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Analyse:Fwp/Fragment 229 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 229, Zeilen: 1-
Quelle: Gerhardt Hubatsch 1950‎
Seite(n): 364, Zeilen: S. 364; S. 365; S. 366
[Wieder tauchte der Plan auf, mit dem Augustenburger eine neue deutsche Dynastie in Schleswig-Holstein einzusetzen, diesmal auch mit Unterstützung der öster-]reichischen Regierung. Der Konflikt zwischen den beiden Großmächten schien unvermeidlich, wurde jedoch noch einmal durch den Vertrag von Gastein (14. August 1865) aufgeschoben. Die Verwaltung von Schleswig wurde Preußen zugestanden, während Holstein in österreichische Verwaltung genommen wurde. Das Herzogtum Lauenburg fiel gegen eine Entschädigung von zweieinhalb Millionen dänischer Taler ganz an Preußen.

Auch dieser Vertrag regelte die Zustände der Elbherzogtümer nur provisorisch. Als der Bruch mit Österreich aus innerdeutschen Gründen im Jahre 1866 schließlich erfolgte, trat auch die schleswig-holsteinische Frage wieder in den Vordergrund. Österreich hat in dem Prager Frieden vom 30. August 1866 ausdrücklich auf seine Rechte an Schleswig-Holstein zugunsten Preußens Verzicht leisten müssen. Allerdings wurde — mehr eine Geste an Napoleons III. Forderung nach Selbstbestimmung der Nationen als ein Zugeständnis an Dänemark — in den Artikel V des Prager Friedens ein Zusatz aufgenommen, daß Schleswig an Preußen fallen solle »mit der Maßgabe, daß die Bevölkerung der nördlichen Distrikte von Schleswig, wenn sie durch freie Abstimmung den Wunsch zu erkennen geben, mit Dänemark vereinigt zu werden, an Dänemark abgetreten werden sollen 29«. So schien durch ein für beide Teile annehmbares Prinzip der Konfliktstoff zwischen Nord und Süd aus der Welt geschafft zu sein, der um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zweimal Deutsche und Dänen gegeneinander geführt hatte, nachdem eine jahrhundertelange Beruhigung in ihren beiderseitigen Beziehungen eingetreten war. Das übrige Skandinavien hatte sich aber bereits während des Krieges von 1864 zurückgehalten. In dem Zusammenprall der deutschen Einigungsbewegung mit dem Skandinavismus hat letzterer das Feld räumen müssen. Die skandinavistische Bewegung hatte damit ihre politische Kraft eingebüßt. Mit der Gründung des Norddeutschen Bundes von 1867, jenes Küstenstaates von Memel bis Emden, begann in den deutsch-skandinavischen Beziehungen ein neuer Abschnitt 30.

Der Skandinavismus hatte versucht, einen politisch geschlossenen Block der drei nordischen Länder herzustellen, der im europäischen Kräftespiel einen nicht unbedeutenden Faktor dargestellt hätte. Dieses Ziel ist nicht erreicht worden. Der Vorgang der deutschen Reichsgründung schuf vielmehr völlig veränderte Grundlagen für die Beziehungen zwischen Deutschland und dem Norden. Der Traum einer festgefügten skandinavischen Union, die neben einem losen, von Dualismus zerspaltenen und geschwächten deutschen Staatenbund gleichberechtigt erscheinen konnte, war dahin. Sobald die skandinavische Idee in die staatliche Realität umgesetzt werden sollte, erwies sie sich als nahezu wirkungslos. Die Einigung war im politischen Bereich nicht Ausdruck der Stärke, sondern der Furcht vor fremder Bedrohung. Die Dänen sahen diese von Süden, die Schweden und Norweger von Osten her. So konnte es zu keiner gemeinsamen politischen [Linie kommen.]


[S. 251 f.]

