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Asc/Fragment 079 15

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 15-29
Quelle: Hülstrunk 2000
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit der Neuen Innerlichkeit und dem

Psychoboom der 1970er Jahre. Das ästhetische Interesse an Krankheiten bezieht sich vor allem auf psychische und psychosomatische Krankheiten (Krebs, Depression), die als rätselhaft angesehen werden.

Krebs wurde als böse, hässliche Krankheit wahrgenommen, die verunstaltet, unnatürlich, wuchernd, erdrückend, ungeistig und unsinnlich ist. Er wird als Ausdruck unterdrückter Aggression gesehen, der die Vitalität, den Appetit und die Begierde tötet. Der Krebstod ist schmerzhaft, unästhetisch und elend. Krebs wird als eine gängige Metapher für eine korrupte und verdorbene Gesellschaft, Normabweichler und Oppositionelle gebraucht. In der Gesellschaft sehen sich – laut Sontag – Krebskranke als „loser“, als willensschwache Menschen.

Während Krebs von innen böse wuchert, sind Allergien das Fremde, der Feind, der von außen eindringt, eine unfassbare Krankheit, die alle Menschen unabhängig von Erbgut und Veranlagung treffen kann. Auch gesellschaftlich gesehen ist das Kranke häufig das Fremde, das Unverstandene. Daher werden Krankheitsur[sachen möglichst weit weggeschoben:]

Die Entwicklung steht in Zusammenhang mit der sog. Neuen Innerlichkeit und dem Psychoboom der 70er. Das ästhetische Interesse an Krankheiten bezieht sich vor allem auf psychische und psychosomatische Krankheiten (v.a. Schizophrenie, Depression, Krebs) als rätselhafte, kaum heilbare Krankheiten.

[...]

Krebs gilt als böse, häßliche Krankheit, aggressiv. verunstaltend verzerrt, unnatürlich, wuchernd, ausbreitend, erstickend, erdrückend, ungeistig, unsinnlich. (undurchschaubarer Körper) Ausdruck unterdrückter Aggressionen, tötet Vitalität, Appetit, Begierde. Der Krebstod ist zumeist schmerzhaft, unästhetisch, elend. Krebs ist eine gängige Metapher für eine korrupte, verdorbene Gesellschaft, aber auch für Normabweichler, Oppositionelle, die Stadt als sich ausbreitendes Krebstgeschwulst. Diktaturen gebrauchen die Krebsmetapher gerne.

[...]

Während Krebs von Innen böse wuchert, ist Aids das Fremde, der Feind der von Außen eindringt, eine Art Invasion von Aliens in den Körper. Auch gesellschaftlich gesehen, ist das Kranke häufig auch das Fremde, das Unverstandene. Daher werden Krankheitsursachen auch möglichst weit weg geschoben.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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