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Analyse:Fwp/Fragment 195 06

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 6-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 9, Zeilen: 3-4; 10-
Dänemarks außenpolitische Ziele haben sich von einem »Höchstgrad an Aggressivität«1 bis zu vorsichtiger Selbstbehauptung verlagert.

Die große Wende in Dänemarks Außenpolitik fällt in das Jahr 1720. Sie war bis dahin im Prinzip aggressiv gewesen, besonders in der letzten Phase von 1658 bis 1720, mit der Absicht, das verlorene Schonen zurückzugewinnen. Als 1720 dieser Plan aufgegeben werden mußte, ging Dänemark dazu über, eine Art Neutralitätspolitik zu betreiben, d. h. die wechselnden dänischen Regierungen hielten sich aus den Kriegen anderer Mächte heraus, unterließen es aber nicht, Bündnisse abzuschließen. Dänemark hatte im 18. Jahrhundert mit England, Frankreich und Rußland Bündnisse geschlossen. Als beispielsweise 1756 der preußische Siebenjährige Krieg ausbrach, hätte Dänemark demnach mit Frankreich gegen England ziehen müssen. Es war jedoch das Verdienst des Ministers J. H. E. Bernstorff, den Franzosen den Vorteil plausibel zu machen, wenn ein neutrales Dänemark einen Teil des französischen Handels mit den Kolonien wahrnehmen könnte, von denen die überlegene englische Seemacht Frankreich abgeschnitten hatte. Das war natürlich eine Neutralitätspolitik zum Vorteil Dänemarks, allerdings mit der Folge, daß die französische Regierung im Verlauf des Krieges das Interesse an einer Fortsetzung des Bündnisses mit Dänemark verlor. Bis 1807 gelang es den dänischen Staatsführern, diesen Neutralitätskurs zu steuern. Im Kampf zwischen Napoleon und seinen Feinden konnte Dänemark auf lange Sicht freilich keinen Standort zwischen den Parteien einnehmen. Durch Englands Bombardement auf Kopenhagen im Jahre 1807 sah sich Dänemark zu einem Bündnis mit Napoleon gedrängt, mußte allerdings 1814 zusammen mit ihm die Niederlage hinnehmen. Außenpolitische Schwierigkeiten, so vor allem der Konflikt mit Norwegen, und innenpolitische Probleme, insbesondere der Staatsfinanzen, zwan-[gen Dänemark nach den napoleonischen Kriegen, neue Wege zu suchen.]


[S. 249]

1 Troels Fink, Deutschland als Problem Dänemarks, Flensburg 1968

Dänemarks außenpolitisches Ziel hat sich von einem Höchstgrad an Aggressivität zu vorsichtigster Selbstbehauptung verlagert. [...]

Die große Scheide in Dänemarks Außenpolitik fällt in das Jahr 1720. Bis dahin war die dänische Außenpolitik im Prinzip aggressiv gewesen, besonders in der letzten Phase von 1658-1720, in der Hoffnung, das im Jahre 1658 verlorene Schonen zurückzugewinnen. 1720 wurde diese Hoffnung aufgegeben; Dänemark ging dazu über, eine Art Neutralitätspolitik zu treiben, d. h. die wechselnden dänischen Regierungen hielten sich aus den Kriegen anderer Mächte heraus, unterließen es aber nicht, Bündnisse abzuschließen. Dänemark hat im 18. Jahrhundert im Bündnis mit England sowohl als auch mit Frankreich und mit Rußland gestanden. Als beispielsweise 1756 der preußische Siebenjährige Krieg ausbrach, hätte Dänemark nach den Bündnis-Abmachungen mit Frankreich gegen England ziehen müssen, aber es war das Verdienst des Ministers J. H. E. Bernstorff, daß er den Franzosen klarmachte, welchen Vorteil es für sie bedeutete, wenn ein neutrales Dänemark einen Teil des französischen Handels mit den Kolonien wahrnehmen könnte, von denen die überlegene englische Seemacht Frankreich abgeschnitten hatte. Das war natürlich eine Neutralitätspolitik zum Vorteil Dänemarks, und man kann es der französischen Regierung nicht verübeln, daß sie im Verlauf des Krieges das Interesse an einer Fortsetzung des Bündnisses mit Dänemark verlor. Bis 1807 gelang es den dänischen Staatsführern im großen und ganzen, einen Neutralitätskurs zu steuern. Aber im Kampf zwischen Napoleon und seinen Feinden konnte Dänemark nicht auf lange Sicht einen Standort zwischen den Parteien einnehmen. Durch Englands Übergriff im Jahre 1807, als Kopenhagen bombardiert wurde, wurde Dänemark in ein Bündnis mit Napoleon hineingezwungen, und mußte 1814 zusammen mit ihm die Niederlage einstecken. Ohne Freunde, mit ruinierten Finanzen und durch den Verlust der Verbindung mit Norwegen als Machtfaktor stark beeinträchtigt mußte Dänemark nach den napoleonischen Kriegen neue Wege suchen.

Anmerkungen
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