden. Gut ging es eigentlich nur jenen, die „kompensieren“ konnten, da sie über irgendeine Mangelware verfügten, die sie statt oder zum Geld anbieten konnten.112 Die Militärregierung versuchte, mithilfe der – zunächst noch unbewaffneten – deutschen Polizei, diese und ähnliche Vorgänge wie beispielsweise das „Hamstern“ einzudämmen. Der Widerspruch war jedoch unauflösbar: die labile Wirtschaftslage verbot das Hamstern und erzwang es gleichzeitig. Also waren trotz Kontrollen die Bahnhöfe und Züge voller Menschen, die hofften, draußen auf dem Lande Lebensmittel einhandeln zu können.113

In dieser Situation war der Übergang vom Tausch- zum Schwarzmarkt, der besonders am Kaiserplatz blühte, fließend.


111 Vgl.Mündliche Auskünfte Dr. Guido Maas, a. a. O.

112 So füllten zum Beispiel die Bauern ihre Schränke mit nützlichen Tauschgegenständen, die sie von „Hamsterern“ in Zahlung genommen hatten.

113 Beispielweise unternahm der Kreisverband der SPD eine Fahrt nach Heinsberg, um dort Kartoffeln zu holen; vgl.mündliche Auskünfte Dr. Jost Pfeiffer, a. a. O.

Alles wurde gegen alles verhandelt – einige wenige Beispiele, vielleicht etwas kurioser Art, müssen genügen: Brautkleid gegen Speck und Eier; Füllfederhalter gegen Brot; [...] und so noch lange weiter. In einem hier nicht zu nennenden Ort kostete eine größere Behandlung beim Zahnarzt ein Ferkel, eine kleinere musste mit Butter entgolten werden. [...]

Die Militärregierung versuchte mit Hilfe der – zunächst noch unbewaffneten – deutschen Polizei, die Hamsterfahrten einzudämmen, und das war überall in Deutschland so. Der Widerspruch war unauflösbar: die labile Wirtschaftslage verbot das Hamstern und erzwang es gleichzeitig. Also waren trotz aller Kontrollen die Bahnhöfe und Züge voller Menschen, die hofften, draußen auf dem Lande Lebensmittel einhandeln zu können gegen irgendetwas – nur nicht gegen Geld. [...]

Der Übergang vom Tausch zum Schwarzmarkt, auch dem professionell betriebenen, war fließend, und damit auch der von der Überlebenssicherung zur Kriminalität.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Der freier formulierte erste Satz bis zum Beginn der Beispielnennungen, das Fahrrad-Schreibmaschine-Beispiel und der Satz vor Fn. 112 gehen nicht in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(Schumann)

[8.] Analyse:Cc/Fragment 037 25 - Diskussion
Bearbeitet: 20. August 2016, 14:41 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 20:50 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 25-26, 29-32, 103-105
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Auch wurde bei der „Organisation“ der zum Leben notwendigen Dinge guten Gewissens gegen das Gesetz verstoßen – [...]. Daneben zählte das Schwarzbrennen und Schlachten zur gängigen Praxis und galt allenfalls als Kavaliersdelikt.116 In einer Zeit, in der die Alternative zum Verhungern der Diebstahl war, wurden die Diebstahlsmeldungen auch [immer häufiger.117]

116 Gelegentlich gab es hierbei besondere Tricks, zum Beispiel das Töten eines Schweins am Sonntagmorgen, wobei das Läuten der Glocken die Schreie des Tieres

[117 Gestohlen wurde alles: Kaninchen und Glühbirnen, Kühe und Kohlen, Lebensmittel, Ochsen, Tauben, Bohnenstangen.]

In mehreren anderen Bereichen wurde guten Gewissens gegen das Gesetz verstoßen. Schon erwähnt wurde das schwarze Schnapsbrennen: weit verbreitet – jedenfalls auf dem Lande, wo man die erforderlichen Rohstoffe hatte –, allgemein bekannt und allenfalls als Kavaliersdelikt angesehen. [...]

Auch das Schwarzschlachten war auf dem Lande trotz strenger Verbote gängige Praxis. Gelegentlich gab es dabei besondere Tricks, etwa das Töten des Schweines am Sonntagmorgen – das Läuten der Glocken übertönte das Schreien des Tieres.[Anm. 70] [...]

In allen diesen Fällen war und ist ein Unrechtsbewusstsein nicht spürbar, und wo, darüber hinaus, die Alternative zum Verhungern der Diebstahl war, fällt es schwer zu urteilen. Die Zeitungsmeldungen über Diebstähle waren in dieser Zeit überaus zahlreich. Gestohlen wurde alles: Kaninchen und Glühbirnen, Kühe und Kohlen, Lebensmittel, Ochsen, Trauben, Bohnenstangen.


70. Birgit Sachs: Mainzer Erinnerungen: Frauen und Kinder in der Nachkriegszeit (Mainzer kleine Schriften zur Volkskultur, Bd. 6), Mainz 1994, S. 95.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

In der Quelle gehören "Trauben" zum exemplarisch aufgezählten Diebesgut, bei der Verf.in sind's "Tauben" (Fn. 117).

Sichter
(Schumann)

[9.] Analyse:Cc/Fragment 038 06 - Diskussion
Bearbeitet: 18. August 2016, 21:13 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 21:13 (Schumann)
BauernOpfer, Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwedt 1997, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 6-8, 105-106
Quelle: Schwedt 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Man muss also, was die Kriminalität jener Zeit angeht, nicht nach Gesetzen und Verordnungen fragen, sondern nach den Einschätzungen durch die breite Mehrheit.119

119 Nach einer Umfrage von 1955 gaben 54% der „Normalverbraucher“ an, sich nach dem Krieg Brot, Mehl und Kartoffeln schwarz besorgt zu haben. Vgl. Schwedt: Alltagsgeschichte der Nachkriegszeit, a. a. O., S. 56.

Man wird also, was die Kriminalität jener Jahre betrifft, nicht nach Gesetzen und Verordnungen fragen müssen, sondern nach den Einschätzungen durch die breite Mehrheit. Immerhin hatten, nach einer Umfrage von 1955, 54 % der 'Normalverbraucher' sich nach dem Krieg Brot, Mehl und Kartoffeln schwarz besorgt.[Anm. 68]

68. Link (wie Anm. 14 [Alexander Link: "Schrottelzeit" Nachkriegsalltag in Mainz. Ein Beitrag zur subjektorientierten Betrachtung lokaler Vergangenheit (Studien zur Volkskultur in Rheinland-Pfalz, Bd. 8), Mainz 1990]), S. 92f.

Anmerkungen

Die Quelle ist in der Fn. genannt, doch erfolgt die Übernahme nahezu wörtlich. (Der Quellennachweis scheint sich auch primär auf die inhaltliche Angabe in der Fn. zu beziehen.)

[Fragm. kann auch unter kW kat. werden, wenn das Fragment als zu kurz und/oder der Quellennachweis als hinreichend akzeptabel erachtet wird.]

Sichter
(Schumann)

[10.] Analyse:Cc/Fragment 046 23 - Diskussion
Bearbeitet: 1. October 2016, 12:18 Schumann
Erstellt: 26. August 2016, 13:01 (Schumann)
Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 23-29
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 17, Zeilen: 3 ff.
Die Stadt Aachen, an der äußersten Westgrenze des Deutschen Reiches gelegen, war die größte Gemeinde innerhalb des 1816 geschaffenen Regierungsbezirks Aachen. Bei einer Volkszählung am 16. Juni 1933 war in der Stadt Aachen eine Wohnbevölkerung von rund 163.000 Einwohnern ermittelt worden. Damit lag Aachen an 35. Stelle der 56 deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die Stadt Aachen, an der äußersten Westgrenze des Deutschen Reiches gelegen, war die größte Gemeinde innerhalb des 1816 geschaffenen Regierungsbezirks Aachen. Mit 162.774 Einwohnern (Stand: 16.Juni 1933) lag die Stadt an 35.Stelle der 56 deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.1

1Statistisches Reichsamt (Hg.), Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin 41939

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Man kann die Schöpfungshöhe des Fragments auch für eher gering erachten (und dieses daher ungeachtet der wörtlichen Übernahme des ersten Satzes auch unter "keine Wertung" kategorisieren), allerdings erscheint bemerkenswert, dass Gasten die Bevölkerungsangaben seinerseits für belegpflichtig hielt, während die Verfasserin nur unspezifisch auf die Volkszählung von 1933 verweist (was man allerdings ebenfalls als eine Art Quellenangabe betrachten könnte).

Eine Google- bzw. Google-Books-Suche nach der Wortgruppe "an der äußersten Westgrenze des Deutschen Reiches gelegen" ergibt jedenfalls lediglich einen Suchtreffer für eine Dissertation von 2004 sowie einen für Gasten 1993 (G: [1], GB: [2]).

Sichter
(Schumann)

[11.] Analyse:Cc/Fragment 049 05 - Diskussion
Bearbeitet: 17. August 2016, 11:09 Schumann
Erstellt: 17. August 2016, 11:09 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: 5-24
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Für die Betrachtung der Aachener Anfänge aus amerikanischer Perspektive sind zwei Fragen ausschlaggebend: Zum einen, wo sollte die amerikanische Zuständigkeit für die Verwaltung der Kaiserstadt liegen, und zum anderen, mit welchen Erwartungen und Direktiven übernahmen die amerikanischen Truppen die Kontrolle Aachens?