29 Bismarcks Haltung in dieser Angelegenheit bleibt bis heute schwer durchschaubar. [...]

30 Vgl.: F. Hähnsen, a .a .O.; ferner: Platzhoff, Rheindorf, Tiedje, a. a. O.

Wieder tauchte der Plan auf, mit dem Augustenburger eine neue deutsche Dynastie in Schleswig-Holstein einzusetzen, diesmal trat auch die österreichische Regierung eifrig dafür ein. Der Konflikt zwischen den beiden Großmächten schien unvermeidlich, wurde jedoch noch einmal durch den Vertrag von Gastein (14. August 1865) umgangen. Die Verwaltung von Schleswig wurde Preußen zugestanden, während Holstein in österreichische Verwaltung genommen wurde. Das Herzogtum

[S. 365]

Lauenburg fiel gegen eine Entschädigung von 2½ Millionen dänischer Taler ganz an Preußen. Auch dieser Vertrag regelte die Zustände der Elbherzogtümer nur provisorisch. Als der Bruch mit Österreich aus innerdeutschen Gründen im Jahre 1866 schließlich doch erfolgt war, trat bei der Beilegung des Konfliktes auch die schleswig-holsteinische Frage erneut auf. Österreich hat in dem Prager Frieden vom 30. August 1866 ausdrücklich auf seine Rechte an Schleswig-Holstein zugunsten Preußens Verzicht leisten müssen. Allerdings wurde — mehr eine Geste an Napoleons III. Forderung nach Selbstbestimmung der Nationen als ein Zugeständnis an Dänemark — in den Artikel V des Prager Friedens der Zusatz aufgenommen, daß Schleswig an Preußen fallen solle „mit der Maßgabe, daß die Bevölkerungen der nördlichen Distrikte von Schleswig, wenn sie durch freie Abstimmung den Wunsch zu erkennen geben, mit Dänemark vereinigt zu werden, an Dänemark abgetreten werden sollen“. So schien durch ein für beide Teile annehmbares Prinzip der Konfliktsstoff zwischen Nord und Süd aus der Welt geschafft zu, sein, der um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zweimal Deutsche und Dänen gegeneinandergeführt hatte, nachdem eine jahrhundertelange Beruhigung in ihren beiderseitigen Beziehungen eingetreten war. Das übrige Skandinavien aber hatte sich bereits während des Krieges von 1864 zurückgehalten. In dem Zusammenprall der deutschen Einigungsbewegung mit dem Skandinavismus hat letzterer das Feld räumen müssen. Die skandinavistische Bewegung hatte damit ihre politische Kraft eingebüßt. Mit der Begründung des Norddeutschen Bundes von 1867, jenes Küstenstaates von Memel bis Emden, trat in den deutsch-skandinavischen Beziehungen ein neuer Abschnitt ein.

[...]

Der Skandinavismus hatte versucht, einen politisch geschlossenen Block der drei nordischen Länder herzustellen, der im europäischen Kräftespiel einen nicht unbedeutenden Faktor dargestellt hätte. Dieses Ziel ist nicht erreicht worden. Der Vorgang der deutschen Reichsgründung schuf vielmehr völlig

[S. 366]

veränderte Grundlagen für die Beziehungen zwischen Deutschland und dem Norden. Der Traum einer festgefügten skandinavischen Union, die neben einem losen, von Dualismus zerspaltenen und geschwächten deutschen Staatenbunde gleichberechtigt erscheinen konnte, war dahin. Sobald die skandinavistische Ideologie in die staatliche Realität umgesetzt werden sollte, zerflatterte sie ohne nachhaltige Wirkung. Die Einigung war im politischen Bereich nicht Ausdruck der Stärke, sondern der Furcht vor fremder Bedrohung. Die Dänen sahen diese von Süden, die Schweden und Norweger von Osten her. So konnte es zu keiner gemeinsamen politischen Linie kommen.

Anmerkungen

Umfangreiche Endnote 29, S. 251 f. (hier nur Ausschnitt) wurde auch plagiiert, siehe Gerhardt Hubatsch 1950‎, S. 368 f. (dort nicht als Fußnote, sondern im Text).

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