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Analyse:Fwp/Fragment 222 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 222, Zeilen: 1-
Quelle: Gerhardt Hubatsch 1950‎
Seite(n): 327, Zeilen: S. 327; S. 328; S. 330
Diese Bewegung erfuhr indessen noch einen anderen Antrieb, der nahezu in gleicher Weise wie die Reichsidee die Einigungsbewegung bestimmt [hat: den Volkstumsgedanken.] Die romantische Idee der Volksseele, die vornehmlich ihren Ausdruck in der Sprache dieser Zeit findet, war schon von Herder und in völkischen Gedanken gegenüber der Freiheits- und Gleichheitsidee der französischen Revolution vorgeformt. Bei Herder tritt weiterhin jenes Element auf, das in der nachfolgenden romantischen Bewegung immer mehr und deutlicher entwickelt wurde: das Bewußtsein von einer »germanisch-nordischen Gemeinsamkeit«. Das betrifft nicht nur die Poesie, sondern es gilt auch für ganz konkrete Aufgaben im politischen Bereich. Nach Herder ist es die geschichtliche Aufgabe Preußens, daß es »vereint mit Österreich (dessen natürlicher Verbündeter und Bundesgenosse Brandenburg ist) ein Teil der Mittelmacht werden sollte, die das feste Land aller deutschen Völker wie auch die nordischen Völkerreiche vor Unterdrückung fremder Nationen und Sprachen mitbeschützen helfe ... Der Zwist, der sie trennte, ist fast erloschen, und bald ist die Zeit zu hoffen, da zum gemeinsamen Wohle Europas, zur Aufrechterhaltung der deutschen und von Deutschen abstammenden Völker ein dringendes Interesse beide innig verbindet.« Eine solche tiefere Gemeinsamkeit sieht Ernst Moritz Arndt in der Vergangenheit begründet, in der Zeit, »als die Germanen, deren echteste Söhne wir und die Schweden und Dänen noch sind, die Erde mit ihren Taten erschütterten«. Die deutsche Romantik entdeckte nicht nur das eigene Volkstum, sie bildete sich darüber hinaus aus instinktivem Gefühl ein nordisches Ideal. Im Bewußtsein einer gemeinsamen Wurzel wird die Einbeziehung des Nordens in diesen Gedankenkreis vorbereitet.

Neben die »Reichssehnsucht« tritt so die »Nordsehnsucht« als ein politisches Gefühlsmoment jener Zeit. Der nordische Gedanke wird bei Herder angebahnt, von A. W. von Schlegel politisch aufgegriffen und von den Gebrüdern Grimm sprachwissenschaftlich bestätigt und unterbaut; sein größter Verfechter aber wurde Ernst Moritz Arndt (1769—1860). Bei ihm zeigt sich Reichssehnsucht und Nordsehnsucht in gleicher Weise. Auf Rügen, im damaligen Schwedisch-Pommern aufgewachsen, hat sich dieser Vorkämpfer der deutschen Einheitsbewegung zugleich auch zeit seines Lebens um eine Annäherung von Deutschland und Schweden bemüht.

In Skandinavien hielt man weniger den straffen Nationalstaat als vielmehr eine Union der drei skandinavischen Länder für das geeignete Mittel, den politischen Krisen der Zeit zu steuern. Neben die italienische und die deutsche trat die skandinavische Einheitsbewegung, und wenn auch Norwegen nur am Rande beteiligt blieb, so hat die Bewegung doch den ganzen Raum der nordischen Länder umfaßt und durch das ideelle und zeitweise auch politische Gewicht erheblich auf die deutsche Entwicklung eingewirkt 21.