Die Zuständigkeit der Verwaltung Aachens lag hauptsächlich bei SHAEF Abt. G-5, dem Obersten Hauptquartier der westalliierten Streitkräfte in Europa. Hinzu kam für die Finanzierungsfragen das Finanzministerium, für den Bereich Medien und Feindaufklärung wurde die Abteilung für Psychologische Kriegsführung bei der SHAEF und für die Beratung in politischen Angelegenheiten das State Departement in Anspruch genommen. Daneben beobachtete die amerikanische Presse genau das Verhalten der amerikanischen Besatzungsstellen in dieser ersten eroberten deutschen Großstadt.

Obwohl in Washington auf höchster Ebene Vorbereitungen getroffen worden waren, standen beim Einmarsch der amerikanischen Truppen in Aachen keine genauen Direktiven für die amerikanische Militärverwaltung fest.

Wir wenden uns damit der amerikanischen Perspektive der Aachener Anfänge in der amerikanischen Besatzungspolitik in Deutschland zu. Hier sind zwei Vorklärungen nötig - es ist die Frage nach den amerikanischen Zuständigkeiten für die Militärverwaltung der Kaiserstadt zu beantworten und die Frage nach den Direktiven und den Erwartungen, mit denen die Amerikaner die Kontrolle der Verwaltung Aachens übernahmen.

Die Frage nach den amerikanischen Zuständigkeiten für Aachen ist nur scheinbar einfach zu beantworten: Sie lag formell und in der unmittelbaren Praxis der Zivilverwaltung in Händen von SHAEF, Abteilung G-5, das heißt des Obersten Hauptquartiers der westalliierten Expeditionsstreitkräfte in Europa. Es mischten freilich noch alle möglichen anderen Stellen mit: in Geldfragen das Finanzministerium, für Medien und für Feindaufklärung die Abteilung für Psychologische Kriegführung bei SHAEF, und für politische Fragen das State Department, bei General Eisenhower vertreten durch Robert Murphy, einen hoch angesehenen Karrierebeamten des diplomatischen Dienstes. Im Hintergrund blickte die Presse mit Argusaugen auf das Verhalten der amerikanischen Besatzungsstellen in dieser ersten eroberten deutschen Großstadt.

Die Direktiven für die amerikanische Militärverwaltung standen im Moment, als die amerikanischen Truppen nach Aachen vordrangen, noch nicht ganz fest, weil darüber in Washington noch auf höchster Ebene debattiert wurde.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Gleicher Inhalt (inkl. zwei leitender Fragen zu Beginn) und trotz Umformulierungen erkennbar gleiche Textstruktur - aber die Quelle bleibt ungenannt.

Sichter
(Schumann)

[12.] Analyse:Cc/Fragment 050 14 - Diskussion
Bearbeitet: 17. August 2016, 11:21 Schumann
Erstellt: 17. August 2016, 11:21 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 14-34
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Es lagen lediglich vorläufige Anweisungen für die Übernahme der Verwaltung Aachens vor, wie beispielsweise die Interimsdirektive vom 7. September 1944, die besagten, dass die weiteren militärischen Operationen durch die Zivilverwaltung unterstützt werden sollten, dass die deutsche Bevölkerung vom Nationalsozialismus und dessen Gesetzgebung befreit werden muss sowie dass es zu einer Wiederherstellung von Gesetz und Ordnung und zu einer Verfolgung der Naziverbrecher kommen muss. Des Weiteren wurde hier festgelegt, dass die deutschen Verwaltungsorgane, sofern sie nicht politisch belastet waren, weiterverwendet werden sollten. Zudem wird hier das Verfahren für die Überprüfung der gesamten deutschen Bevölkerung auf ihre NS-Vergangenheit festgelegt, womit das Wort „Fragebogen“ zum ersten Mal in Erscheinung tritt. Für das Verhalten der amerikanischen Truppen der Zivilbevölkerung gegenüber gab es eine besondere Instruktion: „Das deutsche Volk befindet sich in einem totalen Krieg gegen dich und ist individuell und kollektiv dein Feind.“

Diszipliniertes Verhalten gegenüber den „militärfrommen“ Deutschen würde diese besonders beeindrucken, hieß es weiter. Die Deutschen selbst jedoch wurden mit Eisenhowers Bekanntmachung [Nr. 1 vertraut gemacht, in der es hieß: „Die Alliierten Streitkräfte […] kommen als Eroberer, jedoch nicht als Unterdrücker. […] wir werden Nazismus und deutschen Militarismus austilgen.“]

Aber einige vorläufige Anweisungen lagen natürlich vor, als die Amerikaner die Verwaltung Aachens übernahmen. Eine Interimsdirektive vom 7. September 1944 befahl u.a.: die tunlichste Unterstützung der militärischen Operationen durch die Zivilverwaltung, bei den Deutschen die Beseitigung des Nazismus und seiner Gesetze, die Wiederherstellung von Gesetz und Ordnung und die Dingfestmachung von Naziverbrechern. Die bestehenden deutschen Verwaltungsorgane sollten, soweit nicht politisch belastet, weiterverwendet werden. Bis ins einzelne wurde das Verfahren für die Überprüfung der gesamten deutschen Bevölkerung auf ihre NS-Vergangenheit hin festgelegt. Das Wort Fragebogen - auf deutsch - taucht hier zum ersten Male auf.

Für das Verhalten der amerikanischen Truppen zur deutschen Zivilbevölkerung gab es eine besondere Instruktion. Dort hieß es: Das deutsche Volk befindet sich in einem totalen Krieg gegen dich und ist individuell und kollektiv dein Feind. Diszipliniertes Verhalten gegenüber den militärfrommen Deutschen würde bei diesen besonders beeindrucken. Den Deutschen aber wurde als Bekanntmachung Nr. 1 von Eisenhower verkündet: Die Alliierten Streitkräfte ... kommen als Eroberer, jedoch nicht als Unterdrücker... wir werden Nazismus und deutschen Militarismus austilgen...

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann)

[13.] Analyse:Cc/Fragment 054 03 - Diskussion
Bearbeitet: 17. August 2016, 13:18 Schumann
Erstellt: 17. August 2016, 11:44 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 3-8
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Man kann also feststellen, dass die Aachener Restbevölkerung, welche die siegreichen Amerikaner vorfanden, samt ihrem Bischof das Hitlerregime größtenteils gründlich satt hatte. Die Aachener beteuerten unisono, mit dem Naziregime nichts zu tun zu haben und sich nicht mit dem noch in Kriegshandlungen befindlichen Deutschen Reich zu identifizieren, wie sich eine Zeitzeugin erinnert: [...]164

164 Die Zeit, a. a. O. [Die Zeit: Donnerstag, 21. Oktober 2004, Nr. 44], S. 1.

Man kann also feststellen, dass zusammen mit ihrem Bischof die Aachener Restbevölkerung, welche die siegreichen Amerikaner vorfanden, in ihrer großen Mehrheit das Hitlerregime gründlich satt hatten und, wie einige von ihnen gegenüber amerikanischen Nachrichtenoffizieren erklärten, die Sieger ehrlich als echte Befreier begrüßt haben. [...]

[...]

Was die Deutschen anlangte, denen die amerikanischen Eroberer begegneten, so beteuerten diese unisono, mit dem Naziregime nichts zu tun gehabt zu haben.

Anmerkungen

Kein Hinweis, dass die "Man"-Feststellung keine Eigenleistung der Verf.in darstellt, sondern von Schwabe abgeschrieben wurde.

Referenziert ist nur ein anschließendes Zeitzeugenzitat.

Sichter
(Schumann)

[14.] Analyse:Cc/Fragment 057 11 - Diskussion
Bearbeitet: 17. August 2016, 13:51 Schumann
Erstellt: 17. August 2016, 13:51 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 11-14, 19-26
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Von einer breiten Untergrundbewegung gab es in Aachen keine Spur. Die Sicherheitslage der Stadt wurde bereits wenige Wochen nach der Eroberung als „ausgezeichnet“ beschrieben. Ein amerikanischer Offizier resümierte seine Eindrücke wie folgt: „Wir finden unsere Aufgabe in Belgien im Grunde schwieriger als in Deutschland, denn dank des Trainings, das die Deutschen durch ihr Heer erhalten haben, tun sie, was man ihnen zu tun befiehlt.“179

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es anfänglich eine gute Zusammenarbeit zwischen Amerikanern und Aachenern gab. Bereits in den ersten Novembertagen wurden auch die Aachener, die anfänglich interniert waren, wieder registriert und in die Stadt zurückgelassen, sofern sie dort eine Unterkunft nachweisen konnten und nicht als politisch verdächtig galten. Bis zum Jahresende befanden sich wieder zwischen 10- und 12.000 Menschen in der Stadt, die zu Wiederaufbau und Mithilfe bereit waren.


179 Borsdorf/Niethammer: US-Protokolle, a. a. O., S. 351.

Tatsächlich ließ sich die Zusammenarbeit zwischen befreiten Deutschen und amerikanischer Militärverwaltung anfangs auch leidlich gut an: Seit den ersten Novembertagen schon wurden die Aachener nach anfänglicher Internierung registriert und nach und nach wieder in die Stadt zurückgelassen, wenn sie dort eine Unterkunft nachweisen konnten und nicht politisch verdächtig waren. Zu Ende des Jahres lebten dort schon wieder an die 10.000 bis 12.000 Personen.

[...]

