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Analyse:Cc/Fragment 267 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 267, Zeilen: 1-38
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 25, 30, 33, 36, 38, Zeilen: 25: 2 ff.; 30: 14 ff., 29 ff.; 33: 30 f.;, 36: 25 ff.; 38: 20 ff.
Nach der niederländischen Handelsmentalität ist „Ein Geschäft ein Geschäft, auch wenn der Teufel der Partner ist“, und so hoffte man, einen Rahmen zu schaffen, in dem eine „gesunde Wirtschaft der Deutschen sozusagen ungefährlich blühen konnte“.780 Auf der Grundlage dieser Elemente und vor dem Hintergrund, dass die Niederlande als kleiner alliierter Partner kaum Einfluss auf die Politik der Vereinigten Staaten, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs ausüben konnten, die als Besatzungsmächte die oberste Autorität in Deutschland bildeten, ließ sich kaum eine konsistente Deutschlandpolitik formulieren. Um gegenüber dem Kreis der Großmächte mehr Einfluss ausüben zu können, schlossen sich die Niederlande mit Belgien und Luxemburg zum Benelux-Verbund zusammen und stellten mit dem Blick auf Deutschland wiederholt finanzielle und ökonomische Forderungen. Zudem sollte die Wiederherstellung der Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland zu einem Eckpfeiler der Nachkriegspolitik werden, und mit dem Eintreten für den deutschen Wiederaufbau in diesem Gebiet steuerte man in dieselbe Richtung wie die Amerikaner und Briten. Neben den wirtschaftlichen Plänen existierten zum Teil inhumane politische Vorhaben, wie der Plan, alle in den Niederlanden wohnenden Deutschen des Landes zu verweisen. Die Deutschen, die den Besatzungsbehörden angehört hatten, waren größtenteils weggegangen, interniert oder warteten auf ihren Prozess. Nun sollte jedoch auch die pauschale Ausweisung der schätzungsweise 25.000 Deutschen erfolgen, die seit Langem in den Niederlanden wohnten und nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun gehabt hatten oder sogar in den dreißiger Jahren vor den Nationalsozialisten hierher geflüchtet waren. In dieser Phase, in der man die Deutschen vom niederländischen Grund und Boden entfernen wollte, plädierte man auch für eine starke Reduzierung bzw. Abschaffung des [Deutschunterrichts.781]

780 Wielenga, Friso: Vom Feind zum Partner. Die Niederlande und Deutschland seit 1945, Münster 2000, S. 25 (Künftig zitiert: Wielenga: Vom Feind zum Partner, a. a. O., S.).

[781 Die Bestrebungen des Kultusministers G. Bolkestein bestanden darin, Deutsch als Pflichtfach abzuschaffen und es nur als freiwilliges Wahlfach fortbestehen zu lassen. Dadurch sollte es in der Praxis zu einem Verlust des Deutschunterrichts um 20-30% im Vergleich zur Vorkriegszeit kommen.]

[Seite 25, Z. 2 ff.]

Selbstverständlich bedeutete diese Stimmung keinen 'Blankoscheck' für den deutschen Wiederaufbau. Man hoffte, einen Rahmen zu schaffen, in dem „eine gesunde Wirtschaft der Deutschen sozusagen ungefährlich blühen konnte".6 [...] „Ein Geschäft ist ein Geschäft, auch wenn der Teufel der Partner ist", hat Hermann von der Dunk einmal mit Blick auf die niederländische Handelsmentalität festgestellt.7 Für die ersten Jahre nach 1945 charakterisiert dies zutreffend die Einstellung gegenüber Deutschland.

Starke antideutsche Gefühle, der Wunsch nach Bestrafung und Schadenersatz, die Verhinderung einer neuen deutschen Gefahr, aber auch das Zusteuern auf eine ökonomische Erholung Deutschlands und das Bewußtsein, daß harte Friedensbedingungen nicht im niederländischen Interesse lagen - eine konsistente Deutschlandpolitik ließ sich auf der Grundlage dieser Elemente kaum formulieren. Außerdem konnten die Niederlande als kleiner alliierter Partner auch kaum Einfluß auf die Politik der Vereinigten Staaten, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs ausüben, die als Besatzungsmächte die oberste Autorität in Deutschland bildeten.

