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Chk/195

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[1.] Chk/Fragment 195 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-22 17:27:38 Schumann
Chk, Fragment, GegenStandpunkt Telekom-Aktie 1996, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 19-34, 36-40
Quelle: GegenStandpunkt Telekom-Aktie 1996
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Vielleicht haben die Telekom-Aktienstrategen auch noch daran gedacht: Daß die Bürger wegen der Beziehung, die sie als T-Aktionäre zur nationalen Telefongesellschaft unterhalten, ihr auch gegen die Konkurrenz beistehen und einfach markentreu weitertelefonieren, egal, was es an Gebühren kostet. Warum also diese Besonderheit beim Börsengang?

Einerseits war sich der Staat mit seiner Unternehmensgründung „Telekom AG“ sicher, daß die Kuriositäten dieses Unternehmens seiner Keditwürdigkeit keinen Abbruch tut.

Andererseits ist die Wertschätzung dieser Aktien an eine kleine, aber entscheidende Bedingung geknüpft: Wer soviel Geld hat, daß er es verleihen kann, tut dies nur, wenn die Geldsumme, die er verleiht, vergrößert zu ihm zurückfließt. Wie und wodurch genau sie vergrößert wird, ist für ihn ganz und gar unwichtig. Aber auf Sicherheiten, insbesondere im Vergleich mit anderen Anlagen, wird geachtet. Deshalb wollte man das Gelingen der Kreditbeschaffung nicht allein dem Umstand überantworten, exklusiv für diese erlauchte Klientel ein für lohnend befundenes Angebot zu sein. [...] Darüber sollte die ausschließliche Abhängigkeit vom Zuspruch des Finanzkapitals etwas relativiert, das Risiko eines Fehlschlags der Kreditbeschaffung reduziert werden. Der Erfolg bei der Bevölkerung war dann als ein Signal für alle weltweit verstreuten Spezialisten des Kreditgewerbes gedacht, daß das Kreditieren sich auch für sie lohnt.

So selbstverständlich der Staat bei seinem Geschöpf davon ausgeht, daß die Beschaffung von mehr Kredit der Hebel ist, sich von seinen Schulden zu entlasten - der Erfolg bei dem ehrenwerten Bemühen, sich für ein wirtschaftliches Unternehmen bei Besitzern von Geldvermögen diesen Kredit zu verschaffen, ist an eine kleine, aber entscheidende Bedingung geknüpft. Wer soviel Geld hat, daß er es verleihen kann, tut dies nur, wenn die Geldsumme, die er verleiht, vergrößert zu ihm zurückfließt. Wie und wodurch genau sie vergrößert wird, ist für ihn ganz und gar unwichtig, weil sein Interesse sich rein auf den Witz des Kapitalismus, die Vergrößerung einer Geldsumme, kapriziert. [...]

Anders bei der Kreditbeschaffung der Telekom. [...] Man will sich nicht allein den Finanzkapitalisten der Börsen zu einem für sie lohnenden Angebot der Kreditvergabe machen, das Gelingen der Kreditbeschaffung nicht allein dem Umstand überantworten, exklusiv für diese erlauchte Klientel ein für lohnend befundenes Angebot zu sein. Die ausschließliche Abhängigkeit vom Zuspruch des Finanzkapitals wollen die Kreditstrategen der Telekom ein wenig relativieren, das Risiko eines Fehlschlags der Kreditbeschaffung wollen sie reduzieren - indem sie es "streuen" und sich mit ihrem Angebot dem sog. "breiten Publikum" zuwenden: Der Erfolg bei den Laien im Volk soll dann für alle weltweit verstreuten Spezialisten des Kreditgewerbes wie ein "Signal" dafür wirken, daß das Kreditieren sich auch für sie lohnt.

[...]

Wegen der innigen Beziehung, die sie als deutsche Aktionäre zur nationalen Telefongesellschaft unterhalten, die ja nunmehr ein ganz klitzekleines bißchen die Ihre ist, werden sie der auch gegen die Konkurrenz der ausländischen Billiganbieter beistehen und einfach markentreu weitertelefonieren.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

(Seiten- und Zeilenangaben erfolgen gemäß der Druckausgabe von Chk.)

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Guckar, Zeitstempel: 20131110082507

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