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Analyse:Fwp/Fragment 224 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 224, Zeilen: 1-
Quelle: Gerhardt Hubatsch 1950‎
Seite(n): 334, Zeilen: S. 334; S. 335; S. 336; S. 337
[Daher wurde Dänemark bei dem Versuch, einen praktischen Skandinavismus durchzusetzen, der führende] Staat. Hier wandelte sich die nordische Idee unter dem Einfluß nationalliberaler Bestrebungen in einen Chauvinismus, der in der Form einer »dänischen Lebensversicherung« die skandinavischen Brüdervölker in die Belange des dänischen Staates einzuspannen suchte 22.

Die deutschfeindliche Haltung des Skandinavismus war in seiner Anlage ursprünglich nicht gegeben. Daß im Norden Europas sich die skandinavischen Völker ebenso zu einem Staatenverband zusammenschließen würden wie im Süden die italienischen und in Mitteleuropa die deutschen Staaten, schien in den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts nur eine Frage der Zeit zu sein; eine politische Verwirklichung des Skandinavismus war unmöglich ohne die Beteiligung einer Großmacht: als Grenznachbar im Osten stand Rußland, von der See her konnte England jederzeit auf das ausfuhrabhängige Norwegen Pressionen ausüben, und im Süden entstand als Nachbar Dänemarks und bedeutender Ostseeanrainer der deutsche Gesamtstaat. Diese Erkenntnis veranlaßte einflußreiche Persönlichkeiten aus allen skandinavischen Staaten, den Skandinavismus nur als Vorstufe zu einer größeren Einheit zu betrachten und über ihn hinaus die Erweiterung zu einem großgermanischen Zusammenschluß anzustellen. Dieses Bestreben war besonders ausgeprägt in Schweden, wo Lars Johan Hierta, der Begründer des liberalen »Aftonbladet«, sich nachdrücklich dafür einsetzte. Die vereinten Reiche Schweden und Norwegen, so führte er 1848 mehrfach aus, hätten keinen Anlaß, mit dem deutschen Volk Händel zu suchen, das für Schweden in gleichem Maße wie für das dänische Volk als ein wünschenswerter Verbündeter betrachtet werden sollte und vereint mit ihm im Hinblick auf einen möglichen Konflikt im Osten Widerstand leisten könne. Von Anfang an hätte der Skandinavismus den Fehler gemacht, deutschfeindlich zu sein. Es sei jedoch möglich, den Skandinavismus zu einem gemeingermanischen Zusammengehörigkeitsgefühl auszubauen. Daher solle Schweden — was die Zukunft angehe — alles tun, um die Trennung zwischen Nord- und Südgermanen nicht noch zu verbreitern. Für dieses Ziel sollte sich Schwedens Politik einsetzen 23.

Das Verhältnis von Deutschland und Skandinavien blieb von der großen europäischen Politik nicht unberührt. Die Einigungsbewegungen waren nicht einmal eine ausschließlich deutsche oder nordische Angelegenheit; auch im Süden drängte die Situation der italienischen Staaten zu einem großen Zusammenschluß. Wirtschaftliche und ideologische, politische und völkische Gesichtspunkte bestimmten diese unter liberalen Vorzeichen stehenden europäischen Strömungen. Dennoch waren es alles andere als »Modeerscheinungen«, die zu einer neuen Ordnung in Europa drängten. Hatte die deutsche Einigungsbewegung mit der italienischen lediglich Gemeinsamkeiten in der ähnlich gearteten politischen Lage, so traten rassische und völkische Parallelen bei der deutschen und nordischen Einigungs-[bewegung in den Vordergrund.]


[S. 251]

22 »Die aus Haß und Furcht, aus Selbsterhaltungstrieb und Selbstüberschätzung zusammengesetzte Gemütsverfassung war die Mutter der skandinavischen Idee in Dänemark«, Wilhelm Beseler in: Zur skandinavischen Frage und zur schleswig-holsteinischen Sache im Juli 1857, Braunschweig 1857

23 Vgl.: E. O. Löfgren, Sverig-Norge och den danska fragan 1848-1849, 1921; ferner: Wieselgren, Lars Johan Hiertz, Stockholm 1880

Daher wurde Dänemark bei dem Versuche, einen praktischen Skandinavismus durchzusetzen, der führende Staat. Hier wandelte sich die nordische Idee unter dem Einfluß nationalliberaler Bestrebungen in einen Chauvinismus, der in der Form einer „dänischen Lebensversicherung“ die skandinavischen Brudervölker in die Belange des dänischen Staates einzuspannen suchte. [...]

[S. 335]

Diese deutschfeindliche Haltung des Skandinavismus war in seiner Anlage ursprünglich nicht gegeben und völlig überspannt. Daß im Norden Europas sich die skandinavischen Völker ebenso zu einer Staatenverbindung zusammenschließen würden wie im Süden die italienischen und in Mitteleuropa die deutschen Staaten, schien in den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts nur eine Frage der Zeit zu sein; es war aber klar, daß eine politische Verwirklichung des Skandinavismus unmöglich sein würde ohne die Beteiligung einer Großmacht: als Grenznachbar im Osten stand Rußland, von der See her konnte England jederzeit auf das einfuhrabhängige Norwegen drücken, und im Süden, als Nachbar Dänemarks und bedeutender Ostseeanrainer, entstand der deutsche Gesamtstaat. Diese Erkenntnis veranlaßte Männer aus allen skandinavischen Staaten, den Skandinavismus nur als Vorstufe zu einer größeren Einheit zu betrachten und über ihn hinaus die Erweiterung zu einem großgermanischen Zusammenschluß zu fordern. Dieses Bestreben war besonders groß in Schweden, wo Lars Johan Hierta, der Begründer des liberalen „Aftonbladet“, sich dafür einsetzte. Die vereinten Reiche Schweden und Norwegen, so führte er 1848 mehrfach aus, hätten keinen Anlaß, mit dein deutschen Volke Händel zu suchen, das für Schweden in gleichem Maße wie das dänische Volk als ein wünschenswerter Verbündeter betrachtet werden sollte, und vereint mit ihm im Hinblick auf einen möglichen Konflikt im Osten Widerstand leisten könne. Von Anfang an hätte der Skandinavismus den

[S. 336]

Fehler gehabt, deutschfeindlich zu sein. Es sei jedoch möglich, den Skandinavismus zu einem gemeingermanischen Zusammengehörigkeitsgefühl auszubauen. Daher solle Schweden in Hinblick auf die Zukunft alles tun, um die Trennung zwischen Nord- und Südgermanen nicht noch zu verbreitern; für dieses Ziel sollte sich Schwedens Politik einsetzen. […]

[S. 337]

Das Verhältnis von Deutschland und Skandinavien blieb nicht unberührt von der europäischen großen Politik. Die Einigungsbewegungen waren nicht einmal eine ausschließlich deutsche oder nordische Angelegenheit; auch im Süden drängte der Zustand der italienischen Staaten zu einem großen Zusammenschluß. Wirtschaftliche und ideologische, politische und völkische Gesichtspunkte bestimmten diese unter liberalem Vorzeichen stehenden europäischen Strömungen.

Dennoch waren es alles andere als „Modeerscheinungen“, die zu einer neuen Ordnung in Europa drängten. Hatte die deutsche Einigungsbewegung mit der italienischen lediglich die Gemeinsamkeit einer ähnlich gearteten politischen Lage, so lagen die Parallelen der deutschen und der nordischen Einigungsbewegung auch noch im blutmäßigen und geistigen Bereich.

Anmerkungen

Aus "einfuhrabhängige" wird "ausfuhrabhängige"

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