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Illness, Media, and Culture - Ein interkultureller Vergleich der Darstellung von Allergien in englischen und US-amerikanischen Lifestyle-Magazinen

von Dr. Andrea Schöndube

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Asc/Fragment 060 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 21:38:19 Graf Isolan
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 1-13, 17-26
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 52, 53, Zeilen: 52:17 - 53:05
[Sontag situiert in der Mitte des 18. Jahrhunderts gesellschaftliche Wandlungs]prozesse insbesondere bezüglich sozialer und geographischer Mobilität. Soziale Kategorien wie gesellschaftlicher Rang verlieren ihren gegebenen Charakter und bestimmen sich als durchzusetzende Realität. Übertragungswege, über die dieser Etablierungsversuch verläuft, sind ferner Kleider und Verhaltensweisen wie auch die Inszenierung von Krankheit.18 Körper und Krankheit, letztere verstanden als eine Art innerer Zierde des Körpers, werden zu potenziellen Trägern einer Ausdrucksform des Selbst und dessen Situierung in einem Gesellschaftsbild, dessen Koordinaten komplexer und undurchschaubarer geworden sind. Die zur Künstlerkrankheit romantisierte Tuberkulose wurde auf der einen Seite mit exzessiver, auszehrender Leidenschaft assoziiert und einer höheren sozialen Klasse19 zugeordnet. Auf der anderen Seite galt sie aber auch als Auswirkung von Frustration. Diese Assoziation ist für Sontag ein erstes weit verbreitetes Beispiel für die entschieden moderne Aktivität, aus dem Selbst ein Image zu machen.20 [...]

Das, was Sontag etwas undifferenziert als literarische Krankheit oder, um bei ihrer Terminologie zu bleiben, als Metaphorisierung von Krankheit bezeichnet, ist somit ein Darstellungsprozess, bei dem das pathologische Bild strategisch genutzt wird, um an ihm bestimmte Werte festzumachen. Literatur bzw. Metaphern verweisen so wieder zurück auf die empirische Welt, von der sie ausgegangen sind.21 Spezifisch für die Metaphorisierung von Krankheit ist also ein Transformieren von Gehalten, die der Realität entnommen sind und die in der Folge wieder auf diese zurück transponiert werden.

Durch die Aufstellung zweier sich in einem Konkurrenzverhältnis befindenden Formen der Krankheit, – einmal als Literatur, d.h. als Konstruktion, Phantasie, [Projektion, die Krankheiten auch als obszön darstellt und den Kranken aus der Gesellschaft exkommuniziert, und zum anderen als erfahrene oder besser als erlittene Realität – begibt sich Sontag in eine zweiteilige Struktur, die sich über die Werte von Lüge und Wahrheit, von falsch und richtig definieren lässt.]


18 Sontag 1991, 28.

19 Das gesamte Jahrhundert über bestand eine besondere Beziehung zwischen Tuberkulose, Kunst und literarischem Schaffen. „Das Fieber, die Auszehrung waren daher nur der körperliche Ausdruck eines Feuers, das bald die Glut der Sehnsucht, bald des Genies war und die Blässe des Kranken belebte. Die glänzenden Augen, die roten Wangen waren Ausdruck eines selbstzerstörerischen Seelenfeuers: die Tage des Tuberkulosekranken verglühten.“ (Laennec 1826)

20 Kottow 2004, 52.

21 Ebd.

Sontag situiert in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine gesellschaftliche Transformation insbesondere bezüglich sozialer und geographischer Mobilität. Soziale Kategorien wie gesellschaftlicher Rang verlieren ihren gegebenen Charakter und bestimmen sich nun als durchzusetzende Realität. Kanäle, über die dieser Etablierungsversuch verläuft, sind ferner Kleider und Verhaltensweisen, wie auch die Inszenierung von Krankheit. Körper und Krankheit, letztere verstanden als eine Art innerer Dekor des Körpers, werden zu potenziellen Trägern einer Ausdrucksform des Selbst und dessen Situierung in einem Gesellschaftsbild, dessen Koordinaten komplexer und undurchschaubarer geworden sind. Die Romantisierung der Tuberkulose, das heißt die Assoziation dieser Krankheit mit Eleganz, Zartheit, Schönheit, Sensibilität und Zugehörigkeit zu einer höheren sozialen Klasse, gelten Sontag als erstes weitverbreitetes Beispiel für die entschieden moderne Aktivität, aus dem Selbst ein Image zu machen. Das, was Sontag etwas undifferenziert als literarische Krankheit oder, um bei ihrer Terminologie zu bleiben, als Metaphorisierung von Krankheit bezeichnet, ist somit ein Darstellungsprozess, bei dem das pathologische Bild strategisch genutzt wird, um an ihm bestimmte Werte festzumachen. Literatur bzw. Metapher verweisen so wieder zurück auf die empirische Welt, von der sie ausgegangen sind. Spezifisch für die Metaphorisierung von Krankheit ist also ein Transformieren von Gehalten, die der Realität entnommen sind und die in der Folge wieder auf diese zurück transponiert werden.

[Seite 53]

Durch die Aufstellung zweier, sich in einem Konkurrenzverhältnis befindenden Formen der Krankheit, - einmal als Literatur, d.h. als Konstruktion, Phantasie, Projektion und zum anderen als erfahrene oder besser als erlittene Realität - begibt sich Sontag in eine dichotomische Struktur, die sich über die Werte von Lüge und Wahrheit, von falsch und richtig definieren lässt.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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