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Analyse:Kkh/Fragment 007 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 7, Zeilen: 1-11, 13-26, 101-107
Quelle: Henrichs 2005
Seite(n): 5,, Zeilen: 5:31-34 - 6:1-12.21-33
Später reüssierte der Tabakgenus [sic] zum Privileg der Reichen und Adeligen. Bis auf Seefahrer waren nur sie in der Lage, sich die noch kostspieligen Blätter zu beschaffen.

Der Wandel trat erst in der Zeit nach der französischen Revolution ein. Tabak fand größere Verbreitung in anderen Bevölkerungsschichten. Schon im frühen 19ten Jahrhundert war in Deutschland in Bürgerkreisen allgemein verbreitet.1

Zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert avancierte der Tabakkonsum mit der Erfindung der billigen industriell gefertigten Zigarette zum salonfähigen extravaganten, allzeit möglichen Vergnügen, auch für Frauen (Horn, 2001).2 Das Rauchen für Männer war Dank der preiswerten Zigarette bei allen Gelegenheiten ohne größere Vorbereitungsrituale möglich und auch allgemein akzeptiert. Zigaretten ersetzten in den Kriegs- und Nachkriegszeiten sogar die Geldwährung.

Hinzutritt ein von Hurrelmann beschriebener „instrumenteller Nutzen“ des Rauchens schon in frühen Lebensjahren. Rauchen diene als Ventil, um den Druck der Bewältigungsanforderungen des Lebens subjektiv erträglicher zu machen. Je schwieriger diese sind, desto höher werde die Gefahr, sich solcher scheinbaren Entlastungen zu bedienen, um subjektiv dem Druck besser gewachsen zu sein (Hurrelmann, 1998).

Wie bei Hurrelmann und Unverzagt in einem Ratgeber für Eltern und Erzieher beschrieben, ist Tabak nach wie vor ein weit verbreitetes „Genussmittel“ ungeachtet seines Gefahrenpotentials, diese Klassifikation als Genussmittel ist signifikant für jene Drogen, die als gesellschaftlich akzeptiert eine große Verbreitung finden (Hurrelmann & Unverzagt 2000). Darin stehen Tabak und Alkohol als hochtoxische Zellgifte, die unter den Konsumenten Jahr für Jahr viele Todesopfer fordern, auf rechtlich und in der Ansicht der Bevölkerung gleicher Stufe mit den eher harmlosen Aufgüssen aus Kaffee, Kakao, schwarzem und grünem Tee.3


1 An einigen Wirtshäusern in Frankreich informierte damals ein Schild den eintretenden Bürger, „Bürger! Hier darf geraucht werden“, über die neu erworbenen Gleichheit zumindest aller Männer im Volk. Dennoch galt der Tabakkonsum als männliches Attribut, das mit Souveränität und angemessenem Lebensgenuss in Zusammenhang gesehen wurde.

2 Sie blieben zunächst aber weit in der Minderheit, da sich rauchende Frauen vor allem in konservativen Kreisen keiner großen Toleranz erfreuten. Sie wurden in der Öffentlichkeit als anrüchig erachtet.

3 Hieran zeigt sich die Widersprüchlichkeit der rechtlichen Differenzierung zwischen Genussmittel und Droge. Eine Trennlinie zur Gefährlichkeit kann es nicht sein, da Tabak und Alkohol rechtlich mit harmlosen Substanzen gleichgestellt werden, zumindest für Personen über 16 Jahre.


HORN, W.-R. (2001). Rauchen bringt´s!? – Beratungsleitfaden für Kinder- und Jugendpraxen. Kinder und Jugendarzt

HURRELMANN, K. (1998). Tabakprävention und Tabakentwöhnung bei Kindern und Jugendlichen. Sucht, 44, 4-14

[Seite 5]

Später reüssierte der Tabakgenus zum Privileg der Reichen und vor allem Adeligen. Bis auf Seefahrer waren nur sie in der Lage, sich die noch kostspieligen Blätter zu beschaffen. Erst in der Zeit nach der französischen Revolution fand der Tabak auch größere Verbreitung in anderen Bevölkerungsschichten, so dass man im 19ten Jahrhundert

[Seite 6]

auch in Deutschland in Bürgerkreisen von einer allgemeinen Verbreitung sprechen kann. An einigen Wirtshäusern in Frankreich informierte damals ein Schild den eintretenden Bürger „Bürger! Hier darf geraucht werden“ über die neu erworbenen Gleichheit zumindest aller Männer im Volk. Denn noch galt der Tabakkonsum als männliches Attribut, das mit Souveränität und angemessenem Lebensgenuss in Zusammenhang gesehen wurde. Zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert avancierte der Tabakkonsum mit der Erfindung der billigen industriell gefertigten Zigarette zum salonfähigen extravaganten, allzeit möglichen Vergnügen, auch für Frauen (Horn, 2001). Sie blieben zunächst aber weit in der Minderheit, da sich rauchende Frauen vor allem in konservativen Kreisen keiner großen Toleranz erfreuten. Sie wurden in der Öffentlichkeit als anrüchig erachtet. Das Rauchen für Männer war indes Dank der Zigarette bei allen Gelegenheiten ohne größere Vorbereitungsrituale möglich und auch allgemein akzeptiert.

Schon in den 1950er Jahren wurde erkannt, dass der Tabakkonsum mehr ist als ein männliches Attribut, ein extravagantes Vergnügen oder ein Laster, wie es puritanische Kreise zu betiteln pflegten. Tabakrauchen wurde als hohes gesundheitliches Risiko enthüllt und der Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen der Atemwege wurde wissenschaftlich beschrieben. Diese Warnungen erreichten damals nur jene, die diese wissenschaftlichen Publikationen lasen, in ihrem Elternhaus vermittelt bekamen oder an Bildungsstätten verweilten, an denen diese Inhalte vermittelt wurden. Weniger informierte Bevölkerungsschichten blieben dagegen unaufgeklärt.

Hinzutritt ein von Hurrelmann beschriebener „instrumenteller Nutzen“ des Rauchens schon in frühen Lebensjahren (Hurrelmann, 1998). Rauchen dient als Ventil, um den Druck der Bewältigungsanforderungen des Lebens subjektiv erträglicher zu machen. Je schwieriger diese sind, desto höher ist die Gefahr, sich solcher scheinbaren Entlastungen zu bedienen, um subjektiv dem Druck besser gewachsen zu sein. Wirtschaftliche Notzeiten und die Wiederaufbauanstrengungen förderten dieses Ausweichverhalten bei den unmittelbar betroffenen, meist sozial schlecht gestellten Bevölkerungsgruppen. Tabak blieb ein weit verbreitetes „Genussmittel“ ungeachtet des Gefahrenpotentials (Hurrelmann & Unverzagt 2000). Die Klassifikation als Genussmittel ist signifikant für jene Drogen, die sich als gesellschaftlich akzeptiert eine große Verbreitung finden. Darin stehen Tabak und Alkohol als hochtoxische Zellgifte, die unter den Konsumenten Jahr für Jahr viele Todesopfer fordern, auf gleicher Stufe mit den eher harmlosen Aufgüssen aus Kaffee, Kakao, schwarzem und grünem Tee.


HORN, W.-R. (2001). Rauchen bringt´s!? – Beratungsleitfaden für Kinder- und Jugendpraxen. Kinder und Jugendarzt

HURRELMANN, K. (1998). Tabakprävention und Tabakentwöhnung bei Kindern und Jugendlichen. Sucht, 44, 4-14

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Original wurde um einen Absatz gekürzt und um einen Satz und eine Fußnote ergänzt. Beide Passagen sind hier (ausnahmsweise) mit dokumentiert (aber nicht mitgezählt) worden.

Eine Aufschlüsselung des Literaturverweises "(Hurrelmann & Unverzagt 2000)" ist in beiden Werken nicht zu finden.

Sichter
(Graf Isolan)

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