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Chk/193

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[1.] Chk/Fragment 193 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-10 08:22:07 Guckar
Chk, Fragment, GegenStandpunkt Telekom-Aktie 1996, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 193, Zeilen: 1-8
Quelle: GegenStandpunkt Telekom-Aktie 1996
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Im Zusammenwirken mit allen anderen Daten, über die sie fürs Spekulieren sonst noch verfügen - von der Geldwertstabilität bis zur „Gesundheit des Präsidenten“ reicht bekanntlich die Palette passiert es dann bisweilen, daß Aktien ganz schnell überhaupt nichts mehr wert sind, weil die maßgeblichen Subjekte ihrer Wertbestimmung einfach dem weiteren Vertrauen auf die Haltbarkeit ihrer Spekulationen mißtrauen.

An einer diesbezüglichen Aufklärung war jedoch keinem der T-Aktien-Vermarkter gelegen.

Im fruchtbaren Zusammenwirken mit allen anderen "Daten", über die sie fürs Spekulieren sonst noch verfügen - von der "Geldwertstabilität" bis zur "Gesundheit des Präsidenten" reicht da bekanntlich die Palette -, passiert es dann schon, daß Aktien ganz schnell überhaupt nichts mehr wert sind, weil die maßgeblichen Subjekte ihrer Wertbestimmung einfach dem weiteren Vertrauen auf die Haltbarkeit ihrer bSpekulationen mißtrauen....

An einer diesbezüglichen Aufklärung kann einem Unternehmen freilich nicht so recht gelegen sein, das ein Volk dazu stimulieren will, seine Spargroschen herzugeben, um Aktionär des eigenen Ladens zu werden.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

(Seiten- und Zeilenangaben erfolgen gemäß der Druckausgabe von Chk.)

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[2.] Chk/Fragment 193 18 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-10 08:22:45 Guckar
Chk, Fragment, GegenStandpunkt Telekom-Aktie 1996, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 193, Zeilen: 18-49
Quelle: GegenStandpunkt Telekom-Aktie 1996
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
• Den Umworbenen präsentierte man kunstvoll die Vertauschung der Prädikate, die den Erwerb eines bloßen Rechtstitels auf einen möglichen Anteil an einem möglichen Geschäftserfolg zur soliden Methode in Sachen eigener Geldvermehrung vorstellen: Am Geschäftserfolg der Telekom konnte laut Werbung kein Zweifel bestehen, weil dort, wo sie geschäftlich wirkt, „eine Zukunftsbranche mit hohem Wachstumspotential„ vorliegt - das Wachstum, das die Telekom AG gegen ihre Konkurrenz erst erkämpfen muß, wollte sie also schon ganz sicher erkämpft haben, so daß auch die Teilhabe eines jeden Aktionärs am zukünftigen Ertrag ganz außer Frage stand. Auch versprachen die Werbestrategen, sich auf keinen ruinösen Preiskampf mit ihren Konkurrenten einzulassen. Dabei wurde nicht verschwiegen, daß die Telekom AG sich auf den weiteren staatlichen Schutzdienst an ihrer Monopolstellung verläßt - daß Konkurrenten Leitungen von ihr werden leihen müssen, weil sie als alter Monopolist weiterhin über sie verfügt, kommt als wirtschaftliche Erfolgsgarantie des Unternehmens daher, Dividende inklusive. Der Sache nach teilte sie ihren Kunden mit, daß sie alles daran setzen wird, die Gebühren möglichst hoch zu halten, da diese den Umsatz der Firma positiv saldieren sollen.

• Die Telekom-Strategen gingen also zurecht davon aus, daß ein besonderer Werbefeldzug nötig war, um diese Kundschaft zu gewinnen. Vertrauenerweckende Herren in Chefsesseln warfen monatelang allabendlich vor laufender Kamera prüfende Blicke in Glanzbroschüren und vermeldeten dem Publikum, daß die Bilanzen der Telekom einfach in Ordnung sind. Dazwischen hüpften Jugendliche, mit den Händen ein „T“ formend, durchs Bild - immer locker und gut drauf. Wenn sie eine Telefonzelle sahen, lachten sie ungezwungen. Sie sollten wohl ohne große Worte signalisieren, daß die Zukunft der Telekom einfach rosig ist. Bei Bockwurst und Bier durfte schließlich ein über Rollen als Rechtsanwalt und Kriminalkommisssar wohl besonders glaubwürdig gewordenener Schaupieler auftreten; mit Unschuldsmiene und hemdsärmelig erzählte er dem Publikum mit ewiggleichen Sentenzen, welche Wahnsinnsgelegenheit die Sache mit der T-Aktie sei. Nebenbei gab er — wie einen wertvollen Tip von Spekulant zu Spekulant — auch gleich den fälligen mahnenden Hinweis, den Einstieg ins Spekulieren nicht mit einer „schnellen Mark“ zu verwechseln. So inszenierte er das Ideal des deutschen [T-Volksaktionärs:]

Dem präsentiert man sich besser mittels einer kunstvollen Vertauschung der Prädikate, die den Erwerb eines bloßen Rechtstitels auf einen möglichen Anteil an einem möglichen Geschäftserfolg zur soliden Methode in Sachen eigener Geldvermehrung vorstellen: Am Geschäftserfolg der Telekom kann kein Zweifel bestehen, weil dort, wo sie geschäftlich wirkt, "eine Zukunftsbranche mit hohem Wachstumspotential" vorliegt - das Wachstum in Geldform, das sie gegen ihre Konkurrenz erst erkämpfen muß, hat sie also schon ganz sicher erkämpft, so daß auch das Mitverdienen eines jeden Aktionärs ganz außer Frage steht. [...] Was letztere betrifft, wird sie sich auf einen ruinösen Preiskampf mit ihren Konkurrenten auf keinen Fall einlassen, wobei sie nicht verschweigt, daß sie sich hierzu ganz auf den weiteren staatlichen Schutzdienst an ihrer Monopolstellung verläßt - auch das kommt als wirtschaftliche Erfolgsgarantie des Unternehmens daher, Dividende inklusive. Der Sache nach teilt sie ihren Kunden zwar nur mit, daß die mit ihren reichlichen Gebührenzahlungen wie bisher den Umsatz der Firma positiv saldieren sollen; [...]

[...]

Überhaupt gibt es ja so viele Argumente, zuversichtlich auf sprudelnden Reichtum zu warten, und den zur Verbreitung dieser Zuversicht fälligen Part, die flächendeckende Volksverarschung zum Wohl von Telekom und "Finanzplatz Deutschland" überhaupt, erledigt dann vollends die Werbung für das Angebot. Ganz viele von den guten Onkels, die vertrauenserweckend Werther-Bonbons lutschen oder bierernst den letzten Hit aus der Technologie der Zahnbürste vorstellen, sitzen in Chefsesseln, werfen vor laufender Kamera prüfende Blicke in ein Glanzpapier und vermelden dem Publikum, daß die "Bilanzen der Telekom einfach in Ordnung sind". Unausstehliche Frohnaturen unter dreißig sind diesbezüglich mindestens ebenso bedingungslos glaubwürdig. Mit den Händen ein "T" formend hüpfen sie durchs Bild, sind immer nur locker und gut drauf - die Zukunft der Telekom ist einfach rosig. Und wenn sie eine Telefonzelle sehen, lachen sie ungezwungen - einfach kraß, diese Aktien, ultrageil, echt. Usw., Tag für Tag. Den Vogel aber schießt eine gesamtdeutsche Nervensäge ab, die sich schon mit dem "Rüberbringen" der anheimelnd-menschlichen Aspekte von Rechtsanwälten und Polizisten ihre Meriten verdient hat, im übrigen auch persönlich sehr glaubwürdig ist in den Fragen einer lohnenden Treue zur Nation. Der Mann ist das fleischgewordene nationale Vertrauen für die Telekom überhaupt. Der seift bei Bockwurst und Bier mit Unschuldsmiene und Hemdsärmeln sein Publikum mit den ewiggleichen Sentenzen über die Wahnsinnsgelegenheit eines so einfach anzuzapfenden Goldesels ein, die man sich nur ja nicht durch die Lappen gehen lassen soll. Nebenbei hat er immer auch gleich den fälligen mahnenden Hinweis parat - den man ihm, so ist er einfach, als wertvollen Tip von Spekulant zu Spekulant abnehmen muß -, den Einstieg ins Spekulieren bloß nicht mit einer schnellen Mark zu verwechseln, und so inszeniert er grandios das Ideal des deutschen "T"-Volksaktionärs:

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Schließt im Original unmittelbar an die in Chk/Fragment_193_01 wiedergegebene Passage an.

Der zweite Teil ist ebenfalls inhaltlich und in vielen Formulierungen identisch, auch wenn die Polemik des ursprünglichen Textes abgeschwächt wurde.

(Seiten- und Zeilenangaben erfolgen gemäß der Druckausgabe von Chk.)

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Guckar, Zeitstempel: 20131110082327

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