Fandom

VroniPlag Wiki

Analyse:Fwp/Fragment 198 01

31.373Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 198, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 13, Zeilen: S. 13: 15-; S. 14: 1-; S. 15: 5-
[Wäre es damals zum Krieg gekommen, hätte Holstein auf deutscher Seite kämpfen] müssen, während Dänemark und Schleswig theoretisch eine Neutralitätspolitik hätten verfolgen können. Da aber ein Teil des dänischen Heeres in den Krieg verwickelt gewesen wäre und der andere Teil praktisch kaum seine Neutralität hätte bewahren können, sah man sich veranlaßt, diese Zusammenhänge genauer zu durchdenken. So gewann die sogenannte Eiderpolitik ihre erste Gestalt.

Was im Jahre 1840 sich bereits als Problem stellte, führte im Jahre 1848 zur Katastrophe. Deutschland versuchte nun in der Frankfurter Paulskirche, seine Einheit zu verwirklichen und eine gemeinsame Verfassung zu schaffen. In Schleswig-Holstein kam es zum relativen Versuch, die beiden Herzogtümer in die Bewegung einzugliedern. In Dänemark gewann die Eiderpolitik die Oberhand, die ebenfalls eine gemeinsame Verfassung für Dänemark und Schleswig zu schaffen suchte.

Drei Jahre hindurch führte man Krieg, aber weder das eine noch das andere Ziel ging in Erfüllung. In Deutschland siegte nach kurzer Zeit die Reaktion. Als der Krieg im Jahre 1850 beendet war, waren die Schleswig-Holsteiner zwar geschlagen, jedoch war die Stellung der Dänen nicht so stark, daß sie das Programm der Eiderpolitik durchführen konnten. Unter dem Druck der Großmächte mußte man sich wieder dem Gesamtstaat zuwenden, und zum Jahreswechsel 1851/52 einigten sich die dänische, die preußische und die österreichische Regierung auf eine Formel für die Verfassungsverhältnisse im Gesamtstaat: Schleswig durfte nicht enger mit Dänemark verbunden werden als Holstein. Ein Vertrag wurde jedoch nicht geschlossen. Die Absprache war vielmehr das Ergebnis eines diplomatischen Notenwechsels. Die dänische Regierung sah sich zu dieser Regelung gezwungen, die im Grunde den Gegebenheiten der Vergangenheit entsprach.

Die Stellung Dänemarks wurde in diesen Jahren noch komplizierter, weil vorauszusehen war, daß das Königshaus mit Friedrich VII. aussterben würde. Durch ein im Jahre 1852 in London geschlossenes Abkommen wurde die Erbfolge so geregelt, daß Prinz Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg die Krone der dänischen Monarchie übernehmen sollte. In Verbindung mit dieser Erbfolgeregelung gaben alle Großmächte dem Gesamtstaat ihre Anerkennung. Mehrere Jahre versuchten verschiedene dänische Regierungen, eine gemeinsame Verfassung für den Gesamtstaat zu schaffen; die Vorschläge stießen indessen entweder auf den Widerstand der deutschen oder der dänischen Staatsbürger. Als dann die deutschen Großmächte sich der Sache der Holsteiner annahmen, trat ein Stillstand der Entwicklung ein, der u. a. auch die Funktionsunfähigkeit der gemeinsamen Verfassung von 1855 offenkundig werden ließ.

Im Jahre 1858 löste eine provisorische Regelung die gemeinsame Verfassung von 1855 in Holstein ab, während die für Dänemark und Schleswig noch geltendes Recht darstellte. Als hingegen alle Versuche, [eine auch für Holstein dauerhafte Regelung zu finden, erfolglos blieben, mehrten sich die Stimmen, Holstein eine Sonderstellung zu geben, durch die Schleswig faktisch enger als Holstein mit Dänemark verbunden wurde.]

Wenn es damals zum Kriege gekommen wäre, hätte Holstein auf deutscher Seite am Kriege teilnehmen müssen, während Dänemark und Schleswig theoretisch eine Neutralitätspolitik hätten verfolgen können; wenn aber ein Teil des dänischen Heeres durch Holstein in den Krieg verwickelt war, hätte der andere Teil wohl nur schwer seine Neutralität wahren können. Dadurch, daß man sich veranlaßt sah, diese Zusammenhänge genauer zu durchdenken, gewann die sogenannte Eiderpolitik ihre erste Gestalt.

Was man im Jahre 1840 als leichte Vorwarnung verspürt hatte, wurde im Jahre 1848 zur blutigen Wirklichkeit. In Deutschland versuchte man in der Frankfurter Paulskirche, den Traum von der Einheit Deutschlands und von einer freien gemeinsamen Verfassung zu verwirklichen. Die Schleswig-Holsteiner machten Revolution und versuchten, die beiden Herzogtümer in die deutsche Bewegung einzugliedern, in Dänemark gewann die Eiderpolitik die Oberhand, und man träumte davon, eine gemeinsame Verfassung für Dänemark und Schleswig zu schaffen.

Drei Jahre hindurch führte man Krieg, aber weder der eine noch der andere Traum ging in Erfüllung. In Deutschland siegte nach kurzer Zeit die Reaktion. Als der Krieg im Jahre 1850 beendet war, waren die Schleswig-Holsteiner zwar geschlagen, aber die Stellung der Dänen war nicht so, daß sie das Programm der Eiderpolitik durchführen konnten. Unter dem Druck der Großmächte mußte man sich wieder dem Gesamtstaat zuwenden, und zum Jahreswechsel 1851/52 einigten sich die dänische, die preußische und die österreichische Regierung auf eine Formel für die Regelung der Verfassungsverhältnisse im Gesamtstaat: Schleswig durfte nicht enger mit Dänemark verbunden werden als Holstein. Man

[S. 14]

schloß keinen Vertrag, die Absprache war vielmehr das Ergebnis eines diplomatischen Notenwechsels. Die dänische Regierung sah sich zu dieser Regelung gezwungen, die den Gegebenheiten der Vergangenheit entsprach.

Die Stellung Dänemarks wurde in diesen Jahren noch besonders kompliziert, weil man voraussehen konnte, daß das Königshaus mit Friedrich VII. aussterben werde. Durch ein im Jahre 1852 in London geschlossenes Abkommen wurde die Erbfolge so geregelt, daß Prinz Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg die Krone der ganzen dänischen Monarchie übernehmen sollte.

In Verbindung mit dieser Erbfolgeregelung gaben alle Großmächte dem Gesamtstaat ihre Anerkennung. Mehrere Jahre lang versuchten wechselnde dänische Regierungen, eine gemeinsame Verfassung für den Gesamtstaat zu schaffen; aber die Vorschläge stießen entweder auf den Widerspruch der deutschen oder der dänischen Bürger des Staates, und als dann die deutschen Großmächte sich der Sache der Holsteiner annahm, kam man nicht mehr voran. Die gemeinsame Verfassung des Jahres 1855 war nicht funktionsfähig. [...]


[S. 15]

Seit dem Jahre 1858 lebte man unter einer provisorischen Regelung, die gemeinsame Verfassung des Jahres 1855 war hinsichtlich Holsteins außer Kraft gesetzt, während sie für Dänemark und Schleswig geltendes Recht darstellte. Das mochte eine Zeitlang so gehen; als aber alle Versuche, eine auch für Holstein geltende Regelung zu finden, vereitelt worden waren, wuchs die Stimmung dafür, den gordischen Knoten durchzuschlagen und zu versuchen, Holstein eine Sonderstellung zu geben, so daß Schleswig faktisch enger als Holstein mit Dänemark verknüpft würde.

Anmerkungen
Sichter

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki