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Analyse:Fwp/Fragment 227 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 227, Zeilen: 1-
Quelle: Gerhardt Hubatsch 1950‎
Seite(n): 351, Zeilen: S. 351; S. 352
[Hier hatte die Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. jene große Enttäuschung hervorgeru-]fen, die nach einem anderen Weg der deutschen Einheit suchen ließ. Anders als in Skandinavien war hier der Reichsgedanke mit seiner großen geschichtlichen Tradition verwurzelt; es schien nunmehr klar, daß Preußen die Führung in die Hände nehmen mußte. Insofern trugen die Ereignisse des Jahres 1848 dazu bei, auf politischem wie auf militärischem Gebiet eine gewisse Klärung der nunmehr notwendigen Schritte herbeizuführen: aber die Zeit des Experimentierens war noch nicht vorüber. Die erfolgversprechenden Ansätze des Erfurter Parlaments von 1850, das von den preußischen Bestrebungen zur Union mit den mitteldeutschen Staaten mancherlei erwarten ließ, mußten noch im selben Jahre in Olmütz unter vereinigtem russisch-österreichischem Druck fallengelassen werden. Damit wurde nicht nur der preußische Führungsanspruch in Deutschland zugunsten Österreichs noch einmal zurückgestellt, sondern auch Schleswig-Holstein den Dänen überlassen. Die schleswigsche Frage wurde schließlich durch europäische Mächte entschieden, die nur mittelbar an den Ostseezugängen interessiert waren. In London Unterzeichneten 1852 die fünf Großmächte und die beiden skandinavischen Staaten die neue Thronfolgeordnung für Dänemark, die einen deutschen Verzicht einschloß. Unter dem Druck der Großmächte wurden so die Probleme zwar überdeckt, jedoch nicht gelöst.

In der Auseinandersetzung der deutschen und der skandinavischen Einheitsbewegungen hatten letztere zunächst den Sieg davongetragen; der Kampf um Schleswig-Holstein hatte allerdings in Deutschland starke Kräfte geweckt, nicht zuletzt durch die Beteiligung fast aller deutschen Volksstämme an der Verteidigung der Nordmark: Neben Preußen aus allen Provinzen haben Hannoveraner, Sachsen, Bayern und Österreicher gefochten. Freilich kämpften auch Deutsche auf der Gegenseite. Zudem hatte Deutschland erstmals wieder seit dem Großen Kurfürsten den Schritt auf die See gewagt: die deutsche Reichsflotte, die preußische und die schleswig-holsteinische Marine hatten einen nicht unbedeutenden Anteil an diesem Feldzug.

So wurde durch die Kämpfe um Schleswig-Holstein die deutsche Einigungsbewegung letztlich gestärkt. Sie erweckte die Hoffnung, daß sich dann auch das Verhältnis Deutschlands zu Skandinavien ändern würde, auf dem jetzt so dunkle Schatten lagerten: »Wir Deutsche machen ... auch in Skandinavien die beschämende Erfahrung, einen wie traurigen Eindruck unsere innere und auswärtige Politik seit dem Jahre 1848, besonders die Behandlung der schleswig-holsteinischen Sache auf Freund und Feind gemacht hat«, mußte Wilhelm Beseler, der Leiter der provisorischen schleswig-holsteinischen Landesregierung, feststellen. »Die Verstimmung ruht allenthalben auf demselben Grunde und wird erst dann verschwinden, wenn wir an Phrasen und Reden ärmer und an Taten reicher geworden sein werden ... von uns allein wird es abhängen, die alte [Achtung vollständig wiederherzustellen, die man uns früher in Skandinavien bereitwillig zollte 28.«]


[S. 251]

28 Vgl.: W. Beseler, a. a. O.

Hier hatte die Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. jene große Enttäuschung hervorgerufen, die nach einem anderen Wege der deutschen Einheit suchen ließ. Anders als in Skandinavien war hier der Reichsgedanke verwurzelt; hier hatte er seine große geschichtliche Tradition. Es schien nunmehr klar, daß Preußen die Führung in die Hände nehmen mußte. Insofern trugen die Ereignisse des Jahres 1848 dazu bei, auf politischem wie auf militärischem Gebiet eine gewisse Klärung der nunmehr notwendigen Schritte herbeizuführen. Aber die Zeit des Experimentierens war noch nicht vorüber. Die erfolgversprechenden Ansätze des Erfurter Parlamentes von 1850, das von den preußischen Bestrebungen zur Union mit den mitteldeutschen Staaten mancherlei erwarten ließ, mußten noch im selben Jahre in Olmütz unter vereinigtem russisch-österreichischen Druck fallengelassen werden. Damit wurde nicht nur der preußische Führungsanspruch in Deutschland zugunsten Österreichs noch einmal zurückgestellt, sondern auch Schleswig-Holstein den Dänen überlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten schleswig-holsteinische Truppen in wechselvollen Kämpfen noch versucht, dem dänischen Vordringen Einhalt zu gebieten. Die schleswigsche Frage wurde schließlich durch europäische Mächte entschieden, die nur mittelbar an den Ostseezugängen interessiert waren. In London unterzeichneten 1852 die fünf Großmächte und die beiden skandinavischen Staaten die neue Thronfolgeordnung für Dänemark, die einen deutschen Verzicht in sich schloß. Unter dem Druck der Großmächte wurden so die Probleme überdeckt, jedoch nicht gelöst.

In der Auseinandersetzung der deutschen und der skandinavischen Einigungsbewegungen hatte letztere zunächst den Sieg davongetragen. Aber der Kampf um Schleswig-Holstein hatte in Deutschland starke Kräfte geweckt, nicht zuletzt durch die Beteiligung fast aller deutschen Volksstämme an der Verteidigung der Nordmark: Neben Preußen aus allen Provinzen haben Hannoveraner, Sachsen, Bayern und Österreicher gefochten,

[S. 352]

Deutsche allerdings auch auf der Gegenseite. Zudem hatte Deutschland erstmals wieder seit dem Großen Kurfürsten den Schritt auf die See gewagt; die deutsche Reichsflotte, die preußische und die schleswig-holsteinische Marine hatten ruhmvollen Anteil an diesem Feldzug.

So wurde durch die Kämpfe um Schleswig-Holstein ein Eckpfeiler der deutschen Einigungsbewegung errichtet; über das Parlament der Paulskirche hinaus wuchs sie weiter fort. Sie erweckte die Hoffnung, daß sich dann auch das Verhältnis von Deutschland zu Skandinavien ändern würde, auf dem jetzt so dunkle Schatten lagerten: „Wir Deutsche machen ... auch in Skandinavien die beschämende Erfahrung, einen wie traurigen Eindruck unsere innere und auswärtige Politik seit dem Jahre 1848, besonders die Behandlung der schleswig-holsteinischen Sache auf Freund und Feind gemacht hat“, mußte Wilhelm Beseler, der Leiter der provisorischen schleswig-holsteinischen Landesregierung, feststellen. „Diese Verstimmung ruht allenthalben auf demselben Grunde und wird erst dann verschwinden, wenn wir an Phrasen und Reden ärmer und an Taten reicher geworden sein werden ... von uns allein wird es abhängen, die alte Achtung vollständig wiederherzustellen, die man uns früher in Skandinavien bereitwillig zollte.“

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