Fandom

VroniPlag Wiki

Kommentare5

Wissenschaft? Wurde nicht schon alles gesagt!?

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

So mancher, der eine wissenschaftlich ungenügende Arbeit abgibt, der seitenweise nur abschrieb, ohne eigene Gedanken entwickelt zu haben, kann sich neuerdings unverhoffter Schützenhilfe erfreuen. Immer wieder tauchen Stimmen auf, erschreckenderweise sogar aus dem akademischen Umfeld, die behaupten, es gäbe "Nichts Neues mehr unter der Sonne", es wäre doch schon alles gesagt worden, und daher seien die vorliegenden Fälle nicht außergewöhnlich, sie entsprächen vielmehr einem de facto-Standard, der sich einem "richtigen" Wissenschaftler erschließt, der sich der Sache mit etwas Realismus anzunehmen vermag.

Solche Behauptungen zeugen von einer erstaunlichen Entfremdung von dem, was Wissenschaft ist. Ihnen muss entgegengetreten werden, Ihre Verfechter müssen wissenschaftlich geächtet werden.

"Wortwörtliche Textübernahmen aus Standardwerken/Grundlagendarstellungen sind in der Regel unnötig. Solche Passagen nicht zu kennzeichnen ist in jedem Fall ein Mangel." Dr. plag. Erb Senzahl

Ein sehr wichtiger Punkt. Sie schreiben eine Dissertation, kein Lehrbuch. Bereits geschriebenes muss nicht wortwörtlich übernommen werden, man kann darauf verweisen. Fr. Koch-Mehrin hätte ansonsten auch gleich im 1. Buch Mose anfangen können. Eine Dissertation sollte zügig die Zusammenhänge darstellen, die nötig sind, um den aktuellen, eigenen, neuen und wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag einordnen zu können. Jede Dissertation hat sich mit einer Frage zu beschäftigen (die nicht bereits auf genau diese Weise beantwortet wurde). Diese Frage hat mittels der im jeweiligen Zusammenhang bereits verfügbaren Erkenntnisse, Mittel, Methoden untersucht zu werden. Worum geht es in der Dissertation? Welche Frage wird untersucht? Was ist die "Thesis" (gr. θέσις), d.h. der Standpunkt? Was ist das Neue, was ist das Eigene?

Lassen sich diese Fragen nicht so recht beantworten, erübrigt sich die letzte Frage, nämlich ob der wissenschaftliche Beitrag der Dissertation den aktuellen Stand des Gebiets sinnvoll und wesentlich ergänzt (wenn auch nur in geringem Maße). Seitenweises, ja kapitelweises Schildern bereits untersuchter und vielfach zuvor beschriebener Sachverhalte an sich muss sich erst einmal die Frage gefallen lassen "Wozu? Wozu erneut diese Darstellung altbekannter Fakten und Zusammenhänge?". Meines Erachtens kann diese nur gerechtfertigt werden, wenn sich dann nach einigen hundert Seiten plötzlich ein ganz neues Bild zeichnen lässt. Das bleibt aber häufig aus. Ganz schlimm ist es, wenn auf dem Weg dorthin auch noch von anderen abgeschrieben wurde. Der Wert solcher Arbeiten, außer als Gegenstand der Plagiatsforschung, erschließt sich mir nicht.

Wir wissen nicht viel

Und denen, die behaupten, es sei nicht möglich, neue Erkenntnisse zu beschreiben, da schon seit Jahrtausenden eigentlich alles beschrieben wurde und alle Buchstaben- und Wortkombinationen ausgeschöpft seien, sei gesagt: Was wir Menschen von der Welt, der Natur, dem Leben und all den wissenschaftlich untersuchbaren Gebieten verstanden haben, ist nur ein Bruchteil von dem, was es zu verstehen gibt. Wahrscheinlich ist all unser gesammeltes Wissen sogar unschätzbar klein im Vergleich zu dem, was es zu erkennen gibt. Demzufolge kann also natürlich jeden Tag Neues entdeckt und beschrieben werden. Das funktioniert am besten, wenn man direkt nach dem sucht, was noch fehlt, und nicht bücherweise von anderen abschreibt.

Der wissenschaftliche Fortschritt hat nicht vor hunderten von Jahren aufgehört. Auch wenn uns das Einige (z.B. Prof. Michael Stürmer) im Zuge der Bagatellisierung der aktuellen Beispiele wissenschaftlichen Fehlverhaltens nebenbei glauben machen wollen. Das kann jeder sehen, der heute ein technisches Gerät in Händen hält, dessen Entwicklung noch vor 10 Jahren unwahrscheinlich erschien, der von einer medizinischen Behandlung, einer Operation, einem (Herz-|Gehirn-)Schrittmacher, einem künstlichen oder Spenderorgan, einem Medikament profitiert, an die vor 10-20 Jahren kaum zu denken war. Würden alle so denken wie die Plagiatoren und deren geistige Unterstützer, dann dürfte es heute kein ABS, Gurtstraffungssysteme, Sicherheitsglas, Airbags und elektronische Stabilitätsprogramme in Autos geben. Denn die waren schließlich vor 50 Jahren noch nicht erfunden.

Zum Glück gibt es weiterhin Wissenschaftler, die es besser wissen, und die auch etwas beizutragen haben.


-- Martin Klicken 08:27, 27. Apr. 2011 (UTC)

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki