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Chk/046

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[1.] Chk/Fragment 046 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-28 17:57:36 Guckar
Chk, Fragment, Gesichtet, MSZ 1985, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 14-26, 125-126
Quelle: MSZ 1985
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Wenn z.B. die Mathematik die Abstraktion der Quantität in den ihr eigenen Bestimmungen entwickelt, so ist dies eine Erkenntnisleistung - weshalb die Mathematik auch keine „Mechanik des Geistes“ ist139. Jede erkannte mathematische Regel, daher auch jedes mathematisch darstellbare Naturgesetz und jede daraus abgeleitete Technologie lassen sich aber im Gedächtnis „aufbewahren“ als vorstellungsmäßige Anweisung für das Kombinieren quantitativer Bestimmungen. In seinem Gedächtnis sind die Gedanken, die ein Mensch sich einmal gemacht hat, verfügbar. Er muß sie nicht jeweils von neuem denken, sondern kann sie für allerlei theoretische Tätigkeiten abrufen. Das Abrufen selbst verlangt allerdings Geist und ist kein mechanischer Ablauf.

Das „Elektronengehirn“140 mit seinen binären Schaltkreisen macht nun ernst mit der geübten Bequemlichkeit, die Mathematik in der Gestalt begriffsloser Kombinationsregeln zur Anwendung zu bringen141.


139 Daß es in der Geschichte der Mathematik Bemühungen wie Widerlegungen gab, das Denken als mechanischen Ablauf zu begründen, wird im Abschnitt II.2.2 ausführlicher behandelt. Nur soviel hier zu Turings „Intelligenten Maschinen“: Auch wenn es ihm nicht primär um den Konstruktionsplan eines Rechenautomaten ging, sondern um die Grenzen der formalen Berechenbarkeit, so erklärt er quasi rückwärts vom Rechenautomaten (seiner Paper Machine) her, den Effekt der Rechenmaschine beim Menschen zu erreichen, wenn er eine Person begriffslos Kombinationsregeln befolgen läßt. Quod erat demonstrandum: Die mechanische oder elektrische Realisierung des universellen Rechenautomaten läßt sich genausogut als biologisches Wesen realisieren. Seine „Paper Machine" erklärt er zum Modell der (menschlichen) Intelligenz.

140 Dieser Begriff soll hier erklärt, also nicht im üblichen Sinn benutzt werden, etwas Neues, was „anders nicht besser beschreibbar scheint“, in einer Metapher auszudrücken. Coy verweist darauf, daß Bilder als Ersatz von Verständnis nicht nur „die Neuheit des Computers dem Alltagsdenken näher bringen sollen. ... Auch im wissenschaftlichen Diskurs mögen solche Metaphern helfen, die Bedeutung der kulturellen und sozialen Umwälzungen, die durch Computer verursacht werden, besser zu begreifen". Daß Laien sich aufgrund mangelnden Wissens eine für sie neue Technik durch Vergleiche mit ihnen bekannten ähnlichen Leistungen vorstellbar machen, ist die eine Sache; Aufgabe der Technikwissenschaft wäre es, die unwissenschaftliche Bebilderung in Wissen zu überführen. Daß solche Leitbilder in der Informatik selbst gang und gäbe sind, ist also eine andere Sache und spricht dafür, daß die Technikwissenschaft ihr Wissen verleugnet, wenn sie sich mit den Wirkungen des Computereinsatzes beschäftigt Es geht nicht darum, die „Anwendungen angemessen zu bestimmen“, sondern durch die Auswahl geeigneter Bilder die Bedeutung der Computer zu beschwören. (Zitate aus: W. Coy (1995). Automat - Werkzeug - Medium In Informatik Spektrum 18, S. 31.)

141 Manche gebildete Menschen müssen sich den Vorwurf machen lassen, vor lauter geübter Bequemlichkeit sich Rechnen überhaupt nur noch als Rechnen im Dezimalsystem vorstellen zu können So sehr ist das abstrakte Vorstellungsbild davon, daß Kinder an den Fingern das Rechnen lernen, im abendländischen Kulturkreis zum Medium für die Anwendung einfacher mathematischer Regeln geworden.

Fürs Gedächtnis sind die gehabten Gedanken aber ein verfügbarer "Stoff", die getätigten Abstraktionen verwendbare Vorstellungen, nicht jeweils von neuem zu denken, sondern für allerlei theoretische Tätigkeiten "abrufbar". Die Mathematik ist zwar keine "Mechanik des Geistes", sondern die Erkenntnisleistung, die Abstraktion der Quantität in den ihr eigenen Bestimmungen zu entwickeln. Jede erkannte mathematische Regel - daher auch jedes mathematisch darstellbare Naturgesetz und jede daraus abgeleitete Technologie - läßt sich aber im Gedächtnis "aufbewahren" als vorstellungsmäßige Anweisung fürs Kombinieren quantitativer Bestimmungen. Das Rechnen lernt jedes Kind an seinen Fingern; und deren abstraktes Vorstellungsbild ist immerhin so vollständig zum Medium für die Anwendung einfacher mathematischer Regeln im abendländischen Alltag geworden, daß mancher gebildete Mensch sich das Rechnen überhaupt nur im Dezimalsystem vorstellen kann. [...]

Das "Elektronengehirn" mit seinen binären Schaltkreisen macht ernst mit der von jedem Kind und jedem Rechengenie geübten Bequemlichkeit, die Mathematik in der Gestalt begriffsloser Kombinationsregeln zur Anwendung zu bringen.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme. Schließt die in Chk/Fragment_041_37 begonnene Übernahme ab.

(Seiten- und Zeilenangaben erfolgen gemäß der Druckausgabe von Chk.)

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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