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Kommentare2

z.B.: PlagDoc – ein Rudelführer?

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Angeregt durch das BLOG Drhchc: „Rezeption“ [[1]] nachfolgend einige Notizen zu dem dort angesprochenen Artikel aus Die Welt Online: Über Ideen: Rudelintelligenz (Sebastian Turner) [[2]] :

I.. Aussagenabfolge des Artikels:

Absatz 1: Schwarm => wenn geballte Intelligenz, Kritik an schlechten Ideen effizienter

Absatz 2: in aktueller Form (Plagiatjäger) wegen negativer Konnotation -> ’’Rudel’’ statt "Schwarm"

Dann die Frage: nicht nur kritisch produktiv, sondern auch inventiv?

Absatz 3: unter Bezugnahme auf Norbert Bolz: nein, wegen Konsensdruck in Gruppen („zerstört Kreativität und Intelligenz“) – stattdessen Menge unabhängiger Einzelner -> Co-Kreativität

Absatz 4: Sekundäre Erfolgsbedingung => „Reifegrad“ der Idee als Voraussetzung der Veröffentlichung (und damit Auslieferung an beeinflussende Faktoren)


II. Kritische Würdigung des Artikels:


zu Absatz 1: Die hier eingeräumte Erfolgsverbesserung misst sich nur am Faktor zeitlicher Beschleunigung. Eine qualitative Ergebnisverbesserung wird für die Plagiatfindung nicht diskutiert, kommt dem Autor wohl gar nicht erst in den Blick.

zu Absatz 2: Rudel? Die Aussage, das sog. Rudel beiße sich an den Plagiaten, nicht jedoch am Plagiator fest (Drhchc, a.a.O.) beschreibt das Ideal-Ich des Projekts bzw. Wiki. Dieses kann sich nur in dem Ausmaße behaupten, in dem Initiatoren und Staff im Wiki diese restriktive Selbstdefinition auch durchsetzen und die „Ausfransungen“ (-> Senzahl) auf das Projektziel hin trimmen, auch wenn dadurch das nächste Unheil droht: Vorwürfe in Richtung Zensurausübung.

Dies ist übrigens bei GuttenPlag Wiki nicht zur Zufriedenheit der Projektplaner und –träger gelungen, was diese auch öffentlich im Wiki in die ‚never ending story’ einbrachten.

Zunächst gilt es aber, die manifestartige Selbstdefinition von GuttenPlag bzw. VroniPlag den dort Verantwortlichen abzunehmen! Diese sagt ganz eindeutig aus, mit den Worten von Benutzer Drhchc: „Nicht Menschen werden gejagt, sondern deren pseudowissenschaftlicher Auswurf wird seziert. Das "Rudel" beisst sich sozusagen am Text fest, …“

Dass die öffentliche Untersuchung bei schon angemeldetem Plagiatverdacht (-> Fischer-Lescano 1, 18.02.2011) eine solche Wucht entfalten würde, das haben die Plagiatuntersucher der ersten Stunde wohl nicht zu hoffen gewagt. Mitnichten hatten sie zur Hatz auf Plagiatoren aufgerufen. Die Wikis zur Plagiatdokumentation sind auch nicht als durch sich selbst inauguriertes Ad-hoc-Tribunal gestartet. In freier Anwendung nach Schiller fragt sich: „Die Szene wird zum Tribunal“? (Schiller, Kraniche des Ibykus: Man reißt und schleppt sie vor den Richter, | Die Szene wird zum Tribunal, | Und es gestehn die Bösewichter, | Getroffen von der Rache Strahl. (zit. n. Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kraniche_des_Ibykus#Inhalt)

In Teilen der Presse holten sich die Akteure die wenig galante Anrede ‚selbst ernannte Plagiatjäger’ ab. Hierzu ist von allen Seiten mancherlei Kluges, mancherlei Ignorantes und mancherlei Quantité négligeable in die Debatte gebracht worden. Es ist hier nicht der Platz, diese Attribuierung kritisch zu beleuchten.

