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Chk/048

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[1.] Chk/Fragment 048 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-28 17:59:28 Guckar
Chk, Fragment, Gesichtet, MSZ 1985, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 3-8
Quelle: MSZ 1985
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Wissenschaftler bedienen sich der universellen Rechenautomaten souverän gemäß ihren wechselnden Zwecken; sie schreiben Programme selber oder wählen sie aus vorhandenen Bibliotheken; sie lassen rechnen oder benutzen die Elektronik als Karteikasten oder Vehikel der Kommunikation mit Kollegen, und sie ziehen es oft vor, ihren Publikationen gleich selbst mit einem Textsystem die endgültige Form zu geben, statt dies einer Sekretärin zu übergeben. Sie bedienen sich seiner souverän gemäß ihren wechselnden Zwecken; schreiben Programme selber oder wählen sie aus vorhandenen Bibliotheken; lassen rechnen oder benutzen die Elektronik als Karteikasten oder Vehikel der Kommunikation mit Kollegen, und sie ziehen es oft vor, ihre Publikationen gleich selbst mit einem Textsystem statt einer Sekretärin die endgültige Form zu geben.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme. Schließt im Original unmittelbar an den in Chk/Fragment_047_23 wiedergegebenen Satz an.

(Seiten- und Zeilenangaben erfolgen gemäß der Druckausgabe von Chk.)

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[2.] Chk/Fragment 048 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-22 16:59:46 Schumann
Chk, Fragment, Gesichtet, MSZ 1985, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 12-23
Quelle: MSZ 1985
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Das glatte Gegenteil trifft man jedoch in den Niederungen der nicht wissenschaftlichen Arbeit, wenn sich die Privatwirtschaft und öffentliche Arbeitgeber des Computers bedienen. Hier folgt aus dem Dienst, den der Computer für mechanische Operationen des Gehirns bringt, keineswegs, daß tatsächlich irgendeinem Menschen irgendetwas erspart bleibt. Im Gegenteil: der Computer ist nicht Organ der Subjekte, die mit ihm arbeiten - viele Leute arbeiten am Computer und müssen ihn bedienen.144 Ihre Kooperation wird über Bildschirmgeräte und Computer vermittelt und gesteuert.145 Der einfache Bildschirmarbeiter, ob er nun Buchhalter oder Lagerverwalter war oder einen solchen ersetzt, sieht sich mit einem laufenden Programm konfrontiert, das ihm den Tag hindurch vorschreibt, was er zu machen hat. Nämlich den vom Programm benötigten Input, Daten oder gelegentlich Kommandos eines Menues, in die Tastatur zu geben. Der Arbeiter ist der Maschine als ihr Handlanger subsumiert. Sein Geist wird nicht von mechanischen Operationen entlastet, sondern seiner Arbeit der Inhalt genommen. Der Einsatz von Computertechnik erspart ihm Routinetätigkeiten, um ihm eine noch viel einförmigere Routine aufzuzwingen. Mit Computertechnik werden Hindernisse und Friktionen der betrieblichen Ablaufprozesse aus dem Weg geräumt und damit jede Abwechslung und Pause für den Arbeiter eliminiert. Statt daß die Modernisierung, die manches an Kraft, Geschick und Können für die Arbeit erspart, den Beschäftigten ermöglicht, Kopf, Kräfte und Zeit auf angenehmere und geistige Tätigkeiten zu richten, erleben die Arbeitskräfte die endgültige geistige Entleerung ihrer Arbeit146 und tragen noch allerlei Augen-, Rücken- etc. Beschwerden davon.

144 Die unterschiedliche Verwendung von Computern im akademischen Bereich und in Wirtschaft und Verwaltung wird hier nur als Beleg dafür angeführt, daß der Computertechnik vorausgesetzte gesellschaftliche Kriterien für die Art des Technikeinsatzes entscheidend sind. Wie sich die keineswegs nur zufällige Scheidung von „Kopfarbeit“ - um mit einem bei Informatikern benutzten, von Alfred Sohn-Rethel übernommenen Begriff zu reden - in zwei so gegensätzliche Arten, den Geist zu gebrauchen, erklärt, wird in Abschnitt III. 1 behandelt. Dabei soll auch der Begriff der „Kopfarbeit“ näher beleuchtet werden.

145 Vgl. z. B. J. Friedrich et al. (1986). Bildschirmarbeit. Soziale Auswirkungen und Gestaltungsansätze, S. 54f.

146 Vgl. J. Friedrich et al. (1986), a.a.O., S. 51 f.: „Der Computer ist nicht mehr nur unterstützendes Informationsmittel für den arbeitenden Menschen (wie dies bei nicht automatisierbaren beratenden, planenden, analysierenden und schöpferisch-kreativen Aufgaben der Fall ist; CK), er übernimmt vielmehr wesentliche Teile seiner Tätigkeit und bestimmt gleichzeitig den Arbeitsablauf weitgehend vor. Dadurch kommt es in den meisten Fällen von Bildschirmarbeit zu einer Dequalifizierung der Beschäftigten. Dadurch entsteht eine große Masse von Arbeitskräften, die im Rahmen komplexer Mensch-Maschine-Systeme nur noch marginale Funktionen, weitgehend ohne einsehbaren Sinn und ohne logische Konti[nuität, ohne Einsicht in das Funktionieren der Systeme, ohne Einfluß auf die Veränderung dieser Systeme ausfüllen. (Briefs 1979, S. 250).“ [...]]

Daraus folgt nicht, daß tatsächlich irgendeinem Menschen irgendetwas erspart bleibt. [...] Das glatte Gegenteil trifft man in den Niederungen der Wirtschaftswirklichkeit; wenn sich das Kapital des Computers bedient, so folgt, daß viele Leute den Computer bedienen. Das Grundprinzip aller kapitalistischer Produktion, daß nämlich "nicht der Arbeiter die Arbeitsbedingung, sondern umgekehrt die Arbeitsbedingung den Arbeiter anwendet" (Karl Marx), ist hier so handgreiflich wie in der industriellen Fertigung. Der ordinäre Bildschirmarbeiter, ob er nun Buchhalter oder Lagerverwalter war oder einen solchen ersetzt, sieht sich mit einem laufenden Programm konfrontiert, das ihm den Tag hindurch vorschreibt, was er zu machen hat. Nämlich den vom Programm benötigten Input, Daten oder gelegentlich Kommandos eines "Menues" in die Tastatur zu geben. Die Maschine subsumiert hier den Arbeiter als ihren Handlanger. Sie befreit ihn nicht von der Arbeit, sondern nimmt seiner Arbeit den Inhalt; erspart ihm Routinetätigkeiten, um ihm eine noch viel einförmigere und damit umso quälendere Routine aufzuzwingen; räumt Hindernisse und Friktionen aus dem Weg und eliminiert damit jede Abwechslung und Pause. Statt einer Erweiterung seiner geistigen Fähigkeiten erlebt er seine endgültige Verblödung und trägt noch allerlei Augen-, Rücken- etc. Beschwerden davon.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme. Vielfach wörtlich übereinstimmend, inhaltlich identisch, wobei Chk zum Schluss hin die dauerhaft ungenannt bleibende Vorlage erweitert. Diese Passagen (ab Zeile 23) wurden hier zwar dokumentiert aber nicht in die Zeilenzählung mitaufgenommen.

(Seiten- und Zeilenangaben erfolgen gemäß der Druckausgabe von Chk.)

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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