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Analyse:Fwp/Fragment 197 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 197, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 12, Zeilen: S. 12: 8-; S. 13: 1-
[Von jenem Staatengebilde, welches sich die deutsche Jugend während der Freiheitskriege] gegen Napoleon erträumt hatte, war der Deutsche Bund nur ein schwacher Abglanz, doch der Traum von Deutschlands Einheit lebte weiter, ebenso wie die Hoffnung auf eine moderne, liberale Verfassung.

Solange der Deutsche Bund ein schwaches Gebilde blieb, bedeutete die Doppelstellung Holsteins — das zugleich Teil des Deutschen Bundes und Teil der dänischen Monarchie war — keine ernstliche Belastung des dänischen Reiches; doch es zeigte sich, daß die sich verstärkenden deutschen Einheitsbestrebungen die dänische Monarchie erschütterten. In den Herzogtümern wünschten starke Kräfte eine gemeinsame Zukunft Schleswigs und Holsteins mit Deutschland. Zur großen Überraschung für diese deutschfreundlichen Kreise erhob sich in den 1840er Jahren in Nordschleswig eine kraftvolle Bewegung, die gegen die Abtrennung von Dänemark protestierte und den Wunsch vertrat, daß der dänischen Sprache wieder der ihr rechtmäßig zustehende Platz eingeräumt werde.

Die Teilung des Herzogtums Schleswig in ein Dänemark-Nordschleswig und ein Holstein-Südschleswig, möglicherweise in Personalunion beider Reichsteile, erscheint vielleicht als Lösungsmöglichkeit, doch damals war die Zeit noch nicht reif für eine solche Regelung. Noch befand man sich, wie Orla Lehmann, einer der führenden dänischen Politiker jener Zeit es ausdrückte, »im Vorhof der Möglichkeiten 2«.

Vom dänischen Standpunkt aus war ein Verzicht auf den südlichen Teil Schleswigs nicht unbedingt nötig, da historische wie völkerrechtliche Gründe für die Fortsetzung der Gemeinschaft zwischen Dänemark und Schleswig sprachen. Deutscherseits waren die Worte »up ewig ungedeelt« die Parole für ein mehr oder weniger selbständiges Schleswig-Holstein. Immer mehr Dänen wurden sich hingegen in den 1848er Jahren darüber klar, daß die alte Gemeinschaft mit Holstein nicht aufrechterhalten werden konnte, oder — mit anderen Worten — daß der alte Gesamtstaat nicht mehr lebensfähig war. Man erblickte die Aufgabe darin, die Unabhängigkeit Dänemarks und Schleswigs dadurch zu sichern, daß Holstein eine Sonderstellung in der Monarchie verliehen würde.

Die Schwierigkeiten, die entstehen würden, wenn die Verbindung mit dem deutschen Bundeslande Holstein nicht gelöst würde, zeigten sich bereits 1840 und in den folgenden Jahren. Europa erlebte eine Periode drohender Kriegsgefahr. Frankreich wurde von den Großmächten bedroht, und ausnahmsweise standen Österreich und Preußen Seite an Seite. Man traf militärische Vorbereitungen und beabsichtigte auch, das deutsche Bundesheer zu mobilisieren, wozu jedes Land, auch Dänemark für Holstein, ein bestimmtes Kontingent zu stellen hatte.

Die Mannschaften stammten aus Holstein, die Offiziere waren jedoch zur Hauptsache dänischer Herkunft. Das dänische Offizierskorps erhielt nur geringen Zustrom aus deutschen Kreisen des Reiches. Wäre es damals zum Krieg gekommen, hätte Holstein auf deutscher Seite kämpfen [müssen, während Dänemark und Schleswig theoretisch eine Neutralitätspolitik hätten verfolgen können.]


[S. 249]

2 zitiert nach Troels Fink, a. a. O.