Nein, kein Tribunal. Kein Femeurteil. Keine Jagd, sondern nüchterne Untersuchung, in Anbetracht des öffentlichen Charakters wohl auch gnadenlos wirkende Veranstaltung des An-den Pranger-Stellens, jedenfalls in den Augen derer, welche an die Lüge einiger vergessener Fußnoten glauben mochten.

Wenn hier durch Herrn Turner erneut diese Mär aufgetischt wird, indem er dem Begriff ‚Rudel’ statt ‚Schwarm’ den Vorzug gibt, dann ist diesem Versuch der Geschichtsklitterung entschieden entgegen zu treten!

Im Falle zu Guttenberg war es nicht ein Rudel, sondern dieser selbst, der durch seine, wie ich es andernorts nannte, idiosynkratische Art der öffentlichen Selbstdarstellung die Wucht des akademischen Disputs in eine gnadenlose Szene der Selbstentlarvung und Selbstbeschädigung verwandelte. Und erst der nicht unbegründete Verdacht, dass der Freiherr, getragen durch politische Interessen, wenn nicht Seilschaften, wieder einmal glatt durchkommen könnte, schuf in Gegenreaktion akademischer und sonst wo verorteter ‚Wutbürger’ den nötigen sozialen Druck, dass zwar nicht zu Guttenberg sich zur Täuschung bekannte, aber zumindest Bayreuth nicht umhin konnte, sich entscheidend dahin zu korrigieren, dass auch auf Täuschungsabsicht untersucht wurde.

Kurzum: Es war zu Guttenberg selbst, der durch sein Verhalten die Aufmerksamkeit des Publikums von der Plagiatuntersuchung auf die Person des Plagiators lenkte! Wer glaubt, die Rekruten für das letzte Gefecht bei Facebook finden zu sollen, der muss sich nicht wundern, wenn er an der Rolle des versuchten Volkstribuns scheitert.

zu Absatz 3: Hier pflegt der Autor mit Inanspruchnahme von Bolz einen recht oszillierenden Gebrauch des Begriffs „Gruppe“. In physischen (Klein)Gruppen spielt der angesprochene Effekt hie und da sicherlich eine Rolle. Die „Gruppen“bildung zur kollaborativen Plagiatuntersuchung und –dokumentation bei Wiki-Plattformen erfüllt jedoch im Prinzip genau die Definition der Menge unabhängiger Einzelner. Und für diese wird ja gerade die Co-creation reklamiert!

zu Absatz 4: Da gibt es deshalb prinzipiell auch keinen Unterschied: Auf den besagten Plattformen rekrutiert sich die Entscheidung über den „Reifegrad“ einer Idee, z.B. einer Fragment-Bewertung ebenfalls durch „Sichter“ (Bewerter) wie im als Beispiel vorgetragenen betrieblichen Vorschlagswesen. Auch bei der Plagiatbewertung wird ein Plagiatverdacht (‚Idee’) erst ‚veröffentlicht’, wenn ein bestimmter „Reifegrad“ (-> Qualitätssicherung) erreicht ist.

Hier wie dort kann es natürlich zu Verwerfungen kommen durch nicht immer verhinderbare Phänomene wie die Bildung von Seilschaften, welche die Deutungshoheit und auch die operativen Intentionen unter sich ausmachen, ohne dass wegen der gewählten Anonymität und auch der Möglichkeit der Wahl von Kommunikationslinien außerhalb der Wiki-Dokumentation und also wegen mangelnder Transparenz dem Einhalt geboten werden könnte.

Wie gesagt: Das ist aber kein Wiki-spezifisches Phänomen, sondern eher umgekehrt: In den Verhältnissen des Wikis repräsentieren sich Einflüsse gesamtgesellschaftlicher Herkunft.

Es ist wahr: Die Rezeption der Dissertation zu Guttenbergs füllt jetzt schon mehr Seiten, als die Dissertation selbst. Der sog. Hype wird nachlassen. Das bekommen die Nachfolge-Wikis zu spüren.

