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Analyse:Fwp/Fragment 205 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 205, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 68, Zeilen: S. 68; S. 69; S. 70
[Als Österreich durch den kurzen Krieg im Sommer 1866 aus dem Deutschen Bund hinausgedrängt wurde, verzichtete der österreichische Kaiser im Frieden von Prag (23. 8. 1866) auf seinen Teil an den beiden Herzogtümern, aber gleichzeitig wurde in Artikel 5 dieses Vertrages vorgesehen, daß, wenn »die Bevölkerung der] nördlichen Distrikte von Schleswig durch freie Abstimmung den Wunsch zu erkennen gibt, mit Dänemark vereinigt zu werden, diese an Dänemark abgetreten werden sollen«.

Diese Klausel wurde dank der Initiative des französischen Kaisers Napoleon III. in den Friedensvertrag aufgenommen. Dadurch erhielten die dänischen Nordschleswiger eine besondere Stellung. Kein anderer vom Mutterland abgetrennter Volksteil konnte sich auf eine solche Bestimmung berufen. Bismarck hatte es jedoch nicht übermäßig eilig 4. Erst im Jahre 1867 wurde die dänische Regierung offiziell über Artikel 5 des Prager Friedens in Kenntnis gesetzt, und in den Jahren 1867 und 1868 verhandelten preußische und dänische Vertreter über die Bedingungen für eine Volksabstimmung. Von dänischer Seite war man sehr zurückhaltend, als von Bismarck die Forderung nach Garantien für die deutsche Minderheit erhoben wurde, da dies, wie schon vor 1864, einer deutschen Einmischung in innere Angelegenheiten Tür und Tor öffnen würde. Die Verhandlungen wurden allerdings nie formell abgebrochen, und die Bereitschaft Preußens oder des Norddeutschen Bundes zu weiteren Gesprächen hatte Dänemark stets eine völkerrechtliche Grundlage und die Hoffnung gegeben, einmal eine nationale Grenze zu gewinnen.

Als im Juni 1870 der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland ausbrach, waren in Dänemark die verantwortlichen Politiker ernstlich versucht, die Neutralität zugunsten Frankreichs aufzugeben, um die Gelegenheit der Rückgewinnung Nordschleswigs wahrzunehmen. Unter den Ministern, die 1870 an der Macht waren, befanden sich einige Politiker, die 1863/64 entscheidenden Einfluß auf die dänische Politik gehabt hatten, wie etwa C. C. Hall, C. E. Fenger und A. F. Krieger. Im Falle eines französischen Sieges hätte nach ihrer Meinung Dänemark gute Chancen, Schleswig zurückzugewinnen. Dänemark gab daher im Juli 1870 eine höchst vage Neutralitätserklärung ab, in welcher die Möglichkeit für die Teilnahme an dem Krieg offengehalten wurde. Die französische Regierung schickte dann auch im August einen Sondergesandten, den Herzog von Cadore, nach Kopenhagen, der in der ersten Verhandlung am 5. August mit Nachdruck eine sofortige Allianzabsprache verlangte. Bei der nächsten Zusammenkunft am 7. August war der Ton schon wesentlich gemäßigter, da die Nachricht von den deutschen Siegen bei Wörth und Saarbrücken auch in Kopenhagen nicht ohne Eindruck geblieben war. Der Herzog von Cadore mußte bald unverrichteterdinge abreisen. Die schnellen und unerwarteten Siege der Deutschen hatten entscheidend Dänemarks Position verändert.

Bei Kriegsausbruch am 16. Juli hatte in Dänemark noch Hochstimmung geherrscht. Charakteristisch dafür ist die Aussage eines Teilnehmers am Treffen des Kopenhagener Studentenvereins, das in diesen Tagen nördlich von Kopenhagen stattfand: »Es lag Krieg in der Luft, wir fühl-[ten, daß das Wunderbare in unserer Nähe war. Auf einmal ward Totenstille, und dann ertönt die schicksalsschwere Nachricht »Frankreich hat Deutschland den Krieg erklärt«.]