[...]; von irgendeinem Untergrund gab es keine Spur; die Sicherheitslage in Aachen wurde schon wenige Wochen nach der Eroberung der Stadt (mit etwas verfrühtem Optimismus) als "ausgezeichnet" bezeichnet. Ein Offizier resümierte seine ersten Eindrücke im besiegten Deutschland mit den Worten: Wir finden unsere Aufgabe in Belgien im Grunde schwieriger als in Deutschland; denn dank des Trainings, das die Deutschen durch ihr Heer erhalten haben, tun sie, was man ihnen zu tun befiehlt. Die Belgier tun es nicht ... [Anm. 5]


5. Archivalische Quellen, National Archives Washington (künftig zitiert NA).

Anmerkungen

Kein Hinweis, dass die Zusammenfassung keine Eigenleistung der Verf.in darstellt, sondern von Schwabe abgeschrieben wurde.

Das wörtliche Zitat (bei dem sich zunächst der Verdacht einer ungeprüften Übernahme aufdrängt, wogegen aber der Verweis auf Borsdorf/Niethammer [bisher nicht eingesehen] spricht) geht nicht in die Zeilenzählung ein.


[Zu prüfen/auszuschließen wäre für das wörtliche Zitat und sein textliches Umfeld noch die Möglichkeit, dass Schwabe aus Borsdorf/Niethammer (1977) übernommen haben könnte und die Verf.in hier zumindest dieses Zitst tatsächlich korrekt daraus zitiert hat.]

Sichter
(Schumann)

[15.] Analyse:Cc/Fragment 058 08 - Diskussion
Bearbeitet: 17. August 2016, 14:40 Schumann
Erstellt: 17. August 2016, 14:40 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 58, Zeilen: 8-30
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Somit unterschieden sich die Vorplanungen der Alliierten in zwei wesentlichen Bereichen von der tatsächlichen Situation in Aachen. Zum einen hatte man die deutsche Bevölkerung für feindlich gesinnt und für mehr oder weniger durch die Nationalsozialisten beeinflusst gehalten; zum anderen war man der Meinung gewesen, in den eroberten Gebieten noch funktionierende lokale deutsche Verwaltungen vorzufinden. Wie dargestellt, war beides jedoch nicht der Fall. Dieses vom erwarteten Verhaltensmuster abweichende Verhalten der Aachener Bevölkerung erweckte zunehmend Misstrauen auf amerikanischer Seite, hatte man sich hier doch durch lange „schwarze“ und kurze „weiße Listen“ bestens auf die Arbeit im Deutschen Reich vorbereitet.

Zudem beschwerte sich die amerikanische Presse zunehmend über die entgegenkommende Behandlung der Aachener Bevölkerung durch amerikanische Offiziere und Soldaten,181 woraufhin Präsident Roosevelt das Fraternisierungsverbot verschärfte.182 Die Beziehungen zwischen der Aachener Bevölkerung und den amerikanischen Truppen verschärften sich zusehends, als die Abteilung für psychologische Kriegsführung Interesse an der ersten deutschen Nachkriegsstadt zeigte. Ziel der Abteilung sollte es sein, zur Unterstützung der amerikanischen Militärpropaganda Informationen über die Stimmung und Haltung der bereits unter amerikanischer Kontrolle stehenden deutschen Bevölkerung zu [gewinnen, um diese dann gegen die kämpfenden deutschen Truppen einzusetzen und damit deren Kampfmoral zu untergraben.]


181 Vgl. hierzu: Heidking, Jürgen: Die Amerikaner am Rhein: Kriegsende und frühe Besatzungszeit in amerikanischer Perspektive, in: Jost Dülfer (Hrsg.): „Wir haben eine schwere Zeit [sic] hinter uns.“ Die Kölner Region zwischen Krieg und Nachkriegszeit. Veröffentlichungen des Kölner Geschichtsvereins, Bd. 40, Vierow bei Greifswald 1996, S. 105-128

Bei diesen Vorplanungen ist zweierlei festzuhalten: Die amerikanischen Behörden gingen davon aus, dass die deutsche Bevölkerung insgesamt einerseits feindlich eingestellt und mehr oder weniger nazi-beeinflusst war und dass andererseits die amerikanischen Militärbehörden in den eroberten Gebieten funktionierende lokale deutsche Verwaltungen vorfinden würden. Beide Voraussetzungen waren, wie sich herausstellte, in Aachen nicht gegeben.

[...] Natürlich beobachteten die amerikanischen Behörden die überraschend zuvorkommende Haltung der deutschen Bevölkerung mit Misstrauen. Für ihre Entscheidungen für die Einsetzung deutscher Beamter waren sie durch kurze "Weiße" und lange "Schwarze Listen" scheinbar bestens vorbereitet.

[...]

Die Armee-Zeitung Stars and Stripes beklagte sich bitter über eine angeblich viel zu entgegenkommende Behandlung der Aache­ner Bevölkerung durch amerikanische Soldaten und Offiziere - und dies in einem totalen Krieg der Völker! Roosevelt selbst schärfte den amerikanischen Truppen die strikte Einhaltung des Fraternisierungsverbotes ein. [Anm. 6]

Auch dieses waren freilich nur Vorgeplänkel. Zum Eklat kam es, als sich zivile Mitarbeiter der Abteilung für die psychologische Kriegführung für Aachen zu interessieren begannen. Aufgabe dieser Experten war es, der bereits unter amerikanischer Kontrolle stehenden deutschen Bevölkerung politisch den Puls zu fühlen, ihre Stimmung, ihre Haltung zu den Nazis, zu den deutschen Soldaten und zur lokalen Situation zu erkunden. Die amerikanische Militärpropaganda sollte mit derlei Informationen angereichert werden, um auf diese Weise um so wirksamer gegen die kämpfende deutsche Truppe eingesetzt werden und deren Kampfmoral untergraben zu können.


1. Gekürzte Fassung eines Aufsatzes, der demnächst in der Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereines (zitiert als ZAG) erscheinen soll, auf den für Einzelbelege verwiesen wird. Eine weitere Fassung, die stärkeres Gewicht auf das Geschehen in Aachen legt, findet sich in dem Sammelband: Jost Dülffer (Hg.): "Wir haben schwere Zeiten hinter uns". Die Kölner Region zwischen Krieg und Nachkriegszeit (Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins, Bd. 40), Vierow b. Greifswald 1996, S. 105-128.

[...]

6. Arch. Quelle, NA; ferner Jürgen Heideking: Die Amerikaner am Rhein: Kriegsende und frühe Besatzungszeit in amerikanischer Perspektive, in:. Dülffer (wie Anm. 1), S. 79.

Anmerkungen

Trotz stärkerer Umformulierung inhaltlich und textstrukturell übereinstimmend - und kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann)

[16.] Analyse:Cc/Fragment 061 09 - Diskussion
Bearbeitet: 18. August 2016, 12:37 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 12:33 (Schumann)
BauernOpfer, Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: (4-7) 9-32
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Die Berichte Padovers brachten der amerikanischen Militärbehörde folgendes Dilemma vor Augen: „Wenn wir Persönlichkeiten der Rechten gestatten, die Verwaltung zu beherrschen, werden wir von Links her kritisiert, wenn wir die [sic] Linke heranlassen, kritisiert man uns von rechts […].“189

An dieser Stelle ist eine Frage nach dem Hintergrund für die Veränderung. Was war geschehen? Wie verhielt sich der Stimmungswandel bei der amerikanischen Militärregierung zur besatzungsfreundlichen und nazifeindlichen Haltung der meisten Aachener? Bestand ein Zusammenhang zwischen der Verschärfung der amerikanischen Haltung und der Ardennen-Offensive oder dem allmählichen Bekanntwerden des ganzen Ausmaßes der vom Hitlerregime begangenen Gräueltaten?

Die Situation in Aachen spiegelt die inneramerikanische Diskussion um die Deutschlandpolitik – die hier nur kurz zusammenfassend dargestellt werden soll – in jener Zeit wider. Nach dem ideologischen Denken Roosevelts sollten die Deutschen, anders als nach dem Ersten Weltkrieg, ihre Niederlage wirklich zu spüren bekommen. Vor allem wollte man dem deutschen Volk seine militaristische Mentalität austreiben. Durch die Aufdeckung der Konzentrations- und Vernichtungslager wurden dieser Denkrichtung zusätzliche Argumente geliefert. Die wirtschaftliche Dimension dieser ideologischen Schule lieferte später der Plan des amerikanischen Finanzministers Henry Morgenthau zur industriellen Entwaffnung Deutschlands. Dem gegenüber stand in der amerikanischen Diskussion die pragmatische Schule, welche eine rein repressive Besatzungspolitik in Hinblick auf den späteren Wiederaufbau Deutschlands für schädlich hielt. Der Konflikt zwischen der ideologischen und der pragmatischen Denkrichtung endete am 23. März 1945 mit einem Kompro-[miss in Form der Besatzungsdirektive JSC 1067, welche militärische, besatzungstechnische sowie pragmatische Bedürfnisse berücksichtigte.]


189 Schwabe: Aachen Ende 2. WK, a. a. O., S. 29.

Was war geschehen? Wie verhielt sich dieser Stimmungswandel bei der amerikanischen Militärregierung zu der im ganzen durchaus besatzungsfreundlichen und nazifeindlichen Haltung der meisten Aachener? Hatte diese drastische Verschärfung der Haltung der amerikanischen "Besatzer" etwas mit der Ardennenoffensive zu tun? Oder mit dem allmählichen Bekanntwerden des ganzen Ausmaßes der vom Hitlerregime begangenen Greuel?