Es darf auch vermutet werden, dass der wissenschaftliche Nachhall auf diese Plagiatdokumentation(en) als Projekt wie als Wiki auch deren Seitenanzahl irgendwann weit übertreffen wird.

FN 1: offizielle Druckfassung der Rezension von Andreas Fischer-Lescano zur Dissertation von Karl-Theodor Frh. zu Guttenberg (Duncker & Humblot, 2009) [[3]]

Anmerkung: Einen Tag zuvor hatte derselbe Autor unter eindeutigerer Titelung praktisch dasselbe veröffentlicht. "Ideen müssen vor Rudelintelligenz geschützt werden" [[4]]


Anhang:

III. Kommentar zu den Kommentaren:


ad Drhchc #1: überraschend gut diszipliniert

Da könnte Herr Turner indes daherkommen und sagen: Eben, das ist ja die Folge aus dem Konsensdruck!

ad Drhchc #2: Das "Rudel" beisst sich sozusagen am Text fest – s.o. "zu Absatz 2"

ad Senzahl: wen man mitzählt

’’Ableger-Wikis’’ wie VroniPlag – nicht pejorativ gemeint! -, ach, besser: Nachfolge-Wikis auf der Schiene Plagiatuntersuchung und –dokumentation, die sich nicht eines solch starken öffentlichen Aufforderungscharakters erfreuen können wie GuttenPlag (2377 <1 Diss> zu 698 Seiten <3 Diss> – Stand: 10.05.11, 10:52 UTC), können sich eine allzu enge Auslegung gar nicht leisten. Das Login und die Anzahl der Bearbeitungen, besonders aber Datum der letzten Bearbeitung sind immer bedeutsame statistische Kriterien.

Auf der Seite "Wikia-Statistik" VroniPlag [[5]] wird ersichtlich, dass mit Datum vom 09.05.2011 noch 30 angemeldete Benutzer (Rückgang: 51% im Vergleich zum Vormonat) zu zählen waren.

Zum Vergleich:

Die lokale Benutzerliste der Plattform GuttenPlag Wiki [[6]] weist mit Stand vom 08.05.2011 für Benutzer mit 5 oder mehr Bearbeitungen noch ‚341 records’ auf (VroniPlag: 52).

Bei Benutzern mit >100 Bearbeitungen zählt GuttenPlag: 61, zählt VroniPlag: 14.

Die Zahl aller jemals angemeldeten Benutzer (alleiniges Kriterium: Login bei GuttenPlag) wird mit 1.153 angegeben.

Statistik der Benutzer mit 5 oder mehr Bearbeitungen und letztem Login bei GuttenPlag Wiki ab 15.04.2011:

Anzahl der User: 47 (GuttenPlag)

Anzahl der Bearbeitungen: 31.968 (GuttenPlag)

61 User haben 100 oder mehr records (kein ausschließendes Login-Kriterium / GuttenPlag)

Diese Statistik gibt einen ungefähren Einblick in den momentanen crowd-Umfang gegen Ende des GuttenPlag-Projekts. Nicht erfasst sind hier Mitarbeiter, welche über andere Kanäle zu dem Projekt beitragen. Und nicht erfasst sind Mitarbeiter, die durchaus noch das Projekt mit tragen oder steuern, aber eben – oft wohl gerade deshalb – nicht mehr ab dem 15.04.2011 (bis zum 08.05.2011) über Login präsent waren.

47 User, und das bei GuttenPlag! – das klingt nicht gerade beeindruckend. Doch Vorsicht: Nobelpreise sind wohl schon an Personen vergeben worden, welche über einen kleineren Mitarbeiterstab verfügten. :-)

Der sog. ‚inner circle’ dürfte zahlenmäßig noch einmal deutlich kleiner ausfallen. Hierzu darf geraten werden, weil natürlich jedwede Transparenz aus nachvollziehbaren Gründen vermieden wurde und wird.

Kreuzritter 20:17, 10. Mai 2011 (UTC)

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