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Analyse:Fwp/Fragment 228 03

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 228, Zeilen: 3-
Quelle: Gerhardt Hubatsch 1950‎
Seite(n): 363, Zeilen: S. 363: 30-; S. 364: 1-
Bismarck ist ursprünglich kein Gegner der nordischen Einheitsbewegung gewesen. Der Skandinavismus war jedoch nicht imstande, in der schleswig-holsteinischen Frage eine auch für Deutschland annehmbare Lösung vorzuschlagen. Die Einstellung der nordischen Staaten gegen Preußen hatte zudem ihren Grund in der Befürchtung, daß die »heilige Allianz« kurz vor ihrer Wiedererneuerung stehe, was man damals in Europa allgemein glaubte. Ein Zusammenschluß der drei reaktionären Ostmächte schien dem bürgerlichen Liberalismus eine tödliche Gefahr. »Dieselben Feinde, die sich gegen Polen verbündet haben und dadurch die Freiheit der anderen Nationen bedrohen, folglich auch die der skandinavischen, haben sich nunmehr gegen diese selbst gewendet«, heißt es in einer dänischen Flugschrift. Das ist die Situation von 1864: Unter diesen Vorzeichen einer doppelseitigen Empfindlichkeit glaubte Skandinavien sich gegen den Süden wehren zu müssen; aber das Bewußtsein einer nordischen Solidarität war bei den breiten Massen der skandinavischen Völker ebenso wenig vorhanden wie das Bewußtsein einer gesamtgermanischen Zusammengehörigkeit. In Norwegen vollends war der Skandinavismus auf eine zahlenmäßig verschwindend geringe Akademiker- und Bürgerschicht begrenzt. Die Bauernschaft betrachtete die Unionspläne mit Skepsis. Die Mehrzahl des Volkes seien Anti-Skandinavisten, so stellte der Führer der norwegischen Bauern fest. Man dürfe keinen Krieg führen, der das Land nichts angehe, zumal die Gerechtigkeit der dänischen Sache durchaus zweifelhaft sei. Die allgemeine Stimmung in Schweden-Norwegen stand dem in ihren Augen langweilig gewordenen Streit um Schleswig-Holstein gleichgültig gegenüber. Dänemark hatte daher einsehen müssen, daß Preußen sich nicht der nationalen Forderung der deutschen Einigungsbewegung und damit Gesamtdeutschlands in der schleswigschen Frage entziehen konnte.

Der praktische Skandinavismus war auf Illusionen aufgebaut. Der Leichtsinn der persönlichen Politik Karls XV. hatte die dänische Hartnäckigkeit nur noch versteift. Die politische Unterstützung der skandinavischen Bewegung durch eine Großmacht fehlte. Der Anschluß nach Osten war unmöglich und die Orientierung zum Süden stieß auf Ablehnung. Der Westen schließlich hatte sich versagt. Der deutsch-dänische Krieg endete mit dem Frieden von Wien am 30. Oktober 1864. König Christian IX. entsagte allen Ansprüchen auf die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Die Anrechte darauf gingen auf den Kaiser von Österreich und den König von Preußen gemeinschaftlich über. Das weitere Schicksal der Herzogtümer fand keine Regelung und konnte nur als vorläufig angesehen werden. Wieder tauchte der Plan auf, mit dem Augustenburger eine neue deutsche Dynastie in Schleswig-Holstein einzusetzen, diesmal auch mit Unterstützung der Öster-[reichischen Regierung.]

Bismarck ist ursprünglich kein Gegner der nordischen Einigungsbestrebungen gewesen. Der Skandinavismus war jedoch nicht imstande, in der schleswig-holsteinischen Frage einen auch für Deutschland annehmbaren Standpunkt einzunehmen. Die Einstellung der nordischen Staaten gegen Preußen hatte zudem ihren Grund in der Befürchtung, daß die „Heilige Allianz“ kurz vor ihrer Wiedererneuerung stehe, wie man damals in Europa allgemein glaubte. Ein Zusammenschluß der drei reaktionären Ostmächte schien dem bürgerlichen Liberalismus eine tödliche Gefahr. „Dieselben Feinde, die sich gegen Polen verbündet haben und dadurch die Freiheit der anderen Nationen bedrohen, folglich auch die der skandinavischen, haben sich nunmehr gegen diese selbst gewendet“, heißt es in einer däni-

[S. 364]

schen Flugschrift. Das ist die Situation von 1864: Unter diesen Vorzeichen einer doppelseitigen Empfindlichkeit glaubte Skandinavien sich gegen den Süden wehren zu müssen. Aber das Bewußtsein einer nordischen Solidarität war bei den breiten Massen der skandinavischen Völker ebensowenig vorhanden wie das Bewußtsein einer gesamtgermanischen Zusammengehörigkeit. In Norwegen vollends war der Skandinavismus auf eine zahlenmäßig verschwindend geringe Akademiker- und Bürgerschicht begrenzt. Die Bauernschaft betrachtete die Unionspläne mit Zurückhaltung und Skepsis. Die Mehrzahl des Volkes seien Anti-Skandinavisten, so stellte der Führer der norwegischen Bauern fest. Man dürfe keinen Krieg führen, der das Land nichts angehe, zumal die Gerechtigkeit der dänischen Sache durchaus zweifelhaft sei. Die allgemeine Stimmung in Schweden-Norwegen stand dem in ihren Augen langweilig gewordenen Streit um Schleswig-Holstein gleichgültig gegenüber. Dänemark hatte daher einsehen müssen, daß Preußen sich nicht der nationalen Forderung der deutschen Einigungsbewegung und damit Gesamtdeutschlands in der schleswigschen Frage entziehen konnte.

Der praktische Skandinavismus war auf Illusionen aufgebaut. Der Leichtsinn der persönlichen Politik Karls XV. hatte die dänische Hartnäckigkeit nur noch versteift. Die politische Unterstützung der skandinavistischen Bewegung durch eine Großmacht fehlte. Der Anschluß nach Osten war unmöglich und wurde nach Süden zu abgelehnt. Der Westen schließlich hatte sich versagt.

Der deutsch-dänische Krieg endete mit dem Frieden von Wien am 30. Oktober 1864. König Christian IX. entsagte allen Ansprüchen auf die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Die Anrechte darauf wurden dem Kaiser von Österreich und dem König von Preußen gemeinschaftlich übertragen. Das weitere Schicksal der Herzogtümer fand keine Regelung und konnte nur als vorläufig bestimmt angesehen werden. Wieder tauchte der Plan auf, mit dem Augustenburger eine neue deutsche Dynastie in Schleswig-Holstein einzusetzen, diesmal trat auch die österreichische Regierung eifrig dafür ein.

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