Der Gedanke einer engen Zusammenfassung der nordeuropäischen Staaten ist keine vereinzelte oder ursprünglich neue Erscheinung. Im Zusammenhang gesehen ist er geschichtlich immer wieder wirksam geworden;


[S. 251]

21 Vgl.: J. Clausen, Skandinavismen historisk fremstillet, Kopenhagen 1900; ferner: O. D. Detlefsen, Die nordische Einheitsbewegung, ihre politische Entwicklung und ihre staats- und völkerrechtlichen Auswirkungen, Diss. Rostock 1941

Diese Bewegung aber hatte noch einen anderen Antrieb, der in gleicher Weise wie die Reichsidee die Einigungsbewegung bestimmt hat: den Volkstumsgedanken. Die romantische Idee der Volksseele, die ihren Ausdruck in der Sprache findet, ist schon von Herder vorgeformt. Bei ihm findet sich ebenfalls die Betonung der nationalen und völkischen Gedanken gegenüber der Freiheits- und Gleichheitsidee der französischen Revolution. Bei Herder tritt weiterhin jenes Element auf, das in der nachfolgenden romantischen Bewegung immer kräftiger und deutlicher entwickelt wurde: das Bewußtsein von einer „germanisch-nordischen Gemeinsamkeit“. Das gilt nicht nur von der Poesie, „welche Shakespeares Schriften und die nordische Edda und Skaldrer Gesänge bestimmen müssen“. Das gilt auch für ganz konkrete Aufgaben im politischen Bereich. Nach Herder ist es die geschichtliche Aufgabe Preußens, daß es „vereint mit Österreich (dessen natürlicher Bundesgenosse Brandenburg ist) ein Teil der Mittelmacht werden sollte, die das feste Land aller deutschen Völker sowohl als die nordischen Reiche vor Unterdrückungen fremder Nationen und Sprachen mitbeschützen helfe ... Der Zwist, der sie trennte, ist fast erloschen, und bald ist die Zeit zu hoffen, da zum gemeinsamen Wohl Europas, zur Aufrechterhaltung der deutschen und von Deutschen abstammenden Völker

[S. 328]

ein dringendes Interesse beide innig verbindet.“ Eine solche tiefere Gemeinsamkeit sieht Ernst Moritz Arndt in der Vergangenheit begründet, in der Zeit, „als die Germanen, deren echteste Söhne wir und die Schweden und Dänen noch sind, die Erde mit ihren Taten erschütterten.“ Die deutsche Romantik entdeckte nicht nur das eigene Volkstum, sie bildete darüber hinaus sich aus instinktivem Gefühl ein nordisches Ideal. Im Bewußtsein einer gemeinsamen Wurzel wird die Einbeziehung des Nordens in diesen Gedankenkreis vorbereitet.

Neben die „Reichssehnsucht“ tritt so die „Nordsehnsucht“ als ein politisches Gefühlsmoment jener Zeit. Der nordische Gedanke ist bei Herder geahnt, von A. W. v. Schlegel politisch aufgegriffen und von den Gebrüdern Grimm sprachwissenschaftlich bestätigt und unterbaut; sein größter Verfechter aber wurde Ernst Moritz Arndt (1769—1860).. Bei ihm zeigt sich Reichssehnsucht und Nordsehnsucht in gleicher Weise. Auf Rügen im damaligen Schwedisch-Pommern aufgewachsen, hat sich dieser Vorkämpfer der deutschen Einigungsbewegung zugleich auch Zeit seines Lebens um eine Annäherung von Deutschland und Schweden bemüht. [...]

[S. 330]

So hielt man in Skandinavien weniger den straffen Nationalstaat als vielmehr eine Union der drei skandinavischen Länder für das geeignete Mittel, durch die politischen Krisen der Zeit zu steuern. Neben die italienische und die deutsche trat die skandinavische Einigungsbewegung, und wenn auch Norwegen nur am Rande beteiligt blieb, so hat die Bewegung doch den ganzen Raum der nordischen Länder umfaßt und durch das ideelle und zeitweise auch politische Gewicht erheblich auf die deutsche Entwicklung eingewirkt.

Der Gedanke einer engen Zusammenfassung der nordeuropäischen Staaten ist keine vereinzelte oder ursprünglich neue Erscheinung. Im Zusammenhang gesehen, ist er geschichtlich immer wieder wirksam geworden;

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