[...]

Diese Aufgabe, so wurde mit einem Seitenblick auf Aachen geltend gemacht, brächte die Militärbehörden aber vollends in Verlegenheit: Wenn wir Persönlichkeiten der Rechten gestatten, die Verwaltung zu beherrschen, werden wir von links her kritisiert; wenn wir Linke heranlassen, kritisiert man uns von rechts... [...] [Anm. 13]

Dieser Hilferuf sollte in Washington nicht unbeantwortet bleiben. Die Antwort erfolgte am Ende einer erregten inneramerikanischen Diskussion um die Deutschlandfrage auf höchster Regierungsebene - und dieses ist der dritte und letzte Aspekt, der an dieser Stelle gewürdigt werden soll. Unter der Gefahr der Vereinfachung soll der Gang dieser Debatte hier in größtmöglicher Kürze angedeutet werden: [...] [Anm. 14]

Die ideologische Denkrichtung erhielt zunächst von Präsident Roosevelt selbst ihre Stichworte. Diesem ging es vornehmlich darum, die Deutschen ihre Niederlage dieses mal, anders als nach dem 1. Weltkrieg, wirklich spüren zu lassen und ihnen damit ihre militaristische Mentalität auszutreiben: [...] Die Aufdeckung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager lieferte einer solchen Politik zusätzliche Argumente. Roosevelts Finanzminister und Freund Henry Morgenthau mit seinem bekannten Plan einer industriellen Entwaffnung Deutschlands ergänzte diese Politik durch eine wirtschaftliche Dimension.

[...]

Aus der kriegspsychologischen - man kann auch sagen propagandistischen - Sicht erschien eine harte und rein repressive Besatzungspolitik schädlich, ja kriegsverlängernd; [...] [Anm. 15]

[...]

Der Konflikt zwischen den Ideologen und den Pragmatikern in Washington tobte ein halbes Jahr lang. Er endete am 23. März 1945 mit einem von Roosevelt gebilligten Kompromiss - die Grundlage der amerikanischen Besatzungsdirektive JSC 1067 -, der militärisch-besatzungtechnisch-pragmatische Bedürfnisse mitberücksichtigte.


13. McSherry an Murphy, 31.3.1945, NA.

14. Hierzu immer noch die grundlegende Studie von Paul Y. Hammond, Directives for Germany, in Harold Stein (Hg.): American Civil Military Decisions. A Book of Case Studies, Birmingham, Al., 1963, S. 314ff.; auch Pabst, S. 38 ff.

15. Schreiben McClures, Leiter der Abteilung für psychologische Kriegführung, 7.10.1944, NA.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 189 - für ein wörtliches (leicht fehlerhaftes) Zitat am Anfang - genannt, doch wird auch der gesamte folgende Seiteninhalt (zwar gerafft und stärker umformuliert aber dennoch klar erkennbar) ebenfalls daraus übernommen.

Das Zitat geht nicht mit in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(Schumann)

[17.] Analyse:Cc/Fragment 062 01 - Diskussion
Bearbeitet: 18. August 2016, 13:46 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 13:46 (Schumann)
BauernOpfer, Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 62, Zeilen: 1-17
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
[Der Konflikt zwischen der ideologischen und der pragmatischen Denkrichtung endete am 23. März 1945 mit einem Kompro-]miss in Form der Besatzungsdirektive JSC 1067, welche militärische, besatzungstechnische sowie pragmatische Bedürfnisse berücksichtigte. Am 7. Mai 1945 erhielt der Chef der amerikanischen Besatzungsverwaltung im Obersten Alliierten Hauptquartier ein Schreiben von Robert Murphy, dem politischen Berater Eisenhowers, welches erstmals eine politisch-inhaltliche Orientierung der amerikanischen Besatzungsbehörden darstellte. „Es ist […] unsere neue Politik, zwischen aktiven und nominellen Mitgliedern der NSDAP zu unterscheiden und damit die vorliegende Entnazifizierungsdirektive abzumildern (‚liberalize’) […]. Dies ist immer noch […] ein im wesentlichen negatives Vorgehen. Es gibt bisher keine positive Anweisung […], wie demokratische Kräfte (in Deutschland) ermutigt werden können […]. Unser Ziel ist es aber, nicht nur juristisch, negativ den Nationalsozialismus zu zerstören, sondern positiv auch die Elemente zu bestärken, die im wahren Sinne demokratisch gesonnen sind oder sein können […].“190

190 Henke, Klaus-Dietmar: Die amerikanische Besatzung [sic] Deutschlands, a. a. O., S. 292. (Künftig zitiert: Henke: Amerikanische Besatzung, a. a. O., S.):

Der Konflikt zwischen den Ideologen und den Pragmatikern in Washington tobte ein halbes Jahr lang. Er endete am 23. März 1945 mit einem von Roosevelt gebilligten Kompromiss - die Grundlage der amerikanischen Besatzungsdirektive JSC 1067 -, der militärisch-besatzungtechnisch-pragmatische Bedürfnisse mitberücksichtigte.

[...] Unter ausdrücklicher Bezugnahme auf den eben erwähnten Washingtoner Kompromiss vom 23. März 1945 richtete Murphy am 7. Mai 1945 ein Schreiben an den Chef der amerikanischen Besatzungsverwaltung im Obersten Alliierten Hauptquartier, das man als ein Schlüsseldokument der frühen amerikanischen Besatzungspolitik in Deutschland bezeichnen muss, weil es zum ersten mal eine politisch-inhaltliche Orientierung für die amerikanischen Besatzungsbehörden vermittelte. Wir lesen dort:

Es ist...unsere neue Politik, zwischen aktiven und nominellen Mitgliedern der NSDAP zu unterscheiden und damit die vorliegende Entnazifizierungsdirektive abzumildern ["liberalize"]... Dies ist immer noch... ein im wesentlichen negatives Vorgehen. Es gibt bisher keine positive Anweisung, ...wie demokratische Kräfte [in Deutsch­land] ermutigt werden können... Unser Ziel ist es aber, nicht nur, negativ, den Nationalsozialismus zu zerstören, sondern, positiv, auch die Elemente zu bestärken, die im wahren Sinne demokratisch gesonnen sind oder sein können.

[...] [Anm. 16]


16. Murphy am 4.5.1945 [sic], NA; wiedergegeben bei Henke, S. 292 f.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 061 09.

Bemerkenswert erscheint dabei, dass bei Henke auf S. 292 (unten) zwar auf Murphys Bericht vom 7.5.1945 verwiesen wird, das Zitat sich dort jedoch nicht findet; ebensowenig findet es sich aber auch auf S. 293, auf der es um Murphys Ausführungen zur Rolle der beiden Kirchen geht. Und auch auf S. 294 findet sich der Wortlaut des Zitats nicht.

Dieser Umstand sowie der inhaltlich wie textstrukturell gleiche Vorspann, die gleiche Abgrenzung sowie die exakt gleichen Auslassungen nähren der Verdacht einer ungeprüften Übernahme auch dieses (Phantom?)Zitats, weshalb dessen Mitberücksichtigung bei der Zeilenzählung in diesem Fall gerechtfertigt erscheint.

Sichter
(Schumann)

[18.] Analyse:Cc/Fragment 063 21 - Diskussion
Bearbeitet: 18. August 2016, 15:58 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 15:58 (Schumann)
BauernOpfer, Cc, Die Zeit 2004, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 63, Zeilen: 21-30
Quelle: Die Zeit 2004
Seite(n): online, Zeilen: -
Die amerikanischen Truppen, die als Erste Aachen besetzten, schwankten zwischen stiller Sympathie und schroffem Misstrauen gegenüber der Bevölkerung.194 Auf der einen Seite zeigten sie sich freundlich und höflich. Für die Kinder gab es Schokolade und Kaugummis und für die Erwachsenen Zigaretten.195 Auf der anderen Seite war ihnen auf dem Weg nach Deutschland eingebläut worden, sich nicht mit den Deutschen einzulassen. In jeder Armeezeitung, an jedem Feldposten stand mit großen Lettern die Losung zu lesen: „Don’t fraternize!“ „Wer in einer deutschen Stadt ein hübsches Mädchen grüßt oder ein deutsches Kind [tätschelt“, warnte der Armeesender, „der verneigt sich vor Hitler und seinem Blutregime. Die Deutschen sollen als Kriegsgegner gesehen werden, nicht als befreites Volk.“]

194 Vgl. hierzu: Schwabe, Klaus: Vorspiel zur Nachkriegszeit: Ein amerikanischer Nachrichtenoffizier berichtet über seine erste Begegnung mit Aachenern im November 1944, in: ZAGV, Bd. 102, Jg. 1999/2000, S. 491-518.

195 Vgl. Die Zeit, a. a. O. [Die Zeit: Donnerstag, 21. Oktober 2004, Nr. 44], S. 3.

Die Sieger zeigen sich zunächst freundlich und höflich. Für Waltraud gibt es Schokolade und Kaugummis, für die Erwachsenen Zigaretten. [...]

Die Amerikaner schwanken zwischen stiller Sympathie und schroffem Misstrauen. Auf ihrem Weg von den Stränden der Normandie nach Deutschland ist den GIs eingebläut worden, sich mit den Deutschen nicht gemein zu machen. In jeder Armeezeitung, an jedem Feldposten steht in großen Lettern die Losung zu lesen: Don’t fraternize! "Wer in einer deutschen Stadt ein hübsches Mädchen grüßt oder ein deutsches Kind tätschelt", warnt der Armeesender, "der verneigt sich vor Hitler und seinem Blut-Regime. Don’t fraternize!" Die Deutschen sollen als Kriegsgegner gesehen werden, nicht als befreites Volk.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 195 für zwei Sätze genannt, aber auch für die längere anschließende Schilderung "der anderen Seite" und die Beispiele der gedruckten und gesendeten Warnungen wird erkennbar weiter daraus ungekennzeichnet (und großteils wörtlich) übernommen. (Ein bilanzierender Satz des ZEIT-Autors wird dabei fälschlich als Teil eines historischen Zitats präsentiert.)

Sichter
(Schumann)

[19.] Analyse:Cc/Fragment 076 27 - Diskussion
Bearbeitet: 26. August 2016, 14:39 Schumann
Erstellt: 26. August 2016, 14:38 (Schumann)
Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 76, Zeilen: 27-31
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 323, Zeilen: 3 ff.
Wie bereits dargestellt, war das Erscheinungsbild der Stadt Aachen während des Dritten Reiches in vielen Bereichen abweichend vom Rest des Reiches. Dennoch kann dieser Umstand nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Nationalsozialismus auch in der westlichen Großstadt des Deutschen Reiches die tonangeben-[de Kraft war.] Das in vielen Bereichen abweichende Erscheinungsbild der Stadt Aachen kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Nationalsozialismus auch hier die tonangebende Kraft war.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, von deren letzter Seite des Teils "Schlußbetrachtung" (S. 321-323) übernommen wird.

Fortsetzung auf der folgenden Seite; siehe Fragment 077 01.

Sichter
(Schumann)

[20.] Analyse:Cc/Fragment 077 01 - Diskussion
Bearbeitet: 26. August 2016, 14:43 Schumann
Erstellt: 26. August 2016, 14:43 (Schumann)
Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 1-8
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 323, Zeilen: 3 ff., 23 ff.
[Dennoch kann dieser Umstand nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Nationalsozialismus auch in der westlichen Großstadt des Deutschen Reiches die tonangeben-]de Kraft war. Die Zurückhaltung der Aachener Bevölkerung führte nicht zu Widerstand, die Nicht-Anpassung verhinderte auch hier nicht die Umsetzung der nationalsozialistischen Politik. Die für die Aachener wichtigste Autorität, die katholische Kirche, blieb ebenfalls passiv. Ebenso wie die NS unter passiver Hinnahme an die Macht kommen konnten, so hielten sie sich auch durch ihre Passivität an der Macht. Aachen bildete hier keine Ausnahme. Das in vielen Bereichen abweichende Erscheinungsbild der Stadt Aachen kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Nationalsozialismus auch hier die tonangebende Kraft war. Die zu beobachtende Zurückhaltung gegenüber der NSDAP, ihren Organisationen und angeschlossenen Verbänden führte nicht zu einem breitangelegten Widerstand. Die die Einstellung vieler charakterisierende "Nicht-Anpassung" verhinderte nicht die Umsetzung der nationalsozialistischen Politik; insbesondere gilt dies für die Behandlung der Juden, die ohne erkennbare Widerstände geduldet wurde. Die für die Aachener wohl wichtigste Autorität, die katholische Kirche, blieb ebenfalls in dieser Frage passiv. [...]

[...] Ebenso wie die Nationalsozialisten unter passiver Hinnahme weiter Bereiche der deutschen Gesellschaft an die Macht kommen konnten, so hielten sie sich durch diese Passivität auch an der Macht - hier bildete die Stadt Aachen keine Ausnahme.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, von deren letzter Seite des Teils "Schlußbetrachtung" (S. 321-323) gerafft übernommen wird.

Sichter
(Schumann)

[21.] Analyse:Cc/Fragment 083 02 - Diskussion
Bearbeitet: 18. August 2016, 15:28 Schumann
Erstellt: 18. August 2016, 15:28 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Schwabe 1997, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 83, Zeilen: 2-3, 5-12, 18-19, 25-28
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
In Oppenhoff hatte man die Person gefunden, der das Amt des neuen Oberbürgermeisters anvertraut werden konnte. [...] Oppenhoff forderte in den Verhandlungen mit der Militärregierung, sich seine Dezernenten selbst aussuchen zu dürfen.249 Zudem forderte Oppenhoff, nicht zu Handlungen gezwungen zu werden, die seinem Volk oder den deutschen Soldaten schaden könnten. Mit allem Nachdruck verteidigte Oppenhoff die Interessen der Aachener Bevölkerung gegenüber den Militärs, sei es bei der Freigabe von Straßen oder dem Transport von Lebensmitteln.250 [...] In der Anfangsphase herrschte eine Art praktische Solidarität zwischen Eroberern und Eroberten in Aachen, [...]

Beispielsweise sagten die Amerikaner dem höchsten Beamten der von ihnen eingesetzten Stadtverwaltung den Abtransport der Bevölkerung für den Fall zu, dass die Stadt von deutschen Truppen besetzt würde.253


249 Vgl. Verwaltungsbericht I, a. a. O. [= Verwaltungsbericht der Stadt Aachen, zugleich Bericht über den bisherigen Wiederaufbau (1. Dezember 1944 bis 31. Dezember 1946), Aachen 1947], S. 13.

250 Vgl. CDU-Aachen: 50 Jahre, a. a. O. [= CDU-Aachen (Hrsg.): 50 Jahre CDU. Verantwortung für Deutschland und Europa, Aachen 1995], S. 13.

253 Vgl. Pabst: Nachkriegszeit in Aachen, a. a. O., S. 22 /Vgl. hierzu auch: Henke: Amerikanische Besatzung, a. a. O., S. 271ff.

Mit Hilfe des Bischofs war noch vor der Kapitulation Aachens von amerikanischen Offizieren die Persönlichkeit gefunden worden, der das Amt des neuen Oberbürgermeisters anvertraut werden konnte - Franz Oppenhoff. [...] Oppenhoff bedang sich außerdem aus, daß er sich seine Dezernenten selbst aussuchen und dass er nicht zu Handlungen gezwungen werden dürfe, die seinem Volk oder deutschen Soldaten schadeten. [...]

Im Weiteren verteidigte Oppenhoff mit aller Zähigkeit die Interessen der Aachener Bevölkerung: bei der Freigabe von Straßen zum Antransport von Lebensmitteln, bei der Verpflichtung zu den wenig beliebten öffentlichen Enttrümmerungs- und Aufräumarbeiten, bei der Eröffnung einer Sparkasse und der Einführung von Steuern. Eine Art praktischer Solidarität zwischen Eroberten und Eroberern stellte sich ein. Diese fand, ohne daß dies die Aachener freilich wissen konnten, ein letztes Mal zur Zeit der Rundstedt(Ardennen)-Offensive ihren Ausdruck darin, dass die Amerikaner den höchsten Beamten der von ihnen eingesetzten Aachener Stadtverwaltung den Abtransport für den Fall zusagten, daß die Stadt von deutschen Truppen zurückerobert werden sollte. [Anm. 4]


4. Pabst, S. 22. Allgemein neuerdings: Klaus-Dietmar Henke: Die amerikanische Besetzung Deutschlands, München 1995, S. 271ff.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle bleibt ungenannt.

Sichter
(Schumann)

[22.] Analyse:Cc/Fragment 123 01 - Diskussion
Bearbeitet: 13. September 2016, 14:12 Schumann
Erstellt: 16. August 2016, 23:11 (Schumann)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, Wikipedia KPD 2006, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 123, Zeilen: 1-10
Quelle: Wikipedia KPD 2006
Seite(n): online, Zeilen: -
[Im sowjetischen Exil gründete die KPD] das „Nationalkomitee Freies Deutschland“ (NKFD), ein Zentrum des Kampfes von Antifaschisten aller Lager, welches in ähnlichen Organisationen auch in Frankreich, den Niederlanden und Mexiko konzipiert wurde. Neben den Exilanten und dem Widerstand gab es wie aus anderen Parteien auch ehemalige KPD-Anhänger, die sich von den wirtschaftlichen Erfolgen der Nationalsozialisten in den ersten Jahren des Regimes überzeugen ließen und ihre oppositionelle Haltung ablegten. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vom Zentralkomitee der KPD von Berlin her der politische Neuaufbau betrieben.379380

379 Vgl. hierzu: Weber, Hermann: Die DDR 1945-1990, 3. überarb. erw. Aufl., München 2000, S. 3-15.

380 Schroeder, Klaus: Der SED-Staat, Partei, Staat und Gesellschaft 1945-1990, München 2000, S. 30.

Im sowjetischen Exil gründete die KPD das "Nationalkomitee Freies Deutschland" (NKFD), ein Zentrum des Kampfes von Antifaschisten aller Lager. Ähnliche partei- und weltanschauungsübergreifend konzipierte Organisationen wurden auch in Frankreich, Niederlande und sogar Mexiko von Exilanten aufgebaut.

Neben Exilanten und dem Widerstand gab es wie aus anderen Parteien auch ehemalige KPD-Anhänger, die sich von den wirtschaftlichen Erfolgen der Nationalsozialisten in den ersten Jahren des Regimes überzeugen ließen und ihre oppositionelle Haltung ablegten. [...]

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg ging das ZK der KPD und andere exilierte stalintreue KPD-Mitglieder nach Berlin, um einen nach außen demokratischen politischen Aufbau zu betreiben.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 122 07.

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Sichter
(Schumann)

[23.] Analyse:Cc/Fragment 265 30 - Diskussion
Bearbeitet: 6. April 2014, 22:07 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 11:07 (Bummelchen)
BauernOpfer, Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Wielenga 2000, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 265, Zeilen: 30-32
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): -, Zeilen: -
Das Verhältnis zwischen Deutschland und den Niederlanden, den beiden „ungleichen Nachbarn“ in den ersten Jahren nach 1945, kann als spannungsreich und vonseiten der Niederlande als „an[tideutsch“777 bezeichnet werden.]

[777 Vgl.: Wielenga, Friso: West-Duitsland: partner uit noodzaak. Nederland en de Bondsrepubliek 1949-1955, Den Haag 1989, S. 34.]

„Im Schatten Deutschlands", „Argwohn und Profit", „West-deutschland: notwendiger Partner": Bereits eine kleine Auswahl der Buchtitel über das deutsch-niederländische Verhältnis seit 1945 verweist auf die Spannung, die die Beziehungen zwischen diesen beiden „ungleichen Nachbarn" kennzeichnet.1

1. NEDERLANDS GENOOTSCHAP VOOR INTERNATIONALE ZAKEN (Hrsg.), In de schaduw van Duitsland. Een discussie, Baarn 1979; H.J.G. BEUNDERS/H.H. SELIER, Argwaan en profijt. Nederland en West-Duitsland 1945-1981, Amsterdam 1983; F. WlELENGA, West-Duitsland: partner uit noodzaak. Nederland en de Bondsrepubliek 1949-1955, Utrecht 1989; H. LADEMACHER, Zwei ungleiche Nachbarn. Wege und Wandlungen der deutsch-niederländischen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert, Darmstadt 1990.

Anmerkungen

Macht macht einem Verweis eines Zitates auf ein älteres Werk des Autors dieser Quelle. Das das Komplette Frage in umformulierter Fassung aus dieser Quelle stammt, verschweigt die Autorin. [?]

Sichter

[24.] Analyse:Cc/Fragment 266 01 - Diskussion
Bearbeitet: 6. April 2014, 22:08 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 11:04 (Bummelchen)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, Wielenga 2000, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 266, Zeilen: 1-3
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 13, Zeilen: -
[Das Verhältnis zwischen Deutschland und den Niederlanden, den beiden „ungleichen Nachbarn“ in den ersten Jahren nach 1945, kann als spannungsreich und vonseiten der Niederlande als „an]tideutsch“777 bezeichnet werden. Zu den Spannungen, die sich aus den ambivalenten Gefühlen eines kleinen Landes gegenüber seinem größeren und mächtigeren Nachbarn778 ergeben, [...]

777 Vgl.: Wielenga, Friso: West-Duitsland: partner uit noodzaak. Nederland en de Bondsrepubliek 1949-1955, Den Haag 1989, S. 34.

778 Vgl. hierzu: Wahl, Jürgen: Deutsch-Niederländische Beziehungen, in: Politische Studien, Sonderheft 2/98, 49. Jg., 1998, S. 26-30, hier: S. 26.

„Im Schatten Deutschlands", „Argwohn und Profit", „West-deutschland: notwendiger Partner": Bereits eine kleine Auswahl der Buchtitel über das deutsch-niederländische Verhältnis seit 1945 verweist auf die Spannung, die die Beziehungen zwischen diesen beiden „ungleichen Nachbarn" kennzeichnet.1

[...]

Oder war alles nicht so dramatisch, und mußte man in den Spannungen hauptsächlich einen Ausdruck normaler ambivalenter Gefühle eines kleinen Landes gegenüber seinem größeren und mächtigeren Nachbarn [sehen?]


1. NEDERLANDS GENOOTSCHAP VOOR INTERNATIONALE ZAKEN (Hrsg.), In de schaduw van Duitsland. Een discussie, Baarn 1979; H.J.G. BEUNDERS/H.H. SELIER, Argwaan en profijt. Nederland en West-Duitsland 1945-1981, Amsterdam 1983; F. WlELENGA, West-Duits-land: partner uit noodzaak. Nederland en de Bondsrepubliek 1949-1955, Utrecht 1989; H. LADEMACHER, Zwei ungleiche Nachbarn. Wege und Wandlungen der deutsch-niederländischen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert, Darmstadt 1990.

Anmerkungen
Sichter

[25.] Analyse:Cc/Fragment 266 14 - Diskussion
Bearbeitet: 1. October 2016, 12:12 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 11:23 (Bummelchen)
Cc, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, Wielenga 2000, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 266, Zeilen: 14-37
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 23, 24, Zeilen: 23: 22 f.; 24: 1, 7 ff.
Hierbei wurde betont, dass man die Fehler von 1918 nicht wiederholen dürfe, sondern eine Aufnahme Deutschlands in die normalen Beziehungen der internationalen Gemeinschaft und nach einer Übergangszeit auch die Zuerkennung einer gleichberechtigten deutschen Stellung anstreben müsse. Man war sich bewusst, dass es innerhalb der niederländischen Bevölkerung eine antideutsche Stimmung geben werde, die jedoch nicht in Rachemaßnahmen gegen das deutsche Volk als Ganzes sowie in Vorstellungen einer Kollektivschuld münden dürfe. Dennoch war die Stimmung am Ende des Krieges und nach der Befreiung der Niederlande im Mai 1945 nach fünfjähriger Besatzung, Erniedrigung und Terror, ungefähr 250.000 Toten und einem geschätzten finanziellen Schaden von 25,75 Milliarden Gulden beinahe einstimmig „antideutsch“. Die Bestrafung Deutschlands und der Deutschen, große Schadensersatzforderungen, Annektierung deutscher Gebiete, Ausweisung aller Deutschen aus den Niederlanden und die Abschaffung des Deutschunterrichts waren die Forderungen der Niederländer und entsprachen dem allgemeinen Klima der ersten Nachkriegsjahre. Gleichzeitig war sich die niederländische Führung darüber im Klaren, dass eine schwere wirtschaftliche Bestrafung Deutschlands nicht im niederländischen Interesse lag und dass die Wiederherstellung der Handelsbeziehungen der Vorkriegszeit unver-[zichtbar für den niederländischen Wiederaufbau sei.779]

779 Vgl. hierzu: Schwarz, Siegfried: Wechselvolles deutsch-niederländisches Verhältnis, in: Deutschland Archiv. Zeitschrift für das vereinigte Deutschland, 4/2001, S. 906-907, hier: S. 906.

[Seite 23]

Gleichzeitig dürften die alliierten Sieger aber nicht denselben Fehler wie nach dem Ersten Weltkrieg machen, und dies bedeute: keine astronomisch hohen Reparationsverpflichtungen, keine umfänglichen territorialen Veränderungen, sondern Aufnahme Deutschlands in die normalen Beziehungen der internationalen Gemeinschaft und nach einer Übergangszeit auch wieder die Zuerkennung einer gleichberechtigten Stellung. [...] Nach dem Krieg, so der spätere Ministerpräsident, werde es sicher eine verständliche antideutsche Stimmung in der niederländischen Bevölkerung geben, aber Drees warnte vor Rachemaßnahmen gegen das deutsche Volk als Ganzes und wies die Vorstellung einer Kollek-

[Seite 24]

tivschuld zurück. [...]

Bei der Befreiung der Niederlande im Mai 1945 war die Bevölkerung für solch differenzierte Überlegungen nur begrenzt aufnahmefähig. Nach fünf Jahren Besatzung, Erniedrigung und Terror, ungefähr 250.000 Toten und einem geschätzten Schaden von 25,75 Milliarden Gulden waren die Niederlande 1945 beinahe einstimmig 'antideutsch'. Deutsche - das waren die Nazis und die 'Moffen', und nur langsam sollte Raum für einen anderen Blick über die Ostgrenze entstehen. Bestrafung Deutschlands und der Deutschen, große Schadenersatzforderungen, Annektierung deutscher Gebiete, Ausweisung aller Deutschen aus den Niederlanden und die Abschaffung des Deutschunterrichts: Solche Forderungen paßten besser in das Klima der ersten Nachkriegsjahre als Drees' vernünftige Warnungen vor einer harten Politik. Gleichzeitig waren sich aber viele darüber im klaren, daß eine schwere wirtschaftliche Bestrafung Deutschlands nicht im niederändischen Interesse lag und daß die Wiederherstellung der Handelsbeziehungen der Vorkriegszeit unverzichtbar für den niederländischen Wiederaufbau war.2


2. Vgl. die informativen Dokumentationsmappen des INSTITUTS CLIN-GENDAEL, Nederland en de Bondsrepubliek, Tl. 1 (Den Haag 1994) und Tl. 2 (Den Haag 1996).

Anmerkungen

Es wird aus Textfragmanten eine ganze Passage konstruiert.

[Quelle wird ganz oben genannt (allerdings mit Seitenangabe 34), insofern wohl eher BO.]

Sichter
(Bummelchen)

[26.] Analyse:Cc/Fragment 280 101 - Diskussion
Bearbeitet: 25. August 2016, 20:52 Schumann
Erstellt: 25. August 2016, 20:52 (Schumann)
BauernOpfer, Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 280, Zeilen: 101-112
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 119, Zeilen: 22 ff, 104 ff.
Der Aachen-Laurensberger Rennverein hatte unter der Leitung seines Präsidenten Hubert Wienen seit 1925 Reit-, Spring- und Fahrturniere veranstaltet, [...] Zudem hatte auch das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda, bedingt durch die in Aachen stattfindenden internationalen Reitturniere820 [...]