[Seite 30, Z. 14 ff., 29 ff.]

Ein westeuropäischer Sicherheitspakt bot den Niederlanden nicht nur die Möglichkeit, im Benelux-Verbund mehr Einfluß im Kreis der Großmächte auszuüben, sondern er konnte darüber hinaus das amerikanische Vertrauen in die Stärke Europas vergrößern.

[...]

[...] Die drohende Entkolonialisierung Indonesiens forderte ein aktives Handeln, und mit Blick auf Deutschland legte Den Haag 1946 und 1947 wiederholt finanzielle und ökonomische Forderungen auf den Tisch. Ganz auf der Linie des oben zitierten Sozialdemokraten Drees hatte die niederländische Exilregierung in London bereits während des Krieges die Wiederherstellung der Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland zu einem Eckpfeiler der Nachkriegspolitik gemacht.

[Seite 33, Z. 30 f.]

Mit dem Eintreten für einen deutschen Wiederaufbau steuerte Den Haag in dieselbe Richtung wie die Amerikaner und Briten.

[Seite 36, Z. 25 ff.]

Das galt z.B. für den Beschluß von Justizminister Kolfschoten (Katholische Volkspartei, KVP) vom August 1945, alle in den Niederlanden wohnenden Deutschen des Landes zu verweisen.25 Daß es das Bedürfnis gab, alle diejenigen zu entfernen, die den deutschen Besatzungsbehörden angehört hatten, war selbstverständlich, aber diese Deutschen (und Österreicher) waren größtenteils bereits weggegangen, interniert oder warteten in einer Reihe von Fällen auf ihren Prozeß. Der Plan Kolfschotens mit dem Decknamen „Black Tulip" ging darüber hinaus und beinhaltete die Ausweisung ohne Ansehen der Person. Dies hätte zur Folge gehabt, daß auch Deutsche, die seit langem in den Niederlanden wohnten und nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun gehabt hatten oder sogar in den dreißiger Jahren vor den National-

[Seite 37, Z. 1 ff.]

Sozialisten geflüchtet waren, das Land verlassen mußten. Obwohl Kolfschoten auf große öffentliche und politische Unterstützung rechnen konnte, formierte sich auch Widerstand gegen diese Pläne, die zur Ausweisung von schätzungsweise 25.000 Deutschen geführt hätten.

[Seite 38, Z. 20 ff.]

In derselben Phase, als man die Deutschen von niederländischem Grund und Boden entfernen wollte, plädierte man auch für eine starke Reduzierung oder sogar Abschaffung des Deutschunterrichts.


6. H. LADEMACHER, Die wirtschaftlichen Beziehungen in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts, in: HESS/SCHISSLER (Hrsg.), Nachbarn, S. 65.

7. H.W. VON DER DUNK, Die Niederlande und Deutschland. Randvermerke zu einer Nachbarschaft, in: Die Niederlande. Korrespondenten berichten, Zürich 1980, S. 132.

25. Die folgende Darstellung nach BOGAARTS, Parlementaire geschiedenis, Bd. C, S. 1716-1739; vgl. auch DERS., Ressentimenten en realiteitszin in Nederland 1945-1950, in: WlELENGA (Hrsg.), Duitse buur, S. 12ff.

Anmerkungen

Fortsetzung von Seite 266.

Klassisches Bauernopfer: Lediglich für das übernommene wörtliche Zitat zu Beginn wird die Quelle angegeben, dass auch die anderen Ausführungen auf der Seite daraus stammen und aus einzelen Textfragmenten - mit hohem wörtlichen Anteil - kompiliert wurden, bleibt unausgewiesen.

Sichter
(Bummelchen) Schumann

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