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Illness, Media, and Culture - Ein interkultureller Vergleich der Darstellung von Allergien in englischen und US-amerikanischen Lifestyle-Magazinen

von Dr. Andrea Schöndube

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Asc/Fragment 076 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-21 20:57:05 Graf Isolan
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Hülstrunk 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 76, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Hülstrunk 2000
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
[Beide Begriffe gehören also in ein normatives Wertesystem und bilden ein Paar, ähnlich] wie positiv/negativ, gut/böse oder wahr/falsch.

Die Benennung als gesund oder krank ist ein moralisch-ethisches Werturteil: Das Gesunde ist positiv, gut und wahr, wogegen das Kranke negativ, böse und falsch ist. Trotz der verschiedenen Definitionen des Begriffs Krankheit53 während der Jahrhunderte kann zusammenfassend festgestellt werden, dass Krankheit in erster Linie ein Begriff ist, um einen Zustand der Normabweichung zu bezeichnen. Dieser Zustand ist in der Regel negativ besetzt, aber vor allem bei Künstlern hat es auch immer wieder positive Identifikation mit der Normabweichung, dem Anderssein und eben auch dem Kranken gegeben.

Eine relativ moderne Einstellung, die durch die Theorien von Freud Bestärkung findet, beruht auf der Vorstellung, dass nicht die Normabweichung krank macht, sondern umgekehrt die gesellschaftlichen Normen selbst Krankheitsauslöser sein können. Dem gegenüber steht die Sicht der Gesellschaft, dass fast immer die Künstler der frühen Moderne (u.a. die Kubisten, die Expressionisten) als krank bezeichnet wurden. Es ist aber auffällig, dass sich diese Künstler mit dem Kranken, dem Abweichenden und dem Normverstoß auseinandersetzten und versuchten, das Kranke/Normabweichende umzuwerten und als etwas Positives zu definieren, so z.B. als Sprache des Körpers, als Befreiung aus gesellschaftlichen Zwängen und als kreativen Impuls. Hinzu kommt der Aspekt, dass fast alle Künstler und Schriftsteller Erfahrungen des Außenseitertums, der Ausgrenzung und des Normverstoßes machen mussten.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts und fast durchgehend im 20. Jahrhundert wurde eine Ästhetik der Normabweichung und des Nichtschönen propagiert und dabei ein intensives Interesse an den Schattenseiten des menschlichen Daseins, seinem Nichtmehrfunktionieren, seinem pathologischen Bestandteil gezeigt. Beginnend bei Rimbaud über die frühe Avantgarde-Bewegung wie Futurismus, Surrealismus bis [zur Beat-Literatur (hier vor allem Ginsberg und Burroughs) und der Wiener Gruppe um H.C. Artmann in den 1950er Jahren setzte sich das Interesse in den 1960er Jahren während des Wiener Aktionismus, in den 1970er Jahren während der Neuen Innerlichkeit bis hin zu den 1990er Jahren mit ihren Undergroundbewegungen fort.54]


53 Für die Christen galt Krankheit als Strafe Gottes für moralisches Fehlverhalten, dessen Heilung nur durch Glauben möglich war. Das Mittelalter wird vom Auftreten der Seuchen beherrscht, die als Ursache für den sozialen und moralischen Verfall der Gesellschaft galten. In der Zeit der Aufklärung wird nicht mehr Gott für Krankheiten verantwortlich gemacht, sondern das Individuum. Die Romantik betrachtet das Irrationale, Emotionale und Dunkle in der Krankheit.

54 . [sic!]

Die Benennung von etwas als gesund oder krank ist zugleich ein moralisches/ethisches Werturteil.

Das Gesunde ist auch positiv, normal, gut, wahr, schön, natürlich.

[...]

Krankheit ist also in erster Linie ein Begriff, um einen Zustand der Normabweichung zu bezeichnen. Dieser Zustand ist in der Regel negativ definiert, aber gerade unter Künstlern und Schriftstellern hat es auch immer wieder eine positive Identifikation mit der Normabweichung, dem Anderssein und eben auch dem Kranken gegeben.

[...]

Eine andere, relativ moderne Einstellung, sieht Thomas Anz in Georg Büchners "Lenz" formuliert. Nämlich die Vorstellung, daß nicht (nur) die Normabweichung krank macht, sondern umgekehrt, die gesellschaftlichen Normen selbst Krankheitsauslöser sein können. [...]

[...] Wie sehr teilweise versucht wurde das Kranke/ Normabweichende umzuwerten und als etwas Positives zu definieren: als Anlaß für Erkenntnisprozesse, als Sprache des Körpers, als Befreiung aus gesellschaftlichen Zwängen und auch als kreativen Impuls. Die Ästhetik unseres Jahrhunderts ist über weite Strecken eine Ästhetik der Normabweichung und des Nicht-Schönen.

Dazu kommt, daß fast alle Künstler und Schriftsteller Erfahrungen des Außenseitertums, der Ausgrenzung, des Normverstoßes machen mußten.

[...]

Nicht zuletzt die sogenannte Moderne hat seit etwa Mitte/Ende des 19JH und fast durchgehend durch das 20JH eine Ästhetik der Normabweichung und des Nichtschönen propagiert und dabei ein intensives Interesse für die Schattenseiten des Menschen, sein nicht-mehr-funktionieren, seine pathologische Komponente gezeigt. Beginnend bei Rimbaud und Baudelaire über die frühen Avantgardebewegungen wie Futurismus, Dada, Surrealismus bis zur Beat-Literatur (hier vor allem Ginsberg und Bourroughs) und der Wiener Gruppe um H.C. Artmann und Gerhard Rühm in den 50er Jahren und weiter durch Fluxus und Happening, Wiener Aktionismus in den 60er Jahren bis hin zur Neuen Innerlichkeit der 70er Jahre und sogar bis hinein in die Undergroundbewegungen der Literatur der 90er Jahre wie Social Beat [...]

[...]

Auch die frühen Christen interpretierten Krankheiten als Strafe Gottes für moralisches Fehlverhalten. [...]

Das Mittelalter wird beherrscht von schrecklichen Seuchen wie der Pest.

Anmerkungen

Auf der vorherigen Seite ein Hinweis auf die Quelle in der Fußnote.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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