Von jenem Staatengebilde, das sich die deutsche Jugend während der Freiheitskriege gegen Napoleon erträumt hatte, war der Deutsche Bund nur ein schwacher Abglanz, doch der Traum von Deutschlands Einheit lebte weiter, ebenso wie die Hoffnung auf eine moderne, liberale Gestaltung der Verfassung. So lange der Deutsche Bund ein schwaches Gebilde blieb, bedeutete die Doppelstellung Holsteins - das zugleich Teil des deutschen Bundes und Teil der dänischen Monarchie war - keine ernstliche Belastung der dänischen Königsmacht; doch erwies es sich jedesmal, wenn die deutschen Einheitsbestrebungen sich stärker geltend machten, daß die dänische Monarchie dadurch in ihren Grundfesten erschüttert wurde. In den Herzogtümern wünschten starke Kräfte, daß Schleswig und Holstein eine Zukunft gemeinsam mit Deutschland anstreben sollten. Zur großen Überraschung für diese deutschen Kreise erhob sich in den 1840er Jahren in Nordschleswig eine kraftvolle Bewegung, die gegen die Trennung von Dänemark protestierte und den Wunsch vertrat, daß der dänischen Sprache wieder der ihr rechtmäßig zustehende Platz eingeräumt werden möge.

Man könnte hier vielleicht sagen: Ja, warum dann aber nicht das Herzogtum Schleswig so teilen, daß man ein Dänemark-Nordschleswig und ein Holstein-Südschleswig erhalten hätte, möglicherweise mit einer Personalunion zwischen den beiden Reichsteilen. Gewiß, wenn man die Dinge rückschauend betrachtet, könnte es so scheinen, als habe eine Lösungsmöglichkeit auf dieser Linie gelegen, aber die Zeit war nicht reif für eine solche Lösung. Noch befand man sich, wie einer der führenden dänischen Politiker jener Zeit, Orla Lehmann, es ausdrückte, „im Vorhof der Möglichkeiten“. Es war, vom dänischen Standpunkt aus betrachtet, nicht unbedingt nötig, auf den südlichen Teil Schleswigs zu verzichten, und die Geschichte und das Völkerrecht sprachen für die Fortsetzung der Gemeinschaft zwischen Dänemark und Schleswig. Deutscherseits waren die Worte „up ewig ungedeelt“ der Leitfaden bei dem Versuch, ein mehr oder weniger selbständiges Schleswig-Holstein zu schaffen. Immer mehr Dänen wurden sich aber in den 1840er Jahren darüber klar, daß die alte Gemeinschaft mit Holstein nicht aufrechterhalten werden konnte oder, mit anderen Worten, daß der alte Gesamtstaat nicht mehr lebensfähig

[S. 13]

war. Man erblickte die Aufgabe darin, die Unabhängigkeit Dänemarks und Schleswigs dadurch zu sichern, daß Holstein eine Sonderstellung in der Monarchie verliehen würde.

Eine kleine Warnung vor den Schwierigkeiten, welche entstehen würden, wenn die Verbindung mit dem deutschen Bundeslande Holstein nicht gelöst würde, erhielt man im Jahre 1840 und in den folgenden Jahren. Europa erlebte eine Periode drohender Kriegsgefahr. Frankreich wurde von den anderen Großmächten bedroht, und ausnahmsweise standen Österreich und Preußen Seite an Seite. Man traf militärische Vorbereitungen und beabsichtigte auch, das deutsche Bundesheer zu mobilisieren. Jedes Land stellte ein Kontingent zum Bundesheer, und auch Dänemark mußte für Holstein eine bestimmte Truppenzahl stellen. Die Mannschaften stammten aus Holstein, die Offiziere aber waren zur Hauptsache dänischer Herkunft. Das dänische Offizierkorps erhielt nur geringen Zustrom aus den deutschen Kreisen des Reiches. Wenn es damals zum Kriege gekommen wäre, hätte Holstein auf deutscher Seite am Kriege teilnehmen müssen, während Dänemark und Schleswig theoretisch eine Neutralitätspolitik hätten verfolgen können;

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