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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 2 ff.
Quelle: Zeiher 1989
Seite(n): 89, 91, 92, Zeilen: 89: 6 ff.; 91: 16 ff.; 92: 1 ff.
Daraus läßt sich folgern, daß auch bei geringfügigen arteriosklerotischen Gefäßveränderungen noch EDRF - möglicherweise nur in geringen Mengen - freigesetzt wird, dessen vasodilatierende Wirkung jedoch von der über die glattmuskulären Muskarinrezeptoren direkt vermittelten Vasokonstriktion überspielt wird. Somit wird die Acetylcholin-induzierte Änderung des Vasotonus epikardialer Leitungsgefäße letztendlich durch den Nettoeffekt von EDRF-vermittelter Vasodilatation und direkter, glattmuskulärer Vasokonstriktion bestimmt. Daß bei voll funktionsfähigem Endothel der Nettoeffekt der Acetylcholinwirkung in einer Vasodilatation besteht, während schon bei angiographisch noch nicht sichtbaren arteriosklerotischen Gefäßveränderungen dieser Nettoeffekt in eine Vasokonstriktion umschlägt, beweisen die Ergebnisse dieser Arbeit.

Die intrakoronare Infusion von Acetylcholin ermöglicht somit die Erkennung einer endothelialen Funktionsstörung bereits im Frühstadium der Arteriosklerose und bietet sich damit als wichtige Funktionsprüfung in der koronarangiographischen Diagnostik an.

Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit zahlreichen tierexperimentellen Studien, während die Acetylcholinwirkung auf die koronare Vasomotorik ’in vivo’ zu widersprüchlichen Ergebnissen führte (89,90,91).

Die Studien von Ludmer et al (19) und Werns et al (59) ergaben ebenfalls eine Dilatation normaler und eine Konstriktion arteriosklerotischer Koronararterien, während Horio et al (92) und Miwa et al (93) auch eine Konstriktion in angiographisch normal klassifizierten Gefäßen fanden. Dieser scheinbare Widerspruch wird verständlich und widerlegbar, wenn man beachtet, daß bei Horio und Miwa auch Patienten mit diskreten Wandunregelmäßigkeiten oder Arteriosklerosezeichen in anderen Koronargefäßen in die Gruppe der Normalpatienten aufgenommen wurden. Durch pathologisch-anatomische und intraoperative Ultraschalluntersuchungen konnte jedoch gezeigt werden, daß diffuse arteriosklerotische Gefäßveränderungen und insbesondere Wandverdickungen in allen drei großen Koronararterien auch bei solchen Patienten vorhanden sind, bei denen koronarangiographisch lediglich eine "Ein-" oder "Zwei-Gefäßerkrankung" [darstellbar ist.]


19. Ludmer PL, Selwyn AP, Shook TL, WayneRR, Mudge GH, Alexander RW, Ganz P: Paradoxical vascoconstriction induced by acetylcholine in atherosclerotic coronary arteries. N Engl J Med 1986; 315: 1046-1051

59. Werns SW, Walton JA, Hsia HH, Nabel EG, Sanz ML, Pitt B: Evidence of endothelial dysfunction in angiographically normal coronary arteries of patients with coronary artery disease. Circulation 1989; 79: 287-291.

89. Freiman PC, Mitchell GC, Heistad DD, Armstrong ML, Harrison DG: Atherosclerosis imparis endothelium-dependent vascular relaxation to acetylcholine and thrombin in primates. Circ Res 1986; 58: 783-789.

90. Harrison DG, Freiman PC, Armstrong ML, et al.: Alterations of vascular reactivity in atherosclerosis. Circ Res 1987; 61 (suppl II): II-74-II-80.

91. Lüscher TF: Endothelial vasoactive substances and cardiovascular disease. Karger, Basel London New York Sydney München 1988.

92. Horio Y, Yasue H, Rokutanda M, Nakamura N, Ogawa H, Takaoka K, Matsuyama K, Kimura T: Effects of intracoronary injection of acetylcholine on coronary arterial diameter. Am J Cardiol 1986; 57: 984-989.

93. Miwa K, Goto M, Lee JD, Matsuyama F, Shimizu H, Kato T, Hara A, Nakamura T: Supersensitivity of coronary arteries in variant angina to spasm induced by intracoronary acetylcholine. Am J Cardiol 1988; 61:77-82.

[Seite 91]

Diese Befunde sind dahingehend zu deuten, daß auch bei geringfügigen arteriosklerotischen Gefäßveränderungen noch EDRF - möglicherweise in geringerer Menge - freigesetzt wird, dessen vasodilatierende Wirkung jedoch von der direkt über glattmuskuläre Muskarinrezeptoren vermittelten, vasokonstringierenden Acetylcholin-Wirkung überspielt wird. Somit wird die Acetylcholin-vermittelte Änderung des Vasomotorentonus epikardialer Leitungsgefäße letztendlich bestimmt durch den Nettoeffekt von EDRF-vermittelter Vasodilatation und direkter glattmuskulärer Vasokonstriktion. Die Ergebnisse dieser Arbeit belegen eindeutig, daß bei voll funktionsfähigem Endothel bei Normalpatienten der Nettoeffekt der Acetycholinwirkung in einer Vasodilatation besteht, während schon bei angiographisch noch nicht sichtbaren, arterioskle-

[Seite 92]

rotischen Gefäßveränderungen dieser Nettoeffekt in eine Vasokonstriktion umschlägt.

