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Analyse:Ek/Fragment 002 04

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 2, Zeilen: 4-31, 33-37
Quelle: Diener 1909
Seite(n): 3, 4, 5, Zeilen: 3:1-2.4-10.22-30.32-35; 4:9-14.18-23; 5:25-27.29-30
Einen großen Fortschritt bedeutete es, daß nur die Soldaten Beute machen durften, die dann die genommenen Beutestücke an den Feldherrn abliefern mußten, der seinerseits entweder die einzelnen Beutegegenstände oder den Erlös der „sub hasta“ verkauften Beute wiederum an die Soldaten verteilte oder einen Teil, ja selbst die ganze Beute, dem römischen Staatsschatz überließ. Bei allen anderen Völkern aber plünderte jeder — der Soldat, wie auch der friedliche Bürger — auf eigene Faust und behielt, was er nahm.

Hervorgerufen und bedingt durch das Anwachsen des römischen Reiches zum Weltreich trat in der Folgezeit in der Behandlung des Feindes selbst und namentlich auch seines unbeweglichen Vermögens eine weitere Milderung ein. Mit ihrem hervorragenden, politischen Verständnis hatten die Römer nämlich bald klar erkannt, daß bei der ungeheuren Ausdehnung ihres Reiches nicht mehr wie früher die völlige Vernichtung der unterworfenen Völker ihr Ziel sein konnte, sondern daß ihr Streben darauf gerichtet sein mußte, die einzelnen Völkerschaften möglichst zu erhalten und sich gefügig zu machen. Zu diesem Zweck beschränkte man sich im allgemeinen darauf, nur die Kriegsgefangenen zu Sklaven zu machen. Die Grundstücke wurden weiterhin zwar Staatseigentum, aber den früheren Besitzern als eine Art abgeleiteter Erbbesitz — wenn auch oft nur teilweise — wieder zurück übertragen.

Dieselben Beweggründe, die die Veranlassung zur Rückgabe des Grundbesitzes bildeten, mußten notwendig dazu führen, den Provinzialen einen Teil ihrer beweglichen Habe, wie Vieh, Mobiliar, und sogar Geld zu belassen, wenn auch sonst das Beuterecht im Prinzip als eine unbedingte, natürliche Befugnis des Siegers angesehen wurde.

Wie ursprünglich bei den Römern unterlag auch bei den Germanen die Fahrhabe des Feindes wie sein liegendes Gut der freien Okkupation. Nur konnte hier infolge Fehlens einer straffen militärischen Disziplin jeder Einzelne auf eigene Faust plündern und die erbeuteten Sachen für sich behalten: ein schwerer Rückschlag gegenüber der Behandlung des beweglichen Feindgutes durch die Römer.

[Seite 2]

Während nämlich bei allen

[Seite 3]

anderen Völkern jeder, sowohl der Krieger wie der friedliche Bürger, auf seine eigene Faust plünderte und das, was er nahm, auch behielt, führte die bei den Römern herrschende strenge Disziplin ein anderes Verfahren herbei. Einzig und allein die Soldaten durften Beute machen und sie mußten die genommenen Beutestücke dem Feldherrn abliefern. Dieser verteilte dann entweder die einzelnen Beutestücke oder den Erlös der verkauften Beute wiederum an die Soldaten, zuweilen aber überwies er einen Teil der Beute, ja selbst die ganze Beute dem römischen Staatsschatz. [...]

In der Folgezeit trat in der Behandlung des Feindes selbst und namentlich auch seines unbeweglichen Vermögens eine durch das Anwachsen des römischen Reiches zum Weltreiche hervorgerufene und dadurch begründete Aenderung ein. Die Römer konnten natürlich bei der ungeheuren Ausdehnung ihres Reiches eine völlige Vernichtung der von ihnen unterworfenen Völker nicht mehr im Auge haben, mußten vielmehr darauf bedacht sein, die einzelnen Völkerschaften möglichst zu erhalten und sich gefügig zu machen. [...] Man beschränkte sich vielmehr im allgemeinen darauf, nur die Kriegsgefangenen zu Sklaven zu machen, während man im übrigen die Beuölkerung grundsätzlich in ihrer Heimat beließ.

[Seite 4]

Das Verfahren war also derart, daß man die Ländereien, die man den Einheimischen belassen wollte, zunächst zum Staatseigentum machte und sie dann, während sie formell Staatseigentum blieben, als eine Art abgeleiteten Erbbesitz auf die früheren Eigentümer wieder übertrug. [...]

Dieselben Beweggründe, die die Römer veranlaßten, den Besiegten Land zu geben, mußten auch notwendig dahin führen, daß man den Provinzialen einen Teil ihrer beweglichen Habe, wie Vieh, Mobilar und sogar Geld, beließ, wenn auch sonst das Beuterecht im Prinzip als eine unbedingte, natürliche Befugnis des Siegers angesehen wurde.2)


2) vergl. Bluntschli, Beuterecht, S. 35.

[Seite 5]

In der Behandlung des beweglichen Feindesgutes trat durch die Germanen eine Verschlimmerung ein. Die straffe Disziplin der Römer war den Germanen unbekannt [...]; vielmehr war es jedem verstattet, auf eigene Faust zu plündern.3)

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Der Satz, der hier nicht mitgezählt wurde, ist zwar nicht wörtlich übernommen, paraphrasiert aber Aussagen bei Diener (1909).

Sichter
(Graf Isolan)

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