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Analyse:Fwp/Fragment 196 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 196, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 9, Zeilen: S. 9: 36-40; S. 10: 1-3; S. 11: 9-; S. 12: 1-12
[Außenpolitische Schwierigkeiten, so vor allem der Konflikt mit Norwegen, und innenpolitische Probleme, insbesondere der Staatsfinanzen, zwan-]gen Dänemark nach den napoleonischen Kriegen, neue Wege zu suchen. Ein Versuch, 1815 ein Bündnis mit dem bisherigen Hauptgegner England herbeizuführen, schlug fehl. So entschloß man sich nun zur bündnisfreien Neutralitätspolitik. Im großen und ganzen war das der Kurs bis 1849.

Die Behauptung, daß die dänische Neutralitätspolitik vom Frieden zu Kiel 1814 bis zum Überfall Hitlerdeutschlands auf Dänemark am 9. April 1940 durchgehalten wurde, erfordert allerdings eine nähere Erläuterung, denn Dänemark befand sich sowohl 1848/50 als auch 1864 mit deutschen Mächten im Krieg. Die Ursache war in beiden Fällen die Schleswig-Frage, die von dem Ausbruch der schleswig-holsteinischen Revolution im Jahre 1848 bis zur Teilung Schleswigs im Jahre 1920 ein ernster außenpolitischer Streitpunkt war.

Es muß daher unterstrichen werden, daß die eben erwähnte Neutralitätspolitik Dänemarks besonders im Hinblick auf Kriege anderer Staaten zu sehen ist, während Dänemarks Verhältnis zu Deutschland durch die besondere Situation des alten Gesamtstaates kompliziert war. Die Kriege von 1848/50 und 1864 haben ihren Hintergrund in der Tatsache, daß der alte Gesamtstaat sich überlebt hatte und Reformen erforderlich wurden. Der dänische Gesamtstaat sah wesentlich anders aus als das heutige Dänemark, und es wird zweckmäßig sein, zunächst den Gesamtstaat, wie er aus den napoleonischen Kriegen im Jahre 1814 hervorgegangen war, zu betrachten. Zunächst einmal herrschte der dänische König über das Königreich Dänemark bis zur Königsau, weiterhin über das Herzogtum Schleswig zwischen Königsau und der Eider sowie über das Herzogtum Holstein zwischen Eider und Elbe; auch das kleine Herzogtum Lauenburg sowie Island, die Faröer und Grönland gehörten zum Reich; aber diese Reichsteile warfen damals keine ernstlichen Probleme auf.

Zwischen den beiden Herzogtümern gab es von jeher gewisse politische Gemeinsamkeiten, und es bestand noch immer eine verwaltungsmäßige Verbindung. Die deutsche Sprache hatte in den beiden Herzogtümern eine beherrschende Stellung, nur in den ländlichen Bezirken Nordschleswigs bediente man sich des Dänischen als Kirchen- und Schulsprache. Es bestand freilich insofern ein wesentlicher Unterschied, als Holstein ein Teil des deutschen Reiches, Schleswig oder Südjütland hingegen ein altes dänisches Herzogtum war.

Die Grenze zwischen dem alten deutschen und dem alten dänischen Reich verlief an der Eider. Das Deutsche Reich besaß nur eine sehr schwache zentrale Leitung. Im Jahre 1815 hatten 39 deutsche Einzelstaaten, unter ihnen auch Holstein, einen Deutschen Bund gebildet; in allen Fragen von politischem Gewicht waren die Einzelstaaten jedoch souverän.

Zwischen den beiden führenden deutschen Mächten Österreich und Preußen herrschte eine ausgesprochene Rivalität. Von jenem Staatengebilde, welches sich die deutsche Jugend während der Freiheitskriege [gegen Napoleon erträumt hatte, war der Deutsche Bund nur ein schwacher Abglanz, doch der Traum von Deutschlands Einheit lebte weiter, ebenso wie die Hoffnung auf eine moderne, liberale Verfassung.]

