Fandom

VroniPlag Wiki

Analyse:Ulm/Fragment 228 000

31.371Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion2

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 228, Zeilen: re. Sp. (obere Hälfte)
Quelle: Peukert 2013
Seite(n): 148, 151, 154-156, Zeilen: 0
Er kann sich weiterhin für eine Verlagsveröffentlichung entscheiden. Und der Autor kann auch auf eine Zweitveröffentlichung verzichten. Sofern der Urheber eine sofortige Open Access-Veröffentlichung beabsichtigt, betrifft ihn das Zweitveröffentlichungsrecht ohnehin nicht. Bei einer Karenzzeit von zwölf Monaten erscheint auch die Gefahr relativ gering, dass ausländische Verlage mit in Deutschland ansässigen Autoren keine Verlagsverträge mehr schließen, da in dieser Zeit die Investitionen des Verlags meist amortisiert sein werden.79

Diese Argumentation gilt für Verpflichtung zur Open Access-Publikation in den grant agreements unter Horizon 2020, im Schweizer oder auch im angloamerikanischen Forschungsförderungsrecht jedoch nicht mehr.80 Eine unabdingbare Open Access-Zweitveröffentlichungspflicht ist mit dem Urheberrecht nicht vereinbar. Auch für öffentlich finanzierte wissenschaftliche Werke ist eine völlige Aufhebung des Urheberrechts mit völkerrechtlichen Verpflichtungen von TRIPS und RBU unvereinbar.81 So ist schon 2003 eine Novelle des US Copyright Act dahingehend, dass „Copyright protection ... is not available for any work produced pursuant to scientific research substantially funded by the Federal Government ...“82 bereits an den ersten Hürden des US- amerikanischen Gesetzgebungsverfahrens gescheitert.


79 BT-Drucks. 17/13423, S. 10; abgeschlossene Verlagsverträge mit deutschen Autoren unterliegen gemäß Art. 4 Abs. 2, 19 Abs. 1 Rom I-VO dem deutschen Urhebervertragsrecht und enthalten daher das zwingende Zweitverwertungsrecht.

80 Art. 29.2., Horizon 2020. Zu Forschungspublikationen aus vom SNF geförderten Forschungsprojekten vgl. http://www.unibas.ch/doc/doc_download.cfm?uuid=2EF93B5E3005C8DEA3D13694B33B10AD&&IRACER_AUTOLINK&&. Der Britische Research Council verlangt den Open Access-Zugang spätestens nach sechs bzw. zwölf Monaten nach der Erstveröffentlichung; http://www.rcuk.ac.uk/RCUK-prod/assets/documents/documents/RCUKOpenAccessPolicy.pdf. Und in Amerika müssen Bundesbehörden mit einem Forschungsbudget von mehr als 100 Mio. Dollar darlegen, wie eine öffentliche Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen innerhalb von zwölf Monaten sichergestellt werden kann; http://www.whitehouse.gov/sites/default/files/microsites/ostp/ostp_public_access_memo_2013.pdf.

81 Hansen GRUR Int. 2005, 378, 382.

82 Public Access to Science Act, 108th Congress (2003-2004), http://thomas.loc.gov/cgi-bin/query/z?c108:H.R.2613:; hierzu aus ökonomischer Sicht Shavell (Fn. 64 [= Should Copyright of Academic Works Be Abolished?, Harvard Law School Public Law & Legal Theory Working Paper Series, Paper No. 10-10]).

[Seite 148]

37 In der urheberrechtlichen Diskussion steht naturgemäß der Änderungsbedarf des materiellen Wissenschaftsurheberrechts im Vordergrund. Der radikalste Ansatz in dieser Richtung findet sich in einem US-amerikanischen Gesetzentwurf aus dem Jahr 2003, wonach der US Copyright Act dahingehend geändert werden sollte, dass „copyright protection … is not available for any work produced pursuant to scientific research substantially funded by the Federal Government …“.76

[Seite 151]

56 Das zwingende Zweitverwertungsrecht stellt den Grundsatz der Freiwilligkeit von Open Access nicht in Frage.119 Eingeschränkt wird die Verfügungsbefugnis des Urhebers im Verhältnis zu verhandlungsstärker eingeschätzten Verlagen, nicht hingegen der Schutzbereich des Urheberrechts. Zutreffend wird der Vorschlag deshalb als völker-, unions- und verfassungsrechtlich unbedenklich eingestuft. Das Risiko, dass ausländische Verlage aufgrund der nicht abdingbaren OA-Option keine Verlagsverträge mehr mit in Deutschland ansässigen Wissenschaftlern120 abschließen, erscheint relativ gering und in Anbetracht des gestärkten Wahlrechts der inländischen Urheber hinnehmbar.121

[...]

59 [...] Wo sich – wie etwa im Forschungsförderungsrecht der Schweiz und der EU – bereits grundsätzliche Verpflichtungen zu OA-Publikationen finden, stehen diese stets unter dem Vorbehalt, dass der Autor keinem Verlag ausschließliche Rechte eingeräumt hat, so dass Open Access letztlich auch hier eine freiwillige Veranstaltung bleibt.129


[Seite 154]

76 Public Access to Science Act, 108th Congress (2003-2004), http://thomas.loc.gov/cgi-bin/query/z?c108:H.R.2613:; hierfür aus ökonomischer Sicht Shavell, Should Copyright of Academic Works Be Abolished?, Harvard Law School Public Law & Legal Theory Working Paper Series, Paper No. 10-10, http://ssrn.com/abstract=1459028; zur anschließenden Diskussion siehe Müller-Langer/Scheufen, Academic Publishing and Open Access, Max Planck Institute for Intellectual Property and Competition Law Research Paper No. 13-03, http://ssrn.com/abstract=2198400, 6 ff. m.w.N.

[Seite 155]

119 RegE verwaiste Werke (Fn. 63), 14 f.; vgl. Hansen (Fn. 77), GRUR Int. 2005, 378, 382.

120 Die von jenen abgeschlossenen Verlagsverträge unterliegen gem. Art. 4 Abs. 2, 19 Abs. 1 der Verordnung Nr. 593/2008 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (Rom I), Abl. Nr. L 177 04.07.2008, 6, deutschem (Urheber-)Vertragsrecht als dem Recht des Ortes ihres gewöhnlichen Aufenthalts und damit auch dem künftigen Zweitverwertungsrecht.

121 [...]

[Seite 156]

129 Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, Nationaler Forschungsrat, Weisung betreffend Open Access zu Forschungspublikationen aus vom SNF geförderten Forschungsprojekten, 04.07.2007, http://www.unibas.ch/doc/doc_download.cfm?uuid=2EF93B5E3005C8DEA3D13694B33B10AD&&IRACER_AUTOLINK&& (OA-Befugnisse „soweit möglich“ vorbehalten); EU-Kommission (Fn. 63), KOM(2012) 401 endg., 8.

Anmerkungen

Die Parallelen bei Referenzen und im Haupttext deuten zumindest auf die Rezeption der (auf dieser Seite unerwähnten) Quelle hin, von der dann auch inhaltlich ein wenig in den Text mit einfließt.

Sichter

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki