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Analyse:Fwp/Fragment 203 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 203, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 44, Zeilen: S. 44; S. 45; S. 46
[Bismarck hingegen wollte den Krieg, war jedoch bemüht, die Großmächte davon zu überzeugen, daß er die Aufrechterhaltung der dä-]nischen Monarchie beabsichtige. So sagte er zu, daß ohne das Mitwirken jener Mächte, die das Londoner Abkommen 1852 unterschrieben hatten — also England, Frankreich, Rußland und das Doppelreich Schweden-Norwegen —, keine endgültige Regelung der dänisch-deutschen Streitfrage vorgenommen werden würde. Als der entscheidende Schritt getan wurde, bedeutete dies einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Hier hätte Bismarck noch mit geringen Mitteln von den europäischen Mächten zur Änderung seiner Politik gebracht werden können, doch er verstand es, sich als das geringere Übel gegenüber den nationalistischen Kräften darzustellen, die sonst in Deutschland an die Macht kommen und einen allgemeinen europäischen Krieg aller Wahrscheinlichkeit nach auslösen würden.

Andererseits boten die Alternativen, welche die Großmächte Dänemark vorzuschlagen hatten, keine Gewähr dafür, daß das dänische Volk ein erträgliches nationales Dasein werde führen können.

Den europäischen Staatsmännern schwebte als mögliche Lösung nur eine Personalunion vor Augen.

Von Anbeginn des Konfliktes war Bismarck bereit, mit den anderen Großmächten an einer europäischen Konferenz zur Lösung der Auseinandersetzung teilzunehmen; er ließ sich allerdings genügend Zeit, um vor Beginn der Verhandlungen einen militärischen Sieg zu erringen. Das Zögern der dänischen Regierung spielte dabei Bismarck in die Hände, obschon unter den jetzt herrschenden Umständen eine Konferenz Dänemark die einzige Chance auf eine Unterstützung durch andere Mächte bot.

Die Verhandlungen über eine Konferenz in London liefen im Frühjahr 1864 parallel mit den Kriegshandlungen. Beide Seiten strebten danach, noch vor Beginn der Gespräche eine militärisch günstige Position zu erringen. Die dänische Regierung wünschte Düppel, den letzten Stützpunkt auf dem schleswigschen Festland, zu behaupten. Preußen und Österreich hingegen wollten Düppel erobern, bevor man sich an den Verhandlungstisch in London setzte. Dies ist die Erklärung für die so überaus nachhaltige Verteidigung Düppels, selbst noch zu einer Zeit, in der der militärische Wert der Stellung bereits gering war, und der dänische kommandierende General die Räumung der Stellung beabsichtigte. Doch der Ausführung kam der Sturm auf die Festung am 18. April 1864 zuvor.

Dieser preußische Sieg war der erste militärische Triumph Bismarckscher Politik. Er stärkte seine Position gegenüber der immer noch höchst reservierten öffentlichen Meinung, und König Wilhelm von Preußen gab er ein vermehrtes Vertrauen, in Bismarck den richtigen Mann für die Führung der preußischen Politik gefunden zu haben.

Handelte im Jahre 1864 Bismarck noch ohne Unterstützung der öffentlichen Meinung, so ermöglichte ihm später sein auf Erfolge gegründetes Prestige, die öffentliche Meinung zu manipulieren. Der Politiker und [Redakteur Viggo Hörup hat viele Jahre später diese Wende mit den Worten charakterisiert:]

aber Bismarck wollte den Krieg. Er war darauf aus, die anderen Großmächte in jeder Weise zu beruhigen, so daß diese die Überzeugung gewannen, Bismarck wünsche die Aufrechterhaltung der dänischen Monarchie. Die wichtigste Zusage, die er gab, ging dahin, daß ohne das Mitwirken jener Mächte, die das Londoner Abkommen 1852 unterschrieben hatten, das heißt ohne England, Frankreich, Rußland und das Doppelreich Schweden-Norwegen keine endgültige Regelung der dänisch-­deutschen Streitfrage vorgenommen werden würde. Sein Kriegsvorwand war fadenscheinig; seine Nervosität war erheblich, als der entscheidende Schritt getan wurde. Er bedeutete einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Hier hätte Bismarck noch mit geringen Mitteln von den anderen europäischen Mächten zum Einhalten gebracht werden können, er verstand es aber, sich selbst als das geringere Übel gegenüber den nationalistischen Kräften darzustellen, die sonst in Deutschland zum Ausbruch kommen würden, und die einen allgemeinen europäischen Krieg aller Wahrscheinlichkeit nach auslösen würden. Andererseits muß man anerkennen, daß die anderen Möglichkeiten, welche bei der gegebenen Lage Dänemarks von den Großmächten an die Hand gegeben waren, keine Aussicht dafür gaben, daß das dänische Volk ein erträgliches nationales Dasein werde führen können. Den europäischen Staatsmännern schwebte als mögliche Lösung eine Personalunion vor Augen.

[S. 45]

Bismarck war von Anbeginn an darauf eingestellt, mit den anderen Großmächten an einer europäischen Konferenz zur Lösung des Konfliktes teilzunehmen; aber er hatte genügend Zeit. Er wollte gern vor dem Beginn der Konferenz einen militärischen Sieg sehen. Die dänische Regierung behandelte die Angelegenheit gleichfalls zögernd. Auf diese Weise spielte sie Bismarcks Spiel, obschon unter den jetzt gegebenen Umständen für Dänemark eine Konferenz die einzige Chance auf eine Unterstützung durch andere Mächte enthielt.

Die Verhandlungen über eine in London abzuhaltende Konferenz liefen im Frühjahr 1864 parallel mit den Kriegshandlungen. Von beiden Seiten sah man es als wichtig an, bei Beginn der Verhandlungen in militärischer Hinsicht in möglichst günstiger Position zu sein. Die dänische Regierung wünschte Düppel behauptet zu haben, den letzten Haltepunkt

[S. 46]

auf dem schleswigschen Festlande. Preußen und die Österreicher wünschten dagegen, Düppel erobert zu haben, bevor man sich an den Verhand­lungstisch in London setzte. Dies ist die Erklärung für die so überaus nachhaltige Verteidigung Düppels, selbst noch zu einer Zeit, in der der militärische Wert der Stellung untergraben war und der dänische kommandierende General die Räumung der Stellung wünschte. Dieser kam der Sturm auf die Festung am 18. April zuvor.

Dieser preußische Sieg war der erste große militärische Triumph, den Bismarck auf der Einnahmenseite seiner Politik verbuchen konnte. Er stärkte seine Stellung gegenüber der immer noch reservierten öffentlichen Meinung, und König Wilhelm von Preußen gab er ein vermehrtes Vertrauen darauf, daß Bismarck der richtige Mann für die Führung der preußischen Politik sei.

Im Jahre 1864 bot Bismarck der öffentlichen Meinung in Deutschland die Stirn, während er später, als sein Prestige fest auf seinen Erfolgen gegründet war, erstaunlich viele Möglichkeiten hatte, mit der öffentlichen Meinung umzugehen. Der Politiker und Redakteur Viggo Hörup hat viele Jahre später diese Wende mit folgenden Worten charakterisiert:

Anmerkungen
Sichter

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