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44 gesichtete, geschützte Fragmente: Plagiat

[1.] Asc/Fragment 021 01 - Diskussion
Bearbeitet: 29. July 2014, 05:55 Singulus
Erstellt: 19. September 2013, 11:55 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stemmann et al 2004

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Stemmann et al 2004
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
[Es fällt auf, dass es Lebenssituationen gibt, in denen Allergien selten in Erscheinung treten, nämlich dann, wenn der Betroffene auf einem höheren Stressniveau] lebt37 z.B. bei Auslandsaufenthalten und im Krieg.38 Zum anderen ist es der Urlaub, in dem der Betroffene entspannt ist, so dass nennenswerte Stressanstiege und -abfälle, die für die Beschwerden verantwortlich sind, nicht stattfinden.

Es ist noch nicht geklärt, weshalb ein Mensch auf ein Allergen mit Asthma und ein anderer mit Neurodermitis reagiert. Der psychosomatische Ansatz bietet dafür die Erklärung, dass der Inhalt eines traumatisch empfunden Erlebnisses die Organwahl festlegt.39 Die moderne Zivilisation tut sich schwer mit dem Zulassen von Gefühlen und Stress, da eine weit verbreitete Meinung ist, dass das Leben überwiegend durch logische Überlegungen und rationale Entscheidungen bestimmt wird. Allerdings erlernt ein Neugeborenes erst das Sein und Fühlen, das logische Denken folgt später. Auch im täglichen Leben reagiert der Mensch in vielen Situationen unbewusst. Der Grund für dieses Verhalten ist die Dominanz von Stammhirn und Zwischenhirn40, in denen ein Großteil der Gefühle, die instinktiven Reaktionen gebildet sowie die körpereigenen Immun- und Abwehrmechanismen übergeordnet gesteuert und koordiniert werden.

Traumatische Erlebnisse beeinflussen das künftige Verhalten der Betroffenen.41 Mit Fortbestehen der allergischen Krankheit wird die Situation, die Symptome hervorruft, immer unspezifischer. Sogar Stress, der durch Freude produziert wird, kann Symptome provozieren. Ein Betroffener, der nach dem geschilderten Vorgang eine Allergie erwirbt, ist an der Erkrankung ebenso wenig schuld wie seine Umgebung, da das gesunde Gehirn nicht die Chance hatte, das Trauma, welches ihn vorwiegend auf der unbewussten Ebene trifft, zu verhindern. Hinzu kommt noch erschwerend, dass der Betroffene nicht weiß, was geschehen ist, denn die Symptome [treten erst zu einem Zeitpunkt auf, an dem das Stressereignis vorüber ist.42]


37 Derartige Situationen ahmt der Kranke gewissermaßen nach, wenn er sich durch regelmäßige tägliche Einnahme von Medikamenten wie z.B. Kortison medikamentös chronisch unter Stress setzt.

38 In den untersuchten Zeitraum fallen sowohl die Kriege in Afghanistan als auch im Irak. Die Rückwirkungen dieser Kriege auf die Allergien werden erst in den kommenden Jahren statistisch erfasst werden können.

39 Stemmann et al. 2004, 12.

40 Ebd.

41 Ebd. Bei an Neurodermitis erkrankten Kindern konnte statistisch bestätigt werden, dass ihre Allergie überdurchschnittlich oft durch Trennungstraumata (Kaiserschnitt, Trennung der Eltern, Umzug in eine neue Umgebung, Abgabe des Säuglings an die Großeltern) hervorgerufen wird.

[42 Stemmann et al. 2004, 12.]

Das sind zum einen Auslandsaufenthalt, Krieg, falls der Betroffene dadurch auf einem höheren Stressniveau lebt. Eine derartige Situation ahmt der Kranke gewissermaßen nach, wenn er sich durch regelmäßige tägliche Einnahme von Sympathomimetikum, Kortison medikamentös chronisch unter Stress setzt. Zum anderen ist es der Urlaub, in dem der Betroffene derartig entspannt ist, dass nennenswerte Stressanstiege und -abfälle (sie sind für die Beschwerden verantwortlich) nicht stattfinden.

Unklar ist, weshalb der eine Mensch auf ein Allergen mit Asthma, ein anderer mit Neurodermitis oder einer anderen Organmanifestation reagiert. Auch hier liefert die Psychosomatik eine Erklärungsmöglichkeit:

[...]

Die moderne Gesellschaft tut sich schwer mit Gefühl und Stress. Wieso soll ein Säugling schon Stress, geschweige denn Gefühle haben? Es geht ihm doch gut. Nach Ansicht der Gesellschaft wird das heutige Leben überwiegend durch logische Überlegungen und rationale Entscheidungen bestimmt, nach dem Leitsatz: ich denke, also bin ich. Wenn der Mensch auf die Welt kommt, gibt es erst das Sein und Fühlen, das logische Denken erlernt er erst später. Der Leitsatz lautet besser: ich fühle und deshalb denke ich und also bin ich. Der Mensch reagiert noch so wie seine Vorfahren in der Steinzeit, vorwiegend unbewusst. Der Grund für dieses Verhalten, das ca. 80 % seines täglichen Lebens ausmacht, ist die Dominanz von Stammhirn und Zwischenhirn (Hypothalamus, Amygdala), in denen ein Großteil der Gefühle, die instinktiven Reaktionen gebildet und die körpereigenen Immun-, Abwehrmechanismen übergeordnet gesteuert und koordiniert werden.

[...]

Mit Fortbestehen der allergischen Krankheit wird die Situation, die Symptome hervorruft, immer unspezifischer. Hinterher genügt sogar Stress, der durch Freude ausgelöst wird, um Symptome zu provozieren (Beispiel: Kindergeburtstag).

Der Betroffene, der nach dem geschilderten Vorgang eine Allergie erwirbt, trägt daran ebensowenig Schuld wie seine Eltern. Sein gesundes Gehirn hatte nicht den Hauch einer Chance, das Trauma, das ihn vorwiegend auf der unbewussten Ebene trifft, zu verhindern. Erschwerend kommt hinzu, dass der Betroffene nicht weiß, was geschehen ist, denn seine Symptome treten erst zu einem Zeitpunkt auf, an dem das Stresserlebnis längst vorüber ist und deshalb gelten traumatische Erlebnisse nicht als Ursache der Allergien.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar mehrfach nachgewiesen, Art und Umfang der Übernahme bleiben jedoch ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Asc/Fragment 057 01 - Diskussion
Bearbeitet: 7. December 2013, 17:12 Schumann
Erstellt: 19. September 2013, 12:35 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 01-05, 11-28
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 49, 50, Zeilen: 49:15-28; 50:08-21
[Es handelt sich jeweils um Repräsentationssysteme, die zwar auf interner Ebene verschiede-]ne Regulierungsmechanismen aufweisen, deren Bezug zur „Realität“ jedoch durch ähnliche Entfremdungscharakteristika gekennzeichnet ist.9 Als Beispiel möge der Essay Illness as Metaphor („Krankheit als Metapher“) von Susan Sontag aus dem Jahre 1975 dienen. Er veranschaulicht die Beziehung von Krankheit und Literatur, von „realer“ und „ästhetischer“ Krankheit.

[...] Susan Sontag plädiert für eine ethisch begründete Abkehr von der „Krankheit als Metapher“, um den „realen“ Kranken als Ausgangs- und Endpunkt ihres Gedankengangs nehmen zu können.

Ausgangspunkt ihrer Analyse in ihrem Text „Krankheit als Metapher“ ist der Kranke selbst. Was geschieht mit dem Kranken, welches Leid wird dem kranken Menschen zugefügt, indem er und seine Krankheit in die Literatur und die ihr eigenen Strategien einbezogen werden? Die Amerikanerin versucht eher, der ‚kranken Realität‘ hinter den literarischen Texten gerecht zu werden, als eine Textwelt zu erhellen und ihre Repräsentationseigenheit herauszustellen.10 Ihre Textstrategie führt oft ohne Übergänge von literarischen Textbeispielen zu medizinischen Tatbeständen, um Differenzen hervorzuheben und die Literatur als eine Art Lüge zu entlarven. Das Verhältnis von Krankheit und Literatur gestaltet sich aus ihrer Sicht als eine ungerechte Behandlungsweise von Seiten der Ästhetik gegenüber der Realität, die sie als Ausgangspunkt wählt.

Strukturell geht Sontag so vor, dass sie Literatur als einen Diskurs über eine schon vorhandene und für sich existierende Realität betrachtet. Literarische Texte werden so zu kulturellen Zweitprodukten, die sich in erster Linie auf bestimmte Weise mit einem empirischen Erstprodukt – der Realität – auseinandersetzen.11


9 Kottow 2004, 49.

10 Sontag 1991, 27-28.

11 Ebd., 25.

Es handelt sich jeweils um Repräsentationssysteme, die zwar auf interner Ebene verschiedene Regulierungsmechanismen aufweisen, deren Bezug zur ‚Realität’ jedoch durch ähnliche Entfremdungscharakteristika markiert ist.

Im Folgenden werden drei Theoretiker und ihre jeweilige Herangehensweise an die Problematik der Beziehung von Krankheit und Literatur vorgestellt. Susan Sontag, Sander Gilman und Thomas Anz postulieren drei verschiedene Formen, die Beziehung von Krankheit und Literatur, von ‚realer’ und ‚ästhetischer’ Krankheit zu denken. In den Differenzen ihrer Anschauungen werden bestimmte Problematiken, die bei dem Theoretisieren über das Verhältnis von Krankheit und Literatur auftauchen, besonders deutlich und es werden jeweils unterschiedliche Wege eingeschlagen, um Lösungen auf theoretische Fragen zu geben.

Susan Sontag plädiert für eine ethisch bedingte Abkehr von der „Krankheit als Metapher“, um den ‚realen’ Kranken als Ausgangs- und Endpunkt ihres Gedankengangs zu nehmen.

[Seite 50]

Ausgangspunkt der Sontagschen Analyse in ihrem Text Krankheit als Metapher81 ist der Kranke selbst. Was geschieht mit dem Kranken, welches Leid wird dem kranken Menschen zugefügt, indem er und seine Krankheit in die Literatur und die ihr eigenen Strategien einbezogen werden? Die Amerikanerin versucht eher, der ‚kranken Realität‘ hinter den literarischen Texten gerecht zu werden als eine Textwelt zu erhellen und ihre Repräsentationseigenheit vorzuweisen. Ihre Textstrategie führt oft übergangslos von literarischen Textbeispielen zu medizinischen Tatbeständen, um klaffende Differenzen hervorzuheben und die Literatur als eine Art ‚Lüge‘ zu entlarven. Das Verhältnis von Krankheit und Literatur gestaltet sich aus ihrer Sicht als eine ungerechte Behandlungsweise von Seiten der Ästhetik gegenüber der Realität, die sie als Ausgangspunkt wählt.

Strukturell geht Sontag so vor, dass sie Literatur als einen Diskurs über eine schon vorhandene und für sich existierende Realität betrachtet. Literarische Texte werden so zu kulturellen Zweitprodukten, die sich in erster Linie auf bestimmte Weisen mit einem empirischen Erstprodukt - der Realität - auseinandersetzen.


81 Susan Sontag, Krankheit als Metapher, Frankfurt am Main: 1996. Eine ähnliche Argumentationslinie verfolgt Sontag in ihrem späteren und komplementären Essay Aids and its Metaphors, London: 1988.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Art und Umfang der Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[3.] Asc/Fragment 062 13 - Diskussion
Bearbeitet: 3. October 2013, 14:18 Guckar
Erstellt: 19. September 2013, 13:21 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 62, Zeilen: 13-27
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 53-54, Zeilen: 53:27 - 54:08
Dieser Ausschluss der Eigenheit des Literarischen führt dazu, dass Sontag keine Abtrennung zwischen der Literatur und Ästhetik und den allgemeinen Gesellschaftsbildern aufstellt.26 Auch wenn eine Abgrenzung höchst komplex wäre und nur als Werkzeug für eine Analyse diente, können beide Elemente nicht deckungsgleich funktionieren. Nicht immer lassen sich Literatur und allgemeine moralische Vorstellungen einer Gesellschaft vereinen. Literarische Texte haben schließlich das Potenzial der Subversion; sie können Gesellschaftsbilder unterlaufen, irritieren, in Frage stellen. Laut Sontag korrespondieren literarische Metaphern und allgemeine Wahrnehmung von Krankheit; Literatur nährt diese Gesellschafts-vorstellungen [sic] mit Bildern und verstärkt sie damit noch. Dass Literatur auch Sensibilität und somit Realität in Bezug auf Erfahrungen schaffen kann, bleibt in Sontags Argumentation ebenso unbeachtet.27

Auch wenn Sontags ethischer Standpunkt wichtige Positionen hervorhebt, was den gesellschaftlichen Umgang mit Krankheit anbelangt, so durchkreuzen ihre persönlichen Krankheitserfahrungen den wissenschaftlichen Anspruch ihres Essays. Dies tritt besonders an der Stelle hervor, an der sie selber Metaphern verwendet, um das Verhältnis von Kranken und Gesunden anschaulich darzustellen.


26 Kottow 2004, 53.

27 Ebd., 54.

Meiner Ansicht nach führt dieser Ausschluss der Eigenheit des Literarischen auch dazu, dass Sontag keine Abtrennung zwischen der Literatur und Ästhetik und den allgemeinen Gesellschaftsbildern aufstellt. Auch wenn eine Abgrenzung höchst komplex sein würde und nur als Werkzeug dienen könnte, um eine Analyse aufzustellen, können beide Elemente nicht deckungsgleich funktionieren. Nicht immer stehen Literatur und allgemeine Vorstellungen einer Gesellschaft in einem harmonischen Verhältnis. Literarische Texte haben schließlich auch das Potenzial der Subversion; sie können Gesellschaftsbilder auch unterlaufen, irritieren, in Frage stellen. Nach Sontag korrespondieren

[Seite 54]

literarische Metaphern und allgemeine Wahrnehmung von Krankheit; Literatur nährt diese Gesellschaftsvorstellungen mit Bildern und verstärkt sie damit noch. Dass auch Literatur Realität oder überhaupt Sensibilität schaffen kann in Bezug auf Erfahrungen, bleibt in Sontags Argumentation ebenso unbeachtet.

Auch wenn Sontags ethischer Standpunkt wichtige Punkte hervorhebt, was den gesellschaftlichen Umgang mit Krankheit anbelangt, ist er jedoch durch die binäre Struktur geprägt, in der Sontag sich bewegt: Krankheit als Erfahrung ist wahr und neutral; Krankheit als Metapher ist unwahr und mit strategisch durchzusetzenden Werten beladen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
Schumann

[4.] Asc/Fragment 078 11 - Diskussion
Bearbeitet: 3. October 2013, 08:24 Guckar
Erstellt: 20. September 2013, 16:35 (SleepyHollow02)
Anz 1989, Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 11-24
Quelle: Anz 1989
Seite(n): 0, Zeilen: 0
Wenn Gesundheit und Krankheit abhängig von der Umwelthygiene, der Struktur familiärer Beziehungen, von Erziehungsmustern, Ernährungsgewohnheiten, dem Gebrauch von Genussmitteln, dem Sexualverhalten, dem Umgang mit den eigenen Affekten, den persönlichen Strategien der Konfliktlösung, der Freizeitgestaltung, den Bedingungen beruflicher Arbeit oder den Wohnverhältnissen sind, dann sind hinreichend plausible Aussagen über solche Abhängigkeiten von vornherein mit hochwirksamen normativen Appellen verbunden. Gesundheit und Krankheit werden als Normvermittler in verschiedenen soziokulturellen Praktiken verstanden. Sie dienen nicht nur als Träger von Positionen, sondern auch als Projektionsfläche für Reflexionen über Werte in einer Gesellschaft.59

Die Medizin wird zu einer normierenden Instanz mit totalisierenden Ansprüchen, je mehr normengeleitete Bereiche und Institutionen des sozialen Lebens potenziell einbezogen werden und je umfassender die Medizin soziale Bedingungen von Gesundheit und Krankheit zu erkennen beansprucht.


57 Anz 1989, 13ff.

58 Ebd., 29.

59 Ebd., 59.

Wenn Gesundheit und Krankheit abhängig sind von der Umwelthygiene, der Struktur familiärer Beziehungen, von Erziehungsmustern, Ernährungsgewohnheiten, dem Gebrauch von Genussmitteln, dem Sexualverhalten, dem Umgang mit den eigenen Affekten, den persönlichen Strategien der Konfliktlösung, der Freizeitgestaltung, den Bedingungen beruflicher Arbeit, den Wohnverhältnissen und so fort, dann sind einigermaßen glaubwürdige und plausible Aussagen über solche Abhängigkeiten von vornherein mit hochwirksamen normativen Appellen verbunden. [...]

Die "Anweisungen zum richtigen Handeln" beziehen potenziell umso mehr normengeleitete Bereiche und Institutionen des sozialen Lebens ein, je umfassender die Medizin soziale Bedingungen von Gesundheit und Krankheit zu erkennen beansprucht.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar im Fußnotenteil genannt, Art und Umfang der Übernahme bleiben für den Leser jedoch im Dunkeln.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[5.] Asc/Fragment 079 01 - Diskussion
Bearbeitet: 28. September 2013, 12:53 Graf Isolan
Erstellt: 20. September 2013, 16:39 (SleepyHollow02)
Anz 1989, Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 1-14
Quelle: Anz 1989
Seite(n): 0, Zeilen: 0
[Die kulturellen] Konstrukte dessen, was normal und was abweichend ist, sind eng mit der Definition von Gesundheit und Krankheit verknüpft. Das normative Selbstverständnis moderner Kulturen ist von solchen Konstrukten und Definitionen in besonderem Maße geprägt.

”Bestimmte Verhaltensweisen oder Verhältnisse machen krank und sollten vermieden oder verändert werden”, so lautet das beschriebene Schema normativer Erklärungen. Die kulturellen Vorstellungen über Krankheitsursachen produzieren Tabus und Vermeidungsregeln, deren Missachtung zu Krankheiten führen können. Im professionellen Diskurs der Medizin betrifft dies die Ätiologie und ihre normativen Implikationen.60 Ebenso durchsetzt von normativen Ansprüchen wie die Vorstellungen über das, was krank macht, sind freilich die (aus ihnen oft abgeleiteten) Annahmen über das, was vor Krankheiten bewahrt, die Gesundheit erhält und Kranken zur Genesung verhilft, im medizinischen Diskurs also vor allem die Diätetik, Hygiene und Therapeutik.


60 www.literatutkritik.de/public/rezension.php?rez_id=7944.

