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Analyse:Cc/Fragment 268 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 268, Zeilen: 1 ff. (kpl.), 101-125
Quelle: Wielenga 2000
Seite(n): 38, 39, 41, 42, 43, 46, Zeilen: 38: 4 ff.; 39: 31 ff.; 41: 6 ff.; 42: 23 ff.; 43: 15 ff.; 45: 2 ff.; 46: 9 ff.
[In dieser Phase, in der man die Deutschen vom niederländischen Grund und Boden entfernen wollte, plädierte man auch für eine starke Reduzierung bzw. Abschaffung des] Deutschunterrichts.781 Diesen Plänen stand die niederländische Annexionspolitik kontrovers gegenüber. Während man einerseits die Ausweisung tausender Deutscher forderte, hätte andererseits die Umsetzung der niederländischen Annexionswünsche782 zur Einbürgerung von ca. 119.000 „neuen Deutschen“ in die Niederlande geführt. Diese verschiedenartigen Bestrebungen in Bezug auf Deutschland führten auch innerhalb des niederländischen Parlaments zu Meinungsverschiedenheiten. Während die sozialdemokratische Partei der Arbeit (PdA) es als wichtiger erachtete, die niederländische Deutschlandpolitik auf den Aufbau eines demokratischen und wirtschaftlichen gesunden Deutschlands und die Einbindung in den Wiederaufbau Europas zu richten und die Fragen der Grenzkorrekturen an der Ostgrenze hinten anzustellen, plädierte die KVP für sofortige Grenzkorrekturen und brachte ihre Verärgerung über die deutschen Versuche, die Grenzkorrekturen zu verhindern783, zum Ausdruck. Auf politischer Ebene war das niederländisch-deutsche Verhältnis der ersten Nachkriegsjahre bis Anfang 1947784 durch eine Kombination von Zielen und Interessen in einer unzusammenhängenden Liste von Wünschen und Absichten gekennzeichnet, die eine kohärente [Deutschlandpolitik unmöglich machten.785]

781 Die Bestrebungen des Kultusministers G. Bolkestein bestanden darin, Deutsch als Pflichtfach abzuschaffen und es nur als freiwilliges Wahlfach fortbestehen zu lassen. Dadurch sollte es in der Praxis zu einem Verlust des Deutschunterrichts um 20-30% im Vergleich zur Vorkriegszeit kommen.

782 Im September 1945 gab es Bestrebungen des Außenministers van Kleffens, die Niederlande um ein Drittel zu vergrößern, was auf rund 10.000 km² mit anderthalb Millionen deutschen Einwohnern hinausgelaufen wäre. Im Sommer 1946 war davon in der ersten offiziellen Regierungsverlautbarung ungefähr die Hälfte übrig geblieben (4980 km², ca. 550.000 Deutsche). Anschließend wurde im Herbst 1946 dem Kreis der Großen Vier eine Forderung von 1750 km² mit ca. 119.000 deutschen Bewohnern präsentiert. An dieser Forderung hielten die Niederlande in den folgenden Jahren fest. 1949, mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, gingen 135 km² mit ca. 13.500 Deutschen an die Benelux-Staaten. Die Niederlande erhielten mit 69 km² und 10.000 Deutschen den Löwenanteil.

783 Hierbei ist vor allem der Besuch des ersten nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Karl Arnold gemeint, der am Vorabend der Debatte über die Grenzkorrektur in der Ersten Kammer des niederländischen Parlaments erschienen war, um Parlament und Regierung von der Ungerechtigkeit des niederländischen Vorhabens zu überzeugen. Dieser Versuch, der auf deutscher Seite als „Verständigungswillen“ gewertet worden war, war nach niederländischer Ansicht ein Zeichen für die „Unbußfertigkeit“ der Deutschen.

784 Erst mit dem Bruch zwischen Ost und West über das Europäische Wiederaufbauprogramm begann für die Niederlande ein neuer außenpolitischer Kurs, der von wirtschaftlichem Wiederaufbau, Sicherheit und politischer Zusammenarbeit im westeuropäischen und atlantischen Rahmen gekennzeichnet war.

[785 Schönwald, Matthias: New Friends - Difficult Friendships: Germany and its Western Neighbours in Postwar Era, in: Contemporary European History, II 2 (2002), S. 317-332, hier: S. 323f.]

[Seite 38, ab Z. 4]

Daß letztendlich nur 3691 Personen tatsächlich ausgewiesen wurden, ändert daran nichts, denn noch im Sommer 1947 standen 10.000 Deutsche auf der Abzugsliste. Diese Politik war nicht nur hart, sondern auch inkonsequent: Während man einerseits auf den Abzug Tausender Deutscher zusteuerte, hätte andererseits die Umsetzung der Annexionswünsche zu ca. 119.000 ,neuen' Deutschen innerhalb der niederländischen Grenzen geführt. Außerdem wollte die Regierung 1947-48 technische und wissenschaftliche Experten in Deutschland anwerben, um bestimmte Industriezweige in den Niederlanden weiterzuentwickeln.

[...]

