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Chk/129

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[1.] Chk/Fragment 129 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-28 18:17:38 Guckar
Chk, Fragment, Gesichtet, MSZ 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 1-2, (3-10), 11-14, 17-35
Quelle: MSZ 1989
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
[Aus der Ernüchterung, daß dem Menschen schlecht zu entnehmen ist, wie er bzw. sein Hirn bei allen möglichen Aufgabenbewältigungen „funktioniert“, kommen Avron Barr und Edward Feigenbaum in ihrem] 1982 erschienenen „Handbook of Artificial Intelligence“ zu einer erstaunlichen Neubewertung ihrer Anstrengungen:

„Die Entdeckung, daß die einzelnen Schritte beinahe allen intelligenten menschlichen Verhaltens unbekannt waren, steht am Anfang der AI als einer besonderen Abteilung der Computerwissenschaft. AI-Forscher untersuchen verschiedene Formen des Rechnens und verschiedene Weisen der Beschreibung des Rechnens nicht allein deshalb, um intelligente Kunstprodukte zu schaffen, sondern auch in dem Bemühen, Intelligenz zu verstehen. Ihre Grundposition ist, daß das menschliche geistige Vermögen am besten mit den Mitteln beschrieben werden kann, die wir erfinden, um AI-Programme zu beschreiben.“

Die KI zog aus ihrer Unwissenheit über die Intelligenz einfach den Umkehrschluß: Wenn sie die menschliche Intelligenz nachahme, aber nicht wisse, was sie nachahme, dann sei das Programmieren im Grunde genommen die Erforschung der menschlichen Intelligenz. „Viele KI-Forscher verstehen sich nicht als Informatiker, sondern sehen sich als Kognitionswissenschaftler und betrachten die Infromatik [sic] lediglich als Hilfswissenschaft.“355

Die Unterstellung, daß die Intelligenz überhaupt wie die Ausführung eines Computerprogramms aus einer Folge von „detailed steps“ besteht, ist also zugegebenermaßen aus der eigenen Unwissenheit geboren. Die KI-Ideologie (manche Mitglieder der Gemeinde verwenden selber dieses Wort) war damit perfekt. Während Turing für sein Nichtentscheidbarkeitsresultat Mensch und Maschine in seiner mathematischen Maschine als Black Box behandelt, die hinsichtlich ihrer Leistungen nicht unterschieden werden können, lautete die Behauptung jetzt, daß die beiden Black Boxes selbst wesentlich identisch seien und dabei glücklicherweise der eine Kasten, die Maschine, gar nicht so schwarz, sondern recht gut zugänglich sei und deshalb Aufschluß über den anderen, den Menschen liefern könne. Eine solche Beweisführung ist aber unmöglich: Wie soll sich die Übereinstimmung mit dem anderen Kasten darlegen lassen, wenn der eine Kasten schwarz ist?

Das neue Selbstverständnis wurde zusammenfassend formuliert in A. Newells und H. A. Simons Aufsatz „Computer Science as Empirical Inquiry" (1976). Sein Titel stellt die ganze Paradoxie der KI heraus: Eine Ingenieurwissenschaft soll nicht bloß mit einer bestimmten Technologie befaßt sein, sondern eben dadurch ein ganz anderes Stück Realität erforschen. Wenn sie hierbei von einer empirischen Untersuchung reden, so spekulieren sie auf den Fortschritt der Informationstechnik, als ob dieser den fehlenden Beweis dafür erbringen könnte, daß die menschliche Intelligenz sich letztlich doch über die Funktionsweise der Computer beschreiben ließe.


355 Floyd, Christiane (1994). Verantwortung und bewußter Umgang mit der IG. In : Cyranek, Coy (Hrsg.) (1994). Die maschinelle Kunst des Denkens. Perspektiven und Grenzen der Künstlichen Intelligenz, S. 168.

Dieser mißliche Umstand führt nicht zu einer Ernüchterung, sondern zu einer erstaunlichen Neubewertung des eigenen Tuns: Wenn wir die menschliche Intelligenz nachahmen, aber nicht wissen, was wir nachahmen, dann ist unsere Programmiererei recht eigentlich die Erforschung der menschlichen Intelligenz:

"Die Entdeckung, daß die einzelnen Schritte beinahe allen intelligenten menschlichen Verhaltens unbekannt waren, steht am Anfang der AI als einer besonderen Abteilung der Computerwissenschaft. AI-Forscher untersuchen verschiedene Formen des Rechnens und verschiedene Weisen der Beschreibung des Rechnens nicht allein deshalb, um intelligente Kunstprodukte zu schaffen, sondern auch in dem Bemühen, Intelligenz zu verstehen. Ihre Grundposition ist, daß das menschliche geistige Vermögen am besten mit den Mitteln beschrieben werden kann, die wir erfinden, um AI-Programme zu beschreiben." (A. Barr, E. Feigenbaum, Handbook of AI, 1981)

Die Unterstellung, daß die Intelligenz überhaupt wie die Ausführung eines Computerprogramms aus einer Folge von "detailed steps" besteht, ist völlig unbegründet, ja zugegebenermaßen aus der eigenen Unwissenheit geboren. Die AI-Ideologie (manche Mitglieder der Gemeinde verwenden selber dieses Wort) ist damit perfekt. Während Turing Mensch und Maschine als black box behandelt, die hinsichtlich ihrer Leistungen übereinstimmen sollen, lautet die Behauptung jetzt, daß die beiden Kästen selber wesentlich identisch seien, und dabei glücklicherweise der eine, die Maschine, gar nicht so schwarz, sondern recht gut zugänglich sei und deshalb Aufschluß über den anderen, den Menschen liefern könne. Dies ist ein Widerspruch; wenn der eine Kasten schwarz ist, läßt sich die Übereinstimmung mit dem anderen nie dartun.

Das neue Selbstverständnis wurde zusammenfassend formuliert in A. Newells und H. A. Simons Aufsatz "Computer Science as Empirical Inquiry" (1976), dessen Titel die ganze Paradoxie der AI herausstellt: Eine Ingenieurwissenschaft soll nicht bloß mit einer bestimmten Technologie befaßt sein, sondern eben dadurch ein ganz anderes Stück Realität erforschen. [...]

[...]

[...] Ein Argument gibt es nicht; deshalb verkaufen die Autoren ihre Sache als "empirische Hypothese" und spekulieren auf den Fortschritt der Technik, als ob der den fehlenden Beweis erbringen könnte.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Die Zitate wurden nicht in die Zeilenzählung mitaufgenommen, obwohl das erste in identischer Auswahl auch schon in der ungenannt bleibenden Quelle zu finden ist.

(Seiten- und Zeilenangaben erfolgen gemäß der Druckausgabe von Chk.)

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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