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Analyse:Fwp/Fragment 250 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 250, Zeilen: 1-
Quelle: Fink 1968
Seite(n): 18, Zeilen: S. 18; S. 19; S. 20; S. 67
diese Juni-Verfassung galt nur für das Königreich Dänemark bis zur Königsau. Später jedoch war die Kluft zwischen den »Gebildeten« und den »Ungebildeten«, wie man sich ausdrückte, immer tiefer geworden. Für die »Nationalen« war es eine Enttäuschung gewesen, daß die breite Landbevölkerung einige der bedeutendsten Persönlichkeiten des Landes zugunsten einfacher Kleinbauern und Handwerker zurückgesetzt hatte. Diesen Hintergrund muß man beachten, wenn man richtig beurteilen will, was einer der führenden Nationalliberalen, der spätere Innenminister Orla Lehmann, im Jahre 1862 in einer die Verfassung betreffenden Erklärung zum Ausdruck brachte: »Als Dänemark sich im Jahre 1848 auf das kühne Wagnis einließ, dem ganzen Volk die Macht zu übertragen, geschah es nicht, um das Steuer des Staates in die Hände der unaufgeklärten einfachen Leute zu legen, noch weniger, um es einigen unnützen und schlauen Demagogen auszuliefern. Es sind die Begabten, die Gebildeten und die Begüterten, die in jeder zivilisierten staatlichen Gemeinschaft bei der Leitung der öffentlichen Angelegenheiten den Ausschlag geben. Alles, was das Prinzip der Gleichheit fordern und leisten kann, ist, es der einzelnen Begabung zu erleichtern, sich Bildung und Vermögen und damit Ansehen und Einfluß zu erwerben (zitiert nach Troels Fink, a. a. O.).«

Die Ernennung Orla Lehmanns zum Innenminister im Jahre 1861 war ein Zeugnis dafür, daß der politische Kurs auf eine ausgeprägte nationalliberale Richtung umgelegt wurde, eine Richtung, die den Eiderstandpunkt und den Skandinavismus eindeutiger betonte.

Den führenden Platz unter den Nationalliberalen nahm C. C. Hall ein. Er war, gleich Lehmann, Jurist, allerdings nicht so betont programmatisch. Er wußte dagegen besser die Menschen um sich zu sammeln und flößte größeres Vertrauen ein. Er hatte, als die Bewegung noch neu war, nicht so stark geglänzt wie etwa Lehmann und der Theologe D. G. Monrad; er hatte aber politisch fester Fuß fassen können als die beiden anderen. Im Jahre 1854 übernahm Hall zum erstenmal ein Ministerium. Im Jahre 1857 wurde er Ministerpräsident und Außenminister.

[rechte Spalte]

Er trug die politische Verantwortung für jene Politik, mit der die dänische Regierung unter dem Druck der deutschen Mächte von der Gesamtstaatspolitik zu einer getarnten Eiderpolitik überging. Hall war von Natur aus vorsichtig und wurde nahezu zu jener Politik gedrängt, die damit eingeleitet wurde, daß Holstein durch die Märzdeklaration des Jahres 1863 eine Sonderstellung in der Monarchie erhielt; als dieser Schritt jedoch getan war, führte Hall konsequent diese Politik weiter, die ihren stärksten Ausdruck in der sogenannten Novemberverfassung vom 18. 11. 1863 fand.

Neben Hall und Lehmann waren noch zwei andere bedeutende Minister in der Regierung, der Kultusminister Bischof D. G. Monrad — 1863 wird er Ministerpräsident — und der Finanzminister, der Arzt C. E. Fenger. Diese vier Männer bildeten den sogenannten »engeren Ausschuß«, in welchem die Probleme durchgesprochen wurden, bevor sie vor den Staatsrat — aus König und Ministern bestehend — oder den Reichsrat, das Parlament, gelangten. (Der »Reichsrat« war die gemeinsame Volksvertretung für das Königreich und Schleswig und ursprünglich auch für Holstein. Seit 1858 wurden im Reichsrat die für diese beiden Reichsteile gemeinsamen Angelegenheiten behandelt. Der Reichstag hingegen war nur für das Königreich Dänemark bis zur Königsau zuständig.)

Zur politischen Situation nach 1864 läßt sich sagen: Die erste Nachkriegszeit stand naturgemäß unter dem Zeichen einer politischen Auseinandersetzung über Schuld und Fehler. In Rede und Schrift suchte man die Verantwortung zu klären, die Verantwortlichen festzustellen. Dabei wurden gegen die nationalliberalen Politiker schwere Vorwürfe erhoben; auch die Kriegführung wurde einer eingehenden Kritik unterzogen. Viele gab es, die Zweifel hegten, ob die Nation überhaupt noch eine Zukunft habe. Andere quälte die Sorge, das Land könnte noch einmal geteilt werden; eine Art Untergangsstimmung hatte die Gemüter ergriffen, doch erwies es sich bald, daß die Lebenskraft des dänischen Volkes nicht gebrochen war. Vor dem Kriege war die wirtschaftliche Entwicklung des Landes recht gut voran-[gekommen, und darüber hinaus rührten sich im Volk starke geistige Kräfte. Diese Kräfte erhielten ihre besondere Prägung wie auch richtungsweisende Antriebe aus dem Unglück des Jahres 1864.]

