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Analyse:Gss/Fragment 112 01

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Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 112, Zeilen: 1-6, 11-15, 17-19.21-23, 28.29-30
Quelle: Wikipedia Belagerung von Konstantinopel (674–678) 2012
Seite(n): 0, Zeilen: 0
[Kalif Muawiya habe nun das Friedensangebot] Konstantins annehmen müssen, und das zu Bedingungen, die für ihn wenige Jahre zuvor noch unannehmbar gewesen waren. Es sah die Zahlung eines jährlichen Tributs von fünfzig Sklaven, fünfzig Pferden und dreitausend Pfund Gold an den Kaiser vor.

Leider gibt es jedoch keine zeitgenössischen Berichte über die Belagerung.
[... Z. 5-11 (gleicher Absatz): Passage zu Theophanes' Chronographie als "wichtigster Quelle" ...]
Wegen der unsicheren Überlieferungen sind Zweifel berechtigt, ob es in den 670er Jahren überhaupt eine mehrjährige Belagerung Konstantinopels gegeben haben kann. Es könnte durchaus sein, dass der Chronist Theophanes mehrere Nachrichten von arabischen Attacken fälschlich miteinander in Verbindung gesetzt hat und seine Bemerkungen also aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Verlauf der historischen Ereignisse nur in groben Zügen übereinstimmen. Die Annahme einer mehrjährigen und zudem kontinuierlichen Belagerung einer riesigen Stadt wie Konstantinopel [...] mit all den Anforderungen an Heeresorganisation und Truppenversorgung erscheint vor dem Hintergrund der tatsächlichen Möglichkeiten mittelalterlicher Herrscher nur wenig glaubhaft. [...]

Sicher ist nur, dass es in den 670er Jahren sowie in den Jahren 717/718 tatsächlich energische Angriffe auf das Byzantinische Reich und seine Hauptstadt gab. [... Immerhin, die spätere Stilisierung der Ereignisse lässt erkennen, wie tief der erste arabische Angriff auf Konstantinopel noch nachfolgende Generationen beeindruckt hat.]5


5 Vgl. Stratos, Byzantium, S. 29-39; ferner Howard-Johnston, Witnesses, S.302-304.


Stratos, Andreas N.: Byzantium in the Seventh Century, Bd. 4:668-685, Amsterdam 1978

Howard-Johnston, James: Witnesses to a World Crisis. Historians and Histories of the Middle East in the Seventh Century, Oxford 2010

Im Jahre 679 nahm Kalif Muawiya Konstantins Friedensangebot an, zu Bedingungen, die ihm noch wenige Jahre zuvor schändlich vorgekommen wären: Räumung der ägäischen Inseln, die er jüngst erobert hatte, und Zahlung eines jährlichen Tributs von 50 Sklaven, 50 Pferden und 3.000 Pfund Gold an den Kaiser. [...]

Quellenkritik

Es gibt keine zeitgenössischen Berichte über die Belagerung. Der Oxforder Historiker James Howard-Johnston vertritt daher in einer neuen quellenkritischen Studie die Position, dass die Annahme, es habe in den 670er Jahren eine mehrjährige Belagerung Konstantinopels gegeben, auf einem Irrtum der späteren Chronisten, namentlich Theophanes, beruhe: Dieser habe zwei Nachrichten von arabischen Attacken fälschlich miteinander in Verbindung gesetzt. Tatsächlich seien die Araber, wie sich auch 717/18 gezeigt habe, zu einer mehrjährigen kontinuierlichen Belagerung Konstantinopels logistisch gar nicht im Stande gewesen. Zwar habe es in den 670er Jahren tatsächlich schwere Attacken auf byzantinisches Territorium gegeben, aber keine vier- oder sogar siebenjährige Blockade der Hauptstadt.


Literatur

  • James Howard-Johnston: Witnesses to a World Crisis. Historians and Histories of the Middle East in the Seventh Century. Oxford University Press, Oxford u. a. 2010, ISBN 978-0-19-920859-3, S. 302–304.
Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 111 01.

Gss folgt hier erkennbar dem Wikipedia-Artikel, doch während dieser Vorlagentext klar kenntlich macht, zur Einordnung von Theophanes' Chronographie die Position Howard-Johnstons zu referieren, eignet sich Gss dessen im Artikel zusammengefasste Position quasi an ("[es] sind Zweifel berechtigt", "Es könnte durchaus sein, dass [...]") – und erwähnt Howard-Johnston dann am Ende der Seite (Endnote 5) lediglich an zweiter Stelle ("ferner").

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