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Analyse:Fwp/Fragment 204 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 204, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 46, Zeilen: S. 46; S. 17; S. 18; S. 68
[Der Politiker und] Redakteur Viggo Hörup hat viele Jahre später diese Wende mit den Worten charakterisiert: »Es glückte dem Fürsten Bismarck, die öffentliche Meinung auf dem einzig sicheren Weg zu vernichten, auf dem sich so etwas machen läßt; indem er nämlich eine neue öffentliche Meinung ins Leben rief. Anstelle der bürgerlichen Denkweise gab er seinen Landsleuten den Militarismus, anstelle der Freiheit gab er ihnen die Größe des Staates, anstelle des Rechtes, ihre Angelegenheiten selbst wahrzunehmen, die Pünktlichkeit und Ordnung der staatlichen Verwaltung. Die unversöhnliche Opposition sickerte durch die verschiedenen Schichten der Gesellschaft in die Tiefe und faßte erst in den breiten Massen der Arbeiter wieder Fuß. Der Mittelstand ließ sich ebensosehr ziehen wie scheuchen unter die schirmenden Flügel des Militarismus. Der Liberalismus und die Demokratie trennten sich 3.« Dieser Prozeß begann seine Entwicklung in Deutschland, und der Krieg des Jahres 1864 war ein Wendepunkt in der dänischen, in der deutschen und in der europäischen Geschichte.

Die vorbereitenden Gespräche für die Einberufung einer internationalen Konferenz zogen sich jedoch bis ins Frühjahr 1864 hin. Erst Mitte Mai 1864 begannen die Verhandlungen in London und damit die eigentliche Tragödie. Man kann die dänische Regierung wegen ihrer überaus kühnen Politik im Jahre 1863 kritisieren, doch schloß auch die internationale Lage einen Vorteil Dänemarks nicht aus. Bei Beginn der Konferenz stand allerdings bereits fest, daß eine Waffenhilfe von außen nicht zu erwarten war. Dänemark war vielmehr darauf angewiesen, für eine tragbare Lösung die diplomatische Hilfe der nichtdeutschen Großmächte zu gewinnen. Die einzig noch verbleibende Möglichkeit bestand in einer Teilung Schleswigs. König Christian IX. hoffte indessen, die Monarchie dadurch zu retten, daß er sich auf eine Personalunion zwischen dem Königreich einerseits und den eng miteinander verbundenen beiden Herzogtümern auf der anderen Seite einließ. Als es schließlich zu den entscheidenden Verhandlungen kam, blieb der dänischen Staatsführung, sowohl der Delegation in London unter Führung des Juristen A. F. Krieger, als auch dem Regierungschef in Kopenhagen, Bischof D. G. Monrad, und König Christian IX. jegliches Glück versagt. Der Krieg wurde fortgesetzt. Als Alsen verlorenging, brach der Widerstandswille zusammen. Die neue Regierung bat um Frieden, dessen Bedingungen hart und bitter waren. Ganz Schleswig, auch der dänisch gesinnte Teil, mußte an die beiden Sieger abgetreten werden.

Die dänischen Nordschleswiger protestierten auf verschiedenen Wegen gegen die Abtrennung von Dänemark im Jahre 1864, und zwei Jahre später schien die Lage tatsächlich günstiger. Als Österreich durch den kurzen Krieg im Sommer 1866 aus dem Deutschen Bund hinausgedrängt wurde, verzichtete der österreichische Kaiser im Frieden von Prag (23. 8. 1866) auf seinen Teil an den beiden Herzogtümern, aber gleichzeitig wurde in Artikel 5 dieses Vertrages vorgesehen, daß, wenn »die Bevölkerung der [nördlichen Distrikte von Schleswig durch freie Abstimmung den Wunsch zu erkennen gibt, mit Dänemark vereinigt zu werden, diese an Dänemark abgetreten werden sollen«.]


[S. 249]

3 Troels Fink, a. a. O.

Der Politiker und Redakteur Viggo Hörup hat viele Jahre später diese Wende mit folgenden Worten charakterisiert:

„Es glückte dem Fürsten Bismarck, die öffentliche Meinung auf dem einzigen sicheren Wege zu vernichten, auf dem sich so etwas machen läßt: indem er nämlich eine neue öffentliche Meinung ins Leben rief. Anstelle der bürgerlichen Denkweise gab er seinen Landsleuten den Militarismus, anstelle der Freiheit gab er ihnen die Größe des Staates, anstelle des Rechtes, ihre Angelegenheiten selbst wahrzunehmen - die Pünktlichkeit und Ordnung der staatlichen Verwaltung. Die unversöhnliche Opposition sickerte durch die verschiedenen Schichten der Gesellschaft in die Tiefe und faßte erst in den breiten Massen der Arbeiter wieder Fuß. Der Mittelstand ließ sich ebensosehr ziehen wie scheuchen unter die schirmenden Flügel des Militarismus. Der Liberalismus und die Demokratie trennten sich.“ Dieser Prozeß war es, der nun seine Entwicklung in Deutschland begann. Der Krieg des Jahres 1864 war ein Wendepunkt in der dänischen, in der deutschen und in der europäischen Geschichte.

Die vorbereitenden Gespräche über die Einberufung einer internationalen Konferenz zogen sich aber ins Frühjahr 1864 hin. Erst Mitte Mai 1864 begannen die sachlichen Verhandlungen in London. Hier hätte noch ein für Dänemark erträgliches Resultat erzielt werden können; aber die Chancen wurden verpaßt. […]

[S. 17]

Man einigte sich mit den Kriegführenden auf eine in London abzuhaltende Konferenz. Hier begann die eigentliche Tragödie. Man kann die dänische Regierung wegen ihrer überaus kühnen Politik im Jahre 1863 kritisieren. Immerhin gab es aber Momente in der internationalen Lage, die sich zum Vorteil Dänemarks hätten auswirken können. Bei Beginn der Konferenz mußte es jedoch ziemlich klar sein, daß eine Waffenhilfe von außen her nicht zu erwarten war. Man mußte versuchen, für eine tragbare Lösung die diplomatische Hilfe der nichtdeutschen Großmächte zu gewinnen. Die einzige noch übrige Möglichkeit bestand in einer Teilung Schleswigs. Der König aber hoffte die ganze Monarchie dadurch für sich zu retten, daß er sich auf eine Personalunion zwischen dem Königreich einerseits und den eng miteinander verbundenen beiden Herzogtümern auf der anderen Seite einließ. Als es zu den entscheidenden Verhandlungen kam, versagte die dänische Staatsführung auf der ganzen Linie, das heißt sowohl die Delegation in London, deren starker Mann der Jurist A. F. Krieger war, der Regierungschef in Kopenhagen, Bischof D. G. Monrad, und König

[S. 18]

Christian IX. Der Krieg wurde fortgesetzt. Als Alsen verlorenging, brach der Wille zum Widerstand zusammen. Eine neue Regierung bat um Frieden. Die Bedingungen waren hart und bitter. Ganz Schleswig, auch der dänischgesinnte Teil, mußte an die beiden Sieger abgetreten werden.

[S. 68]

Die dänischen Nordschleswiger protestierten auf vielen verschiedenen Wegen gegen die Abtrennung von Dänemark im Jahre 1864. 1866 schien für sie ein neuer Tag anzubrechen. Als Österreich durch den kurzen Krieg im Sommer 1866 aus dem Deutschen Bund herausgedrängt wurde, verzichtete der österreichische Kaiser im Frieden von Prag auf seinen Teil der beiden Herzogtümer, aber gleichzeitig wurde in § 5 bestimmt, daß wenn „die Bevölkerung der nördlichen Distrikte von Schleswig, durch freie Abstimmung den Wunsch zu erkennen gibt, mit Dänemark vereinigt zu werden, diese an Dänemark abgetreten werden sollen“.

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