'Bestimmte Verhaltensweisen oder Verhältnisse machen krank, sie sind also zu vermeiden oder zu verändern', so lautete das bisher beschriebene Schema normativer Argumentation. Die kulturellen Vorstellungen über Krankheitsursachen produzieren Tabus und Vermeidungsregeln, deren Missachtung, so wird gedroht, zu Krankheiten führen können. Im professionellen Diskurs der Medizin betrifft dies die Ätiologie, die Lehre von den Krankheitsursachen, und ihre normativen Implikationen. Ebenso durchsetzt von normativen Ansprüchen wie die Vorstellungen über das, was krank macht, sind freilich die (aus ihnen oft abgeleiteten) Annahmen über das, was vor Krankheiten bewahrt, die Gesundheit erhält und Kranken zur Genesung verhilft, im medizinischen Diskurs also vor allem die Diätetik, Hygiene und Therapeutik.
Anmerkungen

Der in Fn. 60 angegebenene Link führt(e) zwar zur Quelle, Art und Umfang der Übernahme bleiben aber ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[6.] Asc/Fragment 008 02 - Diskussion
Bearbeitet: 26. September 2013, 22:23 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 18:28 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schaal Heidenreich 2009, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 8, Zeilen: 2-14
Quelle: Schaal Heidenreich 2009
Seite(n): 230, Zeilen: 8-21
Diese Vermachtung geht nach Foucault bis auf die Ebene des Körperempfindens.2

Auch unser Leibgefühl und unsere Sexualität werden durch Normierungen vorgegeben. Die großen Disziplinierungsinstitutionen wie z.B. das Militär dienen dazu, den Körper zum steuerbaren Instrument zu machen, bis der Mensch sich als zu dick, zu unschön, zu wenig der Norm entsprechend empfindet. Die Macht geht dem Menschen durch Leib und Seele. Die modernen Herrschaftstechniken zielen genau darauf: Auf die Einschreibung der Macht in den Leib.3 Ihre menschenverachtendste und verbrecherischste Form nimmt sie in den Konzentrationslagern des nationalsozialistischen Terrorregimes an. Doch auch die Modeindustrie oder der Fitnessboom können zu einem gestörten, d.h. vermachteten, Leibgefühl führen. Die gesamte arbeitsteilige Gesellschaft macht schließlich den menschlichen Körper zur Maschine, die zu funktionieren hat.


1 www.utb-stuttgart.de/2791_Leseprobe.pdf – 05.04.2009.

2 Ebd.

3 Ebd., 230.

Diese Vermachtung geht nach Foucault bis auf die Ebene des Körperempfindens. Auch unser Leibgefühl und unsere Sexualität werden durch Normierungen vorgegeben. Die großen Disziplinierungsinstitutionen wie bspw. das Militär dienen dazu, den Körper zum steuerbaren Instrument zu machen bis er sich zu dick, zu unschön, zu wenig der Norm entsprechend empfindet. Die Macht geht dem Menschen durch Leib und Seele. Die modernen Herrschaftstechniken zielen genau darauf: auf die „Einschreibung“ der Macht in den Leib. Ihre grausamste und verbrecherischste Form nimmt sie in den Konzentrationslagern des nationalsozialistischen Terrorregimes an. Doch auch die Mode-Industrie oder die Sportpflicht führen zu einem gestörten, d.h. vermachteten Leibgefühl. Die gesamte arbeitsteilige Gesellschaft macht schließlich den eigenen Körper zur Maschine, zum Eigenkapital, das zu funktionieren hat.
Anmerkungen

Die Identifikation der Quelle ist durch die Angaben in den Fußnoten fast nicht möglich.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[7.] Asc/Fragment 066 01 - Diskussion
Bearbeitet: 22. September 2013, 19:15 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 15:06 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Vogt 2009

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 66, Zeilen: 1-6
Quelle: Vogt 2009
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
Aristoteles beobachtet freilich auch schon, dass metaphorische Wendungen semantische Leerstellen im „eigentlichen“ Wortschatz füllen können: so wenn man die "Tätigkeit der Sonne" als das "Säen" des Lichts bezeichnet.37 Tatsächlich werden ja bis heute naturwissenschaftliche und technologische Sachverhalte mit derartigen Metaphern bezeichnet: von den elektrischen Wellen über den Atomkern bis zum schnellen Brüter.

37 Aristoteles 2001.

Aristoteles beobachtet freilich auch schon, daß metaphorische Wendungen semantische Leerstellen im 'eigentlichen' Wortschatz füllen können: so wenn man die "Tätigkeit der Sonne" als das "Säen" des Lichts bezeichnet. (ebd.) Tatsächlich werden ja bis heute naturwissenschaftliche und technologische Sachverhalte mit derartigen Metaphern bezeichnet: von den elektrischen Wellen über den Atomkern bis zum schnellen Brüter.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
() Schumann

[8.] Asc/Fragment 065 12 - Diskussion
Bearbeitet: 22. September 2013, 19:07 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 14:52 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Vogt 2009

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 12-18, (19-23)
Quelle: Vogt 2009
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
Die Metapher wird traditionell als wichtigste der rhetorischen Figuren betrachtet. Nach älterer Auffassung handelt es sich um einen abgekürzten Vergleich bzw. eine Ersetzung des „eigentlichen“ durch einen metaphorisch „uneigentlichen“ Ausdruck nach dem Kriterium der Entsprechung bzw. der Ähnlichkeit. So ist seit Homer die Metapher vom Löwen für einen kämpfenden Helden üblich; wobei der Kontext das mögliche Missverständnis verhindert: Achilles ist (wie) ein Löwe in der Schlacht. Aristoteles definiert die Metapher folgendermaßen:

Die Metapher ist die Übertragung eines Wortes (das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird) [...] nach den Regeln der Analogie. [...] das Alter verhält sich zum Leben wie der Abend zum Tag; der Dichter nennt also den Abend 'Alter des Tages', oder, wie Empedokles, das Alter 'Abend des Lebens' oder 'Sonnenuntergang des Lebens'.36


36 Aristoteles; Manfred Fuhrmann., Übersetzt und herausgegeben (Hrsg.), Poetik. Griechisch / deutsch. Stuttgart: Reclam jun, 2001.

Die Metapher wird traditionell als wichtigste der rhetorischen Figuren betrachtet. Nach älterer Auffassung handelt es sich um einen abgekürzten Vergleich bzw. eine Ersetzung des 'eigentlichen' durch einen metaphorisch 'uneigentlichen' Ausdruck nach dem Kriterium der Entsprechung bzw. der Ähnlichkeit. So ist seit Homer die Metapher vom Löwen für einen kämpfenden Helden üblich; wobei der Kontext das mögliche Mißverständnis verhindert: Achilles ist (wie) ein Löwe in der Schlacht. Die Metapher, so definiert Aristoteles, "ist die Übertragung eines Wortes (das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird) [...] nach den Regeln der Analogie. [...] das Alter verhält sich zum Leben, wie der Abend zum Tag; der Dichter nennt also den Abend 'Alter des Tages', oder, wie Empedokles, das Alter 'Abend des Lebens' oder 'Sonnenuntergang des Lebens'." (Poetik, Kap. 21)
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Das gekennzeichnete Aristoteles-Zitat wurde nicht in die Zeilenzählung mit aufgenommen.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[9.] Asc/Fragment 077 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 23:44 Graf Isolan
Erstellt: 20. September 2013, 15:39 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Hülstrunk 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 1-14
Quelle: Hülstrunk 2000
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
[Beginnend bei Rimbaud über die frühe Avantgarde-Bewegung wie Futurismus, Surrealismus bis] zur Beat-Literatur (hier vor allem Ginsberg und Burroughs) und der Wiener Gruppe um H.C. Artmann in den 1950er Jahren setzte sich das Interesse in den 1960er Jahren während des Wiener Aktionismus, in den 1970er Jahren während der Neuen Innerlichkeit bis hin zu den 1990er Jahren mit ihren Undergroundbewegungen fort.54 Unterbrochen wurde diese Entwicklung durch die nationalsozialistische Kunstideologie mit ihrer Vergötterung des vermeintlich Gesunden.

Künstler haben immer wieder versucht, die Begriffe Krankheit und Gesundheit umzuwerten. Ein gängiges Klischee ist, dass Leiden einem Menschen Tiefe gebe, dass man am Leiden wachse, dass Krankheit insbesondere Sensibilisierung und Vergeistigung fördere, dass Krankheit interessanter sei als Gesundheit.

Krankheit wird dabei als Sinnbild für die kranke Gesellschaft genommen: Der kranke Körper des Leidenden entspricht dem kranken Körper der Gesellschaft. Eine wichtige deutschsprachige Habilitationsschrift zu dem Thema Literatur und Krankheit bietet Thomas Anz.55


54 . [sic!]

55 Anz, Thomas, Gesund und Krank. Medizin, Moral und Ästhetik. Stuttgart: Metzler, 1989.

Beginnend bei Rimbaud und Baudelaire über die frühen Avantgardebewegungen wie Futurismus, Dada, Surrealismus bis zur Beat-Literatur (hier vor allem Ginsberg und Bourroughs) und der Wiener Gruppe um H.C. Artmann und Gerhard Rühm in den 50er Jahren und weiter durch Fluxus und Happening, Wiener Aktionismus in den 60er Jahren bis hin zur Neuen Innerlichkeit der 70er Jahre und sogar bis hinein in die Undergroundbewegungen der Literatur der 90er Jahre wie Social Beat, unterbrochen nur von jenen fatalen Jahren nationalsozialistischer Kunstideologie mit ihrer Vergötterung des vermeintlich Gesunden.

Künstler und Schriftsteller haben immer wieder versucht die Begriffe Krankheit und Gesundheit umzuwerten. Ein gängiges Künstlerklischee ist, daß Leiden einem Menschen Tiefe gebe, daß man am Leiden wachse, daß Krankheit insbesondere die Sensibilisierung und Vergeistigung fördere, daß Krankheit interessanter sei als Gesundheit, daß im Grunde genommen die Kranken die eigentlich Gesunden seien und die sich gesund nennenden die eigentlich Kranken.

Krankheit wird dabei zumeist als Sinnbild für eine kranke Gesellschaft genommen. Der kranke Körper des einzelnen Leidenden entspricht dem kranken Körper der Gesellschaft.

[...]

Eine der ergiebigsten deutschsprachigen Studien zu dem Thema Literatur und Krankheit ist die 1989 erschienene Schrift "Gesund und Krank. Medizin, Moral und Ästhetik" des heute in Marburg lehrenden Literaturprofessors Thomas Anz, die wir aus diesem Grunde ein wenig vorstellen wollen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Art und Umfang der Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[10.] Asc/Fragment 063 15 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 23:43 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 13:29 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 63, Zeilen: 15-27
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 54, Zeilen: 13-26
Was die Medizin oder auch das individuelle Erleben als krank definiert, ist variabel und kann nur in historischen und kulturellen Koordinaten erfasst werden. Ebenfalls sollten die von Sontag absolut getrennten und sich nicht berührenden sozialen Praktiken – das Metaphorisieren von Krankheit und das Erfahren von Pathologie – eher als sich in einer wechselseitigen Beziehung befindende Elemente betrachtet werden.30 Von einem diskursanalytischen Ansatz ausgehend, könnten sowohl Erfahrung wie auch Medizin nur in einem „Reden über“ in bestimmten Koordinaten verstanden werden und wären damit ebenfalls mit Intentionen und Strategien beladen, wie sie Sontag nur für den literarischen und allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellungsraum auffasst.31 An dieser Stelle sei auch auf den fehlenden Blick Sontags dafür hingewiesen, wie unterschiedlich Literatur mit Themen, Gedanken und Problematiken umgeht. Literatur ist ein Diskurs, der mit anderen

sozialen und kulturellen Diskursen kommuniziert. Diese Kommunikationsformen [sind vielschichtig und wechselseitig und bilden eine hohe Komplexität, die Susan Sontag auf Grund ihres Ansatzpunktes verkennt.32]


30 Kottow 2004, 54.

31 Ebd.

31 Kottow 2004, 54.

[32 Kottow 2004, 54.]

Was die Medizin oder auch das individuelle Erleben als krank bezeichnet, ist variabel und kann nur in historischen und kulturellen Koordinaten erfasst werden. Ebenfalls scheinen mir die von Sontag absolut getrennten und sich nicht berührende sozialen Praktiken - das Metaphorisieren von Krankheit und das Erfahren von Pathologie - eher als sich in einer wechselseitigen Beziehung befindende Elemente. Von einem diskursanalytischen Ansatz ausgehend, könnten sowohl Erfahrung wie auch Medizin nur in einem ‚Reden über‘ in bestimmten Koordinaten verstanden werden und wären damit ebenfalls mit Intentionen und Strategien beladen, wie es Sontag nur für den literarischen und allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellungsraum auffaßt. Hier würde ich auch den fehlenden Blick Sontags situieren, der sich gegenüber den heterogenen Arten, wie Literatur Themen, Motive und Problematiken aufgreift, verschließt. Literatur ist ein Diskurs, der mit anderen sozialen und kulturellen Diskursen kommuniziert. Diese Kommunikationsformen sind vielschichtig und wechselseitig, sie bilden eine hohe Komplexität, die von Sontag auf Grund ihres ethizistischen Ansatzpunktes verkannt wird.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[11.] Asc/Fragment 061 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 23:36 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 13:11 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: 1-30
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 53, Zeilen: 1-25
[Durch die Aufstellung zweier sich in einem Konkurrenzverhältnis befindenden Formen der Krankheit, – einmal als Literatur, d.h. als Konstruktion, Phantasie,] Projektion, die Krankheiten auch als obszön darstellt und den Kranken aus der Gesellschaft exkommuniziert, und zum anderen als erfahrene oder besser als erlittene Realität – begibt sich Sontag in eine zweiteilige Struktur, die sich über die Werte von Lüge und Wahrheit, von falsch und richtig definieren lässt. Krankheit ist für Sontag in erster Linie keine Konstruktion und keine Metapher, sondern eine erfahrene Realität, die den Kranken leiden lässt. Die Medizin dient dabei als Möglichkeit, dieses Leiden zu mindern oder zu entfernen. Konstruktionen von Krankheit verdecken diese Erfahrung und machen aus der Pathologie ein zu komplexes Gefüge, welches die Erfahrung von Krankheit unnötig belastet.22 Der Kranke wird nicht nur mit seinem konkreten Leiden konfrontiert, sondern erfährt noch dazu besondere gesellschaftliche Zuwendung, z.B. durch Straf-, Schuld- und Minderwertigkeitsphantasien, die oft durch populäre und pseudowissenschafltiche Krankheitsbilder erzeugt werden. Sontag konstruiert in ihrem Essay somit eine zweigeteilte und klar unterscheidbare Struktur: Es gibt eine wahre, konkret erfahrene Realität, in der Krankheit Empirie ist, und es gibt eine hierauf aufbauende Welt der Metaphorisierung von Krankheit, die jedoch den Bezug zur realen Krankheit verliert und diese mit ihren Konstruktionen verschleiert, romantisiert und überdeckt.23 Für Sontag gilt es, diese zweite Form des Umgangs mit Krankheit zu erschließen und ihre Mechanismen freizulegen. Argumentativ geht Susan Sontag den Weg der Gegenüberstellung: Diese oder jene Krankheit sieht in der Metapher folgendermaßen aus, in der Realität jedoch nicht; also ist ersteres Erfindung bzw. Verschleierung oder Verschönerung, und das Zweite die Realität, die es zu konfrontieren gilt.

Der große Nachteil des Sontagschen Ansatzes ist die fehlende spezielle literarische Betrachtung. Sontag fragt weder nach Textstrategien noch nach der Bedeutung bestimmter Krankheiten innerhalb eines literarischen Textes.24 Der Verweis führt direkt zurück auf die empirische Welt und die Erfahrung der Krankheit. Sontag bleibt auf der Ebene der Beschreibung des Krankheitsbildes in der Metapher, jedoch untersucht sie ihre Funktionsweise nicht, auch nicht den Zusammenhang oder die Tragweite der Metaphorisierung. Die Ablehnung der Metapher ist verbunden mit einem nicht zu erschütternden Glauben an den Fortschritt der Medizin.


22 Kottow 2004, 53.

23 Ebd., 52.

24 Ebd.

Durch die Aufstellung zweier, sich in einem Konkurrenzverhältnis befindenden Formen der Krankheit, - einmal als Literatur, d.h. als Konstruktion, Phantasie, Projektion und zum anderen als erfahrene oder besser als erlittene Realität - begibt sich Sontag in eine dichotomische Struktur, die sich über die Werte von Lüge und Wahrheit, von falsch und richtig definieren lässt. Krankheit ist für Sontag in erster Linie keine Konstruktion und keine Metapher, sondern eine empirische Realität, die den Kranken als Leiden tangiert. Die Medizin fungiert dabei als Möglichkeit, dieses Leiden zu mindern oder zu entfernen. Konstruktionen von Krankheit verdecken diese Erfahrung und machen aus der Pathologie ein zu komplexes Gefüge, welches die Erfahrung von Krankheit unnötigerweise belastet. Der Kranke wird nicht nur mit seinem konkreten Leiden konfrontiert, sondern wird noch dazu gesellschaftlich stigmatisiert. Sontag konstruiert in ihrem Essay hiermit eine zweigeteilte und klar unterscheidbare Struktur: Es gibt eine wahre, konkret erfahrene Realität, in der Krankheit Empirie ist, und es gibt eine hierauf aufbauende Welt der Metaphorisierung von Krankheit, die jedoch den Bezug zur realen Krankheit verliert und diese mit ihren Konstruktionen verschleiert, romantisiert und überdeckt. Für die Amerikanerin gilt es, diese zweite Form des Umgangs mit Krankheit aufzuschlüsseln und ihre Mechanismen freizulegen. Argumentativ geht Susan Sontag den Weg der Gegenüberstellung: Diese oder jene Krankheit sieht in der Metapher folgendermaßen aus, in der Realität jedoch nicht; also ist die erste Erfindung, bzw. Verschleierung oder Verschönerung, und die zweite die Realität, die es zu konfrontieren gilt.

