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VroniPlag Wiki

Analyse:Cc/Fragment 055 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 55, Zeilen: 1-27, 29-30
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): Internetquelle, Zeilen: -
[Neben den Entbehrungen und Zermürbungen des Krieges167 kamen kurz vor Ende der Kriegshandlungen noch mehrere Faktoren hinzu, die die zurückgebliebenen Aachener aufatmen] ließen, als sich am 21. Oktober die deutschen Truppen der Anordnung Hitlers widersetzten und unter Hinterlassung eines Trümmerfeldes endgültig kapitulierten. Zum einen war es die Evakuierung, die noch am 10. September von Himmler für ausgeschlossen erklärt worden war und dann doch am 12. September von Hitler angeordnet wurde. 17.995 Aachener verließen während dieser Zeit teils freiwillig, teils gezwungenermaßen die Stadt. Kaum 6.000 gelang es, sich in den Kellern und Trümmern versteckt zu halten, in ständiger Angst vor den Häschern der SS, die – unter Androhung von Strafverfolgung wegen Landesverrat – zur endgültigen Einschließung der Stadt ihre Jagd auf Zivilisten fortsetzten, um diese abzutransportieren. Zum anderen war es nicht zu einer geordneten Übergabe gekommen, d. h. zur Einrichtung einer Übergangsverwaltung, die die Verwaltung von Aachen bei hoffnungsloser militärischer Lage an die Alliierten übergeben sollte. Obwohl mehrere Aachener Bürgerdelegationen darauf gedrängt hatten, war alles, was einer Kapitulation gleich kam, verweigert worden und die Vertreter der Übergangsverwaltung waren gleichfalls zum Verlassen der Stadt aufgefordert worden. Hitler selbst befahl, Aachen bis zum letzten Mann zu verteidigen, auch wenn nur ein Trümmerfeld übrig bliebe. Die Stimmung der zurückgebliebenen Bevölkerung verschlechterte sich drastisch; man fühlte sich von den Behörden im Stich gelassen.168

Die Sieger wurden als echte Befreier begrüßt,169 wie einige von ihnen gegenüber amerikanischen Nachrichtenoffizieren erklärten. 170 „Als die Amerikaner schließlich vor uns standen, war der erste Gedanke: ‚Wir haben es geschafft’.“171

Diese Einstellung hatte zur Folge, dass sich die Aachener Bevölkerung, solange sie nicht befürchten musste, dass ihr Ver-[halten Repressalien des NS-Regimes an ihren Verwandten im Reich bewirken könnte, der neuen Regierung gegenüber „fügsam“ und kooperativ verhielt.]


168 Vgl. Poll: Das Schicksal Aachens, a. a. O., S. 242f.

169 Vgl. Gasten: Aachen im NS, a. a. O., S. 323/ Posener, Julius: In Deutschland 1945 bis 1946, Berlin 2001, S. 22. (Künftig zitiert: Posener: Deutschland 1945 bis 1946, a. a. O., S.).

170 Vgl.hierzu: Pabst, Klaus: Die Nachkriegszeit begann in Aachen, in: Walter Först (Hrsg.): Beiderseits der Grenzen. Beiträge zur Landesgeschichte des Rheinlandes und Westfalens, Bd. 12, Köln 1987. (Künftig zitiert: Pabst: Nachkriegszeit in Aachen, a. a. O., S.).

171 Die Zeit, a. a. O., S.3.

Das Hitlerregime hatte bei den Aachenern, die bis zur Kapitulation der deutschen Truppen am 21.Oktober 1944 in ihrer Stadt ausgeharrt hatten, einen denkbar ungünstigen Eindruck zurückgelassen. Mit zwei Stichworten läßt sich dies belegen: Das eine lautet Evakuierung. Diese hatte Himmler in Aachen noch am 10. September prahlerisch für ausgeschlossen erklärt. Zwei Tage später wurde sie von Hitler dann doch angeordnet. [...] Am Ende waren es 17.995 Aachener, die teils freiwillig, teils gezwungen, ihre Stadt verließen; kaum 6.000 gelang es, sich in Kellern versteckt zu halten, in ständiger Angst vor den Häschern der SS, die - unter der Androhung von Strafverfolgung wegen Landesverrats - bis zur endgültigen Einschließung der Stadt ihre Jagd auf verbliebene Zivilisten fortsetzten, um sie abzutransportieren. Das zweite Stichwort lautet: Geordnete Übergabe, das heißt die Einrichtung einer Übergangsverwaltung, die die Verwaltung von Aachen bei hoffnungsloser militärischer Lage an die Alliierten übergeben sollte. Obwohl mehrere Aachener Bürgerdelegationen darauf drangen - eine Übergangsverwaltung war unter dem Museumsdirektor Felix Kuetgens noch von dem scheidenden Oberbürgermeister Quirin Jansen eingesetzt worden -, wurde alles, was nach Kapitulation aussah, natürlich verweigert. Die Vertreter der Übergangsverwaltung wurden zum VerlassenVerlassen der Stadt gezwungen. Hitler selbst befahl, Aachen bis zum letzten Mann zu verteidigen, und wenn nur ein Trümmerfeld übrigbliebe. Kein Wunder, dass sich die Stimmung der zurückgebliebenen Aachener drastisch verschlechterte - ein Beobachter sprach geradezu von einer für die staatlichen Vertreter bedrohlichen Einstellung der Bunkerinsassen, die sich von den Behörden im Stich gelassen fühlten. [Anm. 2] Nach alledem kann es nicht überraschen, daß die 6.000 Aachener, die die Schlacht überlebt hatten, tief aufatmeten, als die deutschen Truppen unter Hinterlassung eines Trümmerfeldes am 21. Oktober 1944 schließlich kapitulierten.

Man kann also feststellen, dass zusammen mit ihrem Bischof die Aachener Restbevölkerung, welche die siegreichen Amerikaner vorfanden, in ihrer großen Mehrheit das Hitlerregime gründlich satt hatten und, wie einige von ihnen gegenüber amerikanischen Nachrichtenoffizieren erklärten, die Sieger ehrlich als echte Befreier begrüßt haben.

[...]

Was die Deutschen anlangte, denen die amerikanischen Eroberer begegneten, so beteuerten diese unisono, mit dem Naziregime nichts zu tun gehabt zu haben. Im übrigen erwiesen sie sich als "fügsam" (docile) und kooperativ, solange sie nicht befürchten mussten, dass ihnen ihr Verhalten Repressalien des NS-Regimes an ihren Verwandten im Reich eintragen könnte; [...]

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle, aus der fast die gesamte Seite ihren Inhalt (und teilweise auch ihren Wortlaut) bezieht, ist in Fn. 166 auf S. 54 genannt.

Der Zitatsatz vor der Fn. 171 geht nicht in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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