Die intrakoronare Infusion von Acetylcholin ermöglicht somit die Erkennung einer endothelialen Funktionsstörung im Frühstadium der Arteriosklerose und bietet sich damit als wichtige Funktionsprüfung in der koronar angiographischen Diagnostik an.

[Seite 89]

Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit zahlreichen tierexperimentellen Studien (14,23, 72,100, 148,181). Bisher veröffentlichte Untersuchungen zur Wirkung von Acetylcholin auf die koronare Vasomotorik in-vivo berichteten widersprüchliche Ergebnisse. Während Ludmer et al. (146) und Werns et al. (246) ebenfalls eine Vasodilatation normaler und eine Vasokonstriktion arteriosklerotischer Koronararterien nachweisen konnten, fanden Horio et al. (117) und Miwa et al. (159) eine Vasokonstriktion auch in angiographisch normal klassifizierten Gefäßen. Diese Diskrepanz der Befunde läßt sich jedoch durch zwei wesentliche Faktoren erklären, nämlich durch eine fälschliche Klassifizierung von Koronararterien als normal und die infundierte Dosis von Acetylcholin.

Horio et al (117) unterschieden nicht zwischen < 25% stenosierten und normalen Herzkranzgefäßen während Miwa et al. (159) auch Patienten mit Zeichen der Koronarsklerose in anderen Arterien als normal klassifizierten. Sowohl pathologisch-anatomische (6) als auch intraoperative Ultraschall-Untersuchungen (155) haben gezeigt, daß diffuse arteriosklerotische Gefäßveränderungen und insbesondere Wandverdickungen in allen drei großen Koronararterien auch bei solchen Patienten vorhanden sind, bei denen die Koronarangiographie lediglich in einem oder zwei der Gefäße arteriosklerotische Veränderungen erkennen lässt.


14. Bassenge E, Busse R: Endothelial modulation of coronary tone. Progr Cardiovasc Dis 1988; 30:349-380.

23. Bossaler C, Habib GB, Yamamoto H, Williams C, Wells S, Henry PD: Impaired muscarinic endothelium-dependent relaxation and cyclic guanosine 5-monophosphate formation in atherosclerotic human coronary artery and rabbit aorta. J Clin Invest 1987; 79:170-174.

72. Freiman PC, Mitchell GC, Heistad DD, Armstrong ML, Harrison DG: Atherosclerosis imparis endothelium-dependent vascular relaxation to acetylcholine and thrombin in primates. Circ Res 1986; 58: 783-789.

100. Harrison DG, Freiman PC, Armstrong ML, et al.: Alterations of vascular reactivity in atherosclerosis. Circ Res 1987; 61 (Suppl. II): II-74-II-80.

117. Horio Y, Yasue H, Rokutanda M, Nakamura N, Ogawa H, Takaoka K, Matsuyama K, Kimura T: Effects of intracoronary injection of acetylcholine on coronary arterial diameter. Am J Cardiol 1986; 57:984-989.

148. Lüscher TF: Endothelial vasoactive substances and cardiovascular disease. Karger, Basel London New York Sydney München 1988.

155. McPherson DD, Hiratzka LF, Lamberth WC, et al: Delineation of the extent of coronary atherosclerosis by high-frequency epicardial echocardiography. N Engl J Med 1987; 316: 304-309.

159. Miwa K, Goto M, Lee JD, Matsuyama F, Shimizu H, Kato T, Hara A, Nakamura T: Supersensitivity of coronary arteries in variant angina to spasm induced by intracoronary acetylcholine. Am J Cardiol 1988; 61: 77-82.

181. Osborne JA, Lento PH, Siegfried MR, Stahl GL, Fusman B, Lefer AM: Cardiovascular effects of acute hypercholesterolemia in rabbits. Reversal with lovastatin treatment. J Clin Invest 1989; 83:465-473.

146. Ludmer PL, Selwyn AP, Shook TL, WayneRR, Mudge GH, Alexander RW, Ganz P: Paradoxical vascoconstriction induced by acetylcholine in atherosclerotic coronary arteries. N Engl J Med 1986; 315:1046-1051.

246. Werns SW, Walton JA, Hsia HH, Nabel EG, Sanz ML, Pitt B: Evidence of endothelial dysfunction in angiographically normal coronary arteries of patients with coronary artery disease. Circulation 1989; 79: 287-291.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann)

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