820 Während der Zeit des Nationalsozialismus war das Aachener Reitturnier ein gerne wahrgenommener Anlass, die Stadt Aachen zu besuchen. Schon Hermann Göring hatte seinen Besuch in Aachen 1933 mit einem Besuch des Reitturniers verbunden und dabei den überragenden Erfolg der deutschen Reiter miterlebt, die sowohl den „Großen Preis von Aachen“ als auch die Nationenwertung („Kampf der Nationen“) gewannen. 1936 überreichte Reichsinnenminister Wilhelm Frick den Nationenpreis an die deutsche Mannschaft. 1938 war es der Chef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr. Hans-Heinrich Lammers, der den von Hitler gestifteten Preis der Nationen an die rumänische Mannschaft übergab. Lammers gehörte 1938 dem Ehrenpräsidium des Aachen-Laurensberger Rennvereins an, in dessen Präsidium u. a. auch SA-Brigadeführer Heinz Lampe und Kreisleiter Eduard Schmeer saßen; vgl. Gasten: Aachen im NS, a. a. O., S. 119).

Ein gerne wahrgenommener Anlaß, die Stadt Aachen zu besuchen, war das seit 1925 ausgetragene "Internationale Reit-, Spring- und Fahrturnier".91

91 Schon Hermann Göring hatte seinen Besuch in Aachen 1933 mit einem Besuch des Reitturniers verbunden und dabei den überragenden Erfolg der deutschen Reiter miterlebt, die sowohl den "Großen Preis von Aachen" als auch die Nationenwertung ("Kampf der Nationen") gewannen. 1936 überreichte Reichsinnenminister Frick den Nationenpreis an die deutsche Mannschaft. 1938 war es der Chef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr.Lammers, der den von Hitler gestifteten Preis der Nationen - an die rumänische Mannschaft - übergab, (vgl. BA Koblenz, R43/II/885) Lammers gehörte 1938 dem Ehrenpräsidium des Aachen-Laurensberger- Rennvereins an, in dessen Präsidium u.a. auch SA-Brigadeführer Lampe und Kreisleiter Schmeer saßen.

Anmerkungen

Die Quelle ist genannt, aber die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.

Sichter
(Schumann)

[27.] Analyse:Cc/Fragment 325 03 - Diskussion
Bearbeitet: 25. August 2016, 22:08 Schumann
Erstellt: 25. August 2016, 22:08 (Schumann)
Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 325, Zeilen: 3-13, 16-26, 29-31
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 136, 137, 138, Zeilen: 136: 4 ff., 13 ff., 18 ff., 34 f.; 137: 33 ff.; 138: 3 f., 22 ff., 29 ff.
Ebenso wie andere Universitäten hatte sich auch die Technische Hochschule in Aachen nicht dem Zugriff der Nationalsozialisten entziehen können. Auch sie wurde gleichgeschaltet und musste im Rahmen des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ im Semester 1933/34 den Verlust von zum Teil hochrangigen Wissenschaftlern hinnehmen, da diesen die Professuren und Lehraufträge entzogen wurden. Während die Reaktionen des Lehrkörpers gegenüber der nationalsozialistischen Vorgehensweise abwartend bis ablehnend waren, war die Studentenschaft größtenteils nationalsozialistisch gesinnt977 und bei den Entlassungen eine treibende Kraft. [...] Speziell in Aachen führten die rüstungswirtschaftlichen Ziele Adolf Hitlers nach 1933 zu einer Förderung einzelner Fachgebiete wie beispielsweise der Elektrotechnik und Energiewirtschaft, der Metallurgie, des Maschinenbaus und der Flugwissenschaften.978 In den anderen Bereichen durchlief die RWTH Aachen, mit einer Studentenzahl von 821 Studierenden im Wintersemester 1938/39,979 bis 1939 eine mit anderen Universitäten vergleichbare Entwicklung. Universitäre Freiräume waren mit der Reglementierung des gesamten Lebens unter dem Nationalsozialismus unvereinbar. [...] Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 und der freiwilligen Meldung vieler Dozenten und Studenten zum Kriegs-[dienst980 wurde die TH geschlossen und blieb dies bis zum Beginn des Westfeldzuges im Oktober 1940, so lange wie keine andere deutsche Hochschule.981]

977 Zur nationalsozialistischen Gesinnung der Aachener Studentenschaft; vgl. Klinkenberg, Martin (Hrsg.): Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen 1870-1970, Stuttgart 1971, S. 106f. (künftig zitiert: Klinkenberg: RWTH Aachen, a. a. O., S.).

978 Vgl. Rheinisch-Westfälische-Technische-Hochschule Aachen (Hrsg.): 100-Jahr-Feier der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, 12.-17. Oktober 1970, Aachen 1970, S. 37.

979 Ricking, Klaus: Der Geist bewegt die Materie: 125 Jahre Geschichte der RWTH Aachen. Mens agitat molem, Aachen, Mainz 1995, S. 155 (Künftig zitiert: Ricking: Der Geist bewegt die Materie, a. a. O., S.).

[980 Studentinnenschaft der RWTH Aachen (Hrsg.): 125 Jahre RWTH aus studentischer Sicht, Aachen 1995, S. 24. (künftig zitiert: ASTA: 125 Jahre RWTH, a. a. O., S.).

981 Vgl. Ricking: Der Geist bewegt die Materie, a. a. O., S. 155.]

[Seite 136]

Gleichwohl konnte sich auch die TH nicht dem Zugriff der Nationalsozialisten entziehen; wie andere Universitäten wurde sie "gleichgeschaltet". [...]

Das "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7.April 1933 bot dem NS-Regime zunächst ausreichenden Spielraum, gegen jüdische und politisch mißliebige Professoren vorzugehen. [...]159 Die Aachener TH mußte 1933/34 einen Aderlaß von z.T. hochrangigen Wissenschaftlern hinnehmen, denen aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen ihre Professuren und Lehraufträge - z.T. ohne Anspruch auf Ruhegehaltszahlungen - entzogen wurden:

[...]

Treibende Kraft bei den Entlassungen war der nationalsozialistische ASTA der TH Aachen.

[Seite 137]

Die Reaktion des Lehrkörpers an der TH auf den Nationalsozialismus war 1933 - im Gegensatz zu der Studentenschaft - abwartend bzw. ablehnend.

[Seite 138]

Universitäre Freiräume waren mit der Reglementierung des gesamten Lebens unter dem Nationalsozialismus unvereinbar.

[...]

Die rüstungswirtschaftlichen Ziele Hitlers führten - zu Lasten der anderen Fächer - nach 1933 an der TH zur Förderung einzelner Fachgebiete: Elektrotechnik, Metallurgie, Maschinenbau, Flugwissenschaften, Energiewirtschaft. [...] Nachhaltige Auswirkungen auf den TH-Betrieb hatte der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges; die TH blieb von September 1939 bis Oktober 1940 geschlossen, so lange, wie keine andere Hochschule. Die Zahl der Studenten sank zum Wintersemester 1940/41 auf 255 gegenüber 821 im Studienjahr 1938/39.


159Hans Martin Klinkenberg (Hg.), a.a.O., S.106; Kurt Düwell, Die Rheingebiete in der nationalsozialistischen Judenpolitik vor 1942 (= Rheinisches Archiv, Bd.65). Bonn 1968, S.106ff.

Anmerkungen

Geraffte Übernahme mit Textumformulierungen und -stellungen sowie zahlreiche Quellenangaben - aber kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Sichter
(Schumann)

[28.] Analyse:Cc/Fragment 326 01 - Diskussion
Bearbeitet: 1. October 2016, 11:58 Schumann
Erstellt: 26. August 2016, 11:51 (Schumann)
Cc, Fragment, Gasten 1993, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 326, Zeilen: 1-11
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 138, 139, Zeilen: 138: 29 ff.; 139: 3 ff.
[Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 und der freiwilligen Meldung vieler Dozenten und Studenten zum Kriegs-]dienst980 wurde die TH geschlossen und blieb dies bis zum Beginn des Westfeldzuges im Oktober 1940, so lange wie keine andere deutsche Hochschule.981 In der Zeit bis zum Ende des Krieges wurde der Hochschulbetrieb an der TH mit 255 Studenten weiter fortgeführt. Lehre und Forschung wurden stärker als zuvor für kriegswirtschaftliche Aufgaben in Anspruch genommen. Häufige Bombardements auf die Stadt zerstörten nach und nach alle Institute und Einrichtungen der Hochschule, wie beispielsweise am 10. Juli 1941 und am 13. Juli 1943 die Bibliothek, und verschlechterten die Lehr- und Studienbedingungen in zunehmendem Maße.

980 Studentinnenschaft der RWTH Aachen (Hrsg.): 125 Jahre RWTH aus studentischer Sicht, Aachen 1995, S. 24. (künftig zitiert: ASTA: 125 Jahre RWTH, a. a. O., S.).

981 Vgl. Ricking: Der Geist bewegt die Materie, a. a. O., S. 155.

Nachhaltige Auswirkungen auf den TH-Betrieb hatte der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges; die TH blieb von September 1939 bis Oktober 1940 geschlossen, so lange, wie keine andere Hochschule. Die Zahl der Studenten sank zum Wintersemester 1940/41 auf 255 gegenüber 821 im Studienjahr 1938/39.

