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Analyse:Ek/Fragment 040 07

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 7-
Quelle: Diener 1909
Seite(n): 54, Zeilen: 1-
b) Unter Kontributionen versteht man Zwangsauflagen in Geld an lokale Verbände eines okkupierten Gebietes.

In früheren Zeiten — bis ins 18. Jahrhundert hinein — in welchen Beutemachen und Plündern in den Kriegen noch als selbstverständlich und erlaubt angesehen wurden, galten die Kontributionen als Mittel, sich von der Plünderung und dem Brandschatzen loszukaufen. Die Kontributionen wurden in diesen Fällen meistens nach einer Pauschalsumme taxiert und dann auf die einzelnen Lokalverbände verteilt.

Die obige Ansicht von dem Wesen der Kontribution findet sich noch bei einigen älteren Publizisten. 1) Als aber mit dem sich weiter ausbildenden Rechtsbewußtsein die Brandschatzung abgeschafft und der Plünderung eine Schranke gesetzt wurde, änderte auch die Kontribution ihr Wesen. Sie hörte auf ein Mittel gegen Plünderung und Brandschatzung zu sein; schließlich war sie auch nicht mehr eine Quelle der Bereicherung.

In der neueren Literatur zeigt sich daher die Kontribution in einem ganz anderen Gewande.

Im allgemeinen werden drei Arten von Kontributionen in der Literatur unterschieden, die man kurz als Steuer-, Ersatz- und Strafkontributionen bezeichnen kann. Diese drei Arten kennt auch die LKO in ihren Artikeln 49 und 50. Daneben erwähnt Zorn 2) noch die von Loening angeführten Kontributionen als „außerordent­liche Kriegssteuern“, die der Feind dem okkupierten Lande auferlegt, um den Gegner zu veranlassen, Frieden zu schließen. Bonfils kennt in seiner Abhandlung (S. 642) nur Strafauflagen und Kriegskontributionen, wodurch sich in seinen Darlegungen unbedingt Unklarheiten und Uebertreibungen eingeschlichen haben.

Was zunächst die von Loening erwähnten „außerordentlichen Kriegskontributionen“ betrifft, so gibt Zorn zu, daß es sich hier um eine sehr bestrittene Maßregel handelt, die eine Art Repressalienverfahren bilde, weil man sonst mit dem Grundsatz von der Unverletzlichkeit des Privateigentums in Widerspruch geraten würde. Lueder erklärt, daß diese Maßregel grundsätzlich als eine durch die Kriegsmanier ausgeschlossene zu bezeichnen sei, fährt aber fort: „Andererseits kann aber nicht verkannt werden, daß durch besondere Notlagen, durch frivol fortgesetzte Kriege, durch anders nicht abzuwehrende Provokationen und Schädigungen von der Gegenseite, durch unabweisbare Forderungen der Politik einer Kriegspartei nichts anderes übrig gelassen werde, als zu diesem äußersten Mittel zu greifen und daß letzteres folglich in besonderen Fällen als eine durch ausnahmsweise Kriegsraison gerechtfertigte und nicht gegen das [Völkerrecht verstoßende Maßnahme bezeichnet werden kann“, 1)]


1) So Vattel, Klüber, von Martens, Bonfils S, 643.

2) Zorn: Das Kriegsrecht zu Land S. 304.

[S. 54]

β. Die Contributionen.

Unter Contributionen versteht man Zwangsauflagen in Geld an lokale Verbände eines okkupierten Gebietes.

In früheren Zeiten — bis ins 18. Jahrhundert hin — , in welchen Beutemachen und Plündern in den Kriegen noch als selbstverständlich und erlaubt angesehen wurden, galten die Contributionen als Mittel, sich von der Plünderung und dem Brandschatzen loszukaufen. Die Contributionen wurden in diesen Fällen meistens nach einer Pauschalsumme (Mandement) „taxiert" und dann auf die einzelnen Lokalverbände verteilt. Die Kriegsschatzmeister füllten dann angefertigte Formulare mit den anbefohlenen Beträgen und Nachforderungen aus.1)

Die obige Ansicht von dem Wesen der Contributionen findet sich noch bei einigen älteren Publizisten.2) Als aber mit dem sich weiter ausbildenden Rechtsbewußtsein die Brandschatzung abgeschafft und der Plünderung eine Schranke gesetzt wurde, änderte auch die Contribution ihr Wesen. Sie hörte auf, ein Mittel gegen Plünderung und Brandschatzung, ja hörte schließlich auf, eine Quelle der Bereicherung zu sein.

In der neueren Literatur zeigt sich daher die Contribution in einem ganz anderen Gewande.

Im allgemeinen3) unterscheidet die Literatur drei Arten von Contributionen, die man kurz als Steuer-, Ersatz- und Strafcontributionen bezeichnen kann — diese drei Arten kennt auch das K. G. B. in seinen Artikeln 49 und 50 — ; daneben


1) Lentner, a. a. O., S. 133.

2) So Vattel, Klüber, von Martens. S. bei Bonfils, a. a. O., S. 643.

3) So Resch, a. a. 0., S. 291, Meurer, a. a. O., S. 272; Lueder, a. a. O., S. 504; v. Ullmann, a. a, O., S. 499; Rivier, a. a. O., S. 406.


[S. 55]

erwähnt Zorn1) noch die von Loening angeführten Contributionen als „außerordentliche Kriegssteuern", die der Feind dem okkupierten Lande auflegt, um den Gegner zu veranlassen, Frieden zu schließen. Bonfils kennt in seiner Abhandlung nur Strafauflagen und Kriegscontributionen,2) wodurch sich in seine Darlegungen unbedingt Unklarheiten und Uebertreibungen ein­geschlichen haben.

Was zunächst die von Loening erwähnten „außerordentlichen Kriegscontributionen" anbetrifft — diese will ich zuerst behandeln und erst später in eine Besprechung der im K. G. B. erwähnten Contributionen eintreten — so gibt Zorn3) zu, daß es sich hiermit um eine sehr bestrittene Maßregel handelt, die4) eine Art Repressalienverfahren bilde, weil man sonst mit dem Grundsatz von der Unverletzlichkeit des Privateigentums in Widerspruch geraten würde. Lueder 5) erklärt, daß diese Maßregel grundsätzlich als eine durch die Kriegsmanier ausgeschlossene zu bezeichnen sei, fährt aber fort: „Anderseits kann aber nicht verkannt werden, daß durch besondere Notlagen, durch frivol fortgesetzte Kriege, durch anders nicht abzuwehrende Provokationen und Schädigungen von der anderen Seite, durch unabweisbare Forderungen der Politik einer Kriegspartei nichts Anderes übrig gelassen wird, als zu diesem äußersten Mittel zu greifen, und daß letzteres folglich in besonderen Fäl­len als eine durch ausnahmsweise Kriegsraison gerechtfertigte und nicht gegen das Völkerrecht verstoßende Maßregel bezeich­net werden kann."


1) a. a. O., S. 304.

2) Bonfils, a. a. O., S. 642 ffg.

3) a. a. O., S. 303.

4) ebenda, S. 305.

5) a. a. O., S. 504.

Anmerkungen
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