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Analyse:Ek/Fragment 046 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 1-
Quelle: Diener 1909
Seite(n): 38, Zeilen: -
Ebensowenig ist der Ansicht Bluntschlis beizustimmen, daß es dem Sieger erlaubt sei, die vom getöteten Feind auf dem Schlachtfeld zurückgelassenen Gelder und Kleinodien bei der völligen Ungewißheit, wer Erbe ist und ob solche Habe für denselben zu retten sei, sich anzueignen anstatt sie zu vergraben oder verderben zu lassen.

Er mag ja im Prinzip recht haben, wie auch Lueder die Ansicht vertritt, daß solche Sachen, um sie vor dem Verkommen zu schützen, zur Aufbewahrung usw. hinweggenommen werden dürfen.

Der Ansicht Bluntschlis steht aber, abgesehen davon, daß die Gestattung der Wegnahme derartiger Gegenstände eine Verlockung sein könnte, den Feind zu töten, noch besonders entgegen, daß für den einzelnen Soldaten kein Recht besteht, diese Dinge für sich zu nehmen, er sie vielmehr der oberen Behörde bezw. den nach Art. 14 LKO zu errichtenden Auskunftstellen zuzustellen hat. Diese sammeln alle zum persönlichen Gebrauch dienenden Gegenstände, Wertsachen, Briefe usw., die auf den Schlachtfeldern gefunden werden und stellen sie den Berechtigten zu.

Eine Kriegssitte aber hat sich noch bis auf den heutigen Tag erhalten und hat in Art. 4 Abs. III LKO Aufnahme gefunden, nämlich daß man den Kriegsgefangenen und natürlich auch den Getöteten ihre Waffen, Pferde und Schriftstücke militärischen Inhalts abnehmen darf. Soweit dieses Staatseigentum ist — und dies wird es ja in der Regel bis auf die den Offizieren gehörenden Waffen und Pferde sein — steht natürlich der Wegnahme nichts im Wege. Das Privateigentum des Einzelnen ist aber in diesem Fall nicht ausgenommen.

Rivier (S. 404), Bluntschli (S. 28), von Holtzendorff (S. 349), Bonfils (S. 648) u. A. billigen diese Wegnahme und anschließend an eine Besprechung des Art. 4 LKO auch Zorn (S. 73, 76) und Meurer (S. 124), die wenigstens durch nichts ihren entgegengesetzten Standpunkt zu verstehen geben. Einige Publizisten vertreten dagegen eine andere Ansicht. So sagt z. B. Lueder: „Auch sie (Waffen, Pferde und kriegerische Ausstattung) sollten streng genommen kein Gegenstand der Aneignung sein,“ wiewohl er anderseits diese noch im Völkerrecht existierende Ausnahme zu entschuldigen sucht und sie aus kriegerischen und soldatischen Gründen für erklärlich hält, umsomehr als es im Augenblick des Sieges oder des Kampfes schwer halte, das private vom öffentlichen Eigentum zu unterscheiden. Von Ullmann erklärt, daß die Konsequenzen des Grundsatzes der Schonung des Privateigentums eine Aneignung ausschließen müßten. Auch Eichelmann 1) tritt in ganz besonderer Weise dafür ein, daß den gefangenen Offizieren — um diese wird es sich ja, wie schon oben erwähnt, hauptsächlich handeln und diese werden wohl auch im Falle des Sieges von den Gemeinen unterschieden werden können — ihre Waffen und Pferde verbleiben sollen. Tatsächlich ist ja heute fast allgemeine Regel, daß man den gefangenen Offizieren die Waffen beläßt. Die 1. Haager Friedenskonferenz hat allerdings, als der Delegierte Beernaert den Antrag stellte, in die LKO eine Bestimmung aufzunehmen, wonach es [den Höchstkommandierenden freistehen sollte, den gefangenen Offiziren ihren Degen zu belassen, abgelehnt, diese als eine feststehende Regel anzuerkennen.1)]


1) Zitiert bei Zorn S. 75.

[S. 38]

Ebensowenig ist der Ansicht Bluntschli'sl) beizustimmen, daß es dem Sieger erlaubt sei, die von dem getöteten Feinde auf dem Schlachtfelde zurückgelassenen Gelder oder Kleinode bei der völligen Ungewißheit, wer Erbe sei und ob solche Habe für denselben zu retten seien, sich anzueignen, anstatt sie zu vergraben oder verderben zu lassen.