Die große Leerstelle des Sontagschen Ansatzes ist die fehlende Betrachtung des spezifisch Literarischen. Sontag fragt nicht nach Textstrategien, nicht nach der Signifikanz, welche bestimmte Krankheiten innerhalb eines literarischen Textes annehmen. Der Verweis führt direkt zurück auf die empirische Welt und die Erfahrung der Krankheit. Sontag bleibt auf der Ebene der Beschreibung des Krankheitsbildes in der Metapher, jedoch untersucht sie ihre Funktionsweise nicht, auch nicht die Kohärenz oder Tragweite der Metaphorisierung.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[12.] Asc/Fragment 058 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 21:42 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 12:41 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 58, Zeilen: 01-30
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 50-51, Zeilen: 50: 21 - 51: 02, 09-26
Literatur wird als ästhetische und kulturelle Praxis verstanden, die notwendigerweise mit einer fest bestehenden Welt kommuniziert. Diese Kommunikation erlangt in manchen Momenten auch Wechselseitigkeit, jedoch führt der Hauptstrang dieser Bezugnahme von der Welt zum Text. Sontag wählt einen ethischen Blickpunkt, um diesen Bezug zu beschreiben: Dürfen bestimmte Realitäten in Texte eingehen, und wem widerfährt damit Unrecht? Diese Diskursfragen ziehen sich als leitende Fragestellung durch ihren Essay. In dieser Auseinandersetzung beruht Sontags Argumentation insbesondere auf drei Hauptelementen: Erstens auf literarischen Texten und ihrer Repräsentation von Krankheit; zweitens auf Phantasien und Vorstellungen, die an bestimmte Pathologien gekettet sind und für die vor allem die literarische Welt verantwortlich gemacht wird; drittens auf der „wahren“ Krankheit und ihrem Erscheinungsbild als Erfahrung des Kranken.12

Als Beispiele für die Metaphorisierung – Leitbegriff des Essays –, die bestimmte Krankheiten in der Kunst und in der allgemeinen Vorstellung der Menschen erfahren, dienen Tuberkulose und Krebs. Beiden Krankheiten ist gemein, das sie sich besonders für die Belegung von Phantasien und ästhetisierenden Projektionsflächen eignen, da sie zum einen schwer beurteilbar und zum anderen als ein unheilbar fortschreitendes Leiden assoziiert werden. Beide Eigenschaften werden nach Sontag in der Vorstellungswelt der Allgemeinheit verstärkt, da sie in erster Linie als grundlegende körperlich-seelische Grundverfassung des Menschen dienen, die es ermöglichen, aus diesen Krankheiten ein mit Metaphern und Phantasien zu füllendes Feld zu erstellen.13 Tuberkulose und Krebs werden als Beispiele gegenübergestellt, da sie strukturelle Ähnlichkeiten aufweisen und zudem in dem Grad der kollektiven Vorstellungen, die sie in der Gesellschaft auslösen, vergleichbar sind. Obwohl beide Krankheiten für unterschiedliche Epochen in der Krankheitsgeschichte stehen, lassen sich ihre Pathologien miteinander vergleichen: Tuberkulose ist die ästhetisierte Krankheit der Romantik, während Krebs in der zeitgenössischen Literatur eine dominante Rolle einnimmt.14 Das Verbindende der den Krankheiten anhaftenden Phantasien ist die menschliche Leidenschaft. Die mit den Krankheiten assoziierten Bilder lassen sich allerdings als entgegengesetzte aufweisen. Sontags [Fazit könnte vereinfacht heißen: Tuberkulose ist die Krankheit der Übersensiblen, der von Leidenschaft getriebenen Menschen, während Krebs die der Unzulänglichkeit darstellt.]


12 Kottow 2004, 50.

13 Sontag, S., Kapitel 9.

14 Sontag 1991, 70.

Literatur wird als ästhetische und kulturelle Praxis verstanden, die notwendigerweise mit einer fest bestehenden Welt kommuniziert. Diese Kommunikation erlangt in manchen Momenten auch Wechselseitigkeit, jedoch führt der Hauptstrang dieser Bezugnahme von der Welt zum Text. Sontag wählt einen ethischen Blickpunkt, um diesen Bezug zu beschreiben: Dürfen bestimmte Realitäten in Texte auf diese oder jene Weise eingehen und wem geschieht damit Unrecht? Als unausgesprochene, jedoch leitende Fragestellung ziehen sich diese Diskussionsfragen durch ihren Essay. Sontags Argumentation beruht in der Auseinandersetzung insbesondere auf drei Hauptelementen: Erstens auf literarischen Texten und ihrer Repräsentation von Krankheit; zweitens auf Phantasien und Vorstellungen, die an bestimmte Pathologien gekettet sind und

[Seite 51]

für die vor allem die literarische Welt verantwortlich gemacht wird; drittens auf der ‚wahren‘ Krankheit und ihrem Erscheinungsbild als Erfahrung des Kranken.

[...]

Als paradigmatische Beispiele für die Metaphorisierung - Leitbegriff des Essays -, die bestimmte Krankheiten in Kunst und in der allgemeinen Vorstellung der Menschen erfahren, dienen Tuberkulose und Krebs. Diese Krankheiten eignen sich besonders für die Belegung von Phantasien und ästhetisierenden Interpretationen, also als Projektionsflächen, da sie zum einen durch einen launischen Charakter charakterisiert und zum anderen mit Unheilbarkeit assoziiert werden. Beide Eigenschaften werden nach Sontag in der Vorstellungswelt der Allgemeinheit geradezu potenziert. Sie dienen in erster Linie als grundlegende Konditionen, die es ermöglichen, aus diesen Krankheiten ein mit Metaphern und Phantasien zu füllendes Feld zu erstellen. Tuberkulose und Krebs werden als Beispiele gegenübergestellt, da sie strukturelle Ähnlichkeiten aufweisen und zudem in der Intensität der Vorstellungen, die sie auslösen und evozieren, vergleichbar sind. Auch diachronisch gesehen, lassen sich beide Pathologien miteinander vergleichen: Tuberkulose ist die ästhetisierte Krankheit der Romantik, während Krebs in der zeitgenössischen Literatur eine dominante Rolle einnimmt. Konvergenzpunkt der den Krankheiten anhaftenden Phantasien ist die menschliche Leidenschaft. Die mit den Krankheiten verbundenen Bilder lassen sich allerdings als entgegengesetzte aufweisen. Vereinfacht ist das Fazit Sontags: Tuberkulose ist die Krankheit des Überschusses an Leidenschaft, während Krebs die der Unzulänglichkeit derselben darstellt.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Art und Umfang der Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[13.] Asc/Fragment 059 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 21:40 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 12:56 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 51-52, Zeilen: 51: 24 - 52: 18
[Sontags] Fazit könnte vereinfacht heißen: Tuberkulose ist die Krankheit der Übersensiblen, der von Leidenschaft getriebenen Menschen, während Krebs die der Unzulänglichkeit darstellt. Über dieses Muster findet durch Tuberkulose eine Sublimierung des Erkrankten statt15, im Gegensatz zu dem an Krebs leidenden Menschen, der für seine Krankheit verantwortlich gemacht wird.

Wie schon angedeutet, wird es schwierig, eine Grenze – auch wenn diese nur instrumental gezogen werden könnte – zwischen der literarischen Krankheit und den sozialen Phantasien zu definieren, die bei Sontag auch nicht an bestimmten Diskursen oder sozialen Praktiken festgemacht werden. So erscheint als so genannte literarische Phantasie auch die Projektion, die Sontag als allgemein präsent in ein Gesellschaftsbild einbettet.16 Literatur und allgemeine Wahrnehmung fallen zusammen und bilden ein Gefüge, welches sich gegen die erfahrene und medizinische Krankheit abhebt. Auf der einen Seite steht die Metapher der Krankheit in den außermedizinischen, kulturellen Diskursen, auf der anderen Seite innerhalb der medizinischen Diskurse und als konkrete Erfahrung beim Leidenden. Sontag veranschaulicht und betont in ihrem Text die Divergenzen zwischen beiden Bereichen. Die Metaphorisierung von Krankheit, wie schon der Titel ihres Essays andeutet, wird von den literarischen Repräsentationen und Assoziationen hervorgebracht. Als Verschleierungsmechanismus und als Aufstellung einer erfundenen Realität, die sich nicht mit der empirischen Erfahrung deckt, fungiert Literatur bzw. Kunst als Parallele, die jedoch die neben ihr funktionierende Wahrheit verdeckt.17 Literarische Krankheit ist Erfindung und dient bestimmten Intentionen.

Sontag situiert in der Mitte des 18. Jahrhunderts gesellschaftliche Wandlungs[prozesse insbesondere bezüglich sozialer und geographischer Mobilität.]


15 Susan Sontag weist auf zwei prominente Beispiele in der kanonischen Literatur hin: Die Brüder Goncourt nannten in ihrem Roman „Madame Gervaisais“(1869) Tuberkulose die Krankheit der vornehmen und edlen Teile des Menschen und stellten sie den ‚Krankheiten der rohen, niedrigen Körperorgane, die den Geist des Patienten vernebeln und beschmutzen...‘ gegenüber. In Thomas Manns früher Erzählung „Tristan“ hat die junge Ehefrau Luftröhrentuberkulose: ‚...und Gott sei Dank, dass es nicht die Lunge war! Wenn es aber dennoch die Lunge gewesen wäre – diese neue Patientin hätte keinen holderen und veredelteren, keinen entrückteren und unstofflicheren Anblick gewähren können, als jetzt, da sie an der Seite ihres stämmigen Gatten, weich und ermüdet in den weiß lackierten, geradlinigen Armsessel zurückgelehnt, dem Gespräche folgte. “Sontag 1991, 18

16 Kottow 2004, 52.

17 Ebd.

Vereinfacht ist das Fazit Sontags: Tuberkulose ist die Krankheit des Überschusses an Leidenschaft, während Krebs die der Unzulänglichkeit derselben darstellt. Über dieses Muster findet durch Tuberkulose eine Sublimierung des Erkrankten statt82, im Gegensatz zu dem an Krebs leidenden Menschen, der eigenverantwortlich für seine Krankheit gemacht wird.

[Seite 52]

Schwierig wird es, wie schon angedeutet, eine Trennungslinie - auch wenn diese nur instrumental gezogen werden könnte - zwischen der literarischen Krankheit und den sozialen Phantasien zu ziehen, die bei Sontag auch nicht an bestimmten Diskursen oder sozialen Praktiken festgemacht werden. So erscheint als sogenannte literarische Phantasie auch die Projektion, die Sontag als allgemein präsent in einem Gesellschaftsbild situiert. Literatur und allgemeine Wahrnehmung fallen zusammen und bilden ein Gefüge, welches sich gegen die erfahrene und medizinische Krankheit abhebt. Auf der einen Seite steht die Metapher der Krankheit in Literatur, Ästhetik und allgemeinen Vorstellungen, auf der anderen Seite die empirische Krankheit als konkrete Erfahrung beim Leidenden und als Wissen und Praxis in der Medizin. Sontag veranschaulicht und akzentuiert in ihrem Text die Divergenzen zwischen beiden aufgestellten Bereichen. Die Metaphorisierung von Krankheit, wie schon der Titel ihres Essays andeutet, wird von den literarischen Repräsentationen und Assoziationen hervorgebracht. Als Verschleierungsmechanismus und als Aufstellung einer erfundenen Realität, die sich nicht mit der empirischen Erfahrung deckt, fungiert Literatur und Kunst als Parallele, die jedoch die neben ihr funktionierende Wahrheit verdeckt. Literarische Krankheit ist Erfindung und dient bestimmten Intentionen.

Sontag situiert in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine gesellschaftliche Transformation insbesondere bezüglich sozialer und geographischer Mobilität.


82 Susan Sontag verweist hierbei auf zwei prominente Beispiele in der kanonischen Literatur. „Die Brüder Goncourt nannten ihren Roman Madame Gervaisais (1869) Tb ‚diese Krankheit der vornehmen und edlen Teile des Menschen‘ und stellten sie den ‚Krankheiten der rohen, niedrigen Körperorgane, die den Geist des Patienten vernebeln und beschmutzen...‘ gegenüber. In Thomas Manns früher Erzählung ‚Tristan‘ hat die junge Ehefrau Luftröhrentuberkulose: ‚...und Gott sei Dank, daß es nicht die Lunge war! Wenn es aber dennoch die Lunge gewesen wäre – diese neue Patientin hätte keinen holderen und veredelteren, keinen entrückteren und unstofflicheren Anblick gewähren können, als jetzt, da sie an der Seite ihres stämmigen Gatten, weich und ermüdet in den weiß lackierten, geradlinigen Armsessel zurückgelehnt, dem Gespräche folgte. Siehe Susan Sontag, Krankheit als Metapher, idem., Fußnote auf Seite 22.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Art und Umfang der Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[14.] Asc/Fragment 060 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 21:38 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 13:05 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 1-13, 17-26
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 52, 53, Zeilen: 52:17 - 53:05
[Sontag situiert in der Mitte des 18. Jahrhunderts gesellschaftliche Wandlungs]prozesse insbesondere bezüglich sozialer und geographischer Mobilität. Soziale Kategorien wie gesellschaftlicher Rang verlieren ihren gegebenen Charakter und bestimmen sich als durchzusetzende Realität. Übertragungswege, über die dieser Etablierungsversuch verläuft, sind ferner Kleider und Verhaltensweisen wie auch die Inszenierung von Krankheit.18 Körper und Krankheit, letztere verstanden als eine Art innerer Zierde des Körpers, werden zu potenziellen Trägern einer Ausdrucksform des Selbst und dessen Situierung in einem Gesellschaftsbild, dessen Koordinaten komplexer und undurchschaubarer geworden sind. Die zur Künstlerkrankheit romantisierte Tuberkulose wurde auf der einen Seite mit exzessiver, auszehrender Leidenschaft assoziiert und einer höheren sozialen Klasse19 zugeordnet. Auf der anderen Seite galt sie aber auch als Auswirkung von Frustration. Diese Assoziation ist für Sontag ein erstes weit verbreitetes Beispiel für die entschieden moderne Aktivität, aus dem Selbst ein Image zu machen.20 [...]

Das, was Sontag etwas undifferenziert als literarische Krankheit oder, um bei ihrer Terminologie zu bleiben, als Metaphorisierung von Krankheit bezeichnet, ist somit ein Darstellungsprozess, bei dem das pathologische Bild strategisch genutzt wird, um an ihm bestimmte Werte festzumachen. Literatur bzw. Metaphern verweisen so wieder zurück auf die empirische Welt, von der sie ausgegangen sind.21 Spezifisch für die Metaphorisierung von Krankheit ist also ein Transformieren von Gehalten, die der Realität entnommen sind und die in der Folge wieder auf diese zurück transponiert werden.

Durch die Aufstellung zweier sich in einem Konkurrenzverhältnis befindenden Formen der Krankheit, – einmal als Literatur, d.h. als Konstruktion, Phantasie, [Projektion, die Krankheiten auch als obszön darstellt und den Kranken aus der Gesellschaft exkommuniziert, und zum anderen als erfahrene oder besser als erlittene Realität – begibt sich Sontag in eine zweiteilige Struktur, die sich über die Werte von Lüge und Wahrheit, von falsch und richtig definieren lässt.]


18 Sontag 1991, 28.

19 Das gesamte Jahrhundert über bestand eine besondere Beziehung zwischen Tuberkulose, Kunst und literarischem Schaffen. „Das Fieber, die Auszehrung waren daher nur der körperliche Ausdruck eines Feuers, das bald die Glut der Sehnsucht, bald des Genies war und die Blässe des Kranken belebte. Die glänzenden Augen, die roten Wangen waren Ausdruck eines selbstzerstörerischen Seelenfeuers: die Tage des Tuberkulosekranken verglühten.“ (Laennec 1826)

20 Kottow 2004, 52.

21 Ebd.

Sontag situiert in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine gesellschaftliche Transformation insbesondere bezüglich sozialer und geographischer Mobilität. Soziale Kategorien wie gesellschaftlicher Rang verlieren ihren gegebenen Charakter und bestimmen sich nun als durchzusetzende Realität. Kanäle, über die dieser Etablierungsversuch verläuft, sind ferner Kleider und Verhaltensweisen, wie auch die Inszenierung von Krankheit. Körper und Krankheit, letztere verstanden als eine Art innerer Dekor des Körpers, werden zu potenziellen Trägern einer Ausdrucksform des Selbst und dessen Situierung in einem Gesellschaftsbild, dessen Koordinaten komplexer und undurchschaubarer geworden sind. Die Romantisierung der Tuberkulose, das heißt die Assoziation dieser Krankheit mit Eleganz, Zartheit, Schönheit, Sensibilität und Zugehörigkeit zu einer höheren sozialen Klasse, gelten Sontag als erstes weitverbreitetes Beispiel für die entschieden moderne Aktivität, aus dem Selbst ein Image zu machen. Das, was Sontag etwas undifferenziert als literarische Krankheit oder, um bei ihrer Terminologie zu bleiben, als Metaphorisierung von Krankheit bezeichnet, ist somit ein Darstellungsprozess, bei dem das pathologische Bild strategisch genutzt wird, um an ihm bestimmte Werte festzumachen. Literatur bzw. Metapher verweisen so wieder zurück auf die empirische Welt, von der sie ausgegangen sind. Spezifisch für die Metaphorisierung von Krankheit ist also ein Transformieren von Gehalten, die der Realität entnommen sind und die in der Folge wieder auf diese zurück transponiert werden.

[Seite 53]

Durch die Aufstellung zweier, sich in einem Konkurrenzverhältnis befindenden Formen der Krankheit, - einmal als Literatur, d.h. als Konstruktion, Phantasie, Projektion und zum anderen als erfahrene oder besser als erlittene Realität - begibt sich Sontag in eine dichotomische Struktur, die sich über die Werte von Lüge und Wahrheit, von falsch und richtig definieren lässt.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[15.] Asc/Fragment 076 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 20:57 Graf Isolan
Erstellt: 20. September 2013, 15:34 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Hülstrunk 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 76, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Hülstrunk 2000
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
[Beide Begriffe gehören also in ein normatives Wertesystem und bilden ein Paar, ähnlich] wie positiv/negativ, gut/böse oder wahr/falsch.

Die Benennung als gesund oder krank ist ein moralisch-ethisches Werturteil: Das Gesunde ist positiv, gut und wahr, wogegen das Kranke negativ, böse und falsch ist. Trotz der verschiedenen Definitionen des Begriffs Krankheit53 während der Jahrhunderte kann zusammenfassend festgestellt werden, dass Krankheit in erster Linie ein Begriff ist, um einen Zustand der Normabweichung zu bezeichnen. Dieser Zustand ist in der Regel negativ besetzt, aber vor allem bei Künstlern hat es auch immer wieder positive Identifikation mit der Normabweichung, dem Anderssein und eben auch dem Kranken gegeben.

Eine relativ moderne Einstellung, die durch die Theorien von Freud Bestärkung findet, beruht auf der Vorstellung, dass nicht die Normabweichung krank macht, sondern umgekehrt die gesellschaftlichen Normen selbst Krankheitsauslöser sein können. Dem gegenüber steht die Sicht der Gesellschaft, dass fast immer die Künstler der frühen Moderne (u.a. die Kubisten, die Expressionisten) als krank bezeichnet wurden. Es ist aber auffällig, dass sich diese Künstler mit dem Kranken, dem Abweichenden und dem Normverstoß auseinandersetzten und versuchten, das Kranke/Normabweichende umzuwerten und als etwas Positives zu definieren, so z.B. als Sprache des Körpers, als Befreiung aus gesellschaftlichen Zwängen und als kreativen Impuls. Hinzu kommt der Aspekt, dass fast alle Künstler und Schriftsteller Erfahrungen des Außenseitertums, der Ausgrenzung und des Normverstoßes machen mussten.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts und fast durchgehend im 20. Jahrhundert wurde eine Ästhetik der Normabweichung und des Nichtschönen propagiert und dabei ein intensives Interesse an den Schattenseiten des menschlichen Daseins, seinem Nichtmehrfunktionieren, seinem pathologischen Bestandteil gezeigt. Beginnend bei Rimbaud über die frühe Avantgarde-Bewegung wie Futurismus, Surrealismus bis [zur Beat-Literatur (hier vor allem Ginsberg und Burroughs) und der Wiener Gruppe um H.C. Artmann in den 1950er Jahren setzte sich das Interesse in den 1960er Jahren während des Wiener Aktionismus, in den 1970er Jahren während der Neuen Innerlichkeit bis hin zu den 1990er Jahren mit ihren Undergroundbewegungen fort.54]


53 Für die Christen galt Krankheit als Strafe Gottes für moralisches Fehlverhalten, dessen Heilung nur durch Glauben möglich war. Das Mittelalter wird vom Auftreten der Seuchen beherrscht, die als Ursache für den sozialen und moralischen Verfall der Gesellschaft galten. In der Zeit der Aufklärung wird nicht mehr Gott für Krankheiten verantwortlich gemacht, sondern das Individuum. Die Romantik betrachtet das Irrationale, Emotionale und Dunkle in der Krankheit.