In derselben Phase, als man die Deutschen von niederländischem Grund und Boden entfernen wollte, plädierte man auch für eine starke Reduzierung oder sogar Abschaffung des Deutschunterrichts. Einer derjenigen, die dafür eintraten, war der Kultusminister der Londoner Jahre, G. Bolkestein. In einem nach ihm benannten Bericht von 1947 über eine allgemeine Unterrichtsreform wurde gefordert, Deutsch als Pflichtfach abzuschaffen und es nur als freiwilliges Wahlfach fortbestehen zu lassen.27 [...] Die weitgehende Ansicht Bolkesteins sollte nicht in die Praxis umgesetzt werden, aber im Vergleich zu der Vorkriegszeit verloren die weiterführenden Schulen in Deutsch doch 20-30% der Unterrichtsstunden.

[Seite 39, ab Z. 31]

Auch das Kabinett selbst nahm regen Anteil am Pläneschmieden, wenn sich auch der geforderte Umfang von 1945 bis 1947 rasch verringerte. Im September 1945 wollte Außenminister van Kleffens die Niederlande um ein Drittel vergrößern, was auf rund 10.000 km² mit anderthalb Millionen deutschen Einwohnern hinauslief. Im Sommer 1946 war davon in der ersten offiziellen Regierungsverlautbarung ungefähr die Hälfte übriggeblieben (4980 km², ca. 550.000 Deutsche). Anschließend wurde im Herbst 1946 den Großen Vier eine Forderung von 1750 km² mit ca. 119.000 deutschen Bewohnern präsentiert. Daran sollten die Niederlande in den folgenden Jahren festhalten.

[Seite 41, Z. 6-8]

Insgesamt ging es dabei um 135 km2 mit ca. 13.500 deutschen Bewohnern, von denen die Niederlande den Löwenanteil erhielten.

[Seite 42, ab Z. 23]

Im Parlament gingen die Meinungen weit auseinander. Im Namen der Mehrheitsfraktion der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA) erklärte G. Ruygers, daß die Annexions- und Grenzkorrekturfrage „in die Atmosphäre des ersten Nachkriegsjahres" passe, während die niederländische Deutschlandpolitik sich nun auf „den Aufbau eines demokratischen und wirtschaftlich gesunden Deutschlands und die Einschaltung Deutschlands in den Wiederaufbau Europas" richten müsse.

[Seite 43, ab Z. 15]

Bei einem Aspekt war man sich im Parlament allerdings einig: Viele Redner brachten ihre Verärgerung über die deutschen Versuche, die Umsetzung der Grenzkorrekturen zu verhindern, zum Ausdruck. Darin sah man den Beweis für die „erschreckende Unbußfertigkeit" der Deutschen, die offenbar „nicht die leiseste Ahnung"38 von den im Krieg begangenen Verbrechen hätten. Vor allem das Verhalten von Karl Arnold (CDU), dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, rief große Irritationen hervor. Arnold, der Politiker, der sich auf deutscher Seite am aktivsten gegen die Grenzkorrekturpolitik wandte, erschien am Vorabend der Debatte in der Ersten Kammer plötzlich in Den Haag, um in letzter Minute Parlament und Regierung von der Ungerechtigkeit des niederländischen Vorhabens zu überzeugen. Arnold erreichte mit seiner Intervention nur das genaue Gegenteil von dem, was er beabsichtigte und stärkte die Position der Befürworter der Grenzkorrekturen.

[Seite 45, ab Z. 2]

In der Zeit zwischen 1945 und 1949 wurde die niederländische Politik gegenüber Deutschland durch eine Kombination von Zielen, Interessen und Gefühlen gekennzeichnet, die eine konsistente Politik beinahe unmöglich machte. [...] So konnte bis Anfang 1947 von einer kohärenten Deutschlandpolitik keine Rede sein, sondern nur von einer unzusammenhängenden Liste von Wünschen und Absichten.

[Seite 46, ab Z. 9]

Der Bruch zwischen Ost und West über das Europäische Wiederaufbau-Programm im Sommer 1947 bedeutete für die Niederlande den Beginn eines neuen Kurses in der Außenpolitik. Wirtschaftlicher Wiederaufbau, Sicherheit und politische Zusammenarbeit konnten offensichtlich nur in einem westeuropäischen und atlantischen Rahmen stattfinden, und Den Haag hatte keine andere Wahl als sich auf die beginnende Blockbildung in Europa einzustellen.


27. Vgl. D. KOLDIJK, Duits, een politiek belast vak? Over de positie van Duits binnen het VWO, in: M. PRANGEL/H. WESTHEIDE (Hrsg.), Duitsßand) in Nederland. Waar ligt de toekomst van de Nederlandse germanistiek?, Groningen 1988, S. 41ff.

38. Handelingen Tweede Kamer 1948-1949, Maenen (KVP), 6.4.1949, S. 1404 (erstes Zitat), und Bruins Slot (ARP), S. 1406 (zweites Zitat); vgl. auch Oud (WD), S. 1408.

Anmerkungen

Fortsetzung von Seite 267.

Trotz aller Textumstellungen und -umformulierungen bleibt in der Gegenüberstellung erkennbar, aus welcher Quelle der Seiteninhalt inkl. der Fußnotentexte kompiliert wurde - ein Hinweis darauf fehlt.

Sichter
(Bummelchen) Schumann

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