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Analyse:Fwp/Fragment 202 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 202, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 43, Zeilen: S. 43: 4-; S. 44: 1-12
Diese machtpolitische Än-[derung der staatsrechtlichen Stellung beider Herzogtümer konnte dazu dienen, das Deutschland-Problem im Sinne Bismarcks oder Preußens zu lösen, andererseits muß in diesem Zusammenhang vermerkt werden, daß Bismarck zu jener Zeit wahrscheinlich noch bereit gewesen wäre, sich auf einen Kompromiß mit Österreich einzulassen.]

Die Gegensätze zu den kleineren deutschen Staaten erlaubten Preußen und Österreich im Januar des Jahres 1864, den Deutschen Bund völlig aus dem Spiel zu lassen. Dies gab Bismarck freie Hand gegenüber Frankreich und England. Darüber hinaus betonte er, sich an die vertragsmäßig anerkannte Grundlage halten zu wollen, denn er hatte klar erkannt, daß Frankreich mit England nicht gemeinsame Sache machen werde. Durch eine Reihe von Jahren hatten Frankreich und England gemeinsam zu handeln vermocht. Jetzt löste sich diese Partnerschaft. England wurde isoliert und strebte später selbst die »splendid isolation« an, während Napoleon III. hoffte, aus der Politik, die Preußen gestattete, in Deutschland Gewinne zu erzielen, ebenfalls den einen oder anderen Vorteil sich einzuhandeln.

Die Lage änderte sich schlagartig, als am 16. Januar 1864 Preußen und Österreich in einem Ultimatum die Aufhebung der Novemberverfassung binnen 48 Stunden verlangten. Geschehe dies nicht, so würden beide Mächte Schleswig besetzen. Trotz starker Bedenken der englischen Minister blieben die Meinungen innerhalb des Kabinetts jedoch geteilt. Die führenden Politiker Palmerston und Russel beabsichtigten einzugreifen, wenn auch Frankreich sich beteiligt hätte. Der Widerstand des Kabinetts erhielt energische Unterstützung durch Königin Victoria, die in diesem Konflikt mehr der deutschen Seite zuneigte.

Jedermann war einsichtig, daß die Verfassung vom 18. November 1863 nicht innerhalb von 48 Stunden aufgehoben werden konnte, wenn die Regierung nicht zu einem Staatsstreich bereit war. Hätte sie jedoch versucht, diesen Ausweg zu wählen, würde Bismarck angedroht haben, Schleswig als Pfand dafür zu besetzen, daß Dänemark seine Zusage von 1851/52, die Gleichstellung aller Reichsteile innerhalb der dänischen Monarchie zu gewährleisten, erfüllte. Der Krieg ließ sich offenbar durch keine dänische Maßnahme vermeiden. Der dänische Staatsminister Monrad machte jedoch unter hartem englischen Druck ein Zugeständnis. Er erklärte, die dänische Regierung sei gewillt, den Versuch zu machen, die Aufhebung der Verfassung vom 18. November 1863 auf gesetzmäßigem Wege tatsächlich herbeizuführen.

Diese Erklärung hatte das Ziel, Zeit zu gewinnen. Sie schwächte auch den Vorwand Bismarcks für einen Krieg, während England den Versuch unternehmen konnte, Preußen auf diplomatischem Wege zu beeinflussen; Bismarck hingegen wollte den Krieg, war jedoch bemüht, die Großmächte davon zu überzeugen, daß er die Aufrechterhaltung der dä-[nischen Monarchie beabsichtige.]

Änderungen in der staatsrechtlichen Stellung der Herzogtümer konnten für weitere Schritte benutzt werden, um das Deutschland-Problem im Sinne Bismarcks oder Preußens zu lösen. Indessen kann man hier nicht verschweigen, daß Bismarck zu jener Zeit noch bereit gewesen wäre, sich auf einen Kompromiß mit Österreich einzulassen.

Die Gegensätze zu den kleineren deutschen Staaten führten dazu, daß Preußen und Österreich im Januar des Jahres 1864 diese und den Deutschen Bund völlig aus dem Spiel setzten. Indem Bismarck so den Kleinstaaten und der deutschen Volksstimmung entgegentrat, bekam er leichteres Spiel gegenüber Frankreich und England. Darüber hinaus betonte er, daß er sich an die vertragsmäßig anerkannte Grundlage halte. Er hatte klar erkannt, daß Frankreich nicht mit England gemeinsame Sache machen werde. Durch eine Reihe von Jahren hatten England und Frankreich gemeinsam zu handeln vermocht, jetzt löste sich die Zusammenarbeit auf. England wurde isoliert und strebte später selbst die „splendid isolation“ an. Der französische Kaiser, Napoleon III., hoffte, sich vermittels einer Politik, die Preußen gestattete, in Deutschland Gewinne einzustecken, den einen oder anderen Vorteil einzuhandeln.

In den ersten Wochen des Jahres 1864 konnte man in Dänemark zwischen Hoffen und Bangen schweben. Aber am 16. Januar 1864 verlangten Preußen und Österreich in einem Ultimatum die Aufhebung der Novemberverfassung binnen 48 Stunden. Anderenfalls würden die beiden Mächte Schleswig besetzen. Jetzt stiegen den englischen Ministern immerhin Bedenken auf, aber die Meinungen innerhalb des Kabinetts waren geteilt. Die führenden Politiker, Palmerston und Russell, hätten wohl eingreifen wollen, wenn sich auch Frankreich beteiligt hätte, aber im Kabinett erhob sich auch Widerstand gegen ein aktives Eingreifen, und dieser Widerstand erhielt energische Unterstützung durch die Königin Viktoria, die den Konflikt in den Herzogtümern mit deutschen Augen ansah. Jedermann konnte einsehen, daß die Verfassung vom 18. November 1863 nicht innerhalb von 48 Stunden aufgehoben werden konnte, wenn die Regierung nicht zu einem Staatsstreich bereit war. Das war sie auch nicht; hätte sie aber versucht, diesen Ausweg zu wählen, hielt Bismarck die Forderung bereit, Schleswig als Pfand dafür zu besetzen, daß Dänemark willens sei, jene Zusage von 1851/52 betreffend der Gleichstellung aller Reichsteile innerhalb der dänischen Monarchie zu erfüllen. Der Krieg ließ sich durch keine dänischen Maßnahmen ver-

[S. 44]

meiden. Monrad machte aber unter hartem englischen Druck ein Zugeständnis; er erklärte, daß die dänische Regierung gewillt sei, den Versuch zu machen, die Aufhebung der Verfassung vom 18. November 1863 auf gesetzmäßigem Wege herbeizuführen, und daß sie ihre Existenz als Regierung dafür einsetzen wolle, daß die Aufhebung auch wirklich geschehe. Das Ziel dieser Erklärung war, Zeit zu gewinnen. Sie bewirkte, daß der Vorwand Bismarcks für einen Krieg eine Abschwächung erfuhr. England versuchte, die Möglichkeit, die sich hier bot, diplomatisch auszunutzen; aber Bismarck wollte den Krieg. Er war darauf aus, die anderen Großmächte in jeder Weise zu beruhigen, so daß diese die Überzeugung gewannen, Bismarck wünsche die Aufrechterhaltung der dänischen Monarchie.

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