54 . [sic!]

Die Benennung von etwas als gesund oder krank ist zugleich ein moralisches/ethisches Werturteil.

Das Gesunde ist auch positiv, normal, gut, wahr, schön, natürlich.

[...]

Krankheit ist also in erster Linie ein Begriff, um einen Zustand der Normabweichung zu bezeichnen. Dieser Zustand ist in der Regel negativ definiert, aber gerade unter Künstlern und Schriftstellern hat es auch immer wieder eine positive Identifikation mit der Normabweichung, dem Anderssein und eben auch dem Kranken gegeben.

[...]

Eine andere, relativ moderne Einstellung, sieht Thomas Anz in Georg Büchners "Lenz" formuliert. Nämlich die Vorstellung, daß nicht (nur) die Normabweichung krank macht, sondern umgekehrt, die gesellschaftlichen Normen selbst Krankheitsauslöser sein können. [...]

[...] Wie sehr teilweise versucht wurde das Kranke/ Normabweichende umzuwerten und als etwas Positives zu definieren: als Anlaß für Erkenntnisprozesse, als Sprache des Körpers, als Befreiung aus gesellschaftlichen Zwängen und auch als kreativen Impuls. Die Ästhetik unseres Jahrhunderts ist über weite Strecken eine Ästhetik der Normabweichung und des Nicht-Schönen.

Dazu kommt, daß fast alle Künstler und Schriftsteller Erfahrungen des Außenseitertums, der Ausgrenzung, des Normverstoßes machen mußten.

[...]

Nicht zuletzt die sogenannte Moderne hat seit etwa Mitte/Ende des 19JH und fast durchgehend durch das 20JH eine Ästhetik der Normabweichung und des Nichtschönen propagiert und dabei ein intensives Interesse für die Schattenseiten des Menschen, sein nicht-mehr-funktionieren, seine pathologische Komponente gezeigt. Beginnend bei Rimbaud und Baudelaire über die frühen Avantgardebewegungen wie Futurismus, Dada, Surrealismus bis zur Beat-Literatur (hier vor allem Ginsberg und Bourroughs) und der Wiener Gruppe um H.C. Artmann und Gerhard Rühm in den 50er Jahren und weiter durch Fluxus und Happening, Wiener Aktionismus in den 60er Jahren bis hin zur Neuen Innerlichkeit der 70er Jahre und sogar bis hinein in die Undergroundbewegungen der Literatur der 90er Jahre wie Social Beat [...]

[...]

Auch die frühen Christen interpretierten Krankheiten als Strafe Gottes für moralisches Fehlverhalten. [...]

Das Mittelalter wird beherrscht von schrecklichen Seuchen wie der Pest.

Anmerkungen

Auf der vorherigen Seite ein Hinweis auf die Quelle in der Fußnote.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[16.] Asc/Fragment 020 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 20:53 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 11:47 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stemmann et al 2004

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 20, Zeilen: 01-22
Quelle: Stemmann et al 2004
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
[Diese Studie an über 460 000 Kindern aus 56 Ländern hat ergeben, dass Asthma,] Neurodermitis und allergischer Schnupfen nur in Ländern mit westlichem Lebensstil vermehrt auftreten. Deshalb wurde geschlussfolgert, dass allergische Krankheiten mit dem Lebensstil einer Gesellschaft zusammenhängen. Aus psychosomatischer Sicht beinhaltet dieser Stil vor allem Stress und Überforderung.

Bei betroffenen Menschen, die Kontakt mit eiweißhaltigen Substanzen wie Pollen, Tierschuppen oder Nahrungsmitteln haben und gleichzeitig (zufällig) Situationen durchleben, die sie gefühlsmäßig überfordern, werden diese Abläufe vom Gehirn wahrgenommen, konditioniert und im Langzeitgedächtnis gespeichert.34 Die eiweißhaltige Substanz ist nun zum Allergen geworden, weil sie das Gehirn beim zukünftigen Kontakt an das traumatische Ereignis erinnert. Die körperliche Abwehr wird durch Amygdala und Hypothalamus35 über das vegetative Nervensystem, Stresshormone und Peptide36 ausgelöst. Allergische Erkrankungen sind psychosomatische Leiden, deren überempfindliche Organreaktion und Entzündung zentral vom Hirn über das vegetative Nervensystem und den Blutweg bedingt sind.

Solange der Betroffene unter Stress steht, hat er keine Beschwerden. Die allergischen Symptome werden erst sichtbar, wenn der Stress nachlässt bzw. abfällt. Dann erzeugt der Erkrankte wieder Stress, indem er als Medikament Stresshormone zu sich nimmt und somit seine Symptome coupiert, d.h. unterdrückt. Erst wenn er den parallelen Verlauf der Krankheit erkennt, kann er sich seine Allergie erklären.

Es fällt auf, dass es Lebenssituationen gibt, in denen Allergien selten in Erscheinung treten, nämlich dann, wenn der Betroffene auf einem höheren Stressniveau [lebt37 z.B. bei Auslandsaufenthalten und im Krieg.38]


34 Stemmann, Ernst August et al., Allergie – ein Schicksal aus Lebensstil oder Veranlagung? Umweltpanorama, 3 2004, 12–14, 12.

35 Das Amygdala gehört zu dem so genannten limbischen System, welches die dem Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) direkt übergeordnete Zentrale ist. Von ihm gehen Affektbetonung und emotionale Antriebe aus, und es beeinflusst ferner die vegetative Innervation der inneren Organe. Störungen des limbischen Systems verursachen Angstgefühle und Aggressionshandlungen.

36 Peptid, aus Aminosäuren unter Wasseraustritt gebildetes Kondensationsprodukt. Goldmann Lexikon.

[37 Derartige Situationen ahmt der Kranke gewissermaßen nach, wenn er sich durch regelmäßige tägliche Einnahme von Medikamenten wie z.B. Kortison medikamentös chronisch unter Stress setzt.

38 In den untersuchten Zeitraum fallen sowohl die Kriege in Afghanistan als auch im Irak. Die Rückwirkungen dieser Kriege auf die Allergien werden erst in den kommenden Jahren statistisch erfasst werden können.]

Die ISAAC Studie an über 460.000 Kindern aus 56 Ländern hat ergeben, dass Asthma, Neurodermitis, allergischer Schnupfen nur in Ländern mit westlichem Lebensstil vermehrt auftreten. Die allergischen Krankheiten haben also etwas mit der Art zu tun, wie eine Gesellschaft lebt. Aus psychosomatischer Sicht beinhaltet der western lifestyle vor allem Stress und Überforderung.

[...]

[...] Der so entstehende unkontrollierbare Stress und die einweißhaltige Substanz werden zeitgleich vom Gehirn wahrgenommen, konditioniert und im Langzeitgedächtnis gespeichert. Die eiweißhaltige Substanz (z. B. Pollen, Tierschuppen, Nahrungsmittel) ist jetzt zum Allergen geworden, weil sie bei künftigem Kontakt das Gehirn an das traumatische Ereignis erinnert und über Amygdala, Hypothalamus eine Abwehrreaktion über das vegetative Nervensystem, Stresshormone und Peptide (kleine Eiweiße) auslöst. Allergische Krankheiten sind somit echte psycho-somatische Leiden, deren überempfindliche Organreaktion und Entzündung zentral, vom Gehirn über das vegetative Nervensystem und den Blutweg (Stresshormone, Peptide) bedingt sind.

[...]

Solange der Betroffene unter Stress steht, hat er – so unglaublich es klingt – keine Beschwerden. Sichtbar werden die allergischen Symptome erst, wenn der Stress abfällt, d. h. wenn die Sympathikotonie des vegetativen Nervensystems in die Vagotonie umschlägt:

[...]

Was macht der Allergiekranke in einer derartigen Situation? Ganz einfach, er erzeugt halt wieder Stress, indem er als Medikament Stresshormone (z. B. Sympathomimetika, Kortison) zu sich nimmt und somit seine Symptome coupiert. Erst wenn der Betroffene den zweizeitigen Verlauf seiner Krankheit kennt, kann er sich seine Allergie erklären.

Anmerkungen

Quelle ist in Fn. 34 genannt - jedoch kein Hinweis auf Art und Umfang der Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[17.] Asc/Fragment 055 07 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 20:49 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 12:23 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 55, Zeilen: 7-15
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 48, 50, Zeilen: 48: 03-07; 50: 01-05
In diesem Kapitel widme ich mich – basierend auf Susan Sontag – verschiedenen Ansätzen zu dem Komplex Krankheit und Literatur, um einen Überblick über mögliche Darstellungen dieses Verhältnisses zu geben. Es zeigt, welche theoretischen Möglichkeiten und Probleme auftauchen, wenn Krankheit in ihrer ästhetischen Darstellung betrachtet wird.

Untersucht man die Thematik der Krankheit in der Literatur um die Jahrhundertwende, geraten die Fragen nach der Beziehung von empirischer und ästhetischer Krankheit in den Vordergrund. Sind Degeneration, Schizophrenie oder Neurasthenie als empirische oder ästhetische Krankheiten zu betrachten?2 In welchem Diskurs und mit welchen Charakteristika behaftet, tauchen diese Krankheitsbil[der auf?]


2 Kottow, Andrea, Der kranke Mann. Zu den Dichotomien Krankheit / Gesundheit und Weiblichkeit / Männlichkeit in den Texten um 1900. Dissertation, Charité - Universitätsmedizin Berlin, 2004, 50.

Im folgenden Kapitel werde ich mich verschiedenen Ansätzen zu dem Komplex Krankheit und Literatur widmen, um einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen, dieses Verhältnis zu denken und darzustellen. In diesem Kapitel soll gezeigt werden, welche theoretischen Möglichkeiten und Probleme auftauchen, wenn Krankheit in ihrer ästhetischen Repräsentation betrachtet wird.

[Seite 50]

Untersucht man die Thematik der Krankheit um die Jahrhundertwende, geraten die oben gestellten Fragen nach der Beziehung von empirischer und ästhetischer Krankheit in den Vordergrund. Sind ‚Degeneration‘, Neurasthenie, Hysterie als empirische oder ästhetische Krankheiten zu betrachten? In welchen Diskursen und mit welchen Charakteristika behaftet tauchen diese Krankheitsbilder auf?

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Art und Umfang der Übernahmen.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[18.] Asc/Fragment 056 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 20:48 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 12:26 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kottow 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Kottow 2004
Seite(n): 48, 49, Zeilen: 48:26 - 49:18
[In welchem Diskurs und mit welchen Charakteristika behaftet, tauchen diese Krankheitsbil-]der auf? Inwiefern ist der medizinische Diskurs über diese Krankheiten mit ihrer literarischen Darstellung und Verarbeitung zu vergleichen?

Eine der wichtigsten Fragen, die auftauchen, wenn es um die theoretische Beschreibung des Verhältnisses von Krankheit und Literatur geht, gilt der Bezugnahme auf „empirische“ Krankheit und den Repräsentationen von Krankheit.3 Die erste theoretische Entscheidung, die getroffen werden muss, ist die Akzeptanz oder Ablehnung der Trennlinie zwischen Empirie und Repräsentation. Gibt es eine Realität, die den repräsentativen Vorstellungen von Realität vorausgeht, oder konstituiert sich „Realität“ nur über Repräsentationen?4 Diskursanalytische Ansätze, die sich an Foucault orientieren, sehen den Diskurs als eine im Ensemble der Sprachcluster mittransportierte Weltansicht, also die subjektunabhängige Verknüpfung von Elementen und Argumenten.5 Deshalb können Diskurse in diesem Kontext mit Repräsentation gleichgesetzt werden.6 Jegliche soziale Praxis fällt unter den Begriff des „Diskurses“: Dieser ist die einzige Möglichkeit, mit der und über die „Realität“ zu kommunizieren.

Eine andere Fragestellung setzt die verschiedenen Formen der Repräsentation von Krankheit in Beziehung.7 Ist ein literarisch gezeichnetes Bild von Krankheit etwas anderes als eine wissenschaftliche Konstruktion von Krankheit? In poststrukturalistischen Anschauungsweisen, denen der Begriff des „Textes“ zu Grunde liegt, sind kulturelle Diskurse und Praktiken als Zeichensysteme zu verstehen, die eine eigene Bedeutung aufweisen und eine Ebene der Bezugnahme zu anderen Kommunikationssystemen besitzen.8 Von innen her bildet ein spezifischer kultureller Diskurs ein System, dessen Elemente in diesem Modell aufeinander bezogen sind. Auf einer anderen Ebene kommuniziert dieses Zeichensystem mit anderen Modellen, die aus anderen Elementen zusammengesetzt sind. Unterschiedliche Zeichensysteme können in ihren differenten Funktionsweisen verglichen werden. Es handelt sich jeweils um Repräsentationssysteme, die zwar auf interner Ebene verschiede-[ne Regulierungsmechanismen aufweisen, deren Bezug zur „Realität“ jedoch durch ähnliche Entfremdungscharakteristika gekennzeichnet ist.9]


3 Kottow 2004, 48.

4 Ebd., 50.

5 www.utb-stuttgart.de/2791_Leseprobe.pdf – 05.04.2009, 228.

6 Kottow 2004, 48.

7 Ebd., 49.

8 Ebd.

Eine der zentralen Fragen, die auftauchen, wenn es um die Theoretisierung des Verhältnisses von Krankheit und Literatur geht, richtet sich auf die Bezugnahme auf ‚empirische’ Krankheit und Repräsentationen von Krankheit. Die erste theoretische Entscheidung, die hierbei fallen muss, ist die Akzeptanz oder Ablehnung der Trennungslinie zwischen Empirie und Repräsentation. Gibt es eine Realität, die den repräsentativen Vorstellungen von Realität vorausgeht oder konstituiert sich ‚Realität’ nur über Repräsentationen? Diskursanalytische Ansätze, die sich an Foucault anlehnen, negieren die Möglichkeit der Aussage über eine

[Seite 49]

außerhalb des Diskurses liegende Realität. Diskurs kann in diesem Kontext mit Repräsentation gleichgesetzt werden. Jegliche soziale Praxis fällt unter den Begriff des ‚Diskurses’: Dieser ist die einzige Möglichkeit, mit der und über die ‚Realität’ zu kommunizieren.

Eine andere Fragestellung stellt die verschiedenen Formen der Repräsentation von Krankheit in Beziehung. Ist ein literarisches Bild von Krankheit anders als eine wissenschaftliche Konstruktion von Krankheit? Lassen sich Funktionsweise und Operationsmechanismen unterschiedlicher Diskurse vergleichen? In poststrukturalistischen Anschauungsweisen, denen der Begriff des ‚Textes’ zu Grunde liegt, sind kulturelle Diskurse und Praktiken als Zeichensysteme zu verstehen, die eine immanente Dimension aufweisen und eine Ebene der Bezugnahme zu anderen Kommunikationssystemen besitzen. Intrinsisch bildet ein spezifischer kultureller Diskurs ein System, dessen Elemente in diesem Modell aufeinander bezogen sind. Auf einer anderen Ebene kommuniziert dieses Zeichensystem mit anderen Modellen, die aus anderen Baussteinen konstituiert werden. Unterschiedliche Zeichensysteme können in ihren differenten Funktionsweisen verglichen werden. Es handelt sich jeweils um Repräsentationssysteme, die zwar auf interner Ebene verschiedene Regulierungsmechanismen aufweisen, deren Bezug zur ‚Realität’ jedoch durch ähnliche Entfremdungscharakteristika markiert ist.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Art und Umfang der Übernahmen.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[19.] Asc/Fragment 022 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 20:05 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 12:07 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stemmann et al 2004

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 01 ff. (komplett)
Quelle: Stemmann et al 2004
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
[Hinzu kommt noch erschwerend, dass der Betroffene nicht weiß, was geschehen ist, denn die Symptome] treten erst zu einem Zeitpunkt auf, an dem das Stressereignis vorüber ist.42

Das Leid, das allergische Krankheiten wie Neurodermitis oder Urtikaria mit sich bringen, betrifft auch die Angehörigen. Durch vermehrte Zuwendung versuchen sie, das Leiden der betroffenen Person zu lindern. Dieses Verhalten kann – im Gegensatz zu der akuten Erkrankung – bei der chronischen Krankheit zu einer Verstärkung und Fixierung des Leidens führen, da das Zwischenhirn Verhaltensweisen wie Jucken oder Niesen unbewusst verstärkt und wiederholt auslöst.43 Aus psychosomatischer Sicht kristallisieren sich zusammenfassend folgende drei Punkte heraus:

• Allergien sind keine schicksalhafte Erkrankung.

• Allergische Erkrankungen hängen vom Lebensstil der Menschen innerhalb einer Gesellschaft ab. Lebenssituationen, die die Stressbelastung des Menschen erhöhen und ihn im täglichen Leben überfordern, fördern das Auftreten von Allergien. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Vorbeugung der Krankheit ziehen: ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stress und Erholung, Gefühle zulassen und kommunizieren sowie Entscheidungen treffen und damit Probleme lösen.

• Die allergische Krankheit kann der Betroffene selbst heilen. Wenn es psychosomatische Krankheit gibt, gibt es auch psychosomatische Gesundheit.44


42 Stemmann et al. 2004, 12.

43 Ebd.

44 Ebd. Der Allergiekranke lernt, mit bestimmten Stresssituationen erfolgreich umzugehen. Dies kann durch Herabsetzung des Lebensstresses mit Hilfe von entspannenden Verfahren oder mit Hilfe von aktiver Verarbeitung der traumatischen Situation geschehen. Wenn der Betroffene danach in Kontakt mit einem Allergen kommt, löst es über das Gehirn keine Abwehrreaktion und somit auch keine Beschwerden aus.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Betroffene nicht weiß, was geschehen ist, denn seine Symptome treten erst zu einem Zeitpunkt auf, an dem das Stresserlebnis längst vorüber ist und deshalb gelten traumatische Erlebnisse nicht als Ursache der Allergien.

Durch das Leid, das allergische Krankheiten wie Asthma, Neurodermitis, Rhinokonjunktivitis verursachen, werden auch die gesunden Angehörigen mit in das Geschehen hineingezogen. Sie versuchen durch vermehrte Zuwendung, das Leiden des Betroffenen zu bessern. Im Gegensatz zu der akuten Krankheit führt Zuwendung bei der chronischen Krankheit leider zu einer Verstärkung und Fixierung des Leidens. Das liegt an der Funktionsweise des Zwischenhirns, das Verhaltensweisen, die z. B. Kratzen, Husten, Niesen, falls sie beachtet werden, unbewusst ständig verstärkt und wiederholt auslöst.

1. Die Allergie ist keine schicksalhafte Erkrankung, weil der Betroffene genetisch belastet ist. Allergien können prinzipiell alle Menschen unabhängig von Erbgut oder Veranlagung ereilen, da alle Menschen in die o. a. Situation geraten, sich „verfühlen“ und allergisch krank werden können. Außerdem muss der genetisch Belastete auch nicht schicksalhaft erkranken.

2. Allergische Krankheiten sind abhängig von der Art, wie Menschen in einer Gesellschaft leben. Lebensstile, die die Stressbelastung des Menschen erhöhen und ihn im täglichen Leben überfordern, begünstigen das Auftreten von Allergien. Daraus ergeben sich Hinweise zur Vorbeugung: ein vernünftiges Verhältnis zwischen Stress und Erholung, Gefühle zulassen und äußern, Entscheidungen treffen, d. h. Probleme lösen – und das in dem Glauben, dass man sein Leben selbst bestimmt und dass es immer Hilfe gibt (Autonomie).

3. Die allergische Krankheit kann der Betroffene selbst heilen. Wenn es psychosomatische Krankheit gibt, so gibt es auch psychosomatische Gesundheit. Die Allergie ist erlernt und kann auch wieder verlernt werden.

Der Allergiekranke lernt, sich an bestimmte Stressoren zu gewöhnen. Dies geschieht zum einen durch Herabsetzung seines Lebensstress, durch entspannende Verfahren, zum anderen dadurch, indem er sich der traumatischen Situation, die ihn hat krank werden lassen, stellt und sie aktiv verarbeitet (z. B. Überwindung der Trennungsangst bei der Neurodermitis durch ein Trennungs-Bindungs-Training). Kommt danach der Betroffene in Kontakt mit einem Allergen, so löst es über das Gehirn keine Abwehrreaktion und somit auch keine Beschwerden mehr aus.

Anmerkungen

Trotz mehrmaliger Hinweise auf die Quelle in den Fußnoten bleiben Art und Umfang der Übernahmen ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[20.] Asc/Fragment 023 05 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 19:25 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 09:53 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stux 2005, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 6-24
Quelle: Stux 2005
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
Eine Studie46 des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité in Berlin im Jahr 2004 hat belegt, dass es neun von zehn Allergikern auch sechs Monate nach der Behandlung deutlich besser ging. Noch höher lag die Besserungsrate bei Asthma.

Die Erklärung für die guten Therapieerfolge liefert die Theorie der chinesischen Medizin. Bei Allergien liegt eine grundlegende Schwäche des Milz-Pankreas-Organsystems, der Funktion der oberen Verdauungsorgane, vor. Bei Heuschnupfen ist als deren Folge die Lebensenergie der oberen Atmungsorgane überschießend. Deshalb kommt es in den Nasenschleimhäuten zu übermäßiger Sekretproduktion und zu Überreizung in Form von Jucken und Rötungen der Augen- und Nasenschleimhäute. Mit Hilfe der Akupunktur wird zunächst die geschwächte Milz gestärkt, und durch die ableitende Nadelung wird der Füllezustand des Yang-Anteils der Lunge gedämpft. Das resultiert in der Harmonisierung der oberen Atemwege und der Wiederherstellung der normalen Funktion der Schleimhäute.

Beim Asthma unterscheidet man in der chinesischen Medizin den Fülle- oder Schwächetyp. Bei Asthma mit Schwächestörung ist oft auch die Nierenenergie geschwächt. Asthma vom Fülletyp ist meist durch Husten und Ansammlung von Schleim gekennzeichnet. Mit Hilfe der Nadelung kann ein nachhaltiger Behandlungserfolg erzielt werden.


46 Die TK-Akupunktur-Studie, an der über 250 000 Patienten und ungefähr 10 000 niedergelassene Ärzte teilgenommen haben, wurde im Auftrag der Techniker Krankenkasse drei Jahre lang in Kooperation mit der Charité Berlin durchgeführt.

Jetzt liegt endlich der wissenschaftliche Beweis vor, dass Akupunktur in der Routineversorgung wirksam und sicher ist" so der Projektleiter Professor Dr. Stefan Willich, Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité in Berlin. Neun von zehn Allergikern ging es auch sechs Monate nach der Behandlung noch deutlich besser. Noch höher lag die Besserungsrate bei Arthroseschmerzen (85 Prozent), Asthma (82 Prozent) und Dysmenorrhoe (85 Prozent) (Pressekonferenz der Techniker Krankenkasse im Januar 2004).

[...]

Die Erklärung für die guten Therapieerfolge liefert die Theorie der chinesischen Medizin: Bei Allergien ist eine grundlegende Schwäche des Milz-Pankreas-Organsystems, der Funktion der oberen Verdauungsorgane zu finden. Bei Heuschnupfen ist als deren Folge die Lebensenergie der oberen Atmungsorgane überschießend. Dadurch kommt es zu vermehrter Funktion der Nasenschleimhäute mit übermäßiger Sekretproduktion und Überreizung in Form von Jucken und Rötung der Augen- und Nasenschleimhäute.

Mit Hilfe der Akupunktur stärkt man zunächst die geschwächte „Milz“, und dämpft durch „ableitende“ Nadelung den Füllezustand des Yang-Anteils der Lunge. [...]

Bei Asthma mit Schwächestörung der Lunge ist oft auch die Nierenenergie geschwächt. Asthma vom Fülletyp ist meist durch Husten und Ansammlung von Schleim gekennzeichnet.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[21.] Asc/Fragment 079 15 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:39 Graf Isolan
Erstellt: 20. September 2013, 15:49 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Hülstrunk 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 15-29
Quelle: Hülstrunk 2000
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit der Neuen Innerlichkeit und dem

Psychoboom der 1970er Jahre. Das ästhetische Interesse an Krankheiten bezieht sich vor allem auf psychische und psychosomatische Krankheiten (Krebs, Depression), die als rätselhaft angesehen werden.

Krebs wurde als böse, hässliche Krankheit wahrgenommen, die verunstaltet, unnatürlich, wuchernd, erdrückend, ungeistig und unsinnlich ist. Er wird als Ausdruck unterdrückter Aggression gesehen, der die Vitalität, den Appetit und die Begierde tötet. Der Krebstod ist schmerzhaft, unästhetisch und elend. Krebs wird als eine gängige Metapher für eine korrupte und verdorbene Gesellschaft, Normabweichler und Oppositionelle gebraucht. In der Gesellschaft sehen sich – laut Sontag – Krebskranke als „loser“, als willensschwache Menschen.

Während Krebs von innen böse wuchert, sind Allergien das Fremde, der Feind, der von außen eindringt, eine unfassbare Krankheit, die alle Menschen unabhängig von Erbgut und Veranlagung treffen kann. Auch gesellschaftlich gesehen ist das Kranke häufig das Fremde, das Unverstandene. Daher werden Krankheitsur[sachen möglichst weit weggeschoben:]

Die Entwicklung steht in Zusammenhang mit der sog. Neuen Innerlichkeit und dem Psychoboom der 70er. Das ästhetische Interesse an Krankheiten bezieht sich vor allem auf psychische und psychosomatische Krankheiten (v.a. Schizophrenie, Depression, Krebs) als rätselhafte, kaum heilbare Krankheiten.

[...]

Krebs gilt als böse, häßliche Krankheit, aggressiv. verunstaltend verzerrt, unnatürlich, wuchernd, ausbreitend, erstickend, erdrückend, ungeistig, unsinnlich. (undurchschaubarer Körper) Ausdruck unterdrückter Aggressionen, tötet Vitalität, Appetit, Begierde. Der Krebstod ist zumeist schmerzhaft, unästhetisch, elend. Krebs ist eine gängige Metapher für eine korrupte, verdorbene Gesellschaft, aber auch für Normabweichler, Oppositionelle, die Stadt als sich ausbreitendes Krebstgeschwulst. Diktaturen gebrauchen die Krebsmetapher gerne.

[...]

Während Krebs von Innen böse wuchert, ist Aids das Fremde, der Feind der von Außen eindringt, eine Art Invasion von Aliens in den Körper. Auch gesellschaftlich gesehen, ist das Kranke häufig auch das Fremde, das Unverstandene. Daher werden Krankheitsursachen auch möglichst weit weg geschoben.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[22.] Asc/Fragment 085 02 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:36 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 08:22 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 85, Zeilen: 03-27
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 37-38, Zeilen: 37: 31 - 38:20
Krankheit selbst war eine Metapher für die Sterblichkeit und Hinfälligkeit des Menschen. Man sah in der Krankheit den „Belagerer“, später, mit der Entdeckung des Tuberkelbakteriums 1882 und des Choleraerregers im darauf folgenden Jahr durch Robert Koch, erkannte man den „Eindringling“, der die Krankheit verursachte.

Eine Krankheit galt nun als „Invasion“ körperfremder Organismen, auf die der Körper mit eigenen „militärischen“ Operationen reagiert, indem er seine immunologischen „Abwehrkräfte“ mobilisiert. Werden militärische Metaphern im Sprachgebrauch verwendet, so wird etwas implizit als Krieg angesehen. Dadurch geraten die informativen Momente, die für eine objektive Berichterstattung von Nöten wären, aus dem Blick.

Krankheit als Metapher beherrscht die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung: Krankheit wird als etwas bezeichnet, was in die Gesellschaft eindringt, und die Bemühungen um Verringerung der Sterblichkeitsrate bei einer bestimmten Krankheit verstehen sich als „Kampf“, als „Ringen“ und als „Krieg“. Beliebt geworden ist die Kriegsmetaphorik zu Beginn des letzten Jahrhunderts, und zwar in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg in den Aufklärungskampagnen über Syphilis und nach dem ersten Weltkrieg über Tuberkulose. Waren es einst der Arzt, die Kirche oder das soziale Umfeld, die den Krieg gegen die Krankheit führten, so ist es heute die ganze Gesellschaft. Diese Transformation des Krieges in einen Anlass zur ideologischen Massenmobilisierung hat die Kriegsmetaphorik für Erziehungskampagnen wertvoll gemacht, deren Ziel nun die Vernichtung des Feindes „Krankheit“ war. „We had wars against poverty, now replaced by 'the war on drugs,' as well as wars against specific diseases, such as cancer.“70

Militärische Bilder in Artikeln über Krankheiten sind häufig.


70 Sontag 1991, 96.

Krankheit selbst war früher eine Metapher für die Sterblichkeit und Hinfälligkeit des Menschen. Man sah in der Krankheit den ‘Belagerer’, später den ‘Eindringling’. Mit der

[Seite 38]

Entdeckung des Tuberkelbakteriums 1882 und des Choleraerregers im darauffolgenden Jahr durch Robert Koch erkannte man den ‘Eindringling’, der die Krankheit verursacht. Die militärische Metapher kam in der Medizin erstmals in Gebrauch. Eine Krankheit galt nun als ‘Invasion’ körperfremder Organismen auf die der Körper mit eigenen ‘militärischen’ Operationen reagiert, indem er seine immunologischen ‘Abwehrkräfte’ mobilisiert.

Krankheit als Metapher beherrscht auch die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung: „Krankheit wird als etwas bezeichnet, was in die Gesellschaft eindringt und die Bemühungen um Verringerung der Sterblichkeitsrate bei einer bestimmten Krankheit verstehen sich selbst als ‘Kampf’, als ‘Ringen’ und als ‘Krieg’. Beliebt geworden ist die Kriegsmetaphorik zu Beginn des letzten Jahrhunderts, und zwar in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg in den Aufklärungskampagnen gegen die Syphilis und nach dem Weltkrieg gegen die Tuberkulose ... War es einst nur der Arzt, der das bellum contra morbum, den Krieg gegen die Krankheit, führte, so ist es heute die ganze Gesellschaft. Diese Transformation des Krieges in einen Anlaß zur ideologischen Massenmobilisierung hat die Kriegsmetaphorik für Erziehungskampagnen wertvoll gemacht, deren Ziel nun die Vernichtung eines Feindes war. Wir haben den Krieg gegen die Armut erlebt, den ‘Krieg gegen Drogen’, schließlich den Krieg gegen einzelne Krankheiten wie etwa den Krebs.“ (Sontag 1989:12)

Militärische Bilder in Artikeln über Krankheiten sind häufig.


Sontag, Susan: AIDS und seine Metaphern. Hanser. München 1989.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[23.] Asc/Fragment 087 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:32 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 08:32 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 87, Zeilen: 1-3
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 40, Zeilen: 15-20
[Susan Sontag schrieb, dass die ehrlichste Weise, sich mit Krankheiten auseinanderzusetzen und die gesündeste Weise krank zu sein, darin bestehe, sich soweit wie] möglich von metaphorischem Denken zu lösen, ihm größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen.72 Man könne zwar ohne Metaphern nicht denken, allerdings gäbe es Bilder und Vergleiche, die man abschaffen sollte.

72 Sontag 1991, 7.

Susan Sontag (1981:5) schrieb, daß die ehrlichste Weise, sich mit Krankheiten auseinanderzusetzen und die gesündeste Weise krank zu sein, darin bestehe, sich soweit wie möglich von metaphorischem Denken zu lösen, ihm größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen. Weiterhin stellte sie fest, daß man ohne Metaphern nicht denken kann, allerdings gibt es Bilder und Vergleiche, welche man abschaffen sollte.

Sontag, Susan: Krankheit als Metapher. Fischer Taschenbuchverlag. Frankfurt am Main 1981.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[24.] Asc/Fragment 075 18 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:29 Graf Isolan
Erstellt: 20. September 2013, 15:23 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Hülstrunk 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 75, Zeilen: 18-26
Quelle: Hülstrunk 2000
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
Der Begriff Krankheit lässt sich ohne sein Pendant Gesundheit nicht denken. Bei genauerer Überlegung stellt man fest, dass beide Begriffe wenig mit der Beschreibung eines objektiven Begriffs zu tun haben, da die gesellschaftlichen und individuellen Vorstellungen von dem, was beide Wörter implizieren, zu unterschiedlich sind.52 Dem einen erscheinen die „Gesunden“ als die wahren Kranken und umgekehrt.

Die Begriffe Krankheit und Gesundheit sind offenbar Bestandteil von Definitionen, mit denen eine Gesellschaft etwas als normal oder abnormal bezeichnet. Beide Begriffe gehören also in ein normatives Wertesystem und bilden ein Paar, ähnlich [wie positiv/negativ, gut/böse oder wahr/falsch.]


52 www.soundslikepoetry.de/krankheit.htm – 11.07.2008.

Der Begriff der Krankheit läßt sich ohne den Begriff der Gesundheit nicht denken. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich, daß beide Begriffe wenig mit der Beschreibung eines objektiven Zustands zu tun haben. Zu unterschiedlich sind die gesellschaftlichen und individuellen Vorstellungen von dem was krank und was gesund ist. Dem einen erscheinen die "Gesunden" als die wahrhaft Kranken und umgekehrt. In einer irrsinnigen Welt, wer ist da "verrückt".

Die Begriffe Krankheit und Gesundheit sind offenbar Bestandteil von Definitionen mit denen eine Gesellschaft aber auch der Einzelne etwas als normal oder nicht normal bezeichnet. Die beiden Begriffe gehören damit in ein normatives Wertesystem und bilden ein Wertepaar analog zu: positiv/negativ, normal/unnormal, gut/böse, schön/ häßlich, wahr/falsch, natürlich/unnatürlich.

Anmerkungen

Quelle ist in Fn. genannt und über Umwege identifizierbar - Art und Umfang der Übernahmen jedoch nicht.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[25.] Asc/Fragment 069 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:25 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 15:39 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, KomplettPlagiat, Media-Mania 2009, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
KomplettPlagiat
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 1-15
Quelle: Media-Mania 2009
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
Lakoff zeigt, dass Metaphern nicht nur unbewusst wirken, indem sie bestimmte Werte vermitteln. Sie machen auch „denkblind“. Metaphern verhindern, dass wir bestimmte Zusammenhänge erkennen und so zu alternativen Denkmodellen kommen. Ganz explizit analysiert Lakoff den so genannten [sic] Kampf gegen den Terrorismus. Er wendet sich bereits gegen den Begriff des Terrors (das englische ‚terror’ bedeutet Angst), der ein Gefühl an die Stelle einer differenzierten Analyse eines politisch motivierten Verbrechens setzt. Ebenso gefährlich sind die Übertragungen familiärer Modelle in den Bereich der Politik.

Mehrere Metaphern aus demselben bildspendenden Bereich nennt Lakoff Metaphernkomplexe. Manche sind so erfolgreich, dass sie uns kaum bewusst werden. So treten in Auseinanderstzungen sehr häufig Metaphern aus dem Bereich des Zweikampfes und Krieges auf und verhindern so, dass wir Diskussionen als Kooperationen begreifen können. Und im Falle des Irakkriegs waren familiäre und emotionale Metaphern so erfolgreich, dass sie den Krieg unhinterfragt in den Journalismus hineingetragen haben und von dort aus in die (amerikanische) Bevölkerung.

Lakoff zeigt, dass Metaphern nicht nur unbewusst wirken, indem sie bestimmte Werte vermitteln. Sie machen auch denk"blind". Metaphern verhindern, dass wir bestimmte Zusammenhänge erkennen und so zu alternativen Denkmodellen kommen.

Ganz explizit analysiert Lakoff den sogenannten Kampf gegen den Terrorismus. Er wendet sich bereits gegen den Begriff des Terrors (das englische ,terror' bedeutet Schrecken), der ein Gefühl an die Stelle einer differenzierten Analyse eines politisch motivierten Verbrechens setzt. Ebenso gefährlich sind die Übertragungen familiärer Modelle in den Bereich der Politik.

Mehrere Metaphern aus demselben bildspendenden Bereich nennt Lakoff Metaphernkomplexe. Manche sind so erfolgreich, dass sie uns kaum bewusst werden. So werden Diskussionen sehr häufig mit Metaphern aus dem Bereich des Zweikampfes und Krieges verdeutlicht und verhindern so, dass wir Diskussionen als Kooperationen begreifen können. Und im Falle des Irakkriegs waren familiäre und emotionale Metaphern so erfolgreich, dass sie den Krieg unhinterfragt in den Journalismus hineingetragen haben und von dort aus in die (amerikanische) Bevölkerung.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[26.] Asc/Fragment 070 03 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:18 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 16:26 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Weihe 2002

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 3-13
Quelle: Weihe 2002
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
Beide Theorien bestätigen Sontags Ansicht, dass sich die zivile Sprache militärisch aufgerüstet hat. Allenthalben hat militärstrategisches Vokabular Einzug in den Alltag gehalten, in den Sport, in den Unternehmensjargon, die Soziologie und Psychologie, in den Medienbereich. Unser Alltagsleben ist bestimmt von einem Sprechen, das Grenzen zieht und das zivile Territorium zum Kriegsschauplatz erklärt. „Feindliche Übernahme“, „Kohortenstudie“, „Zielgruppe“, dies alles ist mehr als die bloße Auflistung von Redensarten, die martialische Metaphern ausleihen. Eher weist es auf eine zivile Ordnung, in der unterhalb einer gewissen Schwelle ein unerklärter Krieg ausgefochten wird. Wenn der Kriegerkörper aber dem zivilen Körper nicht äußerlich ist, dann zirkuliert ebenso die Sprache des Zivilen und infiltriert das Militärische. Dass sich die zivile Sprache militärisch aufgerüstet hat, kann als allgemein anerkannte Tatsache vorausgesetzt werden. Allenthalben hat militärstrategisches Vokabular Einzug in den Alltag gehalten, im Sport, im Unternehmensjargon, der Soziologie und Psychologie, im Medienbereich. Unser Alltagsleben ist bestimmt von einem Sprechen, dass Grenzen zieht und das zivile Territorium zum Feld der Kriegsführung erklärt. "Angriffsfußball", "Kriegskasse", "feindliche Übernahme", "Kohortenstudie", "Zielgruppe", dies alles ist mehr als die bloße Auflistung von Redensarten, die martialische Metaphern ausleihen. Eher weist es auf eine zivile Ordnung, in der unterhalb einer gewissen Schwelle ein unerklärter Krieg ausgefochten wird. Wenn der Kriegerkörper aber dem zivilen Körper nicht äußerlich ist, dann zirkuliert ebenso die Sprache des Zivilen und infiltriert das Militärische.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[27.] Asc/Fragment 071 15 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:17 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 16:39 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Kovacs 2009, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 71, Zeilen: 15-21
Quelle: Kovacs 2009
Seite(n): 0, Zeilen: 0
Die Medizin ist wegen ihrer wachsenden Komplexität immer stärker auf sprachliche Vereinfachung und Analogien – auf Metaphern – angewiesen. Diese können dabei eine Wirkungsmacht entfalten, die unterschiedlich wohltuende oder abträgliche Konsequenzen für ihre Rezipienten haben. Mit welcher Absicht Metaphern verwendet werden, welche nicht beabsichtigten Funktionen, Missverständnisse und Kommunikationsfallen mit ihnen einhergehen, welches gesellschaftlich relevante Selbstbild der Medizin durch sie erzeugt wird, soll diese Arbeit veranschaulichen. Die Medizin ist wegen ihrer wachsenden Komplexität immer stärker auf sprachliche Vereinfachung und Analogien - kurz: auf Metaphern - angewiesen. Diese können dabei eine Wirkungsmacht entfalten, die unterschiedlich wohltuende oder abträgliche Konsequenzen für ihre Rezipienten haben. Ausgehend von wissenschaftstheoretischen Ansätzen, welche den Konstruktionsaspekt von Erkenntnis hervorheben, wird diese Wirkungsmacht der Metaphern untersucht. Mit welcher Absicht Metaphern verwendet werden, welche nichtbeabsichtigten Funktionen, Missverständnisse und Kommunikationsfallen mit ihnen einhergehen, welches gesellschaftlich relevante Selbstbild der Medizin durch sie erzeugt wird und wie man unerwünschten Folgen der Metapherndeutung vorbeugen kann, veranschaulicht dieses Buch und formuliert Vorschläge für den Gebrauch von Sprachbildern im medizinischen Diskurs.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[28.] Asc/Fragment 072 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:16 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 14:35 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Käser 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 72, Zeilen: 2-28
Quelle: Käser 1998
Seite(n): 0, Zeilen: 0
Die kulturelle Bedeutung der modernen Medizin ist zwiespältig. Lange Zeit galt

sie unbestritten als Hauptmodell, wenn es darum ging, den humanen Sinn wissenschaftlichen Fortschritts zu belegen. Die Zeit der imageprägenden Erfolge, wie sie seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts durch Bakteriologie und Hygiene zu verzeichnen waren, scheint heute vorbei zu sein. Jetzt prägen u.a. Allergien den kulturellen Diskurs über moderne Medizin und über ihre Grenzen. In den letzten Jahren wurden in Bezug auf diese Krankheit zwar erstaunliche Forschungsresultate erzielt, doch dem Wissenszuwachs in Grundlagenforschung und Diagnostik stehen immer wieder verbesserungswürdige Therapien46 gegenüber. Für kritische Beobachter ist dies Grund genug anzunehmen, dass Allergien eine tief greifende Wandlung unserer kulturellen Einstellung zu Krankheit und Medizin erzwingen werden.

Die Medizin entscheidet nie nur über den Einzelfall; denn die Konstruktion der Kategorien, unter die der Einzelfall in der Sprache wie in der Praxis eingeordnet wird, ist ein sozialer, kultureller Prozess. Vor aller Therapie steht im medizinischen Diskurs die Definition von „gesund“ und „krank“, die Abgrenzung von „normal“ und „pathologisch“. Nicht die Heilkunst der Medizin steht hier zur Diskussion, sondern ihre Deutungsmacht, ihre Rhetorik.

Als Interpret von „Leben“ und von „Krankheit“ steht der medizinische Diskurs in kulturellem Zusammenhang mit anderen Diskursen, welche die Kompetenz beanspruchen, normbildend festzulegen, was zu tun und was zu lassen sei. Im Hinblick auf diese Konkurrenz verschiedener normbildender Diskurse in der Gesellschaft ist es von Interesse, die kritische Spiegelung der Medizin in der Literatur zu untersuchen; denn seit der Differenzierung von Wissenschaft und Kunst, seit der Mitte des 18. Jahrhunderts also, wurde die deutsche Literatur zum diskursiven Ort, wo alternative, von der Wissenschaft als indiskutabel abqualifizierte Interpretationen von Leben, Krankheit und Tod aufbewahrt und weiterentwickelt werden können.


46 Ein Beispiel: Der neue nicht-steroidale Zytokin-Hemmer Pimecrolimus (Elidel®, Douglan®) zur Neurodermitis-Therapie ist seit Oktober 2002 in Deutschland auf dem Markt. Pimecrolimus ist die zweite Substanz aus der Gruppe der Immunsupressiva zur Neurodermitis-Therapie.

Die kulturelle Bedeutung der modernen Medizin ist zwiespältig geworden. Lange Zeit galt sie unbestritten als Kardinalbeispiel, wenn es darum ging, den humanen Sinn wissenschaftlichen Fortschritts zu belegen. Doch die Zeit der imageprägenden Erfolge, wie sie seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts durch Bakteriologie und Chirurgie, Hygiene und Pharmazeutik zu verzeichnen waren, scheint heute vorbei zu sein. Jetzt prägt AIDS den kulturellen Diskurs über moderne Medizin und über ihre Grenzen. In den letzten Jahren wurden in bezug auf diese Krankheit zwar erstaunliche Forschungsresultate erzielt, doch dem Wissenszuwachs in Grundlagenforschung und Diagnostik entspricht keine durchschlagende Verbesserung der therapeutischen Möglichkeiten. Siegesmeldungen erwiesen sich allesamt als voreilig. Für kritische Beobachter ist dies Grund genug anzunehmen, daß AIDS eine tiefgreifende Wandlung unserer kulturellen Einstellung zu Krankheit und Medizin erzwingen werde. [...]

[...]

Nie entscheidet die Medizin nur über den Einzelfall; denn die Konstruktion der Kategorien, unter die der Einzelfall in der Sprache wie in der Praxis subsumiert wird, ist ein sozialer, kultureller Prozeß. Gerade die Gentechnologie und die dadurch ermöglichte Diagnose von `Erbkrankheiten´ respektive `Erbeigenschaften´ macht uns deutlich, daß es um etwas anderes geht als um die therapeutische Beseitigung eines wohldefinierten Übels. Vor aller Therapie steht im medizinischen Diskurs die Definition von `gesund´ und `krank´, die Abgrenzung von `normal´ und `pathologisch´. Nicht die Heilkunst der Medizin steht hier zur Diskussion, sondern ihre Deutungsmacht, ihre Rhetorik.

Als Interpret von `Leben´ und von `Krankheit´ steht der medizinische Diskurs in kulturellem Zusammenhang mit anderen Diskursen, welche die Kompetenz beanspruchen, normbildend festzulegen, was tunlich sei und was zu lassen wäre. Im Hinblick auf diese Konkurrenz verschiedener normbildender Diskurse in der Gesellschaft ist es von Interesse, die kritische Spiegelung der Medizin in der Literatur zu untersuchen; denn seit der Ausdifferenzierung von Wissenschaft und Kunst, seit der Mitte des 18. Jahrhunderts also, wurde Literatur zum diskursiven Ort, wo alternative, von der Wissenschaft als undiskutabel abqualifizierte Interpretationen von Leben, Krankheit und Tod aufbewahrt und weiterentwickelt werden können.(6)

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[29.] Asc/Fragment 080 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:15 Graf Isolan
Erstellt: 20. September 2013, 15:53 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Hülstrunk 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 80, Zeilen: 1-4
Quelle: Hülstrunk 2000
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
[Daher werden Krankheitsur-]sachen möglichst weit weggeschoben: Besonders bedrohliche Krankheiten nehmen angeblich immer ihren Ausgang in Afrika, Asien oder Amerika (eingeschleppt). Tatsächlich haben die Europäer mehr Krankheiten in die von ihnen kolonialisierten Länder getragen als umgekehrt. Besonders bedrohliche und gefährliche Krankheiten nehmen angeblich immer ihren Ausgang in Asien, Afrika, Amerika (eingeschleppt) Tatsächlich haben die Europäer mehr Krankheiten in die von ihnen kolonialisierten Länder eingeschleppt als umgekehrt.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[30.] Asc/Fragment 073 18 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:14 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 17:03 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Ohlhoff 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 73, Zeilen: 18-28
Quelle: Ohlhoff 2002
Seite(n): 78-79, Zeilen: 78:30 - 79:14
Über lange Zeit galten Metaphern eher als abgewertetes rhetorisches Element – etwas, das beispielsweise Politiker zur Manipulation der „Massen“ nutzen oder Literaten als poetische Zierde und Ausschmückung ihrer Werke einsetzen. Wissenschaftler hingegen haben Metaphern nur benutzt, wenn sie ihre Ergebnisse für die interessierte Öffentlichkeit publizierten, so das weit verbreitete Verständnis in den Naturwissenschaften.

Seit einiger Zeit werden Metaphern in ihrer Bedeutung auch für die Wissenschaft massiv aufgewertet. Man kann festgestellen, dass nahezu die gesamte Wissenschaft von verschiedenen metaphorischen Modellen durchzogen ist, die sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen: Zellen flüstern, Antikörper lauern Eindringlingen auf, Feinde werden bekämpft, Freunde durchgelassen, Proteine tragen Postleitzahlen [oder Botenstoffe bewegen sich wie Emails durchs Netz.]

Über lange Zeit galten Metaphern eher als abgewertetes rhetorisches Element - etwas, das beispielsweise Politiker zur Manipulation der ‚Massen’ nutzen, oder Literaten als poetische

[Seite 79]

Zierde und Ausschmückung ihrer Werke einsetzen. WissenschaftlerInnen hingegen sollten Metaphern allenfalls nutzen, wenn sie ihre Ergebnisse für die interessierte Öffentlichkeit aufbereiten, so das weit verbreitete Verständnis in den Naturwissenschaften.

Seit einiger Zeit werden Metaphern in ihrer Bedeutung auch für die Wissenschaft massiv aufgewertet. Festgestellt wird, dass nahezu die gesamte Wissenschaft von verschiedenen metaphorischen Modellen, die sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen, durchzogen ist.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[31.] Asc/Fragment 082 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:12 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 17:26 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Ohlhoff 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 82, Zeilen: 1-14
Quelle: Ohlhoff 2002
Seite(n): 79,81,81, Zeilen: 79:28 - 80:03, 81:03-12
[Man denke nur an den ‚Heiligen Gral der Genetik’62 – als Symbol für die Gesamtse-]quenz des menschlichen Genoms. Mit dieser Bezeichnung wurde eine Verbindung zwischen einem wissenschaftlichen Ansatz und einem Menschheitsmythos geschaffen, welche die Bedeutsamkeit dieses Projektes deutlich machen sollte und wohl auch deutlich gemacht hat.63

Im Verlauf des letzten Jahrhunderts erfuhr naturwissenschaftliche Bildung eine stetige Aufwertung und ist Teil der gesellschaftlichen Weltanschauung geworden, womit nun auf die didaktische Funktion der Metaphern eingegangen werden soll. Die verschiedenen Potenziale und Funktionen der Metapher können genutzt werden, um Lernenden dabei zu helfen, etwas Neues durch bildhaftes Anknüpfen an Bekanntes näher zu bringen. Dies ist gerade im Zusammenhang mit den oft komplexen und abstrakten Inhalten der Naturwissenschaften ein großer Vorteil. Die medialen Mittel und Instrumente, die populäres Wissen transportieren, sind dabei vielfältiger als zum Beispiel noch zu Zeiten der einfachen Bauklötzchen-Animationen als Modell für die DNA-Struktur.64


64 . [sic!]

Man denke nur an den ‚Heiligen Gral der Genetik’ - als Symbol für die Gesamtsequenz des menschlichen Genoms. Mit dieser

[Seite 80]

Bezeichnung wurde eine Verbindung zwischen einem wissenschaftlichen Projekt und einem Menschheitsmythos geschaffen, welche die Bedeutsamkeit dieses Projektes deutlich machen sollte und wohl auch deutlich gemacht hat (vgl. Kollek 1996: 137ff).

[Seite 81]

Im Verlauf des letzten Jahrhunderts erfuhr naturwissenschaftliche Bildung eine stetige Aufwertung und ist Teil der gesellschaftlichen Weltanschauung geworden, womit ich nun zum Abschluss dieser erweiterbaren Aufzählung die didaktische Funktion der Metaphern nennen möchte. Die verschiedenen Potentiale und Funktionen der Metapher können genutzt werden, um Lernenden dabei zu helfen, etwas Neues durch bildhaftes Anknüpfen an Bekanntes näher zubringen. Dies ist gerade im Zusammenhang mit den oft komplexen und abstrakten Inhalten der Naturwissenschaften ein großer Vorteil. Die medialen Mittel und Instrumente, die populäres Wissen transportieren, sind dabei vielfältiger geworden. Mit simplen Bauklötzchen-Animationen als Modell für die DNA-Struktur lockt man sozusagen keinen mehr hinter dem Ofen hervor.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[32.] Asc/Fragment 116 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:08 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 19:10 (Graf Isolan)
Asc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Wikipedia Time 2009

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 1-3
Quelle: Wikipedia Time 2009
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
[TIME versucht – im Gegensatz zur eher den Demokraten nahe stehenden Konkurrenz –, sehr stark] auf Distanz zu beiden großen Parteien zu gehen. Unter den Nachrichtenmagazinen auf dem US-Markt ist TIME Marktführer vor NEWSWEEK und U.S. NEWS & WORLD REPORT. Die Zeitschrift versucht im Gegensatz zur eher demokraten-nahen Konkurrenz sehr stark auf Distanz zu den beiden großen Parteien zu gehen.

[...]

[...] Auf dem US-Markt ist Time unter den Nachrichtenmagazinen Marktführer vor Newsweek und U. S. News & World Report.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Schließt die in Asc/Fragment_115_12 begonnene Übernahme ab.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[33.] Asc/Fragment 116 13 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:07 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 19:41 (Graf Isolan)
Asc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Wikipedia Reader's Digest 2007

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 13-20
Quelle: Wikipedia Reader's Digest 2007
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: 0
Die erste Ausgabe von READER’S DIGEST kam am 5. Februar 1922 auf den Zeitschriftenmarkt. 2003 erschien die Zeitschrift in 48 verschiedenen Ausgaben in 19 Sprachen und erreichte mit einer Auflage von 23 Millionen Exemplaren rund 100 Millionen Leser. Die amerikanische Ausgabe ist mit 12,5 Millionen Exemplaren am auflagenstärksten. READER’S DIGEST ist bekannt dafür, ein relativ geschlossenes Weltbild zu vertreten, das politisch konservativ, pro-amerikanisch, optimistisch und christlich orientiert ist. In der Zwischenzeit haben die Ländergesellschaften von READER’S DIGEST häufig ein eigenes Profil entwickelt. [Version vom 10.7.2007]

Reader's Digest

[...]

[...] Die erste Ausgabe des Magazins erschien am 5. Februar 1922. [...]

[...]

Die Zeitschrift erschien 2003 in 48 verschiedenen Ausgaben in 19 Sprachen und erreichte mit einer Auflage von 23 Mio Exemplaren rund 100 Mio Leser. Die amerikanische Ausgabe ist mit 12,5 Mio Exemplaren die auflagenstärkste Ausgabe. [...]

[...]

Reader’s Digest ist bekannt dafür, ein relativ geschlossenes Weltbild zu vertreten, das politisch konservativ, pro-amerikanisch, optimistisch und christlich orientiert ist. [Ergänzt in Version vom 15.10.2007:] In der Zwischenzeit haben die Ländergesellschaften von Reader's Digest häufig ein eigenes Profil entwickelt, das die klassischen Werte von Reader's Digest wie Vertrauen, Zuverlässigkeit und Verantwortung mit einschließt.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

In der späteren Wikipedia-Version sind nicht mehr die Zahlen von 2003 verzeichnet, sondern wurden auf Stand 2007 aktualisiert. Asc hat offenbar beide Versionen "verarbeitet".

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[34.] Asc/Fragment 086 14 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:05 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 08:28 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 14-17, 21-24
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 38, 39, 40, Zeilen: 38:28 - 39:02; 40:14-19
Solch militärische Metaphern haben nicht unerhebliche Auswirkungen auf den Umgang mit Gesundheit und Krankheit. Die Anwendung von kriegerischen Metaphern dramatisiert reale Ereignisse, schürt Angst, verbreitet Panik und trägt zur Stigmatisierung Infizierter bei.

We are not being invaded. The body is not a battlefield. The ill are neither unavoidable casualties nor the enemy. We – medicine, society – are not authorized to fight back by any means whatever... .71

Der Begriff Krankheit wird häufig diffamierend verwendet und oft in einer Sprache abgehandelt, welche durch eine Vielzahl an Metaphern gekennzeichnet ist. Susan Sontag schrieb, dass die ehrlichste Weise, sich mit Krankheiten auseinanderzusetzen und die gesündeste Weise krank zu sein, darin bestehe, sich soweit wie [möglich von metaphorischem Denken zu lösen, ihm größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen.72]


71 Sontag 1991, 180.

Solch militärische Metaphern haben nicht unerhebliche Auswirkungen auf den Umgang mit Gesundheit und Krankheit. Die Anwendung von kriegerischen Metaphern dramatisiert reale Ereignisse, schürt Angst, verbreitet Panik und trägt zur Stigmatisierung Infizierter bei.

„Unsere Leiber erleben keine Invasion. Der Körper ist kein Schlachtfeld. Die Kranken sind weder unvermeidbare Opfer noch Feind. Wir - die

[Seite 39]

Medizin, die Gesellschaft - sind nicht befugt, mit allen nur möglichen Mitteln zurückzuschlagen.“ (Sontag 1989:12)

[Seite 40]

Der Begriff Krankheit wird häufig diffamierend verwendet und oft in einer Sprache, welche durch eine Vielzahl an Metaphern gekennzeichnet ist, abgehandelt. Susan Sontag (1981:5) schrieb, daß die ehrlichste Weise, sich mit Krankheiten auseinanderzusetzen und die gesündeste Weise krank zu sein, darin bestehe, sich soweit wie möglich von metaphorischem Denken zu lösen, ihm größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen.


Sontag, Susan: AIDS und seine Metaphern. Hanser. München 1989.

Sontag, Susan: Krankheit als Metapher. Fischer Taschenbuchverlag. Frankfurt am Main 1981.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Das übersetzte Zitat wird in die Zählung nicht einbezogen.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[35.] Asc/Fragment 033 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:04 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 08:00 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 29, 30, 31, Zeilen: 29:19-23; 30:01- 31:05
[Er interpretiert, was er liest, im Kontext mit] dem, was er bereits weiß oder denkt. Er wählt zwischen verschiedenen Versionen der Realität aus, wählt verschiedene Worte und Bedeutungen.

3.2. Massenmedien als Kommunikationsmittel

Das Atomwaffenprogramm des Iran, die Geiselnahmen in Afghanistan oder die fortschreitende Eisschmelze in der Arktis lösen am gleichen Tag noch Betroffenheit oder Überlegungen bezüglich der Auswirkungen auf Europa aus. Die Erreichbarkeit von Wissen, die Verfügbarkeit von Informationen und die Verbreitungsgeschwindigkeit von Neuem hat die Menschheit erstmals in einen Zusammenhang gestellt. Wolfgang Bergsdorf schrieb 1980 zum Thema Massenmedien: „Die Menschheit hat sich einen Kommunikationsrahmen gegeben, dessen Inhalte Regierung und Parteien, Organisationen und Persönlichkeiten bestimmen und zu bestimmen versuchen. Unterschiedliche Bedingungen für den Gestaltungsspielraum der Medien, auch Unterschiede im Selbstverständnis der Medien führen dazu, dass sich das Image einer Person, einer Politik von der Wirklichkeit ablöst. Es entsteht eine Scheinwirklichkeit, die reale Folgen haben kann, weil nach unterschiedlichen Gesichtspunkten Themen organisiert und Aufmerksamkeit durch die Medien verteilt werden. Die Massenmedien werden somit nicht nur Spiegelbilder politischer Prozesse, sondern wirken auch auf sie ein.“8

3.3. Die Medien und ihre Rolle in Krisen

Durch Presse, Radio, Fernsehen und Internet können die Menschen erfahren, was sie glauben und zu glauben bereit sind, auch was sie fürchten und hoffen. Die Massenmedien spielen eine bedeutende Rolle als Informationsquelle und haben einen signifikanten Einfluss auf die Meinungsbildung der Menschen. Indem sie für Wissenschaftler, Ärzte, betroffene Gruppen, Politiker, Moralapostel und viele andere Raum bieten, um unterschiedlichste Vorstellungen auf verschiedenste Weise öffentlich darzustellen und zu verbreiten, spielen sie eine zentrale Rolle in der Typisierung von Ereignissen. Besonders die Berichterstattung über Krankheiten, [Epidemien und deren mögliche Gefahren fordert die Medien auf, verantwortungsbewusst mit diesen Themen umzugehen trotz oft unzureichender Hintergrundinformationen und divergierender politischer Ziele.]


8 Bergsdorf, Wolfgang, Die vierte Gewalt. Mainz: Haase & Köhler Verlag, 1980, 189.

Ebenso wie der Journalist ist der Leser aktiv an der Konstruktion von Bedeutungen beteiligt. Er interpretiert, was er liest, im Kontext mit dem, was er bereits weiß oder denkt. Er wählt zwischen verschiedenen Versionen der Realität aus, wählt verschiedene Worte (zum Beispiel statt HIV den Term AIDS-Virus) und verschiedene Bedeutungen (zum Beispiel hilfloses AIDS-Opfer oder Person mit AIDS). (Kitzinger 1993:300)

[Seite 30]

3.2 Massenmedien

„Massenmedien haben die Macht, Denkweisen von
Menschen zu beeinflussen, trotz oftmals besseren
Wissens.“
Jenny Kitzinger 1993

Ein Erdbeben in San Francisco, eine Havarie auf einer Bohrinsel mitten im Pazifischen Ozean oder ein Überfall in Kolumbien lösen am gleichen Tag noch Betroffenheit oder Überlegungen bezüglich der Auswirkungen auf Europa aus. Die Erreichbarkeit von Wissen, die Verfügbarkeit von Informationen und die Verbreitungsgeschwindigkeit von Neuerungen hat die Menschheit erstmals in einen Zusammenhang gestellt. Wolfgang Bergsdorf schrieb 1980 zum Thema Massenmedien: „Die Menschheit hat sich einen Kommunikationsrahmen gegeben, dessen Inhalte Regierung und Parteien, Organisationen und Persönlichkeiten bestimmen und zu bestimmen versuchen. Unterschiedliche Bedingungen für den Gestaltungsspielraum der Medien auch Unterschiede im Selbstverständnis der Medien führen dazu, daß sich das Image einer Person, einer Politik von der Wirklichkeit ablöst. Es entsteht eine Scheinwirklichkeit, die reale Folgen haben kann, weil nach unterschiedlichen Gesichtspunkten Themen organisiert und Aufmerksamkeit durch die Medien verteilt werden. Die Massenmedien werden somit nicht nur Spiegelbilder politischer Prozesse, sondern wirken auch auf sie ein.“ (1980:189)

3.2.1 Die Medien und ihre Rolle in Krisen

Durch Radio, Fernsehen und Presse können die Menschen erfahren, was sie glauben und zu glauben bereit sind, auch was sie fürchten und hoffen. Zahlreiche Studien (Wright 1975; Singer und Rogers 1986) belegen, daß die Massenmedien eine bedeutende Rolle als Informationsquelle spielen und daß sie Einfluß auf die Meinungsbildung der Menschen haben. Indem sie für Wissenschaftler, Ärzte, betroffene Gruppen, Politiker, Moralapostel und viele mehr ein Medium darstellen, um

[Seite 31]

unterschiedlichste Vorstellungen und Darstellungsweisen zu veröffentlichen und zu verbreiten, haben sie eine zentrale Rolle in der Typisierung von Ereignissen.

Besonders die Berichterstattung über Krankheiten, Epidemien und deren möglichen Gefahren fordert die Medien heraus, verantwortlich mit diesen Themen umzugehen, trotz oft unzureichender Hintergrundinformationen und divergierender politischer Ziele.


Kitzinger, Jenny: Understanding AIDS. In John Eldrigde (Hrsg.): Getting the message: news, truth and power. London, New York 1993. S. 271-304.

Bergsdorf, Wolfgang: Die vierte Gewalt. von Haase & Köhler Verlag. Mainz 1980.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[36.] Asc/Fragment 034 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:03 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 08:10 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 01 ff. (komplett)
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 31, Zeilen: 03-28
[Besonders die Berichterstattung über Krankheiten,] Epidemien und deren mögliche Gefahren fordert die Medien auf, verantwortungsbewusst mit diesen Themen umzugehen trotz oft unzureichender Hintergrundinformationen und divergierender politischer Ziele. Welche Informationen sollten der Öffentlichkeit mitgeteilt werden? Wie genau sollten Daten wissenschaftlich belegt sein, bevor über sie öffentlich berichtet wird und sie zur Beweisführung genutzt werden? Bei unterschiedlichen wissenschaftlichen Interpretationen – wem soll man vertrauen? Fragen, die heftige Debatten auslösen und von ökonomischen Interessen genauso wie politischem Glauben beeinflusst werden.

Die Berichterstattung in den Medien ist eine Art Entertainment.9. Ziel der Medien ist es, Sensationen oder dramatische Begebenheiten zu erfassen und sie publik zu machen („sex sells”). Unfälle, Tragödien sind von großem Interesse ganz besonders dann, wenn sie private Dramen enthalten und menschliches Mitgefühl erregen10, genauso wie neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet gefürchteter Krankheiten (zum Beispiel die Entwicklung von Impfstoffen gegen Allergien). Über Kontroversen (zum Beispiel bezüglich der richtigen Behandlungsmethoden) wird ebenfalls ausgiebig berichtet. Weniger von Interesse sind chronische Probleme oder solche, die als Routine angesehen werden.11

Eine von Fritz Muthny und Michael Bechtel 1985 durchgeführte Studie untersuchte den Stellenwert chronischer Erkrankungen in der Medizinberichterstattung. Sie zeigte, dass vor allem Krebs, koronare Herzerkrankungen, und AIDS ein Thema sind. In der jüngsten Zeit nahm die Berichterstattung in den Medien über Allergien signifikant zu. Eine ebenfalls recht häufige chronische Erkrankung, die Multiple Sklerose, war hingegen stark unterrepräsentiert, da sie möglicherweise „...journalistisch weniger ergiebig ist im Vergleich zu den besser bekannten und mit drastischeren Assoziationen versehenen Erkrankungen Krebs, Koronare Herzerkrankung und AIDS.“ Insgesamt nahm der Aspekt der Lebensbedrohlichkeit den höchsten Stellenwert ein.12


9 Nelkin 1991, 293: 295.

10 Sandman, Peter und Paden, Mary, At three mile island. Columbia Journalism Review, 18 1979, 43–58, 43: 43-58.

11 Nelkin 1991, 293: 295.

12 Muthny, Fritz A. und Bechtel, Michaela, Chronische körperliche Erkrankungen in der Sicht der Medien. Eine Inhaltsanalyse der Medizinberichterstattung in Publikumszeitschriften unter besonderer Berücksichtigung psychosozialer Aspekte. Medizin Mensch Gesellschaft, 13.1 1988, 188–189, 188: 188-189.

Besonders die Berichterstattung über Krankheiten, Epidemien und deren möglichen Gefahren fordert die Medien heraus, verantwortlich mit diesen Themen umzugehen, trotz oft unzureichender Hintergrundinformationen und divergierender politischer Ziele. Welche Informationen sollten der Öffentlichkeit mitgeteilt werden? Wie genau sollten Daten wissenschaftlich belegt sein, bevor über sie öffentlich berichtet wird und sie zur Beweisführung genutzt werden. Bei unterschiedlichen wissenschaftlichen Interpretationen - wem soll man vertrauen? Fragen, die heftige Debatten auslösen und von ökonomischen Interessen genauso wie politischem Glauben beeinflußt werden.

Die Berichterstattung in den Medien ist eine Art Entertainment. (Nelkin 1991:295) Ziel der Medien ist es, Sensationen oder dramatische Begebenheiten zu erfassen und darüber Bericht zu erstatten. Unfälle, Tragödien sind von großem Interesse ganz besonders dann, wenn sie private Dramen enthalten und menschliches Mitgefühl erregen (Sandman 1979:44), genauso wie neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet gefürchteter Krankheiten (zum Beispiel die Heilung von Krebs oder mögliche AIDSTherapien). Über Kontroversen (zum Beispiel bezüglich Grippeimpfstoffe) wird ebenfalls ausgiebig berichtet. Weniger von Interesse sind chronische, andauernde Probleme oder solche, die als Routine angesehen werden. (Nelkin 1991:295)

Eine von Fritz Muthny und Michael Bechtel 1985 durchgeführte Studie untersuchte den Stellenwert chronischer Erkrankungen in der Medizinberichterstattung. Sie zeigte, daß vor allem Krebs, koronare Herzerkrankung und AIDS ein Thema sind. Eine ebenfalls recht häufige, chronische Erkrankung, die Multiple Sklerose, war hingegen stark unterrepräsentiert, da sie möglicherweise „...journalistisch weniger ergiebig ist, im Vergleich zu den besser bekannten und mit drastischeren Assoziationen versehenen Erkrankungen Krebs, Koronare Herzerkrankung und AIDS.“ Insgesamt nahm in der Berichterstattung der Aspekt der Lebensbedrohlichkeit den höchsten Stellenwert ein. (1988:188)


Nelkin, Dorothy: AIDS and the News media. Milb Quart 69/2(1991) 293-307.

Sandman, P und M. Paden: At three mile island. Columbia Journalism Review 18(1979) 43-58.

Muthny, F.A. & Bechtel, M: Chronische körperliche Erkrankungen in der Sicht der Medien. Eine Inhaltsanalyse der Medizinberichterstattung in Publikumszeitschriften unter besonderer Berücksichtigung psychosozialer Aspekte. Medizin, Mensch, Gesellschaft 13 (1988) 188-189.

Anmerkungen

Kein Hinweise auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[37.] Asc/Fragment 037 05 - Diskussion
Bearbeitet: 21. September 2013, 17:00 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 08:14 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 05-13
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 32, Zeilen: 16-22
Die Informationen über Allergien, die man den Medien entnehmen kann, sind sehr vielfältig aufgrund der Vielzahl der Beteiligten – Wissenschaftler, Betroffene, Rechtsanwälte, Professoren, Journalisten – jeder mit eigenen Zielen und Vorstellungen. In Artikeln, Nachrichten und Features im Radio, Fernsehen und in Zeitungen wird versucht, die Öffentlichkeit über die Dringlichkeit und Notwendigkeit bestimmter politischer Entscheidungen aufzuklären.

Indem die Presse Allergien als ein Thema in der Öffentlichkeit etablierte, ist sie für die Art und Weise, wie Menschen auf die Informationen reagieren, mitverantwortlich.

Die Informationen über AIDS, die man den Medien entnehmen kann, sind sehr vielfältig aufgrund der Vielzahl der Beteiligten - Wissenschaftler, Betroffene, Rechtsanwälte, Professoren, Journalisten - jeder mit eigenen Zielen und Vorstellungen. So wird versucht über Artikel, Nachrichten und Informationsberichte im Radio, Fernsehen und in Zeitungen, das Verhalten von Menschen zu ändern, die Spendenbereitschaft zu erhöhen oder die Öffentlichkeit von der Dringlichkeit und Notwendigkeit bestimmter politischer Entscheidungen zu überzeugen.
Anmerkungen

Asc hat "AIDS" durch "Allergien" ersetzt. Darüber hinaus ist kaum eine eigene Leistung erkennbar.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[38.] Asc/Fragment 116 04 - Diskussion
Bearbeitet: 20. September 2013, 07:53 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 19:18 (Graf Isolan)
Asc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Wikipedia U.S. News and World Report 2009

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 4-12
Quelle: Wikipedia U.S. News and World Report 2009
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
U.S. NEWS & WORLD REPORT wurde 1933 als UNITED STATES NEWS

gegründet. Seit der Fusion mit dem Magazin WORLD REPORT 1948 erscheint es unter seinem heutigen Titel U.S. NEWS. Es steht politisch rechts und belegt, trotzdem es seinen Schwerpunkt eher auf Politik, Wirtschaft und Gesundheit legt, nach Auflagen den dritten Rang im Nachrichtenmagazinsektor. Bekannt ist es vor allem durch eine jährlich erscheinende Rangliste der amerikanischen Universitäten. Trotz seiner hohen Verkaufszahlen erscheint U.S. NEWS aufgrund der durch die Finanzkrise bedingten Verluste seit Januar 2009 nur noch monatlich. Ergänzend werden Updates im Internet veröffentlicht.

Der U.S. News & World Report ist ein ehemals wöchentlich erscheinendes amerikanisches Nachrichtenmagazin, das seit Januar 2009 nur noch monatlich erscheint.

Es wurde 1933 als United States News gegründet. Seit der Fusion mit dem Magazin World Report 1948 erscheint es unter seinem heutigen Titel. David Lawrence (1888-1973),der Gründer der Zeitschrift, verkaufte sie an seine Mitarbeiter, die ihre Anteile wiederum 1984 an Mortimer Zuckermann, den Mitherausgeber der New York Daily News, veräußerten.

Der U.S. News & World Report steht politisch rechts von seinen Hauptkonkurrenten TIME und Newsweek. Hinter diesen beiden Magazinen belegt die Zeitschrift auflagenmäßig den dritten Rang im Nachrichtenmagazinsektor. Bekannt ist sie vor allem durch eine jährlich erscheinende Rangliste der amerikanischen Universitäten.

Trotz seiner hoher Verkaufszahlen erscheint US News and World Report aufgrund der durch die Finanzkrise bedingten Verluste seit Januar 2009 nur noch in einem monatlichen Ritus. Ergänzend werden Updates im Internet veröffentlicht.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[39.] Asc/Fragment 115 12 - Diskussion
Bearbeitet: 20. September 2013, 07:52 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 18:56 (Graf Isolan)
Asc, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Wikipedia Time 2009

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 12-19
Quelle: Wikipedia_Time_2009
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
Die Zeitschrift TIME ist ein US-amerikanisches Nachrichtenmagazin und erschien erstmals 1923. Die Zeitschrift spielt eine bedeutende Rolle in der US-amerikanischen Presselandschaft. Berühmt wurde das Magazin unter anderem durch seine Titelbilder, von denen heute einige, wie z.B. die Darstellung Winston Churchills als Bulldogge, fester Bestandteil der Pop-Ikonographie sind. Das bekannteste Feature der TIME ist die jährliche Wahl zur person of the year, die aber – laut TIME – keine Rückschlüsse auf politische Sympathien zulassen sollte. TIME versucht – im Gegensatz zur eher den Demokraten nahe stehenden Konkurrenz –, sehr stark [auf Distanz zu beiden großen Parteien zu gehen.] Time (Eigenbezeichnung meist in Großbuchstaben: TIME) ist ein wöchentlich erscheinendes amerikanisches Nachrichtenmagazin. [...]

Time wurde 1923 von Henry Luce und Briton Hadden in New York gegründet, die erste Ausgabe erschien am 3. März selbigen Jahres. Schon bald begann Time eine bedeutende Rolle in der amerikanischen Presselandschaft zu spielen. Berühmt wurde das Magazin unter anderem durch seine Titelbilder, von denen einige − wie etwa die Darstellung Winston Churchills als Bulldogge – heute fester Bestandteil der Pop-Ikonographie sind.

Das bekannteste Feature der Time ist wohl die jährliche Wahl (seit 1927) des Man of the Year (mittlerweile in Person of the Year umbenannt). [...] Time legt Wert auf die Feststellung, dass die Wahl keineswegs politische Sympathie ausdrücken soll. [...]

Die Zeitschrift versucht im Gegensatz zur eher demokraten-nahen Konkurrenz sehr stark auf Distanz zu den beiden großen Parteien zu gehen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[40.] Asc/Fragment 081 17 - Diskussion
Bearbeitet: 19. September 2013, 21:22 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 17:21 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Ohlhoff 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 81, Zeilen: 17-24
Quelle: Ohlhoff 2002
Seite(n): 79, Zeilen: 22ff
Metaphern können auch in der Wissenschaft verschiedene Funktionen einnehmen. Selbstverständlich sind die ausgewählten Unterscheidungen längst nicht so trennscharf, wie sie sich hier darstellen. Der folgende Abschnitt dient vielmehr der Strukturierung und der Veranschaulichung.

Metaphern übernehmen illustrative oder ästhetische Funktionen, beispielsweise, um die Macht der Überzeugung eines Argumentes zu steigern oder Forschungsvorhaben abzusichern, indem ihnen eine große Bedeutsamkeit zugeschrieben wird. Man denke nur an den ‚Heiligen Gral der Genetik’62 – als Symbol für die Gesamtse[quenz des menschlichen Genoms.]


62 1990, kurz bevor die Entschlüsselung des menschlichen Genoms Wirklichkeit wurde, schrieb der amerikanische Nobelpreisträger Walter Gilbert, ein Molekularbiologe, über das erhoffte Resultat dieses Vorhabens in quasireligiösen Metaphern. Er sah in der „Entschlüsselung“ des ganzen menschlichen Genoms so etwas wie den „Heiligen Gral“ der Genetik: "Es wird möglich sein, eine CD aus der Tasche zu ziehen und zu sagen: 'Das ist ein menschliches Wesen; das bin ich.' Die Anerkennung der Tatsache, dass wir von einer endlichen [Menge von entschlüsselbarer Information determiniert werden, wird unser Bild von uns selbst ändern. Hier wird eine intellektuelle Front geschlossen, etwas, mit dem wir erst zu Rande kommen müssen." www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?tabID=3946&alias=wzo&lexikon=Genetik&letter=G&cob=5371 – 25.07.2008]

Metaphern können auch in der Wissenschaft verschiedene Funktionen einnehmen, die ich kurz skizzieren möchte. Selbstverständlich sind die ausgewählten Unterscheidungen längst nicht so trennscharf, wie sie sich hier darstellen. Der folgende Abschnitt dient vielmehr der Strukturierung und der Veranschaulichung.

Metaphern übernehmen illustrative oder ästhetische Funktionen, beispielsweise um die Macht der Überzeugungskraft eines Argumentes zu steigern oder Forschungsvorhaben abzusichern, in dem ihnen eine große Bedeutsamkeit zugeschrieben wird. Man denke nur an den ‚Heiligen Gral der Genetik’ - als Symbol für die Gesamtsequenz des menschlichen Genoms.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02), Graf Isolan

[41.] Asc/Fragment 075 08 - Diskussion
Bearbeitet: 19. September 2013, 20:32 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 17:12 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Ohlhoff 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 75, Zeilen: 8-16
Quelle: Ohlhoff 2002
Seite(n): 79, Zeilen: 7-9, 15-20
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass entgegen einem traditionellen rhetorischen Verständnis von Metaphern sie also nicht nur eine Zierde der Sprache sind, sondern wesentlicher Bestandteil derselben und somit auch der Wissenschaftssprache. Metaphern stehen in ihrer Veränderbarkeit und Komplexität für sprachliche Ausdrücke von Modellen der Wirklichkeit und für eine stetige Veränderung der Konzepte von wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Inhalten. Metaphern strukturieren die Welt, unsere Erkenntnisse von der Welt und machen diese für uns erst erfassbar. Dabei fokussieren sie bestimmte Aspekte und übergehen andere, womit sie hinterfragbare und veränderbare Bedeutungen schaffen.51

51 Lakoff, G. und Johnson, M., Metaphors We Live By. Band 111, Chicago London, 1980.

Entgegen einem traditionellen rhetorischen Verständnis von Metaphern sind sie also nicht nur eine Zierde oder Ausschmückung der Sprache, sondern wesentlicher Bestandteil derselben und somit auch der Wissenschaftssprache. [...]

Metaphern stehen in ihrer Veränderbarkeit und Komplexität für sprachliche Ausdrücke von Modellen der Wirklichkeit und für eine stetige Veränderung der Konzepte von wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Inhalten. Metaphern strukturieren die Welt, unsere Erkenntnisse von der Welt und machen diese für uns erst erfassbar. Dabei fokussieren sie bestimmte Aspekte und übergehen andere, womit sie hinterfragbare und veränderbare Bedeutungen schaffen.4


4 Vgl. z.B. Black 1962, 1993; Weinrich 1976; Lakoff & Johnson 1980; Lakoff 1993; Hesse 1980.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die Überlegungen aus der Quelle werden mit "Zusammenfassend läßt sich feststellen ..." eingeleitet.

Sichter
(SleepyHollow02), Graf Isolan

[42.] Asc/Fragment 032 01 - Diskussion
Bearbeitet: 19. September 2013, 18:43 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 06:26 (SleepyHollow02)
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 1 ff.
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 28-29, Zeilen: 28: 21 ff., 29: 1 ff.
[„...vieles, was als Vielfalt in der Berichterstattung] der Massenmedien wahrgenommen wird, ist zum großen Teil als Verpackung, mit dem Ziel, ein Produkt auf den Markt zu bringen, anzusehen.“3 Zu der Ansicht vieler Journalisten, dass sie über die Realität Bericht erstatten und dass diese sich in ihren Artikeln widerspiegelt, schrieb Edward Epstein 1973: „...ein Spiegel trifft keine Entscheidung, er zeigt einfach nur, was sich vor ihm befindet. Berichterstattung im Fernsehen kann bestimmt werden von Vorurteilen und Politik.“4

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute geschehen weltweit Ereignisse, von denen nur einige wenige in den Medien Schlagzeilen machen. Ob ein Ereignis sowohl aktuell als auch bei dem Leser zum Beispiel von Interesse ist, ist ein Kriterium, welches entscheidet, ob darüber berichtet wird oder ob es unerwähnt bleibt. Es bestimmt ebenfalls die Art und Weise, in der etwas präsentiert wird. „Da wir nicht in der Lage sind, alles aufzunehmen, müssen wir auswählen. Und die Frage ist, was unsere Aufmerksamkeit erregt.“5 Anhand der Untersuchung norwegischer Tageszeitungen und politischer Geschehnisse haben Marie Ruge und Johan Galtung 1965 herausgefunden, dass es Kriterien gibt, die ein Ereignis erfüllen muss, damit es Schlagzeilen macht: Frequenz – die Zeitspanne, die ein Ereignis dauert; Schwelle – ein Ereignis muss eine Schwelle passieren, bevor es überhaupt erkannt wird; Eindeutigkeit – die Klarheit eines Ereignisses; Bedeutung – kulturelle Nähe; Negativität – „schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“; Eliten – große Namen und bedeutende Nationen; Kontinuität; Übereinstimmung – das Vorhersehbare eines Ereignisses.6

Nachrichten werden von Medien gemacht7: Der Journalist schafft sich einen Überblick über die Geschehnisse (praktisch meistens, in dem er andere Zeitungen liest), sucht aus und gestaltet sie. Der Leser macht es ebenso, wenn er das Endprodukt bekommt. Ebenso wie der Journalist ist der Leser aktiv an der Konstruktion von Bedeutungen beteiligt. Er interpretiert, was er liest, im Kontext mit [dem, was er bereits weiß oder denkt.]


3 Bennett, W. Lance., News: The politics of illusion. New York: Longman Inc., 1988., 4.

4 Epstein, Edward J, News from nowhere: television and the news. New York: Random House, 1973, 16.

5 Galtung, Johan und Ruge, Marie H.; Cohen, Stanley (Hrsg.), Kap. Structuring and selcting news In The manufacture of news. London: Constable, 1973, hier: 52-63, 62.

6 Ebd., 62.

7 Gieber, W., Kap. News is what newspaper make it In People, society and mass-communication. New York: The Free Press, 1964, hier: 173-183, 180.

[Seite 28]

Es ist ein Produkt, welches zum Verkauf bestimmt ist. „...vieles, was als Vielfalt in der Berichterstattung der Massenmedien wahrgenommen wird, ist zum großen Teil als Verpackung, mit dem Ziel ein Produkt auf den Markt zu bringen, anzusehen.“ (Bennett 1988:4)

Zu der Ansicht vieler Journalisten, daß sie über die Realität Bericht erstatten und daß diese sich in ihren Artikeln widerspiegelt, schrieb Edward Epstein 1973: „...ein Spiegel trifft keine Entscheidung, er zeigt einfach nur, was sich vor ihm befindet. Berichterstattung im Fernsehen kann bestimmt werden von Vorurteilen und Politik.“ (1973:16)

[Seite 29]

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ereignen sich Dinge weltweit, von denen nur einige wenige in den Medien Schlagzeilen machen. Ob ein Ereignis sowohl aktuell als auch bei dem Leser zum Beispiel von Interesse ist, ist ein Kriterium, welches entscheidet, ob darüber berichtet wird, oder ob es unerwähnt bleibt. Es bestimmt ebenfalls die Art und Weise, in der es präsentiert wird.

„Da wir nicht in der Lage sind, alles aufzunehmen, müssen wir auswählen. Und die Frage ist, was unsere Aufmerksamkeit erregt.“ (Galtung und Ruge 1965:62) Anhand der Untersuchung von norwegischen Tageszeitungen und politischen Geschehnissen haben Marie Ruge und Johan Galtung 1965 herausgefunden, daß es Kriterien gibt, die ein Ereignis erfüllen muß, damit es Schlagzeilen macht: Frequenz - die Zeitspanne, die ein Ereignis dauert; Schwelle - ein Ereignis muß eine Schwelle passieren, bevor es überhaupt erkannt wird; Eindeutigkeit - die Klarheit eines Ereignisses; Bedeutung - kulturelle Nähe; Negativität – `schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten‘; Eliten - große Namen und bedeutende Nationen; Kontinuität; Übereinstimmung - das Vorhersehbare eines Ereignisses. (1965:69)

Nachrichten werden von Medien gemacht. (Gieber 1964:180) „Der Journalist schafft sich einen Überblick über die Geschehnisse (praktisch meistens, in dem er andere Zeitungen liest), sucht aus und verdreht sie, ebenso macht es der Leser, wenn er das Endprodukt bekommt...“ (Galtung 1981:70) Ebenso wie der Journalist ist der Leser aktiv an der Konstruktion von Bedeutungen beteiligt. Er interpretiert, was er liest, im Kontext mit dem, was er bereits weiß oder denkt.


Bennett, W. L.: News: The politics of illussion. Longman Inc. New York und London. 1988.

Epstein, E. J.: News from nowhere: television and the news. Random House. New York 1973.

Galtung, Johan & Ruge, Marie H.: Structuring and selecting news. In Cohen, Stanley (Hrsg.): The manufacture of news. Constable. London 1973. S.52-63.

Gieber, W.: News is what newspaper make it. In Dexter, Lewis und White, David M. (Hrsg.): People, society and masscommunication. The Free Press. New York 1964. S.173-183.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Marginale Umformulierungen, ansonsten identisch. Auch wenn es sich vielfach um gekennzeichnete Zitate handelt, entspricht die Sammlung und Anordnung dem ungenannt gebliebenen Original.

Sichter
(SleepyHollow02), Graf Isolan

[43.] Asc/Fragment 019 08 - Diskussion
Bearbeitet: 19. September 2013, 17:50 Graf Isolan
Erstellt: 19. September 2013, 10:23 (SleepyHollow02)
Asc, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stemmann et al 2004

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 19, Zeilen: 8-22, 104-105, 109-112
Quelle: Stemmann et al 2004
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
Nach dem psychosomatischen Verständnis sind allergische Krankheiten grundsätzlich zu heilen, was Spontanheilungen30 beweisen.31 Es kann der Fall eintreten, dass Menschen ihre allergische Krankheit unter Umständen lebenslang verlieren können. Die genetische Disposition bezieht sich also nur auf ein erhöhtes Risiko, an einer Allergie erkranken zu können, d.h. sie steht einer Heilung keineswegs entgegen. Die Spontanheilung macht außerdem deutlich, dass die Belastung durch die Umwelt keinen entscheidenden Einfluss haben kann. Sie muss sekundär sein, da der spontan geheilte Mensch anschließend seine Umwelt, also die Allergene, auf die er zuvor mit Krankheit reagiert hat, wieder akzeptiert. Diese These wird dadurch belegt, dass in der Multi-Centre Allergy Study32 kein Zusammenhang zwischen der Gesamt-Allergen-Belastung und z.B. dem Auftreten eines allergischen Asthmas gefunden wurde. Ebenso konnten Umweltbelastungen nicht als Ursache von Asthma, Neurodermitis oder allergischem Schnupfen bestätigt werden, was die ISAAC-Studie33 untermauert.

Diese Studie an über 460 000 Kindern aus 56 Ländern hat ergeben, dass Asthma, [Neurodermitis und allergischer Schnupfen nur in Ländern mit westlichem Lebensstil vermehrt auftreten.]


30 Spontanheilung = Selbstheilung (spontan von lat. spontaneus: aus eigener Kraft, von innen heraus, selbst).

31 Dies wird allerdings auch in der Schulmedizin nicht bestritten, da das Immunsystem plastisch ist und Irrtümer revidieren kann.

32 siehe Fußnote 22 im Kapitel 2.

33 Nach Ergebnissen der ISAAC-Studie (The International Study of Asthma and Allergies in Childhood), die im Jahr 1998 durchgeführt wurde und das Vorkommen von Allergien und Asthma im Kindesalter weltweit untersucht, liegt Großbritannien – bezogen auf Westeuropa – an erster Stelle. Deutschland folgt an dritter Stelle der Statistik.

Allergie – ein Schicksal aus Lebensstil oder Veranlagung?

Betrachtung aus psychosomatischer Sicht

Nach dem psychosomatischen Verständnis,, so wie es im Gelsenkirchener Behandlungsverfahren gelehrt wird, sind allergische Krankheiten grundsätzlich zu heilen, wie die „Spontanheilung = Selbstheilung“ beweist (spontan von lat. spontaneus: aus eigener Kraft, von innen heraus, selbst). Menschen verlieren ihre allergische Krankheit, unter Umständen lebenslang. Die genetische Disposition bezieht sich also nur auf ein erhöhtes Risiko, an allergischen Krankheiten erkranken zu können. Sie steht einer Heilung keineswegs entgegen. Die „Spontanheilung = Selbstheilung“ macht zudem deutlich, dass die Umweltbelastung keinen entscheidenden Einfluss haben kann; sie muss sekundärer Natur sein, denn der spontan Geheilte toleriert ja anschließend wieder seine Umwelt, seine Allergene, auf die er zuvor mit Krankheit reagiert hat. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass kein Zusammenhang gefunden wurde zwischen der Gesamt-Allergen-Belastung und beispielsweise dem Auftreten eines allergischen Asthmas 1). Auch die Umweltbelastung konnte nicht als Ursache von Asthma, Neurodermitis, allergischem Schnupfen bestätigt werden, was die so genannten ISAAC Studie 2) belegte.

Die ISAAC Studie an über 460 000 Kindern aus 56 Ländern hat ergeben, dass Asthma, Neurodermitis, allergischer Schnupfen nur in Ländern mit westlichem Lebensstil vermehrt auftreten.


1) Dieser Zusammenhang war einer der Ergebnisse aus dem Jahre 2000, der in Deutschland durchgeführten „Multicentre Allergy Study“ (MAS). Diese Studie verfolgt bundesweit Kinder seit ihrer Geburt im Jahre 1990. Die Studie wird von mehreren Universitätskliniken durchgeführt.

2) Nach den Ergebnissen der ISAAC-Studie (The International Study of Asthma and Allergies in Childhood) aus dem Jahre 1998, bei der das Vorkommen von Allergien und Asthma im Kindesalter weltweit untersucht wurde, liegt – bezogen auf Westeuropa – Deutschland hinter Spitzenreiter Großbritannien bereits an dritter Stelle der Statistik. Für Deutschland wird die ISAAC-Studie vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster geleitet.

Anmerkungen

Quelle ist in Fn 34 auf Seite 20 angegeben.

Sichter
(SleepyHollow02), Graf Isolan

[44.] Asc/Fragment 031 02 - Diskussion
Bearbeitet: 19. September 2013, 15:35 Sotho Tal Ker
Erstellt: 18. September 2013, 22:59 (Graf Isolan)
Asc, Fragment, Gesichtet, Lehmann 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 2, 4-15
Quelle: Lehmann 2003
Seite(n): 28, Zeilen: 1, 10-24
Medien

3.1. Krankheit und ihr öffentlicher Diskurs

Die Neuigkeiten des Tages zu kennen, das Bestreben, sich gut zu informieren und sich auf dieses Wissen verlassen zu können, um Entscheidungen zu treffen, beeinflusst unser tägliches Leben. Die Meldungen aus der Welt sowie aus der nächsten Umgebung erfahren wir durch die Zeitungen, das Fernsehen, das Radio oder das Internet. Das allerdings, was für uns eine Neuigkeit darstellt, wird nicht von allen zwangsläufig als solche angesehen.1

Die Medieninhalte und die Berichterstattung unterliegen dem Einfluss von Politik, Kommerz, Fortschritt und der Arbeitsroutine von Journalisten: limitierte Budgets, knapp bemessene Zeiten bis zum jeweiligen Redaktionsschluss und ein harter Wettbewerb bestimmen, worüber berichtet wird.2 Ebenso ist die Rolle der jeweiligen Eigner nicht außer acht zu lassen. Medieninhalte sind ein Produkt, welches zum Verkauf bestimmt ist. „...vieles, was als Vielfalt in der Berichterstattung [der Massenmedien wahrgenommen wird, ist zum großen Teil als Verpackung, mit dem Ziel, ein Produkt auf den Markt zu bringen, anzusehen.“3]


1 Sigal, Leon V, Reporters and officials: The organisation and politics of newsmaking. Lexington: Heath, 1973, 1.

2 Nelkin, Dorothy, AIDS and the News media. Milb Quart, 69.2 1991, 293–307,, 293: 293-307, 305.

3 Bennett, W. Lance., News: The politics of illusion. New York: Longman Inc., 1988., 4.

3. DIE MEDIEN

[...]

3.1 Wie wird eine Nachricht zur Schlagzeile?

Zu wissen, was neu ist, was sich Neues ereignet hat, und sich ebenso auf dieses Wissen verlassen können, um Entscheidungen zu treffen, beeinflußt unser tägliches Leben. Wir schalten morgens das Radio ein, um den Wetterbericht zu hören, bevor wir den Arbeitstag beginnen. Was es Neues gibt in der Welt, in der wir leben und ebenso in der nächsten Umgebung erfahren wir durch die Zeitungen, das Fernsehen oder das Radio. Das allerdings, was für uns eine Neuigkeit darstellt, wird nicht von allen zwangsläufig als solche angesehen (Sigal 1973:1)

Die Medieninhalte und die Berichterstattung unterliegen dem Einfluß von Politik, Kommerz, Fortschritt und der Arbeitsroutine von Journalisten: limitierte Budgets, knapp bemessene Zeiten bis zum jeweiligen Redaktionsschluß und ein harter Wettkampf bestimmen, worüber berichtet wird. (Nelkin 1991:305) Ebenso ist die Rolle der jeweiligen Eigner nicht außer acht zu lassen. Es ist ein Produkt, welches zum Verkauf bestimmt ist. „...vieles, was als Vielfalt in der Berichterstattung der Massenmedien wahrgenommen wird, ist zum großen Teil als Verpackung, mit dem Ziel ein Produkt auf den Markt zu bringen, anzusehen.“ (Bennett 1988:4)


Bennett, W. L.: News: The politics of illussion. Longman Inc. New York und London. 1988.

Nelkin, Dorothy, David Willis und Scott Paris: A disease of society. Cambridge University Press. New York 1991.

Sigal, Leon V.: Reporters and officials: The organisation and politics of newsmaking Lexington. Massachussetts 1973.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

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