Er mag ja im Prinzip Recht haben, wie auch Lueder2) die Ansicht vertritt, daß solche Sachen, um sie vor dem Verkommen zu schützen, zur Aufbewahrung u. s. w. hinweggenommen werden dürften.

Der Ansicht Bluntschli's steht aber, außer, daß die Gestattung der Wegnahme derartiger Gegenstände eine Verlockung sein könnte, den Feind zu töten, noch besonders entgegen, daß es für den einzelnen Soldaten kein Recht gibt, diese Dinge für sich zu nehmen, er sie vielmehr der oberen Behörde beziehungsweise den nach Art. 14 K. G. B. zu errichtenden Auskunftsstellen zuzustellen hat. Diese sammeln (Abs. 2) alle zum persönlichen Gebrauche dienenden Gegenstände, Wertsachen, Briefe u. s. w., die auf den Schlachtfeldern gefunden werden, und stellen sie eventuell den Berechtigten zu.

Eine Kriegssitte aber hat sich noch bis auf den heutigen Tag erhalten und hat im Art. 4, Abs. 3 K. G. B. Aufnahme gefunden, nämlich, daß man den Kriegsgefangenen (und natürlich auch den Getöteten) ihre Waffen, Pferde und Schriftstücke militairischen Inhalts abnehmen darf. Soweit dieses Staatseigentum ist, — und dies wird es ja in der Regel bis auf die den Offizieren gehörenden Waffen und Pferde sein — steht natürlich der Wegnahme nichts im Wege. Das Privateigentum des einzelnen ist aber in diesem Falle nicht ausgenommen.

Rivier,3) Bluntschli,4) von Holtzendorff,5) Bonfils6) und an-


1) „Kriegsrecht", S. 28.

2) a. a. O., S. 491.

3) a. a. O., S. 404.

4) „Kriegsrecht", S. 28.

5) a. a. O., S. 349.

6) a. a. O., S. 648.

[S. 39]

dere mehrere billigen diese Wegnahme und, anschließend an eine Besprechung des Art. 4 K. G. B., auch Zorn1) und Meurer,2) die wenigstens durch nichts ihren entgegengesetzten Standpunkt zu verstehen geben.

Einige Publizisten vertreten dagegen eine andere Ansicht. So sagt z. B. Lueder:3) „Auch sie (Waffen, Pferde und kriegerische Ausstattung) sollten streng genommen kein Gegenstand der Aneignung sein", wie wohl er anderseits diese noch im Völkerrecht existierende Ausnahme zu entschuldigen sucht und sie aus kriegerischen und soldatischen Gründen für erklärlich hält, um so mehr, als es im Augenblicke des Kampfes oder Sieges schwer halte, das private vom öffentlichen Eigentum zu unterscheiden. v. Ullmann4) erklärt, daß die Consequenzen des Grundsatzes der Schonung des Privateigentums eine Aneignung ausschließen müßten. Auch Eichelmann5) tritt in ganz besonderer Weise dafür ein, daß den gefangenen Offizieren — um diese wird es sich ja, wie schon oben erwähnt, hauptsächlich handeln und werden diese wohl auch im Falle des Sieges von den Gemeinen unterschieden werden können — ihre Waffen und Pferde verbleiben sollten. Tatsächlich ist ja heute fast allgemein Regel, daß man den gefangenen Offizieren die Waffen beläßt. Die erste Haager Friedenskonferenz hat allerdings, als der Delegierte Bernaert den Antrag stellte, eine Bestimmung, daß es dem Höchstkommandierenden freistehen sollte, den gefangenen Offizieren ihren Degen zu belassen, in das K. G. B. aufzunehmen, abgelehnt, dies als eine feststehende Regel anzuerkennen.6)


1) a. a. O., S. 73 ffg., insb. S. 76.

2) a. a. O., S. 124.

3) a. a. O., S. 491.

4) a. a. O., S. 334.

5) Zitiert bei Zorn, a. a. O., S. 75.

6) Zorn, a. a. O., S. 75.

Anmerkungen
Sichter

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