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Illness, Media, and Culture - Ein interkultureller Vergleich der Darstellung von Allergien in englischen und US-amerikanischen Lifestyle-Magazinen

von Dr. Andrea Schöndube

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Asc/Fragment 061 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 23:36:47 Graf Isolan
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: 1-30
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 53, Zeilen: 1-25
[Durch die Aufstellung zweier sich in einem Konkurrenzverhältnis befindenden Formen der Krankheit, – einmal als Literatur, d.h. als Konstruktion, Phantasie,] Projektion, die Krankheiten auch als obszön darstellt und den Kranken aus der Gesellschaft exkommuniziert, und zum anderen als erfahrene oder besser als erlittene Realität – begibt sich Sontag in eine zweiteilige Struktur, die sich über die Werte von Lüge und Wahrheit, von falsch und richtig definieren lässt. Krankheit ist für Sontag in erster Linie keine Konstruktion und keine Metapher, sondern eine erfahrene Realität, die den Kranken leiden lässt. Die Medizin dient dabei als Möglichkeit, dieses Leiden zu mindern oder zu entfernen. Konstruktionen von Krankheit verdecken diese Erfahrung und machen aus der Pathologie ein zu komplexes Gefüge, welches die Erfahrung von Krankheit unnötig belastet.22 Der Kranke wird nicht nur mit seinem konkreten Leiden konfrontiert, sondern erfährt noch dazu besondere gesellschaftliche Zuwendung, z.B. durch Straf-, Schuld- und Minderwertigkeitsphantasien, die oft durch populäre und pseudowissenschafltiche Krankheitsbilder erzeugt werden. Sontag konstruiert in ihrem Essay somit eine zweigeteilte und klar unterscheidbare Struktur: Es gibt eine wahre, konkret erfahrene Realität, in der Krankheit Empirie ist, und es gibt eine hierauf aufbauende Welt der Metaphorisierung von Krankheit, die jedoch den Bezug zur realen Krankheit verliert und diese mit ihren Konstruktionen verschleiert, romantisiert und überdeckt.23 Für Sontag gilt es, diese zweite Form des Umgangs mit Krankheit zu erschließen und ihre Mechanismen freizulegen. Argumentativ geht Susan Sontag den Weg der Gegenüberstellung: Diese oder jene Krankheit sieht in der Metapher folgendermaßen aus, in der Realität jedoch nicht; also ist ersteres Erfindung bzw. Verschleierung oder Verschönerung, und das Zweite die Realität, die es zu konfrontieren gilt.

Der große Nachteil des Sontagschen Ansatzes ist die fehlende spezielle literarische Betrachtung. Sontag fragt weder nach Textstrategien noch nach der Bedeutung bestimmter Krankheiten innerhalb eines literarischen Textes.24 Der Verweis führt direkt zurück auf die empirische Welt und die Erfahrung der Krankheit. Sontag bleibt auf der Ebene der Beschreibung des Krankheitsbildes in der Metapher, jedoch untersucht sie ihre Funktionsweise nicht, auch nicht den Zusammenhang oder die Tragweite der Metaphorisierung. Die Ablehnung der Metapher ist verbunden mit einem nicht zu erschütternden Glauben an den Fortschritt der Medizin.


22 Kottow 2004, 53.

23 Ebd., 52.

24 Ebd.

Durch die Aufstellung zweier, sich in einem Konkurrenzverhältnis befindenden Formen der Krankheit, - einmal als Literatur, d.h. als Konstruktion, Phantasie, Projektion und zum anderen als erfahrene oder besser als erlittene Realität - begibt sich Sontag in eine dichotomische Struktur, die sich über die Werte von Lüge und Wahrheit, von falsch und richtig definieren lässt. Krankheit ist für Sontag in erster Linie keine Konstruktion und keine Metapher, sondern eine empirische Realität, die den Kranken als Leiden tangiert. Die Medizin fungiert dabei als Möglichkeit, dieses Leiden zu mindern oder zu entfernen. Konstruktionen von Krankheit verdecken diese Erfahrung und machen aus der Pathologie ein zu komplexes Gefüge, welches die Erfahrung von Krankheit unnötigerweise belastet. Der Kranke wird nicht nur mit seinem konkreten Leiden konfrontiert, sondern wird noch dazu gesellschaftlich stigmatisiert. Sontag konstruiert in ihrem Essay hiermit eine zweigeteilte und klar unterscheidbare Struktur: Es gibt eine wahre, konkret erfahrene Realität, in der Krankheit Empirie ist, und es gibt eine hierauf aufbauende Welt der Metaphorisierung von Krankheit, die jedoch den Bezug zur realen Krankheit verliert und diese mit ihren Konstruktionen verschleiert, romantisiert und überdeckt. Für die Amerikanerin gilt es, diese zweite Form des Umgangs mit Krankheit aufzuschlüsseln und ihre Mechanismen freizulegen. Argumentativ geht Susan Sontag den Weg der Gegenüberstellung: Diese oder jene Krankheit sieht in der Metapher folgendermaßen aus, in der Realität jedoch nicht; also ist die erste Erfindung, bzw. Verschleierung oder Verschönerung, und die zweite die Realität, die es zu konfrontieren gilt.

Die große Leerstelle des Sontagschen Ansatzes ist die fehlende Betrachtung des spezifisch Literarischen. Sontag fragt nicht nach Textstrategien, nicht nach der Signifikanz, welche bestimmte Krankheiten innerhalb eines literarischen Textes annehmen. Der Verweis führt direkt zurück auf die empirische Welt und die Erfahrung der Krankheit. Sontag bleibt auf der Ebene der Beschreibung des Krankheitsbildes in der Metapher, jedoch untersucht sie ihre Funktionsweise nicht, auch nicht die Kohärenz oder Tragweite der Metaphorisierung.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20130921233754

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