[S. 9]

Ohne Freunde, mit ruinierten Finanzen und durch den Verlust der Verbindung mit Norwegen als Machtfaktor stark beeinträchtigt mußte Dänemark nach den napoleonischen Kriegen neue Wege suchen. Ein Versuch, 1815 in ein Bündnis mit England, das eben noch Feind Nr. 1 gewesen war, zu kommen, schlug fehl. So

[S. 10]

machte man aus der Not eine Tugend. Dänemarks außenpolitischer Kurs kann von da an als bündnisfreie Neutralitätspolitik bezeichnet werden. Im großen ganzen war das der Kurs bis 1949. [...]

[S. 11]

Wenn vorhin behauptet wurde, daß die dänische Neutralitätspolitik im großen und ganzen vom Frieden von Kiel 1814 bis zum Überfall Hitlerdeutschlands auf Dänemark am 9. April 1940 durchgehalten wurde, so erfordert dies eine nähere Erläuterung, denn Dänemark befand sich sowohl 1848/50 als auch 1864 mit deutschen Mächten im Krieg. Die Ursache war in beiden Fällen die Schleswig-Frage, die von dem Ausbruch der schleswig-holsteinischen Revolution im Jahre 1848 bis zur Teilung Schleswigs im Jahre 1920 ein ernster außenpolitischer Streitpunkt war. Es muß daher unterstrichen werden, daß die im Vorhergehenden erwähnte Neutralitätspolitik dann Geltung hatte, wenn Dänemark Stellung nahm zu den Kriegen anderer Staaten, während Dänemarks Verhältnis zu Deutschland durch die besondere Zusammensetzung des alten Gesamtstaates kompliziert war. Die Kriege 1848/50 und im Jahre 1864 haben ihren Hintergrund in der Tatsache, daß der alte Gesamtstaat sich überlebt hatte, und daß etwas Neues an seine Stelle gesetzt werden mußte.

Der dänische Gesamtstaat sah wesentlich anders aus als das Dänemark, das wir heute kennen, und es wird zweckmäßig sein, zunächst den Gesamtstaat, wie er aus den Schicksalsschlägen des Napoleonkrieges im Jahre 1814 hervorgegangen war, zu betrachten. Zunächst einmal herrschte der dänische König über das Königreich Dänemark bis zur Königsau, weiterhin über das Herzogtum Schleswig zwischen der Königsau und der Eider, sowie über das Herzogtum Holstein zwischen Eider und Elbe. Auch das kleine Herzogtum Lauenburg, sowie Island, die Färöer und Grönland gehörten zum Reich; aber diese Reichsteile warfen damals keine ernstlichen Probleme auf.

Zwischen den beiden Herzogtümern hatte in alter Zeit eine gewisse politische Gemeinschaft bestanden, und es bestand noch immer eine gewisse verwaltungsmäßige Verbindung. Die deutsche Sprache hatte in den beiden Herzogtümern eine beherrschende Stellung. Nur in den ländlichen Bezirken Nordschleswigs bediente man sich des Dänischen als Kirchen- und Schulsprache. Es bestand aber insofern ein wesentlicher Unterschied, als Holstein ein Teil des deutschen Reiches, Schleswig oder

[S. 12]

Südjütland aber ein altes dänisches Herzogtum war. Die Grenze zwischen dem alten deutschen und dem alten dänischen Reich verlief an der Eider. Das Deutsche Reich besaß nur eine sehr schwache zentrale Leitung. Im Jahre 1815 hatten 39 deutsche Einzelstaaten, unter ihnen auch Holstein, einen Deutschen Bund gebildet; in allen Fragen von politischem Gewicht waren die Einzelstaaten jedoch souverän. Zwischen den beiden führenden deutschen Mächten, Österreich und Preußen herrschte eine ausgesprochene Rivalität. Von jenem Staatengebilde, das sich die deutsche Jugend während der Freiheitskriege gegen Napoleon erträumt hatte, war der Deutsche Bund nur ein schwacher Abglanz, doch der Traum von Deutschlands Einheit lebte weiter, ebenso wie die Hoffnung auf eine moderne, liberale Gestaltung der Verfassung.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fwp/Fragment 195 06‎

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