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Analyse:Cc/Fragment 061 09

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: (4-7) 9-32
Quelle: Schwabe 1997
Seite(n): online, Zeilen: -
Die Berichte Padovers brachten der amerikanischen Militärbehörde folgendes Dilemma vor Augen: „Wenn wir Persönlichkeiten der Rechten gestatten, die Verwaltung zu beherrschen, werden wir von Links her kritisiert, wenn wir die [sic] Linke heranlassen, kritisiert man uns von rechts […].“189

An dieser Stelle ist eine Frage nach dem Hintergrund für die Veränderung. Was war geschehen? Wie verhielt sich der Stimmungswandel bei der amerikanischen Militärregierung zur besatzungsfreundlichen und nazifeindlichen Haltung der meisten Aachener? Bestand ein Zusammenhang zwischen der Verschärfung der amerikanischen Haltung und der Ardennen-Offensive oder dem allmählichen Bekanntwerden des ganzen Ausmaßes der vom Hitlerregime begangenen Gräueltaten?

Die Situation in Aachen spiegelt die inneramerikanische Diskussion um die Deutschlandpolitik – die hier nur kurz zusammenfassend dargestellt werden soll – in jener Zeit wider. Nach dem ideologischen Denken Roosevelts sollten die Deutschen, anders als nach dem Ersten Weltkrieg, ihre Niederlage wirklich zu spüren bekommen. Vor allem wollte man dem deutschen Volk seine militaristische Mentalität austreiben. Durch die Aufdeckung der Konzentrations- und Vernichtungslager wurden dieser Denkrichtung zusätzliche Argumente geliefert. Die wirtschaftliche Dimension dieser ideologischen Schule lieferte später der Plan des amerikanischen Finanzministers Henry Morgenthau zur industriellen Entwaffnung Deutschlands. Dem gegenüber stand in der amerikanischen Diskussion die pragmatische Schule, welche eine rein repressive Besatzungspolitik in Hinblick auf den späteren Wiederaufbau Deutschlands für schädlich hielt. Der Konflikt zwischen der ideologischen und der pragmatischen Denkrichtung endete am 23. März 1945 mit einem Kompro-[miss in Form der Besatzungsdirektive JSC 1067, welche militärische, besatzungstechnische sowie pragmatische Bedürfnisse berücksichtigte.]


189 Schwabe: Aachen Ende 2. WK, a. a. O., S. 29.

Was war geschehen? Wie verhielt sich dieser Stimmungswandel bei der amerikanischen Militärregierung zu der im ganzen durchaus besatzungsfreundlichen und nazifeindlichen Haltung der meisten Aachener? Hatte diese drastische Verschärfung der Haltung der amerikanischen "Besatzer" etwas mit der Ardennenoffensive zu tun? Oder mit dem allmählichen Bekanntwerden des ganzen Ausmaßes der vom Hitlerregime begangenen Greuel?

[...]

Diese Aufgabe, so wurde mit einem Seitenblick auf Aachen geltend gemacht, brächte die Militärbehörden aber vollends in Verlegenheit: Wenn wir Persönlichkeiten der Rechten gestatten, die Verwaltung zu beherrschen, werden wir von links her kritisiert; wenn wir Linke heranlassen, kritisiert man uns von rechts... [...] [Anm. 13]

Dieser Hilferuf sollte in Washington nicht unbeantwortet bleiben. Die Antwort erfolgte am Ende einer erregten inneramerikanischen Diskussion um die Deutschlandfrage auf höchster Regierungsebene - und dieses ist der dritte und letzte Aspekt, der an dieser Stelle gewürdigt werden soll. Unter der Gefahr der Vereinfachung soll der Gang dieser Debatte hier in größtmöglicher Kürze angedeutet werden: [...] [Anm. 14]

Die ideologische Denkrichtung erhielt zunächst von Präsident Roosevelt selbst ihre Stichworte. Diesem ging es vornehmlich darum, die Deutschen ihre Niederlage dieses mal, anders als nach dem 1. Weltkrieg, wirklich spüren zu lassen und ihnen damit ihre militaristische Mentalität auszutreiben: [...] Die Aufdeckung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager lieferte einer solchen Politik zusätzliche Argumente. Roosevelts Finanzminister und Freund Henry Morgenthau mit seinem bekannten Plan einer industriellen Entwaffnung Deutschlands ergänzte diese Politik durch eine wirtschaftliche Dimension.

[...]

Aus der kriegspsychologischen - man kann auch sagen propagandistischen - Sicht erschien eine harte und rein repressive Besatzungspolitik schädlich, ja kriegsverlängernd; [...] [Anm. 15]

[...]

Der Konflikt zwischen den Ideologen und den Pragmatikern in Washington tobte ein halbes Jahr lang. Er endete am 23. März 1945 mit einem von Roosevelt gebilligten Kompromiss - die Grundlage der amerikanischen Besatzungsdirektive JSC 1067 -, der militärisch-besatzungtechnisch-pragmatische Bedürfnisse mitberücksichtigte.


13. McSherry an Murphy, 31.3.1945, NA.

14. Hierzu immer noch die grundlegende Studie von Paul Y. Hammond, Directives for Germany, in Harold Stein (Hg.): American Civil Military Decisions. A Book of Case Studies, Birmingham, Al., 1963, S. 314ff.; auch Pabst, S. 38 ff.

15. Schreiben McClures, Leiter der Abteilung für psychologische Kriegführung, 7.10.1944, NA.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 189 - für ein wörtliches (leicht fehlerhaftes) Zitat am Anfang - genannt, doch wird auch der gesamte folgende Seiteninhalt (zwar gerafft und stärker umformuliert aber dennoch klar erkennbar) ebenfalls daraus übernommen.

Das Zitat geht nicht mit in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(Schumann)

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