Im Jahre 1849 hatten die Nationalliberalen mit den Bauernfreunden bei der Ausarbeitung der sehr freiheitlichen Juni-Verfassung für das Königreich Dänemark zusammengearbeitet, diese Juni-Verfassung galt nur für das Königreich Dänemark bis zur Königsau, später aber war die Kluft zwischen den „Gebildeten“ und den „Ungebildeten“, wie man sich ausdrückte, immer tiefer geworden. Für die Nationalliberalen war es eine Enttäuschung gewesen, daß die breite Landbevölkerung einige der bedeutendsten Persönlichkeiten des Landes zugunsten einfacher Kleinbauern und Handwerker zurückgesetzt hatte. Diesen Hintergrund muß man beachten, wenn man richtig beurteilen will, was einer der führenden Nationalliberalen, Orla Lehmann, im Jahre 1861 in einer die Verfassung betreffenden Rede erklärte:
„Als Dänemark sich im Jahre 1848 auf das kühne Wagnis einließ, dem ganzen Volke die Macht zu übertragen, geschah es nicht, um das Steuer des Staates in die Hände der unaufgeklärten einfachen Leute zu legen, noch weniger, um es einigen eigennützigen und schlauen Demagogen auszuliefern. Es sind die Begabten, die Gebildeten und die Begüterten, die in jeder zivilisierten staatlichen Gemeinschaft bei der Leitung der öffentlichen Angelegenheiten den Ausschlag geben. Alles, was das Prinzip der Gleichheit fordern und leisten kann, ist, es der einzelnen Begabung leicht zu machen, sich Bildung und Vermögen und damit Ansehen und Einfluß zu erwerben.“

[S. 19]

Seine Ernennung zum Innenminister im Jahre 1861 war ein Zeugnis dafür, daß der politische Kurs auf eine ausgeprägtere nationalliberale Richtung umgelegt wurde, eine Richtung, die den Eiderstandpunkt und den

[S. 20]

Skandinavismus eindeutiger betonte. Sein Name war ein Programm, aber Nummer 1 war er nicht.

Den führenden Platz unter den Nationalliberalen nahm C. C. Hall ein. Er war, gleich Lehmann, Jurist, jedoch nicht so scharf im Programmatischen. Er wußte dagegen die Menschen besser um sich zu sammeln und flößte größeres Vertrauen ein. Es lag etwas Freimütiges und Heiteres in seinem Wesen. Er hatte, als die Bewegung noch neu war, nicht so stark geglänzt wie Lehmann und der Theologe D. G. Monrad, aber er hatte politisch festeren Fuß zu fassen vermocht als die beiden anderen. Im Jahre 1854 übernahm er zum erstenmal ein Ministeramt. Im Jahre 1857 wurde er Ministerpräsident und Außenminister. Er trug die politische Verantwortung für jene Politik, mit der die dänische Regierung unter dem Druck der deutschen Mächte von der Gesamtstaatspolitik zu einer getarnten Eiderpolitik überging. Er war von Natur aus vorsichtig, und es konnte ihm an Energie fehlen. So wurde er nahezu zu der Politik gedrängt, die damit eingeleitet wurde, daß Holstein durch die Märzdeklaration des Jahres 1863 eine Sonderstellung in der Monarchie erhielt. Als der Schritt aber getan war, war Hall konsequent in der Weiterführung dieser Politik, die ihren stärksten Ausdruck in der sogenannten Novemberverfassung vom 18. November 1863 fand.

Neben Hall und Lehmann waren noch zwei andere bedeutende Minister in der Regierung, nämlich der Kultusminister, Bischof D. G. Monrad, von dem später die Rede sein wird, und der Finanzminister, der Arzt C. E. Fenger. Diese vier Männer bildeten den sogenannten „engeren Ausschuß", in dem die Probleme durchgesprochen wurden, bevor sie vor den Staatsrat, aus König und Ministern bestehend, oder den Reichsrat, das Parlament gelangten.*[...]

  • (Der „Reichsrat“ war die gemeinsame Volksvertretung für das Königreich und Schleswig, und ursprünglich auch für Holstein. Seit 1858 wurden im Reichsrat die für diese beiden Reichsteile gemeinsamen Angelegenheiten behandelt. Der „Reichstag“ war nur für das Königreich Dänemark bis zur Königsau zuständig.)

[S. 67]

Die erste Nachkriegszeit stand unter dem Zeichen einer politischen Auseinandersetzung über Schuld und Fehler. Mit Rede und Schrift suchte man die Verantwortung zu klären, die Verantwortlichen festzustellen. Dabei wurden gegen die nationalliberalen Politiker schwere Anklagen erhoben. Auch die Kriegsführung wurde einer eingehenden Kritik unterworfen.

Viele gab es, die Zweifel hegten, ob die Nation überhaupt noch eine Zukunft habe. Viele wurden von der Sorge gequält, das Land werde noch einmal am großen Belt geteilt werden. Kurz gesagt: Eine Untergangsangst hatte die Gemüter ergriffen, doch erwies es sich bald, daß die Lebenskraft des dänischen Volkes nicht gebrochen war. Vor dem Kriege war die wirtschaftliche Entwicklung des Landes recht gut vorangekommen, und es rührten sich im Volke starke geistige Kräfte. Diese Kräfte erhielten ihre besondere Prägung wie auch richtungsweisende Antriebe aus dem Unglück des Jahres 1864.

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