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Analyse:Fwp/Fragment 226 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 226, Zeilen: 1-
Quelle: Gerhardt Hubatsch 1950‎
Seite(n): 341, Zeilen: S. 341; S. 349; S. 350; S. 351
Nach den Vorgängen des März 1848 unterschied sich der europäische Gesichtspunkt von dem deutschen erheblich. Rußland, Österreich und England lehnten gleichermaßen die deutsche wie die skandinavische Einigungsbewegung ihrer revolutionären Tendenzen wegen ab; und in der dänischen Frage mußte die deutsche Revolution die bittere Enttäuschung erleben, daß ihr der Skandinavismus in Schleswig-Holstein als Feind gegenübertrat. Die Entscheidung war gefallen, als der dänische Sieg bei Bau am 9. April 1848, dessen Folgen für Schleswig-Holstein bei längerem Warten nicht mehr abzusehen gewesen wären, zu raschem Handeln zwang. Durch Bundesbeschluß vom 12. April 1848 wurde die provisorische Regierung anerkannt und die diplomatischen Beziehungen zwischen Dänemark und dem deutschen Bund abgebrochen. Mit der Durchführung der militärischen Maßnahmen des Bundes wurde Preußen beauftragt 26.

Die militärische Auseinandersetzung wurde durch einen Waffenstillstand zunächst beigelegt, an dessen Zustandekommen die Großmächte, insbesondere England und Rußland, maßgeblich beteiligt waren; wieder wurde die Regelung einer deutschen Frage durch fremde Mächte wahrgenommen, wobei die schwedische Unterstützung der dänischen Politik zwar eine geringere Rolle spielte. Daß jedoch eine solche Politik Schwedens anstelle seiner jahrhundertelangen Feindschaft zu Dänemark möglich war, ist ein unmittelbares Ergebnis des Skandinavismus, der sich nun auch außenpolitisch als wirksam erwiesen, ja in seiner Außenwirkung 1848 seinen Höhepunkt erreicht hatte: Der skandinavische Vorstoß hat außenpolitische Bestrebungen der deutschen Einheitsbewegung von 1848 vernichtet und durch die damit heraufbeschworenen Folgen der deutschen Nationalversammlung selbst einen gefährlichen Stoß versetzt27.

Vermutlich im Vertrauen auf aktive schwedisch-norwegische Unterstützung kündigte Dänemark im Frühjahr 1849 den Waffenstillstand. Das zeigt deutlich, wie sehr das Ansehen der deutschen Nationalbewegung gesunken war. Deutschlands Aufspaltung zwischen Monarchie und Republik, konservativer und liberaler Gesinnung, seine Kleinstaaterei gegenüber den beiden deutschen Großmächten erlaubte Dänemark, für sich ohne weiteres den Grundsatz der Parität mit Deutschland vertreten zu können. Die aktive schwedische Unterstützung blieb freilich aus. Nach den Wirren und der bald geschwundenen Begeisterung des Revolutionsjahres war die schwedische Öffentlichkeit wesentlich ruhiger geworden. Unter dem Druck Österreichs und des wiederhergestellten Deutschen Bundes wurde dann am 2. Juli 1850 der Friede zwischen Preußen und Dänemark geschlossen. Der Skandinavismus hatte sein politisches Ziel erreicht. Die nordische Einigungsbewegung erschien damit zunächst abgeschlossen, und die Erregung der nationalen Kräfte klang langsam wieder ab.

Anders war es in Deutschland. Hier hatte die Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. jene große Enttäuschung hervorgeru-[fen, die nach einem anderen Weg der deutschen Einheit suchen ließ. ]


[S. 251]

26 Vgl.: Christian Degen, a. a. O .; ferner: W. Heyn, Der deutsche Krieg gegen Dänemark 1848, Diss. Hamburg 1923

27 Vgl.: Die erste deutsche Nationalversammlung und ihr Werk, ausgewählte Reden, eingel. von P. Wentzke, Düsseldorf und München 1922

Aber nach den Vorgängen des März 1848 sollte sich der europäische Gesichtspunkt von dem deutschen erheblich unterscheiden: Rußland, Österreich und England lehnten gleichermaßen die deutsche wie die skandinavische, Einigungsbewegung ihrer revolutionären Tendenzen wegen ab. Und in der dänischen Frage mußte die deutsche Revolution die bittere Enttäuschung erleben, daß der als verwandt begrüßte Skandinavismus in Schleswig-Holstein als Feind gegenübertrat. Die Entscheidung war gefallen, wenn man es auch gerne anders hätte haben wollen: der dänische Sieg bei Bau am 9. April 1848, dessen Folgen für Schleswig-Holstein bei längerem Warten nicht mehr abzusehen gewesen wären, zwang zu raschem Handeln. Durch Bundesbeschluß vom 12. April wurde die provisorische schleswig-holsteinische Regierung anerkannt und die diplomatischen Beziehungen zwischen Dänemark und dem deutschen Bund abgebrochen. Mit der Durchführung der militärischen Maßnahmen des Bundes wurde Preußen beauftragt. [...]

[S. 349]

Zwar waren an dem Zustandekommen des Waffenstillstandes die Großmächte, insbesondere England und Rußland, maßgebend beteiligt; wieder wurde die Regelung einer deutschen Frage durch fremde Mächte vorgenommen. Schwedens Hilfe hat im Verhältnis dazu eine geringere Rolle gespielt. Daß aber überhaupt diese Richtung der schwedischen Politik an Stelle einer jahrhundertelangen Feindschaft gegenüber Dänemark eingeschlagen wurde, ist ein unmittelbares Ergebnis des Skandinavismus. Darum war es gefährlich, die schwedische Vermittlung anzurufen. Der Skandinavismus hatte sich auch außenpolitisch als wirksam erwiesen, ja er hatte in seiner Außenwirkung 1848 seinen Höhepunkt erreicht: Der skandinavistische Vorstoß hat außenpolitische Bestrebungen der deutschen Einigungsbewegung von 1848 vernichtet und durch die damit heraufbeschworenen Folgen der deutschen Nationalversammlung selbst einen gefährlichen Stoß versetzt. [...]

Vermutlich im Vertrauen auf aktive schwedisch-norwegische Hilfe kündigte Dänemark im Frühjahr 1849 den Waffenstillstand. Das zeigt deutlich, wie sehr das Ansehen der deutlichen Nationalbewegung gesunken war. Deutschland war in seiner

[S. 350]

Aufspaltung zwischen Monarchie und Republik, konservativer und liberaler Gesinnung, Kleinstaatsbelangen gegenüber den beiden deutschen Großmächten und durch den deutschen Dualismus so ohnmächtig, daß Dänemark für sich ohne weiteres den Grundsatz der Parität mit Deutschland annehmen zu können glaubte. [...] Mit seiner Rechnung auf Schweden hatte Dänemark sich jedoch getäuscht; nach den Wirren und der bald verrauchten Begeisterung des Revolutionsjahres war die schwedische Öffentlichkeit bedeutend ruhiger geworden. [...]

[S. 351]

Unter dem Druck Österreichs und des wiederhergestellten Deutschen Bundes wurde am 2. Juli 1850 der Friede zwischen Preußen und Dänemark geschlossen. Der Skandinavismus hatte sein politisches Ziel erreicht. Die nordische Einigungsbewegung erschien damit zunächst abgeschlossen, und die Erregung der nationalen Kräfte klang langsam wieder ab.

Anders war es in Deutschland. Hier hatte die Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. jene große Enttäuschung hervorgerufen, die nach einem anderen Wege der deutschen Einheit suchen ließ.

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