[Seite 139]

Forschung und Lehre wurden stärker als zuvor für kriegswirtschaftliche Aufgaben beansprucht. Die sich häufenden Bombenangriffe und die damit verbundenen Zerstörungen - u.a. die Bibliothek im Juli 1943, deren Bestände nur teilweise gerettet werden konnten - erschwerten die Ausbildung des von der (Kriegs-) Wirtschaft dringend gebrauchten Hochschulnachwuchses.172


172Der Nachwuchsmangel in der Industrie war so gravierend, daß Soldaten bei der Wehrmacht beurlaubt wurden, um - v.a. in den Ingenieurfächem - zu studieren; vgl. Westdeutscher Beobachter vom 14.März 1942 ("Unsere Soldaten im Hörsaal - Das Wintersemester 1941/42 im Zeichen der Wehrmachtsurlauber")

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Kein Hinweis auf die Quelle.

Isoliert betrachtet könnte man hier angesichts des relativ geringen Maßes an wörtlichen Übereinstimmungen auch eine Art Parallelschöpfung vermuten. In der Zusammenschau mit dem unmittelbar vorangehenden längeren Fragment 325 03 wird jedoch deutlich, welcher tatsächlichen Quelle der Text trotz aller Bearbeitungen hier immer noch folgt.

Sichter
(Schumann)


Fragmente (Verdächtig / Keine Wertung)

3 Fragmente

[1.] Analyse:Cc/Fragment 002 01 - Diskussion
Bearbeitet: 16. August 2016, 12:16 Schumann
Erstellt: 16. August 2016, 12:16 (Schumann)
Cc, Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Wielenga 2000, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 2, Zeilen: 1-8
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 18, Zeilen: 5 ff.
[Für die Verordnungen der britischen Militärregierung sowie weitere Dokumente über die letzten Kriegstage und den Wiederaufbau der Stadt erwies sich die gute Zugänglichkeit der Bestände des Stadtarchivs Aachen, wo ohne nennenswerte Einschränkung alle gewünschten Akten aus der gesam-]ten Nachkriegzeit eingesehen werden konnten, als besonders günstig.

Da der behandelte Zeitraum unter anderem aufgrund des damaligen Papiermangels durch seine Schriftlosigkeit gekennzeichnet ist, ist die Quellenlage nicht unproblematisch. Aus diesem Grund wurde das Fehlen von Primärquellen stets durch Informationen aus der Tages- und Wochenpresse sowie durch Gespräche mit „Zeitzeugen“ ergänzt.

Als besonders günstig erwies sich dabei die gute Zugänglichkeit des Archivs des Außenministeriums, wo ohne nennenswerte Einschränkungen alle gewünschten Akten aus der gesamten Nachkriegszeit eingesehen werden konnten. Dieses Material wurde stets ergänzt durch Betrachtungen aus der Tages- und Wochenpresse sowie die Ergebnisse von Meinungsumfragen. Auf deutscher Seite war die Zugänglichkeit diplomatischer und politischer Quellen beschränkter, da in der Bundesrepublik Regierungs- und Behördenarchive grundsätzlich erst nach dreißig Jahren für die Forschung zugänglich sind. Demzufolge konnte Material des Auswärtigen Amts nur bis ungefähr Mitte der sechziger Jahre eingesehen werden. Teilweise wurde das Fehlen deutscher Primärquellen aus den folgenden Jahren durch Pressematerial, Politikermemoiren7 sowie durch indirekte Verweise auf die deutsche Haltung im Archiv des niederländischen Außenministeriums aufgefangen.

7. [...]

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Aufgrund der freieren Variation des Inhalts kW.

Sichter
(Schumann)

[2.] Analyse:Cc/Fragment 012 19 - Diskussion
Bearbeitet: 26. August 2016, 16:35 Schumann
Erstellt: 26. August 2016, 16:35 (Schumann)
Cc, Fragment, Gasten 1993, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 19-21
Quelle: Gasten 1993
Seite(n): 157, Zeilen: 17 ff.
1943 erhielten die Angriffe eine neue Dimension, so waren es am 14. Juli 1943 ca. 200 Flugzeuge, die ihre Bomben über der Stadt abluden.14

14 Vgl. Gatz, Erwin: Geschichte des Bistums Aachen in Daten 1930-1985. Der Weg einer Ortskirche, Aachen 1986, S. 53.

1943 erhielten die Angriffe eine neue, bis dahin unbekannte Dimension; waren am 9./10.Juli 1941 etwa dreißig Kampfflugzeuge an dem Angriff beteiligt gewesen, so waren es am 14.Juli 1943 ca. 200 Flugzeuge, die ihre Bombenlast über der Stadt abluden; [...]256

256STA Aachen, Einzelakten nach 1933, 11078 (ausführliche Dokumentation der Schäden)

Anmerkungen

Aufgrund der Kürze unter "keine Wertung" kategorisiert.

Ob sich der Inhalt so auch bei der angegebenn Quelle Gatz 1986 findet, wurde bisher nicht überprüft.

Sichter
(Schumann)

[3.] Analyse:Cc/Fragment 121 11 - Diskussion
Bearbeitet: 16. August 2016, 22:55 Schumann
Erstellt: 16. August 2016, 22:55 (Schumann)
Cc, Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Wikipedia KPD 2006, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 121, Zeilen: 11-16
Quelle: Wikipedia KPD 2006
Seite(n): online, Zeilen: -
Die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands war das Ergebnis der letzten Reichskonferenz des Sparkatusbundes [sic] vom 29. bis 31. Dezember 1918. Mit ihm vereinigten sich in der Partei die Bremer Linksradikalen und andere linksrevolutionäre Gruppierungen, die an der Novemberrevolution aktiv beteiligt waren. Die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) war das Ergebnis der letzten Reichskonferenz des Spartakusbundes vom 29. bis 31. Dezember 1918. Mit ihm vereinten sich dort verschiedene linksrevolutionäre Gruppierungen, die an der Novemberrevolution aktiv beteiligt waren.
Anmerkungen

Aufgrund der relativen Kürze und der eher geringen Schöpfungshöhe unter "keine Wertung" kategorisiert.

[Könnte man aber auch strenger sehen.]

Sichter
(Schumann)


Fragmente (Kein Plagiat)

1 Fragment

[1.] Analyse:Cc/Fragment 273 03 - Diskussion
Bearbeitet: 6. April 2014, 21:54 Schumann
Erstellt: 1. January 2012, 20:15 (Bummelchen)
Cc, Fragment, KeinPlagiat, SMWFragment, Schutzlevel, Wielenga 2000, ZuSichten

Typus
KeinPlagiat
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 273, Zeilen: 3-
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 321, Zeilen: -
Zusammenfassend lässt sich für den Boden der deutsch-niederländischen Beziehungen in den ersten Nachkriegsjahren auch im Aachener Raum sagen: „wenn man behutsam auf ihm läuft, dann geschieht nichts. Aber das Hochgehen einer Mine bei einem unbeachteten Schritt löst eine Kettenreaktion aus.“799

799 Hermann Opitz, Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Den Haag (1954) zitiert nach: Wielenga: Vom Feind zum Partner, a. a. O., S. 321f.

Zusammenfassend kann man die politisch-psychologische Beziehung bis zum Ende der fünfziger Jahre mit einem Satz von Hermann Opitz, in diesen Jahren Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Den Haag, charakterisieren: „In bezug auf das deutsch-niederländische Verhältnis ist der Boden in Holland wie unterminiert", schrieb er 1954: „Wenn man behutsam auf ihm läuft, dann geschieht nichts. Aber das Hochgehen einer Mine bei [einem unbedachten Schritt löst eine Kettenreaktion aus."55]

55. Das Horst-Wessel-Lied wurde nicht gesungen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.6.1954.

Anmerkungen

Das Zitat wird zwar korrekt gekennzeichnet. Die Einleitungen sind ähnlich formuliert. Vorerst verdächtig.

Sichter


Fragmente (Verwaist)

Kein Fragment



Quellen

Quelle Autor Titel Verlag Jahr Lit.-V. FN
Cc/Die Zeit 2004 Martin Herzog "Wir haben es geschafft!" Sie war die erste deutsche Großstadt, die fiel: Heute vor 60 Jahren nahmen die Amerikaner Aachen ein – die letzten Tage des "Dritten Reiches" hatten begonnen 2004 ja ja
Cc/Gasten 1993 Elmar Gasten Aachen in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft 1933-1944 Peter Lang 1993 ja ja
Cc/Schwabe 1997 Klaus Schwabe Aachen am Ende des Zweiten Weltkrieges: Auftakt zur Nachkriegszeit? Steiner 1997 ja ja
Cc/Schwedt 1997 Herbert Schwedt Alltagsgeschichte der Nachkriegszeit - nach Berichten von Zeitzeugen Steiner 1997 ja ja
Cc/Weis 2001 Gabriele Weis Parteien in den Niederlanden 2001 nein nein
Cc/Wielenga 2000 Friso Wielenga Vom Feind zum Partner. Die Niederlande und Deutschland seit 1945 agenda Verlag GmbH & Co. KG 2000 ja ja
Cc/Wikipedia KPD 2006 Kommunistische Partei Deutschlands (Wikipedia) 2006 nein nein


Übersicht

Typus Gesichtet ZuSichten Unfertig Σ
KP0000
VS519024
ÜP0000
BO59014
KW0303
KeinP0101
Σ1032042

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Kategorie:Cc




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