[S. 249]

4 Vgl.: Fr. Hähnsen, Ursprung und Geschichte des Artikels 5 des Prager Friedens, 2 Bde., Breslau 1929; ferner: Platzhoff, Rheindorf, Tiedje, Bismarck und die nordschleswigsche Frage 1864-1879, Berlin 1925

Als Österreich durch den kurzen Krieg im Sommer 1866 aus dem Deutschen Bund herausgedrängt wurde, verzichtete der österreichische Kaiser im Frieden von Prag auf seinen Teil der beiden Herzogtümer, aber gleichzeitig wurde in § 5 bestimmt, daß wenn „die Bevölkerung der nördlichen Distrikte von Schleswig, durch freie Abstimmung den Wunsch zu erkennen gibt, mit Dänemark vereinigt zu werden, diese an Dänemark abgetreten werden sollen“. Diese Klausel wurde dank der Initiative des französischen Kaisers Napoleon III. in den Friedensvertrag aufgenommen. Dadurch erhielten die dänischen Nordschleswiger eine ganz besondere Stellung. Kein anderer vom Mutterland abgetrennter Volksteil konnte sich auf eine solche Bestimmung berufen. Aber Bismarck hatte es nicht eilig. Im Jahre 1867 wurde der dänischen Regierung offiziell von dem Artikel 5 des Prager Friedens Nachricht gegeben, und in den Jahren 1867 und 1868 verhandelten preußische und dänische Vertreter über die Bedingungen für eine Volksabstimmung. Von dänischer Seite war man sehr zurückhaltend, als die Forderung nach Garantien für die deutsche Minderheit von Bismarck erhoben wurde. Das würde einer deutschen Einmischung in innere Angelegenheiten wieder Tür und Tor öffnen, wie vor 1864. Die Verhandlungen wurden nie formell abgebrochen. Durch die Mitteilung an Dänemark, daß Preußen oder der norddeutsche Bund bereit war, hatte Dänemark aber eine völkerrechtliche Grundlage in dieser Angelegenheit erreicht, und die Hoffnung, einmal eine nationale Grenze zu gewinnen, hatte tiefe Wurzeln geschlagen. […]

[S. 69]

Als im Juni 1870 der Krieg ausbrach, waren in Dänemark die verantwortlichen Politiker ernstlich versucht, die Neutralität preiszugeben, um eine Chance für die Rückgewinnung Nordschleswigs durch Kriegsteilnahme an Frankreichs Seite wahrzunehmen. Unter den Ministern, die 1870 an der Macht waren, befanden sich einige der Politiker, die 1863 bis 1864 entscheidenden Einfluß auf die dänische Politik gehabt hatten, unter ihnen C. C. Hall, C. E. Fenger und A. F. Krieger. Im Falle eines französischen Sieges hätte nach ihrer Meinung Dänemark gute Chancen, Schleswig zurückzubekommen. Dänemark gab daher im Juli 1870 eine sehr vage gehaltene Neutralitätserklärung ab, in welcher ein Türspalt für Teilnahme an dem Krieg offen gehalten wurde, und die französische Regierung schickte im August einen Sondergesandten, den Herzog von Cadore, nach Kopenhagen. Die erste Verhandlung mit ihm fand am 5. August statt. Der Franzose saß auf hohem Rosse und verlangte sehr überlegen eine sofortige Allianzabsprache. Die nächste Zusammenkunft fand am 7. August statt. Da war der Ton niedergeschlagen. Die Nachricht von den deutschen Siegen bei Wörth und Saarbrükken war nach Kopenhagen gelangt. Der Herzog von Cadore reiste bald unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Die schnell eingetroffenen deutschen Siege wurden entscheidend für Dänemarks Stellungnahme. Bei dem Kriegsausbruch am 16. Juli 1870 hatte in Dänemark Hochstimmung geherrscht. Der Kopenhagener Studentenverein hatte an diesem Tage ein Treffen in Klampenborg nördlich von Kopenhagen. Einer der Teilnehmer hat später die Situation mit folgenden Worten geschildert: „Es lag Krieg in der Luft, wir fühlten, daß das Wunderbare in unserer

[S. 70]

Nähe war. Auf einmal ward Totenstille, und dann ertönte die schicksalsschwere Nachricht „Frankreich hat Preußen den Krieg erklärt".

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