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Analyse:Cc/Fragment 059 06

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 6-29, 104-107, 109-111
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): Internetquelle, Zeilen: -
[...] Saul K. Padover183 [...] Die von ihm geführten, wörtlich überlieferten Interviews hatten als Gesamttenor die deutsche Angst vor einem Überhandnehmen des Kommunismus und warben deshalb für ein deutschamerikanisches Zusammengehen. Den „Aachener Skandal“, den diese Interviews auslösten, lag jedoch in der Erkenntnis, dass es Deutsche gab, die keine Konzessionen an die NS-Bewegung gemacht hatten und die nun bereit waren, das ganze Ausmaß der deutschen Schuld anzuerkennen. Padovers Erwartungen entsprechend waren diese Aachener Angehörige der deutschen Linken184.

Es war seine feste Überzeugung, dass „[…] trotz ihrer verheerenden und moralisch kompromittierenden Passivität die links stehenden Arbeiter das einzige nicht-militärische und nichtfaschistische Element im Reich gewesen waren […]. Wenn Deutschland einmal wieder moralisch anständig und gleichzeitig politisch harmlos werden will, dann kann dies nur durch die Linke geschehen.“185

Padover war jedoch schon bei seinem ersten Besuch in Aachen Anfang Dezember 1944 aufgefallen, dass eben diese Linke in der Aachener Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Franz Oppenhoff so gut wie gar nicht vertreten war. Padover veranlasste daraufhin nähere Nachforschungen auf diesem Gebiet und war der Ansicht, der Verschwörung einer unbelehrbaren Rechten mit dem erklärten Ziel, die Linke in Aachen nicht zum Zuge kommen zu lassen, auf die Schliche gekommen zu sein. In seinem Schluss-[bericht, den er Ende Januar 1945 verfasste, berichtete er von einer Elite von Fachleuten – Juristen, Ingenieuren, Rechtsanwälten und Kirchenmännern –, über die er schreibt: „Diese Elite ist gerissen, zielstrebig und angriffslustig […].]


183 Saul K. Padover wurde 1905 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren, wanderte 1920 in die USA aus und studierte in Yale und Chicago. 1938 wurde er persönlicher Referent des Innenministeriums und ging 1943 zur Abteilung für psychologische Kriegsführung nach London. Er veröffentlichte einige populärwissenschaftliche Bücher zur deutschen und amerikanischen Geschichte und verfügte über den im amerikanischen Militär kostbaren Vorzug, die deutsche Sprache zu beherrschen. Vgl. hierzu: Padover: Experiment in Germany, a. a. O.

184 Unter ihnen waren meist ehemalige Sozialdemokraten, wie beispielsweise der spätere Erstherausgeber der AN oder der Gewerkschafter Heinrich Hollands, oder gelegentlich auch Kommunisten.

185 Padover: Experiment in Germany, a. a. O., S. 88.

Jüdischer Herkunft, war er in den frühen zwanziger Jahren mit seiner Mutter aus Wien in die USA ausgewandert, hatte dort einige populärwissenschaftliche Bücher zur deutschen und amerikanischen Geschichte veröffentlicht und verfügte über den im amerikanischen Militär kostbaren Vorzug, die deutsche Sprache zu beherrschen.

Die Interviews, die er mit bekannten Aachenern durchführte, sind uns zum größten Teil wörtlich und namentlich überliefert. Was ihm bei den meisten seiner deutschen Informanten erstaunte, war ihre geringe Neigung, die moralische Zerknirschtheit an den Tag zu legen, die er eigentlich von ihnen erwartete. Einig waren sie sich in der Furcht vor einem Überhandnehmen des Kommunismus. Bisweilen warben sie für ein deutsch-amerikanisches Zusammengehen gegen diese Gefahr. Doch gab es für ihn eine wichtige Ausnahme, die festgehalten werden muss, war sie es doch, die dann den "Aachener Skandal" auslöste: Es gab Deutsche, auf die er traf, die keine Konzessionen an die NS-Bewegung gemacht hatten und die bereit waren, das ganze Ausmaß der deutschen Schuld anzuerkennen. Das waren die Angehörigen der deutschen Linken (zum Beispiel der spätere Erstherausgeber der „Aachener Nachrichten“, der Gewerkschaftler Heinrich Hollands), die er interviewte, meist ehemalige Sozialdemokraten, gelegentlich auch Kommunisten.

Dieses Ergebnis entsprach den Erwartungen, mit denen Padover sich an seine Befragungsaktion in Aachen gemacht hatte. Es war seine Überzeugung, dass trotz ihrer verheerenden und moralisch kompromittierenden Passivität die links stehenden Arbeiter das einzige nicht-militaristische und nicht-faschistische Element im Reich gewesen waren... Wenn Deutschland einmal wieder moralisch anständig und gleichzeitig politisch harmlos werden wollte, dann kann dies nur durch die Linke geschehen. [Anm. 7] Es war nun Padover schon bei seinem ersten Aachen-Besuch Anfang Dezember 1944 aufgefallen - einige seiner zur Linken gehörenden deutschen Gesprächspartner hatten ihn darauf hingewiesen -, dass eben diese Linke in der Aachener Stadtverwaltung unter Franz Oppenhoff so gut wie gar nicht vertreten war, weder Gewerkschaftler noch Sozialdemokraten, geschweige denn Kommunisten. [...]

Während die Aachener in den letzten Dezembertagen 1944 noch vor der Rückkehr deutscher Truppen bangten, begann Padover mit seinen Zeugenvernehmungen. Das Ergebnis war alarmierend! Nichts weniger als eine politische Verschwörung meinte er in Aachen aufgedeckt zu haben - die Verschwörung einer unbelehrbaren Rechten mit dem erklärten Ziel, die Linke in Aachen nicht zum Zuge kommen zu lassen. Im Mittelpunkt dieser Konspiration aber stand kein anderer als der Aachener Oberbürgermeister Oppenhoff.

Ende Januar 1945 gab Padover seine Emittlungsergebnisse nach oben weiter. Er berichtete von einer Elite von Fachleuten - Juristen, Ingenieuren, Rechtsanwälten, Geschäftsleuten und Kirchenmännern: Diese Elite ist gerissen, zielstrebig und angriffslustig... [...] [Anm. 8]


7. Saul Padover, Experiment in Germany. The Story of an American Intelligence Officer, New York 1946, S. 88.

8. Padovers Bericht ist abgedruckt in: Saul Padover u.a., The Political Situation in Aachen, in: Daniel Lerner (Hg.), Propaganda in War and Crisis, New York 1972 (Wiederabdruck), S. 434 ff.

Anmerkungen

Umformulierungen sind erkennbar. Gleichwohl wäre hier ein Verweis auf die eigentliche Quelle nötig gewesen (der sich erst auf S. 61 in Fn. 189, für ein kurzes wörtliches Zitat findet).

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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