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Chk/127

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[1.] Chk/Fragment 127 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-28 17:40:40 Graf Isolan
Chk, Fragment, Gesichtet, MSZ 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 127, Zeilen: 24-41
Quelle: MSZ 1989
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Turings fiktives Experiment erfolgte weniger zum Zwecke seiner Ausführung als zur Normierung der Frage "Can machines think?":

Man stelle sich ein Ratespiel vor, bei dem der Spieler mit zwei Versuchspersonen, einem Mann A und einer Frau B, über ein anonymisierendes Medium, etwa eine Fernschreibeinrichtung, kommuniziert. Der Spieler soll durch gezielte Fragen, die von den Versuchspersonen wahrheitsgemäß oder mit der Absicht der Täuschung beantwortet werden, herausbekommen, wer welches Geschlecht hat. Turing fragte dann, was passieren würde, wenn eine Maschine die Rolle von A in diesem Spiel übernimmt. Würde der Fragesteller sich dann genau so oft täuschen, wie wenn das Spiel mit Mann und Frau gespielt wird? Mit diesen Fragen ersetzte Turing die ursprüngliche Frage: ,Können Maschinen denken?’

Dieses Vorhaben ist befremdlich; es ist nicht einzusehen, warum man Versuche anstellen sollte, um das Verhältnis von Rechenmaschinen und menschlichem Geist zu klären. Erstere sind wohldurchdachte Artefakte, und was das Denken angeht, so verfügt ein jeder über reichliches Material. Wer hier ein Experiment macht, der verfolgt nicht eine Einsicht, sondern hat ein Eingeständnis im Sinn: Turing will den Verstand in die Enge treiben.352 In seinem Test wird eben nicht gesagt, dies ist die Maschine [und nicht die Intelligenz, und jetzt überlegen wir die Konsequenzen.]


352 „Es ist fraglos, daß Turing die Intelligenz seiner Mitmenschen als gleichwertig zu seinen Papiermaschinen einschätzte.“ W. Coy (1993), a.a.O., S. 44. Coy verweist zurecht darauf, daß Turings Verständnis von Intelligenz auf die seiner Mitmenschen gemünzt ist. Turing selbst dürfte sich aus diesem Verständnis ausgenommen haben und redet deshalb vielleicht so unbestimmt davon, daß seine Papiermaschinen das Verhalten des menschlichen Geistes weitestgehend simulieren. Daß seinen Mitmenschen ein Gebrauch ihrer Intelligenz abverlangt wurde, der sich durch Maschinen ersetzen läßt, ist zutreffend; damit ist aber gerade nicht Intelligenz gekennzeichnet, sondern die Art und der Zweck ihres Einsatzes, die die Gesellschaft dem Großteil ihrer Mitglieder abverlangt!

Es handelt sich dabei um ein fiktives Experiment, dessen Beschreibung weniger zum Zweck seiner Ausführung als zur Normierung der Frage "Can machines think?" erfolgt:

Man stelle sich ein Ratespiel vor, bei dem der Spieler mit zwei Versuchspersonen, einem Mann A und einer Frau B, über ein anonymisierendes Medium, etwa eine Fernschreibeinrichtung, kommuniziert. Der Spieler soll durch gezielte Fragen, die von den Versuchspersonen wahrheitsgemäß oder mit der Absciht [sic] der Täuschung beantwortet werden herausbekommen, wer welches Geschlecht hat.

"Wir fragen jetzt: ‚Was wird passieren, wenn eine Maschine die Rolle von A in diesem Spiel übernimmt?' Wird der Fragesteller sich dann genau so oft täuschen, wie wenn das Spiel mit Mann und Frau gespielt wird? Diese Fragen erstzen [sic] die ursprüngliche Frage, ‚Können Maschinen denken?'." (A. Turing, Computing Machinery and Intelligence, 1950)

Dieses Vorhaben ist befremdlich. Rechenmaschinen sind wohldurchdachte Artefakte, und was das Denken angeht, so verfügt ein jeder über reichlich Material: Es ist nicht einzusehen, warum man Versuche anstellen sollte, um das Verhältnis beider zu klären. Umgekehrt: Wer hier ein Experiment fordert, der hat nicht eine Einsicht, sondern ein Eingeständnis im Sinn. Er will nicht Meinungen, die er für falsch hält, widerlegen oder eine These beweisen, sondern den Verstand in die Enge treiben. [...]

Es wird eben nicht gesagt, dies ist die Intelligenz und nicht die Maschine, und jetzt überlegen wir mal.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

(Seiten- und Zeilenangaben erfolgen gemäß der Druckausgabe von Chk.)

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20131028174115

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