Fandom

VroniPlag Wiki

Analyse:Cc/Fragment 060 01

31.361Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
[In seinem Schluss-]bericht, den er Ende Januar 1945 verfasste, berichtete er von einer Elite von Fachleuten – Juristen, Ingenieuren, Rechtsanwälten und Kirchenmännern –, über die er schreibt: „Diese Elite ist gerissen, zielstrebig und angriffslustig […]. Hinter ihr wirkte der Bischof von Aachen, eine machtvolle Persönlichkeit mit einer charakteristischen Behutsamkeit und Finesse. Die meisten Mitglieder dieser Clique sind antiliberal, antidemokratisch und arbeiten auf einen christlichen Ständestaat hin.“186

Zu allem Übel hatte diese klerikal-faschistische Stadtverwaltung auch noch mehrere NSDAP-Mitglieder in ihren Reihen geduldet. Sollte dies das Modell für das künftige Deutschland werden? Wurden die Deutschen damit nicht um die politischen Chancen betrogen, die Roosevelt und Churchill ihnen in Aussicht gestellt hatten? Oppenhoff und seinen Mitarbeitern, die ihr Leben dafür riskierten, dass im besetzten Aachen wieder einigermaßen geordnete Zustände einkehrten, wurde hier moralisch Unrecht getan. Dennoch hatte Padover partiell richtig geurteilt, denn die politische Linke in Oppenhoffs Stadtverwaltung war in der Tat unterrepräsentiert. Wie auch immer der Wahrheitsgehalt von Padovers Bericht zu beurteilen ist – wichtig ist vor allem, dass er seine Version der Aachener Vorgänge an höherer Stelle der amerikanischen Seite im Februar des Jahres 1945 erst einmal durchsetzte. Am 7. Februar wurde in den „Aachener Nachrichten“ die Entlassung von 27 Angestellten der Aachener Stadtverwaltung namentlich bekannt gegeben.187 Diese seien, wie es hieß, „in mehr oder minderem Grade aktive Mitglieder der Nazipartei“ gewesen. Durch die Säuberungen, die in den folgenden Wochen in Oppenhoffs unmittelbarer Umgebung durchgeführt wurden, bekam auch er deutlich zu spüren, dass die amerikanische Besatzungsmacht ihm zunehmend misstraute. Padover hatte in seinem Bericht unter dem Punkt Personalsäuberung auch [die Absetzung Oppenhoffs gefordert.188]


186 Padover, Saul: The Political Situation in Aachen, in: Daniel Lerner (Hrsg.): Propaganda in War and Crisis, New York 1972 (Wiederabdruck), S. 434ff (Künftig zitiert: Padover: The Political Situation in Aachen, a. a. O., S.).

187 Vgl. AN vom 07.02.1945, 1. Jg., Nr. 3, S. 1:

[188 Vgl. Padover: The Political Situation in Aachen, a. a. O., S. 444.]

Am 7. Februar 1945 meldete dann die Nummer 3 der (seit dem 24. Januar 1945 erscheinenden) "Aachener Nachrichten" auf ihrer ersten Seite die Entlassung von 27 namentlich aufgezählten Angestellten der neuen Stadtverwaltung, weil alle, wie es hieß, in mehr oder minderem Grade aktive Mitglieder der Nazipartei waren. In den Folgewochen ging es mit dieser Säuberung Schlag auf Schlag weiter - auch Oppenhoffs unmittelbare Umgebung wurde gereinigt. Der Oberbürgermeister, verständlicherweise amtsmüde und von bösen Vorahnungen verfolgt, bekam zu spüren, dass die amerikanische Besatzungsbehörde ihm zunehmend misstraute.

[...]

Ende Januar 1945 gab Padover seine Emittlungsergebnisse nach oben weiter. Er berichtete von einer Elite von Fachleuten - Juristen, Ingenieuren, Rechtsanwälten, Geschäftsleuten und Kirchenmännern: Diese Elite ist gerissen, zielstrebig und angriffslustig... Hinter ihr wirke der Bischof von Aachen, eine machtvolle Persönlichkeit mit einer für ihn charakteristischen Behutsamkeit und Finesse. Die meisten Mitglieder dieser Clique hätten im Dienst der in Aachen gelegenen Hauptrüstungswerke Veltrup und Talbot gestanden. Antiliberal, antidemokratisch, arbeiteten sie auf einen autoritären christlichen Ständestaat hin. [Anm. 8]

Und zu allem Übel hatte diese klerikal-faschistische Stadtverwaltung auch noch mehrere Exmitglieder der NSDAP in ihren Reihen geduldet. Sollte dies das Modell für das künftige Deutschland werden? Wurden die Deutschen damit nicht um die politischen Chancen betrogen, die Roosevelt und Churchill ihnen in Aussicht gestellt hatten?

An dieser Stelle muss der Historiker intervenieren. Denn Oppenhoff und seinen Mitarbeitern, die ihr Leben dafür riskierten, dass im besetzten Aachen wieder einigermaßen geordnete Zustände zurückkehrten, wurde mit diesen Auslassungen moralisch gewiss bitter Unrecht getan. Dennoch: Politisch hatte Padover richtig geurteilt, war doch die Linke in Oppenhoffs Stadtverwaltung in der Tat, gelinde gesagt, unterrepräsentiert. Was immer der Wahrheitsgehalt von Padovers Bericht gewesen sein mag, historisch wichtig ist, daß sich seine Version der Aachener Vorgänge an höherer Stelle auf der amerikanischen Seite im Februar/März 1945 zunächst einmal durchsetzte.

[...]

Padover hatte ausdrücklich auch dessen Absetzung gefordert. [Anm. 11]


8. Padovers Bericht ist abgedruckt in: Saul Padover u.a., The Political Situation in Aachen, in: Daniel Lerner (Hg.), Propaganda in War and Crisis, New York 1972 (Wiederabdruck), S. 434 ff.

11. Padover, The Political Situation in Aachen, S. 444.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die erkennbar eigentliche Quelle für die Ausführungen auf dieser Seite.

Sichter
(Sotho Tal Ker) Schumann

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki