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VroniPlag Wiki

Cmg/Fragment 059 21

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Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 059, Zeilen: 21-28
Quelle: Vöhringer 2008
Seite(n): 044, Zeilen: 21-29
Wesentlich differenzierter erfolgt die Auseinandersetzung von Seiten der

evangelischen Ethik, bei der Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) den Wendepunkt markiert. Folgte Bonhoeffer vormals der Ansicht, dass Gott allein Herr über Leben und Tod sei, sieht er nun nur mehr allein Gottes Forum maßgeblich und nicht das der gesellschaftlichen Moral. So werde der Selbstmörder „schuldig [...] allein vor Gott, dem Schöpfer und Herrn über sein Leben.“180 Eine Verurteilung erfolge also allein nach religiösen Maßstäben, aber nicht mehr nach moralischen Gesichtspunkten. Juristisch ist dann der Weg versperrt, die Selbsttötung als vom Sittengesetz missbilligt zu sehen.181


180 Bonhoeffer, Ethik, S. 112; Vöhringer, S. 44.

181 So Wagner, Selbstmord und Selbstmordverhinderung, S. 103; Wassermann, in: Winau/Rosemeier, Tod und Sterben, S. 381, 389; Vöhringer, S. 45.

In der evangelischen Ethik wird die Diskussion differenzierter geführt. Den Wendepunkt markierte Dietrich Bonhoeffer in seiner Ethik, der zunächst ebenfalls der Vorstellung folgt, Gott allein bleibe Herr über Leben und Tod,129 jedoch sei ein Verstoß dagegen nicht mehr vor dem Forum der gesellschaftlichen Moral verwerflich, sondern allein vor dem Forum Gottes. Bonhoeffer sagt hierzu: „Schuldig wird der Selbstmörder allein vor Gott, dem Schöpfer und Herrn über sein Leben.“130 Die Verurteilung stellt sich damit als ausschließlich religiös motiviert dar und nicht mehr als moralischer Akt. Mit der Herausnahme des Selbstmordes

[45] aus moralischen Kategorien und der Zuweisung in den religiösen Bereich ist juristisch der Weg verstellt, den Selbstmord als vom Sittengesetz missbilligt zu interpretieren.131


129 Bonhoeffer, Ethik, S. 111 ff.

130 Bonhoeffer, Ethik, S. 112.

131 So Wagner, Selbstmord, S. 103; Wassermann in: Winau/ Rosemeier, 381, 389; gegen eine auch theologische Kriminalisierung heute ferner Ev. Staatslexikon- Jörns, Selbstmord, S. 3111.

Anmerkungen

Nicht wörtlich, aber wortlautnah. Belege werden übernommen. Quelle wird in beiden Fn. als Beleg genannt.

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