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Analyse:Fwp/Fragment 225 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 225, Zeilen: 1-
Quelle: Gerhardt Hubatsch 1950‎
Seite(n): 337, Zeilen: S. 337; S. 338; S. 339; S. 340
[Hatte die deutsche Einigungsbewegung mit der italienischen lediglich Gemeinsamkeiten in der ähnlich gearteten politischen Lage, so traten rassische und völkische Parallelen bei der deutschen und nordischen Einigungs-]bewegung in den Vordergrund.

Auf deutscher Seite begrüßte man den jungen Skandinavismus mit Sympathie, und auch die Skandinavisten sahen in dem Streben nach einer deutschen Einigung eine verwandte Bewegung. Weshalb sollte im Norden zwischen zwei Staaten das nicht möglich sein, was in 39 deutschen Territorialstaaten gefordert und erhofft wurde?

Die französische Julirevolution von 1830 brachte den Durchbruch des Bürgertums und wirkte auch in den anderen europäischen Ländern als Signal. Die europäischen Einigungsbewegungen wurden getragen von dem Bürgertum liberaler Prägung. Als die revolutionäre Bewegung im Frühjahr 1848 in Frankreich wieder auflebte, entstand sogleich in den deutschen Ländern die Forderung nach einem deutschen Parlament als Grundlage einer staatlichen Einigung und nach der seit mehr als einem Menschenalter ersehnten Neuordnung Deutschlands. Justus Möser und Johann Gottlieb Fichte hatten mit ihren Schriften und Reden der Entwicklung des deutschen Staatsgedankens bereits vorgearbeitet. Jetzt schien die Verwirklichung eines »deutschen Nationalstaates«, wie er 1848 bereits gefordert war, unmittelbar bevorzustehen. Die nationale Bewegung ergriff ganz Deutschland; sie wurde besonders stark entfacht in den Grenzländern und kam außenpolitisch dort zur Auswirkung, wo das Recht der nationalen Selbstbestimmung verweigert werden sollte.

Der Kampf zwischen den deutschen und dänischen Interessen, durch innere Notwendigkeit an sich nicht bedingt, verschärfte sich besonders im Grenzland. Das starke Nationalbewußtsein auf beiden Seiten äußerte sich vorab in Sprache und Nationalität 24.

Dazu kamen wirtschaftliche Gründe. Dänemark war seit der Napoleonzeit stark von Hamburg abhängig, und diese Bindung erwies sich nun als äußerst problematisch. Als Gegengewicht gegen Hamburgs Einfluß erstrebte man eine Handelspolitik, die einen lebhaften Warenaustausch mit den Nordländern vorsah.

Das aufstrebende dänische Bürgertum entwickelte unter der Leitung von Orla Lehmann einen tatkräftigen nationalen Liberalismus, während die konservative Richtung weiterhin die Beibehaltung eines dänischen Gesamtstaates unter Einschluß von Schleswig-Holstein forderte und die skandinavistischen Bestrebungen scharf ablehnte. Demgegenüber traten Männer wie Lehmann, Ploug und Monrad als Vertreter einer jungen Generation auf, die, aus den Kreisen des »Studenten-Skandinavismus« hervorgegangen, allmählich eine klare politische Richtung gewonnen hatten. War diese zunächst nur nordisch-skandinavisch bestimmt, so ließ doch der Schwur auf dem Reithaus 1845 keinen Zweifel mehr an der politischen Zielsetzung gegen Deutschland: Orla Lehmanns Vereidigung der skandinavischen Studenten wurde damit zu einer bedeutsamen politischen Handlung, die sich eindeutig gegen den entstehenden deutschen Nationalstaat richtete 25.


[S. 251]

24 Vgl.: Heinr. v. Sybel, Die Begründung des Deutschen Reiches, 7 Bde., München und Leipzig 1889-1894; ferner: Erich Marcks, Der Aufstieg des Reiches, 2 Bde., Stuttgart 1934

25 Vgl.: Christian Degen, Orla Lehmann und der nationale Gedanke, Diss. Tübingen 1937

S. 337

Hatte die deutsche Einigungsbewegung mit der italienischen lediglich die Gemeinsamkeit einer ähnlich gearteten politischen Lage, so lagen die Parallelen der deutschen und der nordischen Einigungsbewegung auch noch im blutmäßigen und geistigen Bereich.

Auf deutscher Seite begrüßte man den jungen Skandinavismus mit Sympathie, und auch die Skandinavisten sahen in dem Streben nach einer deutschen Einigung eine verwandte Bewegung. Weshalb sollte im Norden zwischen zwei Staaten das nicht möglich sein, was in 39 deutschen Territorialstaaten gefordert und erhofft wurde?

Die französische Julirevolution von 1830 brachte den Durchbruch des Bürgertums und wirkte als Signal auch in den anderen europäischen Ländern. Die europäischen Einigungsbewegungen, getragen von dem Bürgertum, standen damit unter liberalem Vorzeichen. Als eine weitere revolutionäre Welle im Frühjahr 1848 von Frankreich herüberzog, entstand sogleich in den deutschen Ländern die Forderung nach einem deutschen Parlament als Grundlage einer staatlichen Einigung. Seit mehr als einem Menschenalter war die Neuordnung Deutschlands ersehnt, Justus Möser und Johann Gottlieb Fichte hatten mit ihren Schriften und Reden den verborgenen deutschen Staats-

[S. 338]

gedanken bereits aufkeimen lassen. Jetzt schien die Verwirklichung eines „deutschen Nationalstaates“, wie er bereits 1814 gefordert war, unmittelbar bevorzustehen.

Die nationale Bewegung ergriff ganz Deutschland; sie wurde besonders stark entfacht in den Grenzländern und kam außenpolitisch dort zum Austrag, wo das Recht der nationalen Selbstbestimmung verweigert werden sollte. [...]

[S. 339]

Der Kampf zwischen deutsch und dänisch, durch innere Notwendigkeit an sich nicht bedingt, wuchs sich im Grenzland

[S. 340]

zu besonderer Schärfe aus. Ein starkes Nationalbewußtsein entstand auf beiden Seiten und rieb sich an der fremden Sprache und Nationalität. Dazu kamen wirtschaftliche Gründe. Dänemark war seit der Napoleonszeit von Hamburg stark abhängig geworden; diese wirtschaftliche Verpflichtung wurde als drückend empfunden und als Gegengewicht gegen Hamburgs Einfluß eine Handelspolitik erstrebt, die einen lebhaften Warenaustausch mit den Nordländern vorsah.

Das aufstrebende dänische Bürgertum entwickelte unter der Leitung von Orla Lehmann einen tatkräftigen nationalen Liberalismus, während die konservative Richtung weiterhin die Beibehaltung eines dänischen Gesamtstaates, also unter Einschluß von Schleswig-Holstein, forderte und die skandinavistischen Bestrebungen mit ziemlicher Schärfe ablehnte. Demgegenüber traten Lehmann, Ploug und Monrad als Vertreter einer jungen Generation auf, die, aus den Kreisen des „Studenten-Skandinavismus“ hervorgegangen, allmählich eine klare politische Richtung gewonnen hatten. War diese zunächst nur nordisch-skandinavistisch bestimmt, so ließ doch der Schwur auf dem Reithaus 1845 keinen Zweifel mehr an der politischen Zielsetzung gegen Deutschland: Orla Lehmanns Vereidigung der skandinavischen Studenten wurde damit zu einer bedeutsamen politischen Handlung, die sich eindeutig gegen den entstehenden deutschen Nationalstaat richtete.

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