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Analyse:Fwp/Fragment 199 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 199, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 15, Zeilen: S. 15: 8-; S. 16: 1-
[Als hingegen alle Versuche,] eine auch für Holstein dauerhafte Regelung zu finden, erfolglos blieben, mehrten sich die Stimmen, Holstein eine Sonderstellung zu geben, durch die Schleswig faktisch enger als Holstein mit Dänemark verbunden wurde. Eine solche Politik mußte allerdings den Protest der deutschen Großmächte gewärtigen, doch hoffte man, sie unter günstigen internationalen Konstitutionen vielleicht doch zum erwünschten Erfolg führen zu können; in diese Richtung gingen dann auch die Überlegungen der dänischen Politiker.

Die Gemeinschaft mit Holstein bedeutete gleichzeitig eine dauernde Abhängigkeit von Deutschland. Mit dem Anwachsen des Einheitsgedankens würde diese Abhängigkeit noch größer werden. Das Streben der dänischen Regierung ging nun dahin, auf eine engere Verbindung mit Holstein zu verzichten, damit die vom Deutschen Bund unabhängigen Teile des dänischen Staates ein freies gemeinsamen Leben führen könnten. Die Mehrheit der Bevölkerung im nördlichen Teil Schleswigs hegte jedoch den Wunsch, mit dem dänischen Volk in politischer Gemeinschaft zu leben. Obwohl gelegentliche Vorschläge von beiden Seiten gemacht wurden, waren weder die Deutschen noch die Dänen zum damaligen Zeitpunkt bereit, die »nationale Gesinnung« der Bevölkerung als Grenze anzuerkennen.

Während diese schwierigen Fragen in der europäischen Öffentlichkeit und in zahlreichen Noten zwischen den Mächten erörtert wurden, verschärfte die Entwicklung in Deutschland die Gegensätze zwischen den deutschen Staaten. Im Jahre 1862 wurde Otto von Bismarck preußischer Ministerpräsident, und auch in Dänemark ahnte man ebenso wenig wie in anderen Ländern, welchem überlegenen Staatsmann man nun gegenüberstand. Die dänische Regierung unter C. C. Hall hielt im Gegenteil die internationale Lage für günstig und setzte eine — wenn auch schwache — Hoffnung auf die Unterstützung durch Norwegen und Schweden, denn die schwedische Regierung hatte als einzige von allen ausländischen Regierungen zu einer Politik geraten, durch die Holstein eine Sonderstellung erhalten würde.

Im Frühjahr 1863 schien der Regierung die Zeit zum Handeln günstig zu sein. Mit der sogenannten Märzdeklaration vom 30. März 1863 tat man den entscheidenden Schritt. Die dänische Regierung gab bekannt, daß Holstein eine besondere Verfassung und ein selbständiges Heer erhalten solle. Nur den König, die Außenpolitik und die Flotte sollte es mit Dänemark gemeinsam haben. Damit hatte die Gemeinschaftsverfassung des Jahres 1855 tatsächlich nur noch für Dänemark und Schleswig Geltung. Im September 1863 ging die Regierung noch einen Schritt weiter und schlug eine Revision der gemeinsamen Verfassung von 1855 vor, die für die beiden Gebiete Dänemark und Schleswig gelten solle. Es handelte sich zwar nicht um eine Eingliederung Schleswigs in Dänemark, doch war eine Tendenz in diese Richtung unverkennbar.

als aber alle Versuche, eine auch für Holstein geltende Regelung zu finden, vereitelt worden waren, wuchs die Stimmung dafür, den gordischen Knoten durchzuschlagen und zu versuchen, Holstein eine Sonderstellung zu geben, so daß Schleswig faktisch enger als Holstein mit Dänemark verknüpft würde. Bei einer solchen Politik mußte man auf den Protest der deutschen Großmächte vorbereitet sein, doch würde man sie unter günstigen internationalen Konstellationen vielleicht doch zum erwünschten Erfolge führen können; so dachten die dänischen Politiker. [...]

Wenn die Gemeinschaft mit Holstein bewahrt bleiben sollte, würde dies eine dauernde Abhängigkeit von Deutschland bedeuten; mit dem Anwachsen des deutschen Einheitsgedankens würde diese Abhängigkeit größer werden, und das deutsche Rad würde dem dänischen die Drehung vorschreiben. Das Streben der dänischen Regierung ging dahin, die beiden Räder auseinanderzurücken, indem man auf eine engere Verbindung mit Holstein verzichtete, so daß die vom Deutschen Bund unabhängigen Teile des dänischen Staates ein freies gemeinsames Leben führen könnten. Der Haken dabei war nur, daß die Mehrzahl der Bevölkerung im südlichen Teile Schleswigs nicht den Wunsch hegte, mit dem dänischen Volke in politischer Gemeinschaft zu leben. Man war noch nicht so weit gekommen, die Bedeutung der nach der nationalen Gesinnung der Bevölkerung gezogenen Grenze zu erkennen; das taten damals weder die Dänen noch die Deutschen, obwohl dann und wann solche Vorschläge gemacht wurden.

Während alle diese schwierigen Fragen in der europäischen Öffentlichkeit und in ungezählten Noten zwischen den Mächten erörtert wurden, ging in Deutschland eine Entwicklung vor, durch welche die Gegensätze zwischen den deutschen Staaten verschärft wurden. Im Jahre 1862 wurde Otto v. Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt. Man

[S. 16]

ahnte in Dänemark ebenso wenig wie in anderen Ländern, welchem überlegenen Staatsmann man nunmehr gegenüber stand. Die dänische Regierung unter C. C. Hall hielt im Gegenteil die internationale Lage für günstig und setzte eine - wenn auch schwache - Hoffnung auf eine Unterstützung durch Norwegen und Schweden, denn die schwedische Regierung hatte als einzige aller ausländischen Regierungen zu einer Politik geraten, durch die Holstein eine Sonderstellung erhalten würde. Im Frühjahr 1863 schien der Regierung die Zeit für ein kühnes Handeln günstig zu sein. Mit der sogenannten Märzdeklaration vom 30. März 1863 tat man den entscheidenden Schritt. Die dänische Regierung gab als ihre politische Absicht bekannt, daß Holstein eine besondere Verfassung und ein selbständiges Heer erhalten solle. Nur den König, die Außenpolitik und die Flotte sollten es mit Dänemark gemeinsam haben. Damit hatte die Gemeinschaftsverfassung des Jahres 1855 tatsächlich nur noch für Dänemark und Schleswig Geltung, und im September 1863 ging die Regierung noch einen Schritt weiter; sie schlug eine Revision der gemeinsamen Verfassung des Jahres 1855 dahingehend vor, daß diese zu einem für die beiden Gebiete Dänemark und Schleswig passenden Rahmen werden würde. Technisch gesehen handelte es sich nicht um eine Eingliederung Schleswigs in Dänemark. Es ließ sich aber nicht hinwegdeuten, daß die Maßnahme ein Schritt